Wider das passive Christentum

Vielleicht sehe ich es aus meinem individuellen Blickwinkel etwas sehr kritisch, aber als ich unlängst die Predigt eines Evangelisten aus Nordamerika hörte, da fielen mir einige eklatante Unterschiede zu den oftmals sehr „routinierten“ Sonntagsansprachen unserer deutschen Hirten auf.

Stift zu Kommentaren.

Kommentar

Wie gesagt: vielleicht geht es wirklich nur mir so, aber die Predigten von Verkündigern, die aus einer anderen Tradition stammen, ob aus Asien, Afrika oder Amerika sei hier einmal dahingestellt, haben doch teils deutlich andere Schwerpunkte als das leider teils so abgestumpfte Politgedudel, das sich in vielen Kirchen hierzulande als Predigt ausgibt. Nun will ich Ihnen, liebe Leser, gar nicht unterstellen, in eine solche Gemeinde zu gehen, wo das Wort Gottes schon nicht mehr als Richtschnur gilt, sondern die „Relevanz“ der Kirche oder ihre „Zeitgemäßheit“ im Mittelpunkt steht. Es gibt viele, viele Gemeinden und Pastoren in Deutschland, die eine gute Lehre unter ihre „Schafe“ bringen und sie mit schöner Regelmässigkeit dazu auffordern, ihren Glauben aktiv, bibelfest und fröhlich zu leben.

Aber selbst vor diesem Hintergrund beschleicht mich ab und zu das Gefühl, dass Prediger aus anderen Regionen doch mehr auf die Mitarbeit, auf das aktive Teilnehmen der Christen am Gemeinde- und Glaubensleben Wert legen. Einige Zeit lang habe ich viele Predigten von bekannten und weniger bekannten Pastoren, Evangelisten und Predigern aus den USA hören und erleben dürfen und der grundlegende Unterschied zu dem, was ich kannte, war immer der, dass die Christen hier (in den USA) in ihrer Individualität, aber auch ihrer Verantwortung ernster genommen wurden. Ihre ganz individuelle Verantwortung vor Gott wurde von diesen Frauen und Männern stärker betont und das „Mitarbeiten“ am Reich Gottes und die Lebendigkeit eines aktiven, wiedergeborenen Christen mehr in den Mittelpunkt gestellt. Dies immer gestützt auf das Bibelwort in 1. Korinther 3, 9: „Denn wir sind Gottes Mitarbeiter;….“. Dieses Wort wird hierzulande oft, weil wir eben keine „Werkgerechtigkeit“ mehr anstreben, möglicherweise etwas unterschätzt. In den USA, wo eine andere Mentalität vorherrscht, jedoch nicht. Vielleicht ist es auch die „Kirchensteuer-Sicherheit“ der großen Konfessionen, die dazu beiträgt, dass Pastoren, die fest angestellt, fast „verbeamtet“ sind, eben nicht so sehr auf die Mitarbeit der Gemeindeglieder angewiesen sind, wie Pastoren, die aus den Spenden und dem Zehnten ihr täglich Brot haben.

Ich weiss, dass viele von Ihnen, vor allem, wenn Sie aus konservativeren Gemeinden stammen, die Arbeit von VerkünderINNEN sehr skeptisch sehen. Dennoch will als Grundlage dieser scheinbar etwas anderen Einstellung der Christen in Amerika (und auch teils in Afrika !) einmal kurz die nicht unbekannte Verkünderin Joyce Meyer zitieren, die auf einer ihrer Konferenzen  vor einiger Zeit wortwörtlich sagte:

Die Herrlichkeit Gottes ist ein Mensch voller Leben !

und

Wir müssen tun, was WIR tun können, damit Gott tun kann, was NUR ER tun kann.

Da steckt bereits viel drin. Ein „Mensch voller Leben“ als Folge der Bekehrung, der Wiedergeburt, des Lebens mit Christus gilt Frau Meyer als Spiegelbild der Herrlichkeit unseres Schöpfers. Und unsere eigene, in Gott gegründete, Mitarbeit im Reich Gottes als Grundlage für große Dinge, für die Gott dann das uns Unmögliche, das „I-Tüpfelchen“ sozusagen, dazugibt. Wo wird dies in unseren Großkirchen noch gepredigt ? Wenn ich mir die Gesichter in manchem Gottesdienst meiner Stadt anschaue, scheinbar nirgendwo, denn Lebendigkeit ist etwas, das ich nur noch aus afrikanischen Gemeinden kenne, wo Gott so fröhlich und ungezwungen verherrlicht wird, dass deutsche Traditionschristen oft schon wieder die Nase rümpfen. Gleiches gilt für das tätige Christentum. Wir verwechseln allzuoft das „Um-uns-selbst-Rotieren“ innerhalb und außerhalb der Gemeinden mit wahrer Aktivität. Oder wir fallen gleich wieder in den sonntäglichen „Lehnstuhl“ zurück, wenn wir in der Kirche sind. Wir genießen die „performance“ der Musiker und des Pastors, aber das war´s dann auch schon wieder.
Nun weiss ich auch, dass ein Pastor mit Engelszungen predigen kann und es dennoch nichts bringt, wenn seine Worte auf „felsigen Boden“ fallen. Aber dies wäre schon wieder fast ein anderes Thema, also zurück zu den möglichen Unterschieden zwischen den USA und Deutschland.

Diese Geschichte mit der Kirchensteuer habe ich ja schon angedeutet. Viele, viele Namenschristen tragen im Verbund mit den staatlichen Finanzbehörden dazu bei, dass die Finanznot der Großkirchen noch nicht zum Bankrott derselben geführt hat. Diese vermeintliche „Sicherheit“ fürs Kirchenpersonal (, die aber mehr und mehr aufgrund der Finanzkrisen und schwindender Mitgliederzahlen im Schwinden begriffen ist) hat viele Jahre dazu geführt, dass sich ein gewisser „Trott“ in vielen Gemeinden eingeschlichen hat. Ja, die „hauptamtlichen“ Mitarbeiter werden schon die Arbeit erledigen und der Rest der Gemeinden kann sich gemütlich in der Kirchenbank zurücklehnen und die „Show“ geniessen. Da wird dann oft schon bei geringsten Veränderungen aufgeschrien. Sozusagen auf „hohem Niveau“ geheult, wenn mal zwei Gemeinden aus Kostengründen zusammengelegt werden müssen, während in Nigeria die Kirchen in die Luft fliegen und die Christen in Indien verprügelt und verhaftet werden.

In den USA hat es nie eine Kirchensteuer gegeben und die Gemeinden mussten immer zusehen, wie sie ihre Existenz und ihre darüber hinausgehenden Programme finanzierten. Daraus hat sich nicht nur ein vielfach seriöseres Finanzgebahren ergeben (von einigen, allerdings sehr bösen Ausnahmen abgesehen, zugegeben), sondern auch ein Bewusstsein, dass die Gemeinde einig sein muss sowie Lehre und Lehrer der Gemeinde verpflichtet sind.

Ein praktisches Beispiel zum Unterstreichen des Unterschieds in der Einstellung gibt es auch aus meiner Heimatstadt: Ein Freikirchen-Pastor mit Migrationshintergrund, der in meiner Stadt eine Gemeinde leitet, teilt sein Kirchengebäude mit einer Gemeinde der Landeskirche und hält deshalb regelmässig Gespräche und Konferenzen mit deren Pastorin ab. Er erklärte mir den Unterschied in der Mentalität einmal so:

Bei ihr (der EKD-Pastorin) denke ich, ist das Pastoralamt ein Beruf. Für mich ist es eine Berufung.

Besser hätte man es eigentlich gar nicht mehr zusammenfassen können. Was daraus u. a. folgt ist, dass der nicht „beamtete“ Kirchenmann seine Schafe viel mehr in die Pflicht zur Mitarbeit in der Gemeinde nehmen muss. Er allein kann sich kaum finanziell über Wasser halten und muss auf die freiwillige Mitarbeit von Gemeindemitgliedern bauen, wenn er über das seelsorgerisch-gottesdienstlich bedingte, absolute Minimum hinaus Programme und Dienste einrichten mag.

Soviel zum „technischen“ Verständnis. Aber wie sieht es auf „unserer“ Seite der Kanzel aus ? Wer sich Christ nennt, sogar „wiedergeboren“ oder ähnliches, aber dann in eine passive Beobachter-Rolle des Christengeschehens gerät, der sollte sich fragen, an welcher Stelle der Herr ihn „lebendig“ gemacht hat und vom Tod zum Leben geführt hat. Nein, ich gestehe, nicht jede Gemeindeaktivität, nicht jede Konferenz oder jeder Dienst ist ein geeignetes Feld für Ihre oder meine Mitarbeit. Nicht alles, was uns ein wohlwollender Pastor oder sonstiger „Schlüsselspieler“ in der Gemeinde anträgt, wird von Gott gesegnet werden oder auf unsere innere Bereitschaft treffen, es auszuführen. Da wird viel zu viel „um sich selbst rotiert“, viel zu oft auf  „Konferenzen“ oder gutgemeinten Veranstaltungen die Gemeinschaft beschworen, um sich gut zu fühlen. Allzu selten wird jedoch in der realen Welt dadurch etwas bewegt.  Nicht alle von den Dingen, die uns von Gemeinden „angeboten“ werden,  sollen wir auch nach dem Willen Gottes tun.

Die uns vom Herrn aufs Herz gelegten Dinge von denen zu unterscheiden, die nach dem Willen des Schöpfers andere tragen müssen, ist aber schon die höhere Kunst des Christenlebens. Da gehört schon ein etwas weniger oberflächliches Verständnis der Bibel und der möglichen Pläne Gottes für das eigene Leben dazu. Eine intensive Prüfung der eigenen Wünsche vor dem Wort Gottes und ein sensibles Unterscheiden unserer Wünsche vom Willen des Herrn sind schwer und dem wollen sich viele der passiven, „Lehnstuhlchristen“, die es bereits als echtes Opfer ansehen, sonntags in der Kirche aufzutauchen, gar nicht mehr aussetzen. Der Selbstprüfung und dem Abgleich mit dem, was man vom Wort Gottes bereits verstanden hat mit dem, was man an Optionen hat, für den Herrn aktiv zu werden, möchten diese „Gläubigen“ schon keine Zeit mehr opfern, geschweige denn, dass sie ihre Bequemlichkeiten und Selbstverständlichkeiten aufgeben mögen. Und glauben Sie mir, liebe Leser, ich zeige hier sicher nicht nur mit dem Finger auf andere. Auch meine eigene Faulheit wird hier verbal „ausgetrieben“ getreu dem Motto aller meiner Kommentare, dass ich auch und vor allem mir selbst predige.

Ans Ende stelle ich heute die Worte eines US-Predigers mit iranischen Wurzeln, mit Namen David Nasser. Dieser sagte in einer Gastpredigt in der „Willow-Creek“ Church vor einiger Zeit:

Christentum bedeutet NICHT, dass schlechte Menschen gut werden, sondern, dass TOTE MENSCHEN LEBENDIG werden !

In diesem Sinne: Bitte seien Sie lebendig. Seien Sie voller Freude über die Errettung durch den Christus, aber sehen Sie diese Freude nicht nur als Selbstzweck an, als Zustand in dem Sie sich permanent sonnen können, sondern als Anstoß, etwas zu bewegen ! In ihrer Gemeinde, ihrer Kirche in einem christlichen Dienst. Vielleicht in einem von denen, die der verfolgten Christenheit beistehen.

Ihr

Martin Clemens Kurz

P.S.: Auf die dringend gebotene Nachfrage, was wohl meine „Mini-Predigt“ hier mit den verfolgten Christen zu tun habe, eine ebenso kurze, wie eindeutige Antwort: der Erlöser hat MICH gerettet und lebendig gemacht. Er wies mich unmissverständlich auf die Nöte der verfolgten Kirchen hin und zeigte mir, dass diese in unseren deutschen Kirchen auf ein beschämend geringes Echo stoßen. Auch der Direktor von „open doors USA“, Carl Moeller, hat unlängst ähnliche Tendenzen in seinem Land angeprangert. Deshalb schreibe ich mir hier die Finger wund, in der Hoffnung, dass ER mir Leser schicken wird und auch Mitarbeiter in dieser Stadt, damit die Kirche ihr Gefühl der internationalen Solidarität miteinander deutlich sichtbar zurückgewinnt.

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9 Gedanken zu “Wider das passive Christentum

  1. Ja, die weltweite Christenverfolgung ist wahrlich eine himmelschreiende Not. Ich stimme Ihnen zu, das diese Thema viel zu wenig thematisiert wird. Ich denke ein wichtiger Grund, ist die Verführung, die auch bei uns Christen immer mehr um sich greift. Man denke da nur an diese Okkult-, Porno-, Psychologie- und Selbstverwirklichungswellen. Allein mit diesen Sachen, und noch anderen wie zerrütteten Familien, Arbeitslosigkeit, behaupten im Jobüberlebenskampf, etc. sind viele so beschäftigt, dass für unsere verfolgten Geschwister fast keine (Gebets- und Gedankenzeit) Zeit übrig bleibt. Ausser Gebet und Gnade Gottes habe ich keine Ideen, wie sich das auf absehbare Zeit in Deutschland und USA ändern kann.

    Nun zum eigentlichen Thema Ihres Artikels.
    Ich bin seit rund 6,5 Jahren gläubig und seit dem in 3 verschiedenen Gemeinden gewesen. (Der erste Wechsel erfolgte umzugsbedingt, während der zweite lehrbedingt war) Was mir auffiel, war, dass sich die Gemeinden ungefähr in rund 20% – 30% der Besucher aufteilen die viel machen, wie Lobpreis, Gebet, Hauskreis organisieren, Technik, Küche, Putzen, etc. während die restlichen 70% bis 80% die von Ihnen beschriebene Konsumhaltung einnehmen. Denen, die „nur Konsumieren“ gebe ich aber nicht die alleinige Schuld. Ich hatte oft den Eindruck, dass es Leuten, die aktiv dienen schwer fällt Dienste abzugeben. Diese machen so viel, dass sie fast schon ausbrennen, aber den Konsumenten, die gerne dienen wollen, geben sie keine Einstiegsmöglichkeit in Dienste, um die Last gleichmäßiger zu verteilen. Man möchte ja nicht überflüssig werden!

    So verfahren die Situation auch zu sein scheint. Ich sehe doch noch Potential, das einfach brach liegt. Vielleicht ist Ignoranz einfach menschlich. Währe die Situation nämlich umgekehrt, dass wir die geknechteten und verfolgten wären und die heute Verfolgten die freien und wohlhabenden. Würden diese sich mehr um uns kümmern, als wir uns heute um Sie? Verstehen sie mich nicht falsch. Ich will damit kein falsches Verhalten rechtfertigen. Wir sollten uns nur ehrlich eingestehen, dass der Mensch in seinem heutigen Zustand sündig ist und von Gott Erlösung und Veränderung braucht. Wenn Leute wie Sie, Hatune Dogan, Carl Moeller und meine Wenigkeit das aus eigener Kraft probieren, erreichen wir gar nichts ausser Frust und Bitterkeit.

    • Was mir auffiel, war, dass sich die Gemeinden ungefähr in rund 20% – 30% der Besucher aufteilen die viel machen, wie Lobpreis, Gebet, Hauskreis organisieren, Technik, Küche, Putzen, etc. während die restlichen 70% bis 80% die von Ihnen beschriebene Konsumhaltung einnehmen.

      Diese Zahlen würde ich aus meiner Beobachtung eher noch mehr in Richtung der Konsumenten erhöhen. Die wirklich „Aktiven“ für die Gemeinde sind meist nur ein kleines Häuflein. Wobei ich wieder deutlich unterschieden sehen möchte zwischen Leuten, die sich für die Gemeinde engagieren und solchen, die andere, gemeindeübergreifende Dienste tun. Von den Pastoren wird es oft nicht gerne gesehen, ja häufig sogar blockiert und boykottiert, wenn man bei christlichen Hilfswerken oder Diensten Zeit, Gebet und Geld investiert, die dann nicht direkt dem vielbeschworenen „Gemeindewachstum“ oder der Gemeinde-Entwicklung zu Gute kommen. Übrigens: auch das kleine Häuflein der Aktivisten ist immer in der Gefahr, überheblich und „elitär“ zu werden. Vor allem, wenn dies von geistlichen Leitern auch noch unterstützt wird, was ich zu meinem Bedauern auch schon selbst erlebt habe.

      ch hatte oft den Eindruck, dass es Leuten, die aktiv dienen schwer fällt Dienste abzugeben. Diese machen so viel, dass sie fast schon ausbrennen, aber den Konsumenten, die gerne dienen wollen, geben sie keine Einstiegsmöglichkeit in Dienste, um die Last gleichmäßiger zu verteilen. Man möchte ja nicht überflüssig werden!

      Diese Beobachtung kann ich nur voll und ganz bestätigen. Die „eigene Wichtigkeit“ in der gemeindlichen „Funktion“ (, die eben viele nicht mehr als „Dienst“ ansehen ! ,) könnte ja darunter leiden, wenn man Aufgaben delegiert. Ein aus dem Berufsleben bekanntes Phänomen, das nun aber gerade NICHT aus der Welt in unsere, christlichen Gemeinschaften getragen werden sollte. Ja, wir Menschen sind fehlerhaft, „sündig“ sozusagen, aber nicht jeder Fehler, der gemacht werden kann „muss“ auch gemacht werden. Es geht mehr darum, ob man in „Analyse“ und „Reaktion“ bereit ist, sich selbst (wie gesagt, ich predige in meinen Texten auch immer mir selbst, da ich weiss, wo meine Fehler liegen) zu ändern und sich „auf den richtigen Weg“ zu machen. Meine Hauptkritik an Gemeinden, Kirchenverbänden etc. liegt nun eben darin, dass sie sich der Analyse einiger Probleme verweigern und damit nicht bereit sind, ihnen Abhilfe zu schaffen. Das kennen wir doch alle: Wenn ich meinen Teppich nicht als „verkrümelt“ wahrnehme, werde ich auch nicht staubsaugen. So simpel ist das.

      Ich sehe doch noch Potential, das einfach brach liegt.

      Klar. Unsere Gemeinden haben noch große Probleme, alle Potentiale angemessen zu heben. Da liegen Sie richtig. Hier gilt wieder: alles Menschliche ist fehlerhaft. Auch nicht jeder Christ, der etwas einbringen kann, will das auch. Auch hier hat die Medaille wieder zwei Seiten. Meine Frage ist nun: Haben Sie Ideen, wie man im Bezug auf diese Potentiale und ihre „Nutzbarmachung“ Abhilfe schaffen kann ? Denn es kann uns ja nicht nur um eine Zustandsbeschreibung gehen, sondern auch darum, sich auf den Weg zur Besserung und Abhilfe zu machen. Da greift wieder mein Argument von den US-Christen, in deren älterer Generation zumindest (bei den Jüngeren weiss ich es nicht mehr aus eigener Anschauung zu sagen) noch der anpackende, problemlösende „Pioniergeist“ zu erkennen ist, der uns hierzulande leider oftmals fehlt. Wir Deutschen sind es so aus „der Welt“ gewohnt, Dinge schon im Voraus als gescheitert anzusehen, dass wir gar nicht mehr versuchen, sie in Gang zu bringen. Ich persönlich nenne das auch gerne einen „ungesunden Fatalismus“, der viel von dem „Potential“, das Sie zurecht ansprechen, unterdrückt. „Es könnte ja schief gehen.“

      Vielleicht ist Ignoranz einfach menschlich.

      Das klingt mir zu resignativ. Da hat der Fatalismus schon einen Fuss in der Tür, so richtig diese Beobachtung auch sein mag. „Einfach menschlich“ kann mit Gottvertrauen und im Einklang mit Gottes Willen in „einfach großartig“ oder „einfach wunderbar“ verändert werden. Nein, wie ich schon in diversen Kommentaren und Beiträgen hier im Blog geschrieben habe: ich erwarte im Zusammenhang mit der Beschäftigung mit der weltweiten Christenverfolgung keine „Wunder“. Vielleicht begrenze ich damit die „große Vision“, die möglich wäre, wer weiß. Aber die „kleinen Schritte hin zu einem Bewusstseinswandel“, der dann nachhaltig ist, sollten möglich und machbar sein. Wie ich mal geschrieben habe: sich informieren, andere „anstecken“, regelmässig Beten, christliche Hilfswerke wie den „HMK e. V.“, „Schwester Hatune“, den „AVC“ oder „open doors“ zu unterstützen (das muss nicht immer nur durch Geld sein), damit dauerhaft und regelmässig in unseren Gemeinden der verfolgten Kirchen gedacht wird, das ist nicht zuviel verlangt und darauf kann, sollte und muss man hinarbeiten dürfen.

      Währe die Situation nämlich umgekehrt, dass wir die geknechteten und verfolgten wären und die heute Verfolgten die freien und wohlhabenden. Würden diese sich mehr um uns kümmern, als wir uns heute um Sie?

      Wir wissen es nicht und die Frage ist, seien Sie nicht böse, auch müßig. Die Situation ist, wie sie ist und sie kommt auch zu uns. Früher oder später. Wenn dann die Christen in Afrika, Asien etc. nicht mehr da sind, dann ist niemand mehr da, der für uns beten KÖNNTE, wenn die „Gottlosen“ (sorry fürs harte Wort, ist aber biblisch) uns bedrängen und unterdrücken werden (oder unsere Kinder und Kindeskinder, je nachdem wie lange es dauern wird, bis aus Diskriminierung von Christen auch hierzulande Verfolgung werden wird).Denken wir an den Spruch von Martin Niemöller und wandeln wir ihn zeitgerecht um:
      „…und als sie die Christen in Nahost ausgerottet haben, da haben wir geschwiegen. Wir waren ja keine Araber. Als sie dann zu uns kamen, war niemand mehr da, der noch hätte protestieren können.“
      Um Ausreden sind wir wohl nie verlegen, gell ? 🙂

      Wir sollten uns nur ehrlich eingestehen, dass der Mensch in seinem heutigen Zustand sündig ist und von Gott Erlösung und Veränderung braucht. Wenn Leute wie Sie, Hatune Dogan, Carl Moeller und meine Wenigkeit das aus eigener Kraft probieren, erreichen wir gar nichts ausser Frust und Bitterkeit.

      Nicht böse sein, wenn ich schon wieder korrigieren muss. Ohne für die Mitarbeiter von „open doors“ oder für Schwester Hatune sprechen zu können oder zu wollen, so spreche ich wenigstens für mich selbst wenn ich sage, dass ich mir meiner Beziehung zu Gott, meiner eigenen Fehlerhaftigkeit als Geschöpf und dem, was Gott mir aufs Herz gelegt hat, sehr wohl bewusst bin. Aus wessen Kraft heraus ich lebe und tue, was getan werden muss, ist mir sehr wohl vertraut und gegenwärtig, auch wenn ab und an mal am Rande des Sichtfeldes die Bitterkeit lauert. Wer hat Ihnen „offenbart“ (hüstel), dass Moeller oder Hatune „aus eigener Kraft“ handeln würden ? Diese Frage steht für mich irgendwie im Raum.

      Noch einmal: Fatalismus und Resignation als „schleichende Gifte“ zur Begründung unserer Untätigkeit (in vielen Bereichen, nicht nur der Verfolgung) in unseren Kirchen sind zutiefst unbiblisch. Gott macht lebendig und er weckt in seinen Nachfolgern den Wunsch, ihm zu dienen. Wenn dann, wie Sie völlig richtig bemerkt haben, Gemeinden und Kirchen die Potentiale ihrer Schäfchen nicht zu heben fähig sind, dann müssen wir uns eben dran machen, zu ergründen, warum das so ist, anstatt alles pauschal auf die „Sündhaftigkeit“ des Menschen zu schieben und uns wieder gemütlich dem „Tagesgeschäft“ zuzuwenden. Sünde „ist ein Grund, aber keine Ausrede.“, wie ein Taufbruder von mir immer gerne in seiner geistlich klaren, aber kurzangebundenen Art zu sagen pflegte. Wenn´s danach ginge, dann hätte der Christus nicht zu kommen brauchen. Gut, dass Gott da eine andere Perspektive hatte und trotz (und wegen !) unserer Sündhaftigkeit den Sohn schickte. Gott handelte, wo Menschen untätig waren und sind. An IHM sollten wir uns orientieren und nicht an unseren Fehlern, auch wenn es nie schadet, sich ihrer bewusst zu sein. Womit ich wieder beim „passiven Christentum“ angelangt wäre.

  2. Ich kann Leonidas zum Teil zustimmen. Ein praktisches Beispiel Kirchenchor. Im hiesigen Kirchenchor haben sich Klübchen gebildet, die jeden Neuling letztlich zwar nicht verbissen haben, so doch keine Herzlichkeit aufgebracht haben, diese willkommen zu heißen. Folge: Der Kirchenchor ist hoffnungslos überaltert und wird demnächst seinen Dienst einstellen müssen. Nachfolger? Fehlanzeige.

    Die Kernfrage bei alledem ist, ob die Problematik der Christenverfolgung in den hiesigen Kirchen überhaupt thematisiert werden soll. Ich bezweifle dies zunehmend aus folgendem sich mir erschließendem Grund: Wäre nur der Kommunismus als Christenverfolger aufgetreten, wäre es den Kirchen leichter, diesen als Ursache zu nennen und auch entsprechend zu agieren, weil dem Kommunismus in der Regel der Atheismus zugrunde liegt, gegen den als Religion es ein Leichtes ist, diesem Intoleranz und Unterdrückung vorzuwerfen. Nun ist es neben dem Kommunismus insbesondere der Islam, der sich fataler Weise ebenfalls als Erfüller der Prophezeiung Jesu seit Jahrhunderten ans Werk macht, Christen und Juden schlechter zu stellen bis hin zur Tötung, die man durchführt, „um Gott einen Gefallen zu tun“. Da der Islam eine Religion, also dem Atheismus abhold ist und dieser nicht als Begründung einer weltlichen Ideologie dienen kann, so hält man sich doch lieber insgesamt bedeckt und die christliche Wahrheit erleidet dadurch Schaden. Weil man sich in die theologische Bedrouille gebracht hat, zu behaupten, denselben Gott anzubeten, würde man ja dem Islam wohl oder übel auf die Füße treten müssen. Das muss tunlichst vermieden werden. Somit arrangiert man sich (die Floskel „man“ brauche ich höchst ungern) mit einer Religonsideologie, die sowohl den Kirchen als auch den Dreifaltigkeitschristen feindlich gegenübersteht, zumindest in Ländern, in denen der Islam herrscht. In Ländern, in denen der Islam noch in der Minderheit befindlich ist, lässt Kirche/Christenheit sich zu gern von Taqiya einlullen. Man hofft doch tatsächlich, hier einen Euro-Islam nach christlicher Prägung schaffen zu können. Das jedoch wird misslingen, da sich der Islam gern bei Bedarf auf seine Wurzeln, auf sein Fundament (Koran, Hadithen, Sunna) besinnt mit allen üblichen, aber auch bekannten Negativfolgen. In diesen Kontext gestellt hat die Vorkommentatorin wohl ihren Satz

    „…Vielleicht ist Ignoranz einfach menschlich.“

    gemeint.

    Auf Kath.net kam heute ein Artikel einer Predigt, die Kardinal Newman vor so langer Zeit gehalten hat, die mir als sündigem Menschen sehr weise und vor allem noch heute realistisch vorkam, so realistisch, dass sie hätte heute gehalten werden können außer einem Punkt, heute hätte er Söhne „und Töchter“ gesagt, aber vielleicht meinte er damals schon auch die Kirchenleitungen, wie ich annehme:

    Birmingham (kath.net) John Henry Kardinal Newman (1801-1890) predigte einst über Unkraut und Weizen in der Kirche.

    „Es gibt in der Kirche Skandale, tadelswerte und beschämende Vorkommnisse; kein Katholik kann das leugnen. Die Kirche hat sich immer dem Vorwurf und der Schande ausgesetzt, Mutter unwürdiger Söhne zu sein. Sie hat gute Kinder, und weitaus mehr solche, die schlecht sind… Gott hätte eine Kirche gründen können, die rein ist; er hat jedoch vorhergesagt, dass das vom Feind gesäte Unkraut zusammen mit dem Weizen wachsen werde bis zur Ernte am Ende der Welt. Er sagte, dass seine Kirche einem Fischernetz gleiche, in dem sich „Fische aller Art“ befinden, die aber erst am Abend sortiert werden (Mt 13,47f). Und er ging noch weiter und erklärte, dass es weitaus mehr Schlechte und Unvollkommene als Gute geben würde. „Viele sich gerufen“, so sagte er, „aber wenige auserwählt“ (Mt 22,14), und sein Apostel verkündet, dass es einen Rest gibt, der aus „Gnade erwählt ist“ (Röm 11,5). Es gibt also in der Geschichte und im Leben der Katholiken unaufhörlich eine Menge Dinge, die dem Widerspruchsgeist in die Hände arbeiten…

    Wir lassen aber den Kopf nicht vor Scham sinken und verbergen unser Gesicht nicht in den Händen, sondern erheben Gesicht und Hände zu unserem Erlöser „Wie die Augen der Knechte auf die Hand ihres Herrn…, so schauen unsere Augen auf den Herrn, unseren Gott, bis er uns gnädig ist“ (Ps 123,2). Wir wenden uns an dich, gerechter Richter, denn du schaust auf uns. Wir machen uns nichts aus Menschen, solange wir dich haben… solange du uns, wenn wir versammelt sind, gegenwärtig bist, und wir dein Zeugnis und deine Zustimmung in unseren Herzen tragen.“

    Sel. John Henry Newman (1801-1890), Theologe und Kardinal, Gründer eines Oratoriums in England. Aus: Predigten zu verschiedenen Anlässen, Nr. 9, 2.6

    Ich denke, dass dieser Predigtteil höchst aktuell auch die Situation der Kirchen spiegelt, gerade heute noch. Vielleicht erwarten wir von den Christen und Kirchenleitungen einfach zuviel. Sie sind zum großen Teil „Selbstfixiert“ und weniger „Christusfixiert“ Das ist das Dilemma aller chrstlichen Gemeinden, auch der Kirchen. Diese haben sich leider vermehrt verbeamtet. Und Beamte können nur „Mitleid“ und direkte Ansprache erhalten, siehe Jesu Ansprache an Zachäus, den Zöllner. Beamte denken wohl zu kleingeistig, zu Lobbybezogen, zu ichbezogen, zu sehr nach Regeln wie die Pharisäer und sehen vor lauter Vorschriften (vergleichbar mit Bäumen) Jesus und seine Heiligkeit (vergleichbar mit dem Wald) nicht mehr.

    • Sie sind zum großen Teil “Selbstfixiert” und weniger “Christusfixiert” Das ist das Dilemma aller chrstlichen Gemeinden, auch der Kirchen. Diese haben sich leider vermehrt verbeamtet. Und Beamte können nur “Mitleid” und direkte Ansprache erhalten, siehe Jesu Ansprache an Zachäus, den Zöllner. Beamte denken wohl zu kleingeistig, zu Lobbybezogen, zu ichbezogen, zu sehr nach Regeln wie die Pharisäer und sehen vor lauter Vorschriften (vergleichbar mit Bäumen) Jesus und seine Heiligkeit (vergleichbar mit dem Wald) nicht mehr.

      Die „Verbeamtung“, das Dominieren von Tradition, Trott und „Schubladendenken“ auch in den Kirchen ist wohl tatsächlich ein Hindernis für klare Erkenntnis und auf festem Gottvertrauen ausgerichtetes, in froher Botschaft gegründetes Handeln. Ja, viel Kreativität und Engagement geht in unseren Gemeinden verloren, darauf habe ich in meiner ersten Antwort auf diesem Thread schon hingewiesen. Wenn sich „Grüppchen“ in Gemeinden bilden, die nur darauf aus sind, andere Gläubige „draußen“ zu halten, dann hat der Feind bereits einen gewaltigen Hebel, mit dem er den Fluss des Segens umlenkt und von den Gläubigen fort führt. Habe ich gesehen, in mehr als einem Land und mehr als einer Gemeinde, hab ich angesprochen und bekämpft. Werde ich weiter tun, egal wie oft mir „gutmeinende“ (??? man vergebe mir meine Zweifel, ich denke, hier beruhigen viele nur ihr eigenes, schlechtes Gewissen) Mitchristen mitteilen, dass „keine Gemeinde perfekt ist“ und „alles Menschenwerk fehlerhaft“ und „alle Menschen Sünder“ sind. Nicht böse sein, Leute, aber aus alldem kann ich nicht ableiten, dass man deshalb brav schweigen, jeden Fehler abnicken und vor Vergebung (, um die ja nie jemand gebeten hat ! „Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet !“) triefend jeder Art von Unwesen in den Kirchen freien Lauf lassen soll. Wenn ich wegschaue, während Homo-Pastoren ihre Lebenspartner ins Pfarrhaus mitnehmen, wenn ich wegschaue, wenn auf Kirchentagen das apostolische Glaubensbekenntnis mit Füßen getreten wird, wenn ich wegschaue, während man die Bibel immer mehr „interpretativ“ aufzuweichen versucht oder auch wegschaue, wenn Christen, die die Bibel noch ernst nehmen, aus unseren Gemeinden gemobbt werden, dann kann ich auch wegschauen, wenn in Nigeria die Bomben in den Kirchen hochgehen oder in China wieder eine Gemeinde mit Knüppeln auseinandergetrieben wird. Dann wird das „Wegschauen“ zur hohen Kunst der Ignoranz erhoben. Ich befürchte, viele, die sich gerne auf die Argumente von der „unauslöschlichen“ Sündhaftigkeit (oder sagen wir etwas weniger moralisch beladen: Fehlerhaftigkeit) des Menschen argumentativ stützen, wollen wohl vor allem ihr eigenes Versagen vor Gott und ihre eigenen Fehler mit der „Gnade“ des Wegschauens überdeckt sehen. Wer Gott, nur weil Er unsere „vergangenen (!)“ Sünden so weit von uns wirft, dass Er selbst nicht mehr hinschauen will, nun unterstellt, Er sähe auch unsere noch laufenden Irrungen und Wirrungen nicht mehr, der hat ein „sanftes Ruhekissen“ und kann im Prinzip tun und lassen, was er will. Generalabsolution für alle und alles als letzte Konsequenz ? Nein, das kann es nicht sein. Das ist es auch nicht.
      Eben wer sich selbst genau kennt, seinen Weg mit Gott aufmerksam beobachtet hat, der sieht sowohl Versagen wie Siege, sowohl Triumphe im Glauben und Gottvertrauen, wie auch übelste Kaltherzigkeit und Abstürze in das Verhalten des „alten Menschen“. Das Versagen mit Gnade und Barmherzigkeit zugedeckt sehen zu wollen funktioniert aber nur, wenn man es überhaupt erkennt und im Sinne des „klopfet an, so wird euch aufgetan“ die Vergebung erbittet. „Pauschal-Absolutions-Deckeln“ unter der Überschrift „jeder Mensch ist fehlerhaft“ erteile ich also insofern eine Absage, dass darin der Weg fort von individueller Verantwortung führt. „Wenn ich fehlerhaft bin, dann habe ich ja keine andere Wahl gehabt, als … (setzen wir hier ein, was immer uns gerade gut passt).“ Hinter solchen, beruhigenden Phrasen verstecken sich mehr Faulheit und mehr Unbarmherzigkeit, als hinter scheinbarem „Eifer“ oder „sinnloser Selbstkritik“.
      Zurück zu den Kirchen: Wenn ich von Vornherein davon ausgehe, dass meine Gemeinde in weiten Teilen „gottlos“, „bibelfern“, kaltherzig und ignorant gegenüber dem Leid von verfolgten Mitchristen in der Welt ist, dann stellt sich die entscheidende Frage, warum ich ein Teil davon sein will. Wenn ich jedoch davon ausgehe, dass meine Gemeinde (Kirche, Versammlung, nennt es, wie es eurer Tradition entspricht, ich bin da völlig leidenschaftslos in dieser Hinsicht) zwar fehlerhaft, weil mit Menschen gefüllt, ist, aber sich wenigstens nach dem Vorbilde Gottes, nach dem Christus ausstreckt und darum ringt, Ihm zu folgen und dabei sowohl individuell besser zu werden, als auch in der Gesamtheit, Seinen Willen besser zu tun, dann bin ich doch gerne mit dabei.
      Und einzig und allein darum geht es mir. Bei allem Versagen, dass wir auf diesem Weg noch erleben werden und bei aller Traurigkeit, die dieses in uns auslösen wird, so wünsche ich mir schlicht und ergreifend, dass sich einzelne Gläubige ebenso wie Gemeinden, Kirchen, Verbände etc. wenigstens (am besten biblisch fundiert und nicht so übel verwässert und verweltlicht, man verzeihe mir diese notwendige Anmerkung) nach der Perfektion, die Christus ist und Christus heisst, ausstrecken. Ihren nach Paulus „Wettlauf“ erfolgreich starten und führen. Da fehlt´s vielen am Willen dazu. Und das darf man offen aufzeigen und auch anprangern. Ich gebe mich mit meinen eigenen Fehlern nicht zufrieden, so sehr ich auch weiss, dass sie mir vergeben sind, wenn ich sie bekenne, und so werde ich mich auch mit den Fehlern der Kirchen nicht zufriedengeben, weil sie, wenn niemand den Finger auf die Wunde legt und dem Kaiser sagt, dass er nackt ist, auch nicht eingesehen werden und zur Bitte um Vergebung und Korrektur führen können.
      Würde ich das anders sehen, könnte ich diesen Blog zumachen, weil mir „exzellente“ Theologen ja bewiesen haben, dass es gar nicht anders ginge, ob der Sünden dieser Welt. Glücklicherweise bin ich nicht den Menschen, sondern dem, der mir dies Anliegen aufs Herz legte, verpflichtet. Und solange Er mich arbeiten lässt, gibt es keinen Kompromiss mit der Sünde. Nicht mit meiner eigenen und nicht mit der der Gemeinden. Man kann sich auch „in Liebe“ streiten. Nur eben „in Liebe“ alles zuzudecken, weil die Erkenntnis schmerzhaft wäre, erscheint mir doch verheuchelt. Fatal.
      Aber das wollte ja wohl keiner der Kommentatoren andeuten, denke ich, oder ?

      • Da fällt mir auch noch ein nettes, in allen Kirchen gängiges, Alltagswort ein: „Hasse die Sünde, nicht den Sünder“.
        Gefällt mir immer gut. Eindeutig, in seiner Ablehnung der Sünde und deren Zurückweisung, aber auch liebevoll in der Annahme der (reuigen) Sünder.
        In beiden Satzteilen also eine unbestreitbar gute Lehre. In der Kombination ein christliches „Muss“.

  3. Selbstverständlich möchte wohl keiner der Kommentatoren, am wenigsten der Blogbetreiber, so auch meine WEnigkeit die Fehler weder der Kirchen noch der Christenheit noch des einzelnen Christen mit dem Mäntelchen des Vergebens zudecken. Das Ideal, welches uns Christus selbst aufgetragen hat, sollte zumindest als Maßstab des Zieles vor Augen bleiben. Und somit sind wir, seien wir noch so alt, bis zuletzt immer auf dem Weg, d. h. in Bewegung. Und zu dieser Bewegung gehören somit sowohl Fehler, als auch auch das „Bessermachenwollen“, nicht in den Fehlern verhaftet beiben wollen.

    Aber in Bezug auf die Anprangerung der Verfolgung von Mitchristen in noch fernen Ländern, die durch linke Globalisierung jedoch immer näher kommen und die uns mit den Problemen, die diese haben, uns immer mehr auf die Pelle rücken, setzt es wohl zunächst ein Bewusstsein voraus, eine Erkenntnis voraus, eine Ursachenforschung voraus, die jedoch nicht nur von den Kirchenleitungen, sondern auch vom Staat selbst und auch von einigen Menschenrechtsorganisationen wie AI bewusst oder einfach nur aus Dummheit betrieben wird. Selbst die christlichen Menschenrechtswerke weisen zwar auf die Christenverfolgungen in islamischen Ländern hin. Jedoch kommt auch dort der Islam selbst meistens recht gut weg. Er wird dort selten als Ursache benannt aus durchaus verständlichen Gründen. Hinzu kommt das Dauertaqiya der islamischen Schönredner als letztes Glied der Kette des Schweigens und Vertuschens. Da hat sich also gerade in dieser Frage eine künstliche harte Kruste auf die darunter schwärende Wunde, mitverursacht insbesondere durch die Religionsideologie Islam, die wohl nicht zu kritischer Selbstkritik und -hinterfragung und zu Bildung von eigenem Schuldbewusstsein in der Lage und von Religions wegen fähig ist, gebildet und diese Kruste von Lügen, von Verdrängung, von Schönrednerei und von maßloser Selbstunterschätzung von religiösen Absolutheitsansprüchen garniert mit Machtwillen, selbst mit Gewalt durchsetzbar, will erst durchbrochen werden.

    Während „normale“ Fehler da keine Deckung bieten und diese sofort erkannt und auch hier und da in christlicher Selbstdisziplin bekämpft. ja, sogar erfolgreich bekämpft werden (können), hat die Wahrnehmung und die Bekämpfung der Christenverfolgung zunächst einmal damit zu kämpfen, dass sie überhaupt in das Raster verfehlter Religionsgesetze gefallen ist und noch heute fällt. Vielleicht trägt auch die Verkündigung Christi der Feindesliebe dazu bei (Betet für die, die Euch verfolgen, tut Gutes denen, die Euch hassen) , den Schönrednern des Islam nicht zu widersprechen im Sinne dieser jesuanischen Aufforderung. Wäre immerhin möglich und sollte nicht ganz außer Acht gelassen werden.

    Die Kirchen weigern sich offensichtlich vehement trotz aller Widrigkeiten, trotz aller negativen Erkenntnisse in dieser Frage im Islam ein (neues) Feindbild aufbauen zu wollen.

    Nun will ich nicht die Kirchen verteidigen. Aber ich gebe zu bedenken: Was wäre, wenn der Papst oder auch die Führer der verfolgten Kirchen selbst, z. B. die Kopten in Ägpypten, öffentlich den Islam als Ursache des Christenverfolgung in diesem Land verkünden würden? Die Zitierung des Manuel II-Zitats in Regensburg (Was hat Mohammed denn Neues gebracht, als…) hat ja schon Tote gefordert. Sie stecken nämlich letztlich in derselben Klemme wie seinerzeit Pius XII, der sich leider nicht öffentlich bwz. nicht genug gegen Nazis in Sachen Judenverfolgung ausgesprochen hat, viel jedoch unter der Hand für Juden getan hat. Wer Gegner hat, die Gewalt gegen Andersdenkende legitimieren, sind ein unberechenbarer, ein Gegner, der so wie deren Gott willkürlich reagieren kann, je nach jeweiligem Entscheidungsträger.

    Selbst die Koptenführer in Ägypten besuchen selbst Islamisten, die ja jetzt an der Macht sind und z. B. in Syrien an die Macht kommen werden. Verraten sie auch Jesus, indem sie diesen geistigen Schlächtern die Hand reichen, letztlich um ein gutes Zusammenleben überhaupt in Erwägung ziehen zu lassen trotz täglicher Verfolgung durch Islamisten, durch Muslime, durch hassgeifernde Imame in Moscheen, letztlich durch islamische Verfolgungsgesetze, die Gewalt gegen sie legitimieren?

    Wir auf den Blogs können immer und immer wieder den Islam als Ursache öffentlich – meist feige wie ich auch unter Nicknamen – verbergen und wir tun Recht damit, weil die Wahrheit nicht länger verschwiegen werden darf. Wir sind die Finger, die dem Islam die Hölle heiß machen müssen. Aber Kirchenleiter und -führer, die genauso handeln würden wie wir, würden m. E. möglicherweise einen Krieg ungeheueren Ausmaßes anzetteln. Und davor schrecken sie – vielleicht zu Recht – zurück!? Sie haben nämlich mehr moralischen Einfluss als der einzelne Christ. Die andere Frage muss somit lauten: Soll die Wahrheit der Liebe weichen? Auf Dauer nicht.

    Diese sich selbst kreierte und von anderen honigmäßig verschmiert zugelassene (nur weil Gewaltaffinität des Islam deren Geheimrezept ist, welches diese hat zustande kommen lassen) Schutzkruste gilt es langsam, aber sicher, abzutragen in kleinen und kleinsten Schritten, um zum Kern des Problems, nämlich der schwärenden Wunde der Christen- und Menschenverfolgung überhaupt vordringen zu können.

    Diese Erkenntnis muss erst einmal angenommen werden, um zum Erfolg, der nur sukzessive erfolgen kann, führen zu können und Früchte tragen zu können.

    Wie gesagt, ich will die Kirche nicht verteidigen. DAs ist ihre Schwäche. Hat aber Christus uns nicht gerade mit seinem Gebot diese Schwäche als Stärke verkündet? Handeln die Kirchen somit richtig, jesuanischer als wir möglicherweise denken?

    Die einzelne Gemeinde ist m. E. nicht freizusprechen, weil sie zumindest sonntäglich eine Fürbitte für die verfolgten Mitchristen beten könnte als Mindestmaßnahme. Sie müsste den Islam als solches in dieser Fürbitte nicht einmal als Ursache benennen. Das ist ein echter Mangel, aber auch die Verweigerung, sich objektiv mit dem Islam auseinander zu setzen. Da liegt die Sünde. Dabei müsste ja nicht ein gutes VErhältnis in der Praxis zur nächsten Moscheegemeinde aufs Spiel gesetzt werden. Aber das vorurteilslose Gebet für verfolgte Menschen sollte möglich sein. Das ist der Fehler, den ich den Kirchen auch jetzt ankreide. Ob sie den Islam öffentlich als Verursacher dieses Leid benennen sollten, wage ich zu bezweifeln. Es kommt somit auf die Wahl der Mittel an. Ich wäre schon zufrieden, wenn dieses Anliegen als DAuerbrenner in den Kirchengemeinden und Christengemeinden in den Gebeten verinnerlicht werden würde.

    Zudem könnte gebetet werden a) zum Heiligen Geist, der alle Fanatiker jeglicher Religionen und Ideologien in Jesu Sinne lenken möge und b) die Liebe und die Ablehnung von Gewalt in jeglicher Form in alle Religionen der Welt als oberstes Gebot einführen möge. Das wäre u. a. auch für den Hindusmus zutreffend, der durch sein ungerechtes Kastenwesen selbst in den eigenen Reihen für Lieblosigkeit, Ausgrenzung und zumindest für geistige VErgewaltigung sorgt.

    Es gilt somit zu differenzieren. Aber der Weg dahin ist steinig, schwer und mühsam, halt der schmale Weg des Neuen Testaments.

    • Hab leider gerade nicht die Zeit, auf jeden Aspekt dieses Kommentars einzugehen, aber das Thema „unterdrückte Kirchen in islamischen Ländern“ treibt mich auch viel um. Ich versuche, mit Kritik an deren oftmals sehr, sehr vorsichtigen Art, sich zu laufenden Entwicklungen in ihren Ländern zu äußern, sehr, sehr sparsam umzugehen. Viel von der Kritik am angeblich „leisetreterischen“ Verhalten von Patriarchen, Bischöfen aus der Nahost-Region, Pakistan usw. habe ich in den letzten Wochen gar nicht weitergegeben an die Leser dieses Blogs. Schon deshalb, weil ich der Meinung bin, dass es uns vielleicht gar nicht ansteht, die Überlebensstrategien der Minderheitenkirchen des Libanon, Syriens oder Ägyptens (nur als Beispiele genannt) zu kritisieren. Finde ich es begrüßenswert, wenn sich koptische Geistliche mit einem salafistischen Hassprediger und schlimmen, schlimmen Teufelsjünger wie Jasser Al-Borhammi (erinnern Sie sich, das ist der mit der „Fahrt keine Priester in die Kirche“ -Fatwa) treffen, um ihr Dhimmitum demonstrativ zu beweisen ? Nein. Aber hätten sie eine andere Wahl, wenn sie auch nur den Hauch einer Chance haben wollen, dass ein paar Kopten die kommenden Jahren im Lande selbst überleben werden ? Das weiss ich nicht und bin deshalb mit der vielen Kritik, die auch mir zu Ohren kommt, sehr, sehr vorsichtig.
      Nein, den Status der „Märtyrerkirche“ werden die Kopten so oder so nicht loswerden. Ob sie sich nun an die Salafisten und Muslimbrüder annähern und damit einen Sinn für Realität beweisen oder in Frontalopposition im besten Märtyrergeist gehen werden: am Ende kann nur der Herr selbst entscheiden was aus ihnen und ihrem Land werden wird. Wenn es zum Untergang verurteilt ist, weil zuviel Sünde (=Islam) darin ist, dann wird es kommen, wie es in die Pläne Gottes passt.
      Nein, die Kirchen vor Ort mag ich nicht gar so hart anpacken, weil ich mir vielleicht ja die Rahmenbedingungen, in denen sie existieren und überleben müssen, gar nicht so recht vorstellen kann. Die Kirchen hierzulande, die kann man aber verbal ganz anders anpacken und auch angreifen, weil wir deren Rahmenbedigungen genau kennen, denn wir leben ja auch selbst darin. Dieses permanente Verstecken hinter zwei „Schutzschilden der Igoranz“ namens:
      1. ) „Islam ist eine Religion. Religionen darf man nicht kritisieren.“ und
      2. ) „Liebet Eure Feinde, betet für die, die euch verfolgen…“
      ist schlicht und ergreifend Feigheit. Vorauseilender Gehorsam gegenüber einem „Multi-Kulti-wir-haben-alle-nur-einen-Gott“-Synkretismus, den ich nicht akzeptieren kann und will.
      Ja, wir wissen, dass der Islam sich als Religion geriert, aber in Wirklichkeit eine politische Ideologie mit religiösem Gewand und juristischem Unterkleid (Scharia) ist. Gegen zwei dieser drei Elemente dürfen wir uns aussprechen und auch das dritte eingrenzen, wo es mit Prinzipien der Menschenrechte, Menschenwürde und erprobten Zivilisation kollidiert.
      Und das „Beten für die, die mich verfolgen“ ist kein Problem. Das tun nur viele Christen im Lande gar nicht. Weil sie die Verfolgung gar nicht erkennen wollen. Wenn ich wirklich für die Verfolger bete, dann muss ich ja ausdifferenzieren, was sie tun und warum sie es tun. Dazu ist aber eine Analysefähigkeit nötig, zu der viele Christen hierzulande nicht mehr fähig oder willens sind. Außerdem muss ich den Vater im Himmel im Gebet bitten können, die Verfolger von ihrem Hass und auch ihrem Unglauben zu befreien. Na, ich möchte mal die Bischöfin Käßmann oder ähnliche Synkretistismus-Konsorten des „interreligiösen Dialogs“ sehen, wie sie für die Befreiung der Muslime vom Islam beten. Das wäre ein Tag, an dem der Herr mich sofort zu sich rufen könnte, denn dann könnte es auf Erden nicht mehr besser kommen. 🙂
      Wenn ich nun aus der „Feindesliebe“ ableite, dass ich nicht nur für die Rettung ihrer unsterblichen Seelen beten soll aus Liebe, sondern ihren Hass und ihren Teufelskult anerkennen soll, dann sehe ich das durch Jesu Worte nicht mehr als gedeckt an und somit als kirchliche Interpretation, der ich aus Gewissensgründen nicht folgen kann und werde. Den „Feind“ (nein nicht den geistlichen, den hasse ich mit Inbrunst, sondern den menschlichen) als Person zwar aus Liebe befreit sehen zu wollen, dessen Ideologie und Motive aber entschieden abzulehnen, das ist die hohe Kunst der Christentums, zu der man sich im von „Fast-Food-Religiosität“ angesteckten Kirchen-Deutschland nicht mehr aufschwingen will. Das schadet der Sache der Verfolgten nachhaltig. Ich erlebe es Woche für Woche von neuem.

  4. Kleiner Nachtrag um Nachtrag: „…Da fällt mir auch noch ein nettes, in allen Kirchen gängiges, Alltagswort ein: “Hasse die Sünde, nicht den Sünder”.

    Ja, und genau das ist richtig. Aber geht die Liebe oder die Toleranz oder aber der „Nichthass“ zum Sünder soweit, dass es verboten ist, diesem Sünder die begangenen Sünden vor Augen zu führen, die dieser, wenn dies geschehen würde, niemals als seine Sünden annehmen würde, weil dieser Sünder sich immer im von seinem Gott geschaffenen sündlosen Recht wähnt, obwohl er objektiv im Unrecht ist? Somit kann die „Reue“ bei diesem Sünder (Islam) überhaupt nicht stattfinden, weil dieser Sünder nach anderen Regeln lebt. Ein Dilemma. Wie gesagt, der Heilige Geist müsste hier noch sehr häufig betender Weise bemüht werden. Dieser „Gottesteil“ führt in der Kirche seit jeher ein Schattendasein. Es wäre an der Zeit, diesen mächtigen Teil Gottes,den Beistand, zunehmend in die „göttliche Pflicht“ zu nehmen. Die Pfingstsequenz sollte unter diesen Umständen der gebetsmäßige Dauerbrenner sein.

    Komm, o Geist der Heiligkeit!
    Aus des Himmels Herrlichkeit
    Sende deines Lichtes Strahl!

    Vater aller Armen du,
    Aller Herzen Licht und Ruh’,
    Komm mit deiner Gaben Zahl!

    Tröster in Verlassenheit,
    Labsal voll der Lieblichkeit,
    Komm, du süßer Seelenfreund!

    In Ermüdung schenke Ruh’,
    In der Glut hauch Kühlung zu,
    Tröste den, der trostlos weint.

    O du Licht der Seligkeit,
    Mach dir unser Herz bereit,
    Dring in unsre Seelen ein!

    Ohne Dein lebendig Wehn
    Nichts im Menschen kann bestehn,
    Nichts ohn’ Fehl und Makel sein.

    Wasche, was beflecket ist,
    Heile, was verwundet ist,
    Tränke, was da dürre steht.

    B e u g e , w a s v e r h ä r t e t ist,
    W ä r m e , w a s e r k a l t e t ist,
    L e n k e , w a s d a i r r e g e h t. (und Gewaltlegitimation in Religionen geht immer irre!!)

    Heil’ger Geist, wir bitten dich,
    Gib uns allen gnädiglich
    Deiner Gaben Siebenzahl.

    Spende uns der Tugend Lohn,
    Lass uns stehn an deinem Thron,
    Uns erfreun im Himmelssaal.

    • Aber geht die Liebe oder die Toleranz oder aber der “Nichthass” zum Sünder soweit, dass es verboten ist, diesem Sünder die begangenen Sünden vor Augen zu führen, die dieser, wenn dies geschehen würde, niemals als seine Sünden annehmen würde, weil dieser Sünder sich immer im von seinem Gott geschaffenen sündlosen Recht wähnt, obwohl er objektiv im Unrecht ist? Somit kann die “Reue” bei diesem Sünder (Islam) überhaupt nicht stattfinden, weil dieser Sünder nach anderen Regeln lebt. Ein Dilemma.

      Ja, tatsächlich. Mir fällt da immer das aus der Mode gekommene Wort vom „unbußfertigen Sünder“ ein, der eben leider verloren gehen wird. Zu simpel ? Zu sehr die „gleiche“ Logik wie die von Salafisten, nur in umgekehrter Richtung ? Nein, denn Christen beten für ihre Feinde, sie bedauern die Sündhaftigkeit der Welt (ganz wie der himmlische Vater) und der Geschöpfe darin. Und sie wünschen sich von Herzen Erlösung für alle Menschen aus den Qualen, welche Gottlosigkeit mit sich bringt, aber sie wissen, dass sie diese Erlösung nicht durch Autobomben oder das Aufschlitzen von Hälsen erreichen können. Was wir also nicht tun sind Dinge wie: „Wenn du keiner von uns sein willst, dann knallt´s.“ Das ist Islam pur. Ich nenne das mit Bezug auf die „alten Zeiten“ des Christentums auch schon mal „Revolver-Evangelisation“. Das mag in den Kolonien der Weltmächte im 19. Jahrhundert so gewesen sein, dadurch wird es aber nicht richtiger. Nein, wir echten Christen wissen, ab wann wir die Bekehrung, das „Aufgehen des Samens eines geteilten Evangeliums“ in die Hände des Vaters legen müssen. Wobei mir gleich wieder das Thema „Muslim-Mission“ durch den Kopf geht. Warum scheuen sich Kirchen so sehr davor ? Warum meiden Pastoren und Bischöfe von Landeskirchen heutzutage Geistliche, die z. Bsp. iranische Ex-Muslime taufen ? Fragen über Fragen. Ist es, weil die verrotteten Organisationen heimlich der Meinung sind, dass „alle Götter gleich sind“ oder „nur ein Gott“. Da lobe ich mir Leute wie den sächsischen Theologen Dr. Theo Lehmann, der auf die oft gestellte Frage, ob Muslime und Christen an denselben Gott glauben, die einzig richtige und kürzestmögliche Antwort gibt: „Nein.“
      Aber ich komme vom Thema ab. Ja, der Sünder, der sich in seinem Unglauben, seinem Atheismus, Materialismus, Islam etc. einmauert und hochmütig die ausgestreckte Hand Gottes, den Christus, ausschlägt, ist verloren. Nicht obwohl er es nicht sieht, sondern gerade „weil“ er es nicht sehen will. Zwar hat mir ein Südostasien-Missionar auch mal zu denken mitgegeben, dass, wer das Evangelium noch nie gehört hat und nichts vom Christus weiss, ja auch nur schwerlich gerettet werden kann, aber zumindest denen, die die „Gute Nachricht“ mal verkündet bekamen und dann trotzdem in ihren diversen Nischen hocken blieben, wird keine Begnadigung im Gericht zuteil werden. Das macht mich zumindest sehr traurig, aber die Verantwortung für seine „Spiritualität“ hat eben jeder selbst. Wer gerne die Ewigkeit in der Hölle herumhängen mag, der soll dies tun. Da werden viele, viele Zauselbärte brennen und Burkas in Flammen aufgehen.

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