China: „Kirchenkampf“ im Reich der Mitte

Im chinesischen Katholizismus tobt ein Kampf um die „Oberhoheit“ über die Gemeinden. 

China

Der chinesische Staat will seine Macht dadurch demonstrieren, dass er eigenmächtig Bischöfe ordiniert, was nicht oder nur selten mit Rom abgesprochen ist. Die Einsetzung von Bischöfen für die diversen Bistümer ist natürlich Sache der Kirchen, was sich auch die katholische Kirche nicht nehmen lassen will und so tobt in gewisser Weise jetzt ein Kirchenkampf in China, der in immer offenerer Art und Weise ausgetragen wird. Wir haben ja bereits über den Fall des Bischofs Thaddäus Ma Daquin von Shanghai berichtet und dabei auf diese Spannungen hingewiesen.

Am 06. Juli 2012 war in der nordchinesischen Stadt Harbin, Amur – Provinz, Vater Joseph Yue Fusheng zum Bischof ordiniert worden. Dies auf Anweisung der Religionsbehörden Chinas und gegen den Willen Roms.  Sieben Priester der Diözese Harbin waren entweder gleich dieser zweifelhaften Veranstaltung ferngeblieben oder hatten in der Folge ihre Ablehnung dieses staatlichen Eingriffes in kirchliche Angelegenheiten zum Ausdruck gebracht.  Kanonischem Recht entsprechend ist Joseph Yue Fusheng am 10. Juli 2012 exkommuniziert worden.

Die sieben „Protestanten“ (haha, da habt ihrs ! Auch Katholiken protestieren mal.) wurden nun von chinesischen Offiziellen dazu aufgefordert, die Autorität des „Bischofs“ von Harbin anzuerkennen. Innerhalb von drei Monaten sollten die zunächst einmal wegen „unzureichender Leistung“ aus ihren Gemeinden gedrängten Widerständler nun mit diesem Herrn Yue gemeinsam eine Messe feiern, um dessen Legitimität sichtbar zu bestätigen. Auch die Unterzeichnung eines Entschuldigungsschreibens an Herrn Yue Fusheng soll von ihnen gefordert worden sein. Einer von ihnen soll inzwischen umgeknickt sein und bei der Einweihung eines Kirchengebäudes in der Diözese mit Herrn Yue die Messe gefeiert haben. Sechs andere scheinen sich aber noch zu weigern. Sollten sie die Dreimonatsfrist für einen Kotau vor dem Staat verstreichen lassen, droht den Papst-treuen Priestern die Ausweisung aus der Amur-Provinz. Gerüchte wollen wissen, das mehrere von ihnen sich derzeit in den Wohnungen von Gläubigen verstecken sollen.

Die Diözese Harbin verfügt insgesamt über 37 Priester. Seit dem Bekanntwerden der Exkommunikation von Herrn Yue Fusheng sollen sich auch einige andere von ihnen sehr unwohl dabei fühlen, mit ihm gemeinsam die Messe zu zelebrieren. Auch die Zahl der Kirchenbesucher in der Herz-Jesu-Kirche von Harbin, die China gerne als „Kathedrale“ bezeichnet, soll auffällig zurückgegangen sein in den letzten Wochen. Gläubige sollen sich in „unregistrierte“ Hauskirchen geflüchtet haben. Ein Ende des Konfliktes ist derzeit nicht in Sicht.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE WIEDERHERSTELLUNG DER UNEINGESCHRÄNKTEN AUTORITÄT DER KIRCHEN ÜBER IHRE PERSONALPOLITIK IN CHINA. WAS HEUTE DEN KATHOLIKEN PASSIERT, PASSIERT (ODER LÄUFT SCHON) AUCH BEI BAPTISTEN O. A. KIRCHENBÜNDEN.

(Quelle: „uca news“ vom 26. Juli 2012)

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