Indien: Christen aus dem Dorf geworfen.

Indiens „Religionsfreiheits“-Gesetzgebung, die unter anderem die Regelungen gegen erlogene und erzwungene Konversionen beinhaltet, erweist sich immer mehr als Vorwand, mit dem radikale Hindus Jagd auf Christen machen. 

Karte von Indien

Indien

Am 19. Juni 2012 wurden zwölf Christen aus dem Dorf Jawanga im Bundesstaat Chhattisgarh von einer 150-köpfigen Menge dazu gezwungen an hinduistischen Ritualen teilzunehmen. Danach wurden die Christen verprügelt und aus dem Dorf geworfen. Die Rückkehr in ihre Häuser und Dorfgemeinschaft wird ihnen seitdem mit vollem Einverständnis des gewählten Ortsvorstehers verweigert. Sie suchten deshalb Schutz bei dem Pastor eines nahegelegenen Ortes. Die eingeschüchterten Gläubigen haben aber noch immer Angst, offiziell Anzeige gegen die Täter zu stellen, da sie sich um den „religiösen Frieden“ in der Region sorgen. Die „Evangelical Fellowship of India“ bekam Nachricht von diesem Vorfall und berichtet nun darüber.

Soso, die Christen sorgen sich um den von ihren Mitbürgern und Haßpredigern schon längst aufgekündigten Religionsfrieden. Das ehrt sie, aber es macht ihre Situation nicht einfacher, wenn sie nicht einmal willens sind, ihre simpelsten Bürgerrechte in Anspruch zu nehmen. Aus lauter (falscher !) Hoffnung auf eine Rückkehr und eine Versöhnung mit den im Banne falscher Götzen stehenden Fanatikern, igeln sich die Christen von Jawanga ein und wohnen vorerst bei anderen Gläubigen in nahegelegenen Dörfern.

Chhattisgarh ist einer von fünf indischen Bundesstaaten, die das sog. „Religonsfreiheitsgesetz“ in Kraft gesetzt haben. Eigentlich beabsichtigt, um die Religionsfreiheit und den Religionsfrieden zwischen den diversen Gruppen in Indien zu gewährleisten, hat dieses Gesetz aber einen genau gegenteiligen Effekt. Wie die US-Kommission für internationale Religionsfreiheit berichtet:

Eingeführt, um Zwangskonversionen einzudämmen und die kommunale Gewalt zu beenden, haben aber Bundesstaaten, in denen diese Gesetze gelten, mehr Fälle von Einschüchterungen, Belästigung und Gewalt gegen religiöse Minderheiten, besonders Christen.

Tja, wer den Ruf hat immer „die andere Wange hinzuhalten“, ist in dieser Welt geradezu als Opfer prädestiniert. Als willkommener Sündenbock für soziale Spannungen und als Ziel irrationalen Hasses. Wenn dann noch ein scheinbarer, juristischer Knüppel in die Hände der Verfolger fällt, kennen sie offensichtlich kein Halten mehr. Wir kennen das. „Rassegesetze“ nannte man das damals bei uns.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE CHRISTEN VON JAWANGA. AUF DASS DER VATER SIE MIT ALLEM VERSORGT, WAS SIE JETZT AM NÖTIGSTEN HABEN UND IHNEN FRIEDEN UND SICHERHEIT ZURÜCKGEBEN MÖGE.

(Quelle: „compass direct news“ vom 19. Juli 2012)

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