Erfahrungen: Wenn verfolgte Christen von uns nichts mehr erhoffen

Der sehr geschätzte christliche Kommentator und Publizist, der im Netz unter seinem Pseudonym „Bazillus“ bekannt ist (Klarname bekannt, wird aber aus Sicherheitsgründen von mir nicht herausgegeben. So weit ist es schon hierzulande !), hat einen sehr interessanten Gedankengang getätigt, den ich dankenswerterweise an dieser Stelle Ihnen, Liebe Leser, zur Verfügung stellen darf:

Stift zu Kommentaren.

Kommentar

„Ein kleines Erlebnis vor Jahren kam mir jetzt wieder in den Sinn, das mich bis heute nicht mehr los ließ und lässt. Vor ca. 3 Jahren besuchte ich einen Vortrag des koptischen Bischofs Anbar Damian zur Verfolgungssituation der Kopten in Ägypten, der mir sehr imponierte, weil er sachlich über die Verfolgungssituation seiner Mitchristen, die Kopten in Ägypten informierte und nicht in Feindhaltungen abglitt. Die Aramäische Gemeinde, die sich diese Kirche, in der der Vortrag gehalten wurde,  mit den  Katholiken teilte,  hatte zu diesem Vortrag geladen.  Im Kirchenraum befindlich hörte ich einen aramäischen Christen, der mir unbekannt war, in einer Vortragspause sagen, dass sich der Papst und die Katholiken aus Europa eh nicht um die verfolgten Christen in seiner  Heimat kümmern würden.

Dieser Satz gab mir einen Stich in dier Herzgegend. Der Satz war hart, war und ist noch heute aber leider wahr. Da gibt es diesem Mann auch nichts zu verzeihen, weil er mit jedem seiner Worte das Recht voll auf seiner Seite hatte und hat. Dieser Satz war und ist eine berechtigte Anklage gegen Christen, nicht nur Katholiken, die hier in Europa möglicherweise wegen einer über 70-jährigen erlebten Friedenszeit überhaupt nicht mehr wissen, was Christsein heißen kann, weil sie nicht mehr wissen, was es heißt, um Jesu willen verfolgt, ausgegrenzt, verachtet, verhöhnt, diskriminiert und ja, getötet zu werden. Die Aussage dieses Zuhörers hat genau die Stimmung eingefangen und im Grunde das zusammengefasst, was verfolgte Christen in ihrer Gesamtheit in anderen Teilen dieser Welt täglich erleiden und erleben müssen. Dabei können sie nicht auf eine umfassende, noch nicht einmal auf eine moralische Unterstützung der christlichen Gemeinden  Europas hoffen, geschweige denn, mit dieser rechnen. Zu lange haben Kirchenvertreter, Politiker und Gemeinden dem Islam den Persilschein ausgestellt, indem sie nur zu gern auf seine Lügen eingegangen sind, dass diese Gräueltaten der religiös-legitimierten Gewalt nichts mit dem Islam zu tun habe, und zwar wider besseres Wissen. Wer sich als Kirchenleiter/-in bewusst nicht informiert und die Lüge oder die Desinformation durch Vertreter der Täterreligion unkritisiert und unhinterfragt um des lieben Friedens willen akzeptiert, ist ein Verräter, ein Verräter nicht nur an den verfolgten Christen, sondern auch an Jesus selbst. Die christlichen Gemeinden in Europa haben sich in ihrer Gesamtheit entweder gar nicht oder nur halbherzig um die Sorgen und Nöte ihrer verfolgten Mitgeschwister Jahrzehntelang überhaupt gekümmert. Leider wird das auch in Zukunft so bleiben. Statt dessen haben sie hier ihr Gutmenschenchristentum aufgebaut, gepflegt und praktiziert ohne auch nur im Entferntesten auf die vom Islam und vom Kommunismus verfolgten Menschen in aller Welt auch nur annähernd angemessen zu reagieren. Und wenn es sich nicht vermeiden lässt, dass ein Massaker an Christen wieder einmal bekannt wird, so wird vielleicht einmal für die Verfolgten gebetet und dann versinkt diese Problematik wieder in den Archiven der lauen Christenherzen Europas. Der Islam wird grundsätzlich geistlich freigesprochen wider jede Erkenntnis.
Weil dies so ist, ist diese Anklage dieses mir unbekannten Mitchristen leider nur zu berechtigt.Ihm sei jedoch ins Stammbuch geschrieben: Eine Lanze muss ich für wenigstens einige christliche Europäer brechen. Er möge bitte mit einem Auge auf die hier tätigen christlichen Organisationen “Kirche in Not”, “CSI” und “Open doors” blicken, die leider völlig unterrepräsentiert und fast ungehört, immer wieder die Nöte der Christen in islamischen, aber auch in anderen Ländern anprangern und einen tiefen Stachel im Fleische der europäischen dahindämmernden Christenheit darstellen. Die Gesamtheit der Christen ficht diese Problematik leider nicht an, weil diese Organisationen innerhalb des Christentums zu wenig bekannt sind. Es ist dieser Gesamtheit nicht einmal wert, wenigstens jeden Sonntag für verfolgte Mitgeschwister wenigstens eine Fürbitte zu formulieren und zu beten. Darum ist es  für verfolgte Christen gut, nicht auf andere zu vertrauen, sondern nur auf Jesus Christus, unseren Herrn.
Aus diesem kritischen, aber leider wahren Satz brach sich die ganze Enttäuschung, Frustration und Hoffnungslosigkeit  in Bezug auf die so wichtige Solidarität von Christen hier im Westen, wo sie noch frei ihre Religion ausüben dürfen (nicht mehr sehr lange) Bahn.
Es wäre dringend an der Zeit, dass sich europäische Christen und Christinnen und deren Leiter/innen bei den vielen namenlosen verfolgten Christen, für die er diese Kritik geäußert hat,  in tiefer Scham ob unseren völligen Versagens ihnen gegenüber von ganzem Herzen zu entschuldigen. Wir auf diesem blog bitten die verfolgten Mitgeschwister um Verzeihung verbunden mit der (in keiner Weise gerechtfertigten) Hoffnung, dass sie auch uns irgendwann einmal verzeihen können, die wir uns heute so untätig, so gleichgültig und so bewusst desinteressiert gegenüber ihrem Schicksal gegenüber zeigen und verhalten.“
Wenn uns das nicht zur Umkehr bringt, dann weiss ich auch nicht mehr. Auch ich durfte Anba Damian einmal kurz kennenlernen und allein das reichte aus, um meinen Wunsch, den Christen Ägyptens und anderenorts beizustehen, anzufachen.
Vielen Dank an den „Bazillus“ mögen seine Überlegungen „hochansteckend“ sein !
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