Koreaner missionieren global

Gott wirkt ganz wunderbare Dinge. Während in Nordkorea der Glaube ein Todesurteil darstellen kann, gehen von Südkorea weltweit Tausende von Missionaren in die Welt. 

Kreuz mit Horizont.

das Kreuz

In der vergangenen Woche trafen sich deshalb in den USA koreanische Leiter und Missionare zur siebten „Koreanischen Missionskonferenz“. Im Wheaton College in Chicago versammelten sich gut 5.000 Christen, davon ungefähr die Hälfte Missionare für den Glauben. Im Gespräch mit Geistlichen aus den USA wurde dabei ein „Meilenstein“ der koreanischen Missionsbemühungen gefeiert: von koreanischen Gemeinden gehen mittlerweile mehr als 20.000 Missionare aus. Diese koreanische Missionskonferenz findet seit 1988 alle vier Jahre statt. Drei große Missionsgesellschaften koreanischen Ursprungs organisieren sie gemeinsam. Das Korean World Mission Council for Christ, die Korean World Mission Association und die Korean World Mission Fellowship.

Wenn man in Deutschland von Missionaren spricht, so sind damit ja oftmals mehr „Sozialarbeiter“ und „Notfallhelfer“ in Krisengebieten gemeint. Erst vor kurzem war in einem deutschen Fernsehbericht zu sehen, wie ein evangelischer Missionar in Afrika mit größter Selbstverständlichkeit das „aktive Missionieren und Evangelisieren“ ablehnte und stattdessen über Dinge wie sein Brunnenbauprojekt und andere, konkrete Hilfsinitiativen für notleidende Menschen sprach. In anderen Berichten unserer Massenmedien wird schon mal die Nase gerümpft, wenn ein südamerikanischer Zahnarzt, der in asiatischen Notstandsgebieten seinen Urlaub verbringt, um dort Menschen kostenlos zahnmedizinisch zu helfen, und dies auch mit dem Predigen der „Guten Nachricht“ verbindet. Pfui, das darf der doch nicht ! Kronen zu machen und den König der Könige zu verkünden. Ihh.

Nicht, dass gegen konkrete Sozialarbeit, gegen karitatives Engagement auch nur das Geringste zu sagen wäre. Nein, der christliche Glaube ermuntert weltweit so viele Menschen dazu, sich für ihre Mitmenschen (unabhängig von deren Religion, Ethnie, Geschlecht oder sexueller Orientierung) einzusetzen, dass dieser Planet ohne diese Arbeit ein noch traurigerer Ort wäre. Spürbar. Ohne Christus, der Menschen lebendig macht und zum Handeln bringt, wäre es auf diesem Planeten nicht auszuhalten. Aber nicht alles Handeln zum Wohle anderer ist auch „Mission“.

Im christlichen Kontext ist die „Aussendung“ der Gläubigen, die „missio“, immer mit dem Zweck der Verkündigung der Guten Nachricht verbunden. Mal ehrlich, was wäre Paulus schon für eine Hilfe für seine Mitmenschen gewesen, wenn er nicht im Mittelmeerraum das Evangelium verbreitet hätte ? Als Zeltmacher hätte er wohl nur wenige Anhänger des „Zeltmacherismus“ gefunden. Nein, es war das „Darum gehet hin…“, das auch ihn band, dass auch den einstmals übelsten, christenfeindlichen Hetzer nach seiner Begegnung mit dem Herrn Christus dazu brachte, jetzt über dessen Auferstehung und Kraft zu reden. Mit so ziemlich jedem, der sich dafür anbot.

Müssen wir uns dafür schämen, Christen zu sein ? Manch ein „Missionar“ hinterlässt diesen Eindruck. Wenn sie das „Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen.“  (Röm 1, 16) ignorieren, muss man sich schon mal Gedanken darüber machen, wie Missionsgesellschaften hierzulande ihre Botschafter schulen und ausbilden. Aber wie dem auch sein möge, die koreanischen Missionsgesellschaften nehmen mehrheitlich das Verkündigen noch sehr ernst.

Man geht, rein von der Statistik her betrachtet, davon aus, dass bereits im Jahre 2020 mehr Missionare aus Korea kommen könnten, als aus den bisher in dieser Hinsicht führenden USA. Worauf sind solche Erfolge gegründet ? Nun, vor allem auch auf dem Gebet. Seuk-Hee Goh, Generalsekretär des „Korean World Mission Council for Christ“, einer der Begründer dieser Konferenz, spricht davon, dass alleine für den Eröffnungsgottesdienst dieser Chicagoer Veranstaltung  „mehr als 100.000“ Südkoreaner beten würden. Seien die Zahlen mal dahingestellt, aber die Macht des Gebetes darf nie unterschätzt werden. Wer aufhört, vertrauensvoll zum Vater zu kommen, der „hat nicht, weil er nicht bittet“. Darüber sollten wir nachdenken.

Auch der Präsident der Korean World Mission Association, Seung-Sam Kang, führt den Anstieg der Anzahl der koreanischen Missionare von anfangs 500 auf nunmehr fast 25.000, gerne auf das machtvolle Gebet zurück. Anfangs…

…haben wir für die Aussendung von 10.000 Missionaren bis zum Jahre 2.000 gebetet. Gott erhörte uns.

Während der Konferenz sprach auch Doug Birdsall, Vorsitzender der missionarischen „Lausanne-Bewegung“. Er wies auf die Gefahren der Missionsarbeit hin, womit ich nun endlich bei der Relevanz für das Thema dieses Blogs angekommen wäre. Er sprach über die Gefahren für die christliche Missionarbeit, die Bedrohungen und über „Konkurrenz“. Den Islam nannte er dabei konkret.

Es gibt zwei Religionen, die sich auf die Mission konzentrieren: das Christentum und der Islam. Das eine ist eine Religion, die lehrt, seine Feinde zu lieben, das andere ist eine Religion ohne Vergebung.

Der Islam bekenne Jesus nicht als Herrrn und gehe unter Einsatz großer Geldmengen zu einer offensiven Mission über mit dem Ziel, überall auf der Welt Moscheen zu errichten.

Eine weitere Bedrohung sei der Pluralismus, der laut Birdsall das Evangelium „trübe“. Wenn Christentum nur noch „eine Möglichkeit“ unter vielen sei, hätte das schwere Konsequenzen für Kirche und Gläubige.

Loren Cunningham von „Youth with a Mission“ appellierte während der Konferenz nachdrücklich an die Teilnehmer, dass südkoreanische Christen doch bitte dafür sorgen sollten, dass Bibeln noch Nordkorea kämen. Sie sollten nicht darauf warten, dass sich durch politischen Wandel das nördliche Nachbarland für die Botschaft vom Christus öffne. Er warnte davor, dass ohne ein christliches, ethisches Fundament eine Generation von Nordkoreanern heranwüchse, die, falls die vielerwartete Öffnung endlich stattfände, sich dem Materialismus hingeben könnten. (China sei hier als negatives Vorbild und Beispiel genannt.)

Dr. Dong-Jin Cho vom „Dong-Jin Cho Missiology Research Center“ gab während der Veranstaltung in einer Nebenbetrachtung auch uns selbstgefälligen Europäern, vor allem den Kirchen, einiges mit auf den Weg:

Wenn wir betrachten, wie sich Europa seit 1910 verändert hat, sollten wir dafür beten, dass sich die koreanischen Kirchen nicht so verändern, wie die in Europa. Wir müssen uns von der Arroganz fernhalten und nur auf Gott allein vertrauen.

Hart, aber vielleicht nicht ungerecht. Herr, erbarm dich über uns !

IN DIESEM SINNE, UNTERSTÜTZEN WIR IM GEBET AUCH DIE MISSION. MISSIONARE ZÄHLEN WELTWEIT ZU DEN „BELIEBTESTEN“ ANGRIFFSZIELEN VON TERRORISTEN UND SONSTIGEN GEWALTTÄTERN. SIE WERDEN DIFFAMIERT, INHAFTIERT UND MASSAKRIERT. BEWUNDERN WIR IHREN BEKENNERMUT UND EMPFEHLEN WIR SIE UNSEREM HERRN IM GEBET.

(Quelle: „the christian post“ vom 27. Juli 2012)

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2 Gedanken zu “Koreaner missionieren global

  1. „Worauf sind solche Erfolge gegründet ? Nun, vor allem auch auf dem Gebet.“

    Dazu möchte ich anmerken, dass die Gebete in Korea beharrlich sind – z.B. jeden (!) morgen in der Kirche um 5 Uhr, zu Hunderten! Ich war dort, hab es selbst miterlebt. Die Opferbereitschaft, neben dem Geld (!) auch viel Zeit zu investieren, ist vorbildlich. Wer das gesehen hat, versteht die Tragweite dieser Aussage und wundert sich nicht mehr, warum wir hier in der Wüste leben.

    Und „mehr als 100.000“ halte ich durchaus für realistisch…

    • Ich, ehrlich gesagt, auch. Ein Bekannter von mir hat in Korea gelebt und dort mit Missionaren gearbeitet und gesprochen und erzählt ähnliches. Die lieben Geschwister dort nehmen ihr Glaubensleben sehr ernst (manchmal fast zu ernst, denn auch „die Freude am Herrn ist unsere Stärke“). Ich wollte die Aussage des Missionsleiters auch nicht herabwürdigen, sondern nur möglichen, zahlenverliebten Skeptikern unter meinen Lesern vorbeugen. Denn ob es nun 99.900 Fürbitter sind oder 100.500 das macht ja keinen, prinzipiellen Unterschied. Es geht nur darum, dass die Fürbitte für Konferenzen, für die Mission und für viele, viele wichtige und gute Dinge in Korea eben so fest im Glaubensalltag verankert ist.
      Das kann ich (ein wenig neidvoll) respektieren und bewundern. Und uns „betfaulen“ Christen (keine Beleidigung beabsichtigt, denn den Schuh kann sich nur anziehen, wem er passt) in Deutschland als Vorbild hinstellen. Mein eigenes Gebetsleben ist schon ganz neu ausgerichtet und ich hoffe, auch den Lesern und Freunden dieses Blogs, verschiedene in dieselbe Richtung gehende Anregungen geben zu können.
      Also: höchster Respekt und große Solidarität für die betenden und tiefreligiösen Christen Koreas. Für ihre Missionsarbeit Gottes Segen und großen Erfolg. Wieviele „Missionare“ sendet eigentlich Deutschland ? Ich befürchte, wir müssten erstmal mit der Binnenmission anfangen, bevor wir dran denken könnten „die Welt zu erfreuen“ mit dem Evangelium.

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