Kommentar: Über den Märtyrergeist, oder: „Wofür sind wir bereit, zu sterben ?“

Wie oft hört man den Satz „ich lebe für….“. Danach kommt dann vermutlich irgendetwas wie „…den Tanz“, „…die Musik“, „…die Kunst“, „…meinen Fussballverein“, „…meinen Kleingarten“ usw.

Stift zu Kommentaren.

Kommentar

Der Otto Normalverbraucher lebt also für alle möglichen Dinge. Dies gilt auch für Christen. Man lebt für seine Hobbies, seine Familie und Kinder, für den Verein, für den Umweltschutz, für seinen geruhsamen Lebensabend…. Daran ist auch nicht unbedingt etwas falsch, aber bitte gestatten Sie mir doch mal die unbequeme Frage: Wofür wären wir wohl heute noch bereit, zu sterben ?

Frühere Generationen haben diese Frage immer wieder beantwortet bzw. beantworten müssen und die Christen unserer Tage, die Verfolgung erleben, beantworten uns diese Frage Tag für Tag. Sie sind bereit, für ihr Bekenntnis zu Jesus Christus die schlimmsten Dinge zu erleiden. Beschimpfung, Gewalt, Vertreibung, Folter und Tod. Männer wie Youcef Nadarkhani im Iran oder Frauen wie Asia Bibi in Pakistan sind bereit, für unseren Glauben zu sterben. Es wurden ihnen mehrfach Möglichkeiten angeboten, ihrem Glauben abzuschwören und damit aus dem Gefängnis freizukommen, wo ein Todesurteil über ihren Häuptern schwebt. Sie haben es abgelehnt, weil sie Christus einfach nicht verleugnen können. Können wir es ?

In der Geschichte gibt es immer wieder Bewegungen, die die ganze Hingabe ihrer Anhänger fordern. Gerade im zwanzigsten Jahrhundert forderten  beispielsweise Kommunismus und Faschismus  ihre Anhänger zur ganzen Hingabe an „das Proleteriat“ oder „die Herrenrasse“ auf. Zu ungeahnten Opfern für eine gottlose Ideologie. Wenn uns nun Christus in seine Nachfolge ruft und sagt:

  Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.(Mt 16, 24)

dann verlangt auch er den ganzen Menschen, das ganze Leben und notfalls auch den Tod. Nur hat er im Gegensatz zu weltlichen, politischen Ideologen jedes Recht, ALLES von uns zu fordern, denn Er gab ja auch alles für uns hin. Zuerst seine Herrlichkeit beim Vater, indem er als Mensch zu uns kam, dann sein Leben am Kreuz, damit wir gerettet werden können.

Die o. z. Bibelstelle ist auch eine der Gelegenheiten, bei denen uns der Erlöser mal wieder im Klartext einen Handlungsauftrag gibt. Ähnlich wie im Missionsbefehl ist seine Ansage unmissverständlich. Die Christen in Verfolgung nun wissen, spüren und erleben die Konsequenzen der Nachfolge an jedem Tag ihres Lebens. Sie wissen, was das „Kreuz“ ist, das man auf sich nehmen soll. Wissen wir es noch ?

Welches Kreuz tragen wir, tragen Sie und ich ? Eine Krankheit, einen unerlösten oder schwerkranken Angehörigen ? Nun, jeder von uns hat wohl, wie es sogar sprichwörtlich bereits heisst „sein Päckchen zu tragen“. Jeder von uns lebt mit Problemen und Schwierigkeiten. Aber wofür wären wir bereit, unser Leben zu geben, oder eigentlich müsste es heissen: „für wen“ ? Wer von uns (und glauben Sie mir, liebe Leser, ich predige hier auch mir selbst !) wäre wirklich bereit, Christus ans Kreuz zu folgen, falls es notwendig sein sollte ? Und wer von uns würde dies auch freudig im festen Vertrauen auf die Ewigkeit, die wir bei unserem Herrn verbringen werden, tun ?

Es fängt ja schon damit an, dass viele Christen in unserem Land heutzutage nicht einmal mehr offen zu ihrem Glauben stehen mögen. Diese „getarnten“ Christen, (auch „U-Boote“ genannt, die nur zu Ostern und Weihnachten auftauchen,) seien es nun reine „Namenschristen“ oder, umso schlimmer, sogar aktive Gläubige, fühlen sich oft bereits unwohl, wenn sie am Arbeitsplatz, im Freundeskreis oder sonstwo im öffentlichen Raum in die Lage geraten, ihren Glauben bekennen zu sollen. In typisch, deutscher Sicherheitsmentalität fragen sie sich dann schon mal: „Bringt mir das in diesem Umfeld vielleicht langfristig Nachteile ?“ „Wer wird wohl in Zukunft anders zu mir stehen, als vorher ?“ Christus aber sagt:

„Ich sage euch: Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn am Gerichtstag bekennen vor den Engeln Gottes.“
(Lukas 12, 8, GNÜ)

Und wer schon vor (allerdings durchaus realen) weltlichen Nachteilen zurückschreckt, der wird wohl kaum zu mehr bereit sein, als öfters in die Kirche zu gehen und dort, im „geschützten Raum“ und „ganz sicher“ seinen Ritualen nachzugehen. Im Englischen gibt es ein Sprichwort namens „When the going gets tough, the tough get going.“ was ungefähr soviel bedeutet wie: „wenn die Zeiten härter werden, erwachen die Harten zeitig.“ Aber wo sind die „toughen“, die „widerstandsfähigen“ Christen heute ? Ich gestehe es offen: kaum jemals habe ich soviel Selbstmitleid und gekünstelte Anteilnahme gesehen, wie in der ein oder anderen Kirchengemeinde, die ich besucht habe. Wenn wir schon unsere eigene Lage nicht mit Gottes Hilfe ertragen können, was würde passieren, wenn wir einen Dienst in seiner Nachfolge verrichten müssten ?

Ich verrate Ihnen in diesem Zusammenhang einmal etwas, sozusagen ein „offenes Geheimnis“: Der Herr Jesus ist der „härteste“ Typ der Geschichte, was Ungläubige, aber auch viele Christen nicht wahrhaben wollen. Nicht nur, wenn Er den Sturm bedrohte oder die Händler aus dem Tempel peitschte, sondern vor allem, wenn Er seine Ängste und Zweifel im Garten Gethsemane überwand und das Martyrium für uns alle, JA: für Sie und mich, liebe Leser, auf sich nahm, weil es dem Willen des Vaters entsprach, da war er der knallhärteste Mensch (und Gott) der Geschichte. Nur der absolute „Macho-Man“ (bitte verzeiht, liebe Schwestern, ist nicht frauenfeindlich gemeint)  konnte die Sünden der ganzen Welt tragen ! Jesus, ein Weichei ? Das ich nicht lache ! Bitte lachen Sie doch mit mir ! Das Bild des sandalentragenden Hippies, der segnend und Gutes tuend mit „seinen Jungs“ durch Israel wanderte und heute für jeden Zeitgeist-Trend in den Gemeinden in Anspruch genommen werden kann, dreht mir persönlich den Magen um.
Der, der war, der ist und der da kommen wird, ist lebendig, weil er auch Tod und Teufel die Stirn bot ! (Freue mich schon darauf, den Menschensohn eines Tages zu treffen !) Weil er knallhart den Willen des Vaters tat. Wie hart sind wir in der Nachfolge des Herrn ? Was sind wir bereit, auszuhalten ?

Denken wir alle darüber nach und versuchen, unsere Leidensfähigkeit auszubauen.

Ihr

Martin Clemens Kurz

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15 Gedanken zu “Kommentar: Über den Märtyrergeist, oder: „Wofür sind wir bereit, zu sterben ?“

  1. Darüber machen wir hier uns auch Gedanken.
    Ich stehe immer wieder vor der Frage, warum es so unwahrscheinlich schwerfällt, die erste Liebe im Glauben zu bewahren und nicht lau zu werden.
    Und komme immer wieder darauf, dass es sehr viel mit dem Wohlleben hier zu tun hat. Es geht uns (mehr oder weniger) gut, wir haben alle genug zu essen, ein Dach über den Kopf, erleiden keine Verfolgung als Christen, höchstens ein müdes Lächeln.
    Wie ist es anders in Verfolgungsländern oder zu jener Zeit, als die Reformatoren da waren, die Katholiken die wahren Gläubigen brutal hingemetzelt haben.
    Oder zur Zeit der ersten Christen unter Nero.

    Ich denke, um in dieser ersten Liebe zu Christus zu bleiben, oder wieder dorthin zu kommen, ist Buße nötig.
    Buße über diese Selbstliebe, anstatt Selbstverleugnung. Über das Bequemlichkeitsstreben, anstatt Gottes Willen zu suchen.
    Bei mir finde ich genug Gründe, warum die Liebe zu Christus lau wird. Wie furchtbar!
    Etwas Laues ist zum Erbrechen.

    So sagt ja auch Jesus in jener erwähnten Stelle in der Offenbarung, sie sollen Buße tun von der Lauheit.

    Ich denke, wenn man wirklich in der ersten Liebe lebt, ist man bereit für den Herrn zu sterben.

    Die Verführung, vor welcher Jesus Christus in Matth. 24 warnt, ist verheerender für die geistliche Gesundheit, als die Verfolgung.

    • Vielen Dank für diese Überlegung. Die „erste Liebe“ liegt bei mir auch schon wieder das ein oder andere Jahr zurück.

      Ich denke, wenn man wirklich in der ersten Liebe lebt, ist man bereit für den Herrn zu sterben.

      Das ist eine Sicht, die ich in dieser Prägnanz hier zum ersten Male lese und bin spontan recht angetan von diesem Gedanken. Er scheint mir logisch zu sein. Wer seine ganze Liebe, Dankbarkeit und Freude über die Errettung noch in jeder Faser seines Seins spürt, der würde aus Dankbarkeit auch „ungewöhnliche“ Dinge tun, die sein Leben gefährden könnten. Erst wenn die Routine einsetzt und der Kopf und die Bequemlichkeit wieder ihr „Recht“ einfordern, dann kühlt die erste Liebe langsam, fast unmerklich, ab.
      Wofür würden wir heute noch sterben wollen ? Ich befürchte leider: für gar nichts mehr. Wir sind ein so „lebenshungriges“ Volk geworden, dass wir immer wieder vergessen, dass wir nicht ewig auf dieser Welt leben werden, sondern der meiste Teil unseres Lebens wohl in der Ewigkeit mit unserem Herrn sein wird. Das will aber selbst in den Kirchen, die sich in ihrer Mehrheit vom Wort Gottes abgewandt haben, niemand mehr hören. Deshalb gibt es, wie Sie richtig bemerkt haben, auch keine Christen mehr, die mehr als ein müdes Lächeln für die Wahrheiten des Wortes übrig haben und sich bereit machen, „durch die enge Pforte“ einzugehen ins Reich Gottes und den schmalen Pfad dorthin zu nehmen.
      Ich prüfe mich auch selbst mehr als einmal, wozu ich heute noch in der Nachfolge bereit bin und predige mir selbst mehr als jedem anderen Christen. Ich hoffe, wenn die Prüfung kommt, dass ich sie in festem Gottvertrauen bestehen werde. Das wünsche ich allen meinen Lesern.

      • Da mir das Thema sehr auf dem Herzen liegt, schreibe ich noch mal zurück.
        Man darf sich damit nicht abfinden, dass die erste Verliebtheit zu Christus nicht vorhanden ist. Gewiss verändert sich die Liebe zu ihm, wie sich auch die Liebe eines Ehepaars von sehr stürmisch verliebt, bis zu einer abgeklärten, weisen, aber doch tiefen Liebe, gleichsam eines stillen Sees, verwandelt.

        Aber klopft mein Herz nicht mehr vor Freude, wenn ich morgens die Bibel aufschlage über dem, was er mir heute zu sagen hat? Beuge ich mich nicht mehr über meine Gleichgültigkeit, meine Selbstzufriedenheit, meine satte Lauheit? Tue ich nicht mehr Buße, wenn mein Herz nicht mehr für Jesus brennt?

        Ich habe heute einen Bruder weinen sehen beim Abendmahl, angesichts des Todes unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus. Angesichts unseres zerstörten Wesens, so entstellt dem, was mit uns eigentlich gemeint war. Diese Tränen waren mir die größere Predigt, als alles, was man mir mit Worten sagt. Die Tränen über sich selbst.

        Das habe ich mir zu Herzen genommen und will beten um ein weiches, sensibles Herz, was sich nicht abstumpfen läßt im Eigennutz und nicht theoretisch alles weiß, aber kalt und selbstzufrieden unter das Urteil des Herrn fällt: … will ich dich ausspeien aus meinem Munde …

      • Das geht auch mir zu Herzen. Ich kann mich erinnern, kurz nach meiner Bekehrung habe ich einmal einen Film mit christlicher Thematik gesehen. Noch dazu am Karfreitag. Als dann der geistliche Leiter, der mit uns den Karfreitag in der Gemeinde verbrachte, auch noch ganz selbstverständlich anmerkte, dass all diese Dinge, die der Herr in seinem Martyrium erlebte, wegen MIR notwendig waren, hat es mich auch nicht mehr gehalten. Auch meine lieben Geschwister aus Russland, mit denen ich lange in Abendmahls- und Lobpreis-Gemeinschaft verbrachte, können ein Lied davon singen, wie nah ich am Wasser gebaut bin, wenn es darum geht, meine eigene Schuld und Sündhaftigkeit zu erkennen. Zuallererst predige ich in meinen „Kommentaren“, die ich auch scherzhaft „Worte zum Sonntag“ nenne, ja mir selbst und meiner eigenen Faulheit, Trägheit und Angst.
        Wie man das „Feuer der ersten Liebe“ zurückbekommt, ist sicher ein sehr vielfältiges und auch von manchem Prediger bereits gut „beackertes“ Feld. Buße, wie von Ihnen postuliert, ist in jedem Falle richtig. Denn sie setzt ja ein Bewusstsein der eigenen Verfehlungen voraus. Wenn man dann wieder mit dem Erlösungswerk Christi in seinen Details und nicht als „abstrakter, theologischer Dimension“ konfrontiert wird, dann könnte eine Rückkehr in die emotionale Nähe zu Christus möglich sein, die wir ganz am Anfang unseres bewussten Glaubensleben schon einmal hatten. Nun, für jeden Gläubigen ist das wohl auch anders. Jeder hat ja einen eigenen, ganz individuellen Zugang zu Christus und sich an dessen Grundlagen, dessen Vorbedingungen zu erinnern, ist vielleicht auch eine Art, das „Feuer“ nicht zu verlieren. Wenn man sich dann anschaut, welchen Weg man mit Christus schon gegangen ist, kann man das Werk der Veränderung würdigen und sich wieder daran freuen, denke ich.
        Nebenbei habe ich gerade erst vor wenigen Tagen einer Schwester empfohlen, sich nicht selbst unter Druck zu setzen, was ihren Dienst angeht. Die „Hyperaktivität“ vieler Christen, die sich in „Konferenzen“, „Meetings“, „Sozialwerken“ und Hauskreisen aufreiben, ist auch ein gutes Mittel, um erstens auszubrennen und/oder abzustumpfen. Wer immer noch glaubt, durch seine „Werke“ Gott zu gefallen, hat wohl nicht viel von der Reformation verstanden und pflegt ein Gottesbild, das ich zumindest nicht teile.
        Für mich persönlich funktioniert der „emotionale“ Zugang zum Glauben, zum „Anfänger und Vollender“ desselben, jedenfalls recht gut. Im Lobgesang und in kitschigen Sandalenfilmen finde ich selbst oft genug Anlass, mich selbst zu hinterfragen und die Großartigkeit Jesu zu bewundern, die mich immer noch in Seinen Bann zieht !

  2. Der hier im blog öfter gebrauchte Begriff des „Wohlfühlchristentums“ hat, so denke ich unmittelbar etwas mit dem guten Leben zu tun. Wenn dieses Leben vorherrscht, wird die Beziehung zu Gott lauer, man wird nicht nur gegenüber dem vorfolgten Christen lauer, sondern auch gegen Gott. Wir machen die Erfahrung, dass in längeren erlebten Friedenszeiten Gott einfach nicht mehr gebraucht wird. Seine Beziehung zu ihm wird marginalisiert. Die Menschen werden säkularer, besinnen sich eher auf sich selbst und so leidet die Beziehung zu Gott, zu Jesus. Ich erkenne darin auch eine Ursache der Lethargie, die die Christen hier in Europa befallen hat. Spenden ist einfach und damit hat sich das Christsein erledigt für den Rest des Monats. Die schmale Pforte ist zu anstrengend, zu fordernd. Sie fordert insbesondere Prioritäten zu setzen. Entscheide ich mich für Spaß und Fun oder für den Weg Jesu?

    Leider ist bei einem Großteil in der jungen Generation ein Spaß- und Fungen auszumachen. Sie sind noch gerade für Einzelprojekte in den Gemeinden zu begeistern. Fürein eine dauerhafte und regelmäßige Tätigkeit, welche Treue und dauerhaftes chrsitliches Engagement erfordert, sind bei Jung und Älter zunehmend weniger Christen ansprechbar.

    • Na, wir können auch den von Dr. Theo Lehmann geprägten Begriff des „Aufkleberchristentums“ verwenden. Diese kleben sich einen Fisch aufs Auto und tiefer geht der Glaube dann auch nicht. Aber das muss jeder für sich selbst wissen und definieren.

      Spenden ist einfach und damit hat sich das Christsein erledigt für den Rest des Monats. Die schmale Pforte ist zu anstrengend, zu fordernd. Sie fordert insbesondere Prioritäten zu setzen.

      Wie wahr !
      Überlegt und (selbst-)bewusst Prioritäten im Leben zu setzen und damit eben auch „Verzicht“ zu üben gegenüber den Dingen, die dann hintenrunter fallen, das fällt vielen Menschen schwer. Verzicht ist etwas, das wir nicht mögen. Auch die Kirchen sagen uns nur selten, dass, wenn wir Christus willentlich folgen, wir auf vieles verzichten müssen. Es gibt kein wirkliches Kompromissler-Christentum, wie es in vielen Kirchen gelebt, gepredigt und eingeübt wird. Ein „bischen“ Bibelwort und ein „bischen“ Gutes tun und ein „bischen“ Verweltlichung des Gottesdienstes zur Mitgliedergewinnung….
      Dann lieber das „Volle“ Evangelium mit allen Konsequenzen. Denen, die mir gefallen und denen, bei denen mein „alter Mensch“ hörbar mit den Zähnen knirscht. Und das tut er gerne.

      Leider ist bei einem Großteil in der jungen Generation ein Spaß- und Fungen auszumachen. Sie sind noch gerade für Einzelprojekte in den Gemeinden zu begeistern. Fürein eine dauerhafte und regelmäßige Tätigkeit, welche Treue und dauerhaftes chrsitliches Engagement erfordert, sind bei Jung und Älter zunehmend weniger Christen ansprechbar.

      So ist es leider. Mehr als eine Gemeinde weiss davon Lieder zu singen. Die Aufmerksamkeitsspanne, auch von Gläubigen, gleicht der der Eintagsfliege. Montags brennen sie noch, angezündet vom Gottesdienst am Tag zuvor, und schon am Dienstag hat der Alltag das Feuer wieder gelöscht, hat irgendeine Zeitgeist-Sensation ihre Aufmerksamkeit wieder gefangen genommen. Wie soll da ein verlässlicher Dienst für irgendetwas zustande kommen ? Ich sehe diese Tendenz auch an mir selbst und muss sie an jedem Morgen im Gebet niederringen, denn auch ich bin ein Kind der Wohlstandsgesellschaft und der „TV“-Öffentlichkeit, die morgen vergisst, was ihr heute „heilig“ war.
      Auch deshalb können verfolgte Christen eben in manchen Gemeinden nur auf die „Einmal im Jahr“-Aufmerksamkeit hoffen, wenn „open doors“ oder der „HMK e. V.“ dort einen Vortrag hält. Herr Erbarme dich, Christus erbarme dich !

  3. Stephanus 1m: Danke für den Begriff des „Aufkleberchristentums“. Super! Das Christentum und damit seine Gläubigen bleiben zunehmend an der Oberfläche „kleben“, halt wie ein Aufkleber, der keine Tiefenwirkung hat. Ihn können wir – je nach Bedarf und Nützlichkeit – wieder abnehmen, um ihn bei nächster Gelegenheit wieder aufkleben zu können, je nach Konsistenz und Wirksamkeit des Klebers.

    Ich kenne noch die von der Öffentlichkeit so belächelten und herablassend behandelten „frommen Omis“, die „Beschwestern“, die täglich zur Andacht oder zur Messe gingen, weite Wege und zu Fuß und nicht im Sonntagsstaat. Ich will damit nicht sagen, dass sie bessere Menschen waren. Auch sie hatten ihre Fehler und Schwächen wie wir alle. Aber sie beteten. Ich habe eine 90-jährige Mutter, von der ich weiß, dass sie täglich den Rosenkranz betet in der Intention für andere und ich weiß, dass sie es ernst meint. Das imponiert mir noch heute. Wir mögen nun zum Rosenkranz stehen wie wir wollen, aber dieses Gebet „für andere“ zu beten, und darauf kommt es an, ist eine Gabe, die nicht unterschätzt werden sollte. Und tägliches Gebet verändert die eigene Seele. Leider bin ich selbst nicht der Beter, der ich sein sollte und will. Ich bete mehrmals am Tag, aber eher Stoßgebete, kurze Momente im Kaufhaus ein Dank an Gott, dass ich noch in der Lage sein darf, kaufen zu können, auf dem Weg zur Arbeit ein Dank, dass ich eine Arbeitsstelle habe, wenn ein Notarztwegen vorbeifährt, eine Kurzbitte für den mir unbekannten Kranken oder Verletzten, auf dem Friedhof für die Verstorbenen, an die niemand mehr denkt, somit auch für Neandertaler, selbst auf Festlichkeiten, an denen ich sehr selten teilnehme, weil ich ein Spaßbremse bin, für die Fröhlichkeit und Freundlichkeit der Menschen an diesem Tag, beim TV-Sehen kommen mir Weichei die Tränen, wenn ich reale Not mitansehe und für diese Leidtragenden kurz bete, ein Kurzgebet, bei der Arbeit, usw.. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Aber das Gebet, so bin ich der Überzeugung, wirkt, nicht nur für die eigene Seele, sondern auch für andere und wenn Gott dieses Gebet annimmt und es für andere einsetzt als für die- oder denjenigen, die ich mir ausgesucht hat, so soll es mir recht sein. Gute Gedanken führen zu guten Taten. Im Anfang war das Wort und das Wort führte direkt zu Jesus.

    Wenn mir nichts eigenes einfällt, bete ich halt ein Vaterunser oder ein Gegrüßet seist Du Maria, welches auf Jesus verweist. Ein paar Stammgebete sollte jeder Christ implnatiert haben,so dass er sie in Leid- und Notzeiten, wo die Gedanken so wild herumtreiben einen beterischen Bezugspunkt bilden können.

    Ich bin kein großer Beter, aber immer nur kurz und stoßweise. Ausdauerndes Gebet fällt mir persönlich schwer, auch wenn ich sonntags die hl. Messe besuche. Auch hier fällt mir andauernde Konzentration schwer.

    Ich bewundere noch heute dieses Gebetsgeschwader der damaligen „Betschwestern“, die wir heute so dringend bräuchten. Weil es sie in ihrer Masse nicht mehr gibt, wird diese Gesellschaft immer gottloser, damit gottverlassener und in ihrer irdischen Auswirkung sprunhafter, weil relativierend beliebiger. In dem Maße, in dem das Gebet in seiner Masse abnimmt, erkaltet die Seele einer Gesellschaft.

    • Ja, die „Aufkleberchristen“. Wie gesagt: das hat der Pfarrer im Ruhestand und Dr. der Theologie Theo Lehmann aus Chemnitz in Sachsen geprägt, bzw. populär gemacht. Von dem habe ich diese Formulierung und will mich nicht mit fremden Federn schmücken.
      Was das „ehrliche“ Beten angeht, so gibt es dazu sicher mehrere Ansätze. Als eher unkonventionell christlich sozialisierter, spät-bekehrter Protestant hege ich immer eine solide Skepsis gegenüber Ritualen als solchen und vor allem gegenüber ritualisierten Gebeten. Beide neigen dazu, eine hohle „Pflichtaufgabe“ zu werden, der bald schon kein echtes Bedürfnis und keine echte Erwartung einer Erhörung mehr zu Grunde liegen. Ich bin mir aber auch der Tatsache bewusst, dass regelmässiges, ehrliches Gebet eine Hingabe erfordert, die bewundernswert und respektabel ist. Insofern teile ich die Bewunderung für die „Gebetsgeschwader“ unserer Vorfahren. Ich wünschte mir manchmal, diese Traditionen würden fortbestehen. Denn es ist ja richtig, dass das Gespräch mit Gott auch uns selbst zu unserem Vorteil verändert.
      Was mein eigenes Gebetsleben angeht, so habe ich es gerade ein wenig „auf Vordermann“ gebracht und unter dem Einfluss der Lektüre eines bekannten Theologen ein wenig besser „durchstrukturiert“. Morgens wird, statt kirchlicher Traditions-Texte, ein Psalm gebetet. Am besten noch ein Memorierter, aber das braucht Zeit, schärft aber auch das Gedächtnis, was sich im fortschreitenden Alter durchaus positiv auswirken sollte. Danach wird der Tag mit einer fokussierten, strukturierten Fürbitte begonnen, deren genauen Ablauf ich hier nicht weiter thematisieren möchte. Das handhabt sicher jeder, wie er es mit Gott vereinbart hat und das ist nur recht und billig.
      Tagsüber kenne ich auch diese „Stoßgebete“. Ich selbst bete z. Bsp. bevorzugt für die „Kopftuchgeschwader“, die sich auffallend und eklatant in meiner Stadt und auch meinem, bisher eher weniger betroffenen Randbezirk derselben, ausbreiten. Die geistlichen Foltern, die inhumanen Psycho-Qualen, die der Islam seinen Anhängern aufzwingt, rühren mich manchmal zu Tränen des Mitleides, auch wenn mir bewusst ist, dass Viele sich diesen Qualen freiwillig und dennoch voller Angst hingeben. Wenn ich die Kinder dieser missmutig dreinschauenden Hidschab-Trägerinnen sehe (ja, auch Tschadors werden immer beliebter, ich warte auf die erste Burka, die ich in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu Gesicht kriege) dann sehe ich, dass sie kaum eine Chance haben werden, ein freies, selbstbestimmtes oder gar christliches Leben führen zu können. Und dies in unserem Land ! Schlimm genug, dass sie es in den Ländern ihrer Vorfahren schon nicht können. Dann sehe ich auch, dass ihnen von den eigenen Familien die elementarsten Freiheits- und Menschenrechte vorenthalten werden im Auftrage ihres Götzen namens „Allah“. Jede dieser zu Gebärmaschinen und Haushalts-Sklavinnen degradierten Frauen (meist mit Fünferpack Kinder im Schlepptau) bekommt von mir ein Gebet mit auf den Weg, was mir in Bus und Bahn viel Arbeit macht. Aber den Herrn um Befreiung für die Unterdrückten zu bitten, sehe ich als elementare Christenpflicht an. Wenn ich schon nicht jeder dieser Frauen ein Traktat mitgeben kann, da sie ja meiner Muttersprache größtenteils gar nicht mächtig sind und ohnehin nur bar jeder Vernunft und kultivierten Miteinanders auf mich einschimpfen würden, dann kann ich zumindest für ihre Befreiung beten. Das ist wenig genug.
      Was das Gebet in der Gemeinde angeht, so halte ich es auch dort mit den Psalmen. Das „freie“ Gebet ist für mich persönlich eher eine Sache der Privatheit, die ich mehr im „Einzelgespräch“ mit dem Schöpfer pflege. Wie gesagt, jetzt immer morgens und mit einer zwar flexiblen, aber dennoch an einen festen Rahmen geknüpften, Struktur. In der Gemeinde habe ich schon zu viele Christen gesehen, die nur allzu gerne lautstarke und langdauernde Gebete sprechen und das verträgt sich nicht mit meinem Bibelverständnis:
      „Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen.“ Mt 6, 7
      Wenn das Gebet im Rahmen des gottesdienstlichen Ritus stattfindet, ist das auch nicht zu verurteilen, wobei jeder Gläubige die Bedeutung des Ritus aber für sich selbst doch präzise definieren sollte, statt stumpf mitzuplappern, wie ich es bei ALLEN Konfessionen und Kirchen schon gesehen habe.
      Kurz, knackig, ehrlich und vertrauensvoll. So sollten Gebete immer sein, finde ich.

  4. Werter Stefanus,

    kann da alles unterschreiben, was Sie in Sachen „Gebet“ schreiben. Das kann ja ohnehin nur jeder für sich entscheiden, ob er ohne Gedanken „plappern“ möchte oder bewusst lang oder kurz betet. Ich werde niemanden kritisieren, wenn er in unseren Augen „plappert“. Wir kennen die individuellen Seelen in ihrer Gesamtheit nicht. Das „Plappern“ macht m. E. durchaus Sinn, wenn die Grundintention, nämlich das Gotteslob und der Gottesdank stimmig ist. Unbewustes Nachsprechen ohne Gedanken an Gott und andere zu verschwenden ist da nutzlos, allerdings auch sinnlos. Ich meine, Christen, denen es so gut geht wie uns sollten sich m. E. zunächst einmal empfundene Selbstverständlichkeiten wie „kaufen“, „Arbeit“ und „Wohlleben“ usw. erstmal bewusst machen und zu allererst lernen Gott hierfür zu danken in dem Bewusstsein, dass eben nichts, aber auch garnichts selbstverständlich ist, weder die Liebe der Ehefrau, der Kinder, usw, und zwar intensiv zu danken. Aus dieser intensiven Dankesbeziehung heraus wird jeder Beter sensibler für die Belange anderer, bei denen wir erkennen müssen, dass sie diesen Dank letztlich nicht an Gott richten können, vielleicht aber einen noch tieferen Dank, der aus Verfolgung und Diskriminierung erwächst und uns völlig unverständlich in unserem Wohlleben erscheint. Ich weiß, dass ich möglicherweise nicht den Glauben aufbringen könnte wie die Christen, die Jesus treu bleiben trotz Verfolgung und Not. Erst aus dieser Grundgeisteshaltung des Dankes heraus kann positiv für Muslime, für verfolgte und geschundene Menschen gebetet werden, weil diese Gebet dann intensiver, ehrliche liebevoller und vertrauensvoller sein können.

    Der Gottesdank in allem ist m. E. die Grundvoraussetzung für das Bittenkönnen. Denn Dank= Denk=Akzeptanz der Existenz Gottes, dem ich mich dann weiter mit intensiven Bitten nahen darf, ist eine gute Grundlage für Gebete aller Art für andere, besonders für die in Verfolgung und Not geratenen Menschenkinder. Ich finde es toll, auch einmal die innersten Gedanken des persönlichen Gebetes ansprechen zu können und so in einen Erfahrungsaustausch zu treten, der mit Sicherheit fruchtbar für alle Seiten sein kann. Also nochmals dankeschön.

    • Vielen Dank für Ihren lohnenswerten und wichtigen Hinweis auf den „Dank“, der eine wichtige Rolle im Gebetsleben spielen sollte.
      „Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!“ (Phil. 4,6 LÜ 1984)
      Es ist so wahr, weil es biblisch ist. Gott zu danken relativiert unser Selbstbild. Wer einem „mächtigen Vater“ Dank sagen kann, der gesteht ein, dass er selbst nicht der Mittelpunkt des Universums ist. Man wird sich bewusst, dass man Geschöpf und nicht Schöpfer ist in dieser Zweierbeziehung von „Gott“ und „Ich“. Ebenfalls, dass haben Sie ja bereits so treffend betont, beginnt man damit, auch vermeintliche „Selbstverständlichkeiten“ zu hinterfragen.
      Hinter all diesen Überlegungen zur Selbsteinschätzung und Dankbarkeit steht natürlich unausgesprochen das Thema „Demut“. Man wird demütig, wenn man die Werke Gottes als solche erkennt, wenn man die Größe des Schöpfers vor der eigenen Winzigkeit erkennt, wenn man die Heiligkeit Gottes vor der eigenen, schwachen und sündhaften Existenz reflektiert. Ohne jetzt als „der ewig schimpfende Meckerkopf“ dastehen zu wollen, kommt es mir manchmal vor als ob in vielen Gemeinden die Demut nicht mehr als konkreter Inhalt, sondern nur noch als leere Formel erwähnt bzw. gepredigt wird. Demut schuldet man, laut vielen Predigern und Pastoren in der EKD und darüber hinaus (ich weiss nicht genau, wie es bei meinen lieben katholischen Geschwistern ist, befürchte aber das selbe) nur der „Natur“ dem ganzen „Menschengeschlecht“ oder „der Nachhaltigkeit“. Die Verweltlichung ist schon so weit fortgeschritten, dass man kaum noch wagt, Gott den Herrn überhaupt noch zu erwähnen. Wenn es aus Respekt vor Ihm geschähe, dann könnte ich das sogar positiv honorieren, aber es geschieht wohl eher aus Gottvergessenheit. Wer schon als „Krone der Schöpfung“ keine Demut mehr an den Tag legen will, von dem können wir dann auch keine Gottesfurcht mehr erwarten. Nein, zum 100. Male sei es gesagt, ich predige hier keinen „wütenden, strafenden Gott“ des Alten Testaments. Aber Gott lässt auch nicht mit sich spaßen, sich ignorieren oder diminuieren ! Er ist absolut, souverän und heilig. Wir dürfen uns ihm nur nahen, wenn wir uns auf Christus berufen. Sei es im Gebet oder im Gottesdienst. Christus ist die ausgestreckte Hand des Vaters, die wir eben ergreifen, oder nicht. Wer es nicht tut, hat keinerlei Recht oder Möglichkeit, zum Vater zu gelangen und Ihn zu loben.
      Dies Nahen muss aber in Demut und in dem Bewusstsein der Glorie und Heiligkeit des dreieinigen Gottes geschehen. Ein „kumpelhafter“ Umgang mit Gott, wie er in vielen Gemeinden toleriert (fairerweise gesagt: aber nicht gepredigt) wird, führt fort von der Demut.
      Voraussetzung der Demut ist natürlich die Buße usw. Echte, geschulte Theologen können das ja alles viel besser erklären als ich, der nur ein wenig Bibel liest und versucht, zu verstehen, was das Wort Gottes ihm mitteilt. Wie auch immer, zurück zum Danken: ich empfehle, es mit schöner Regelmässigkeit zu tun. Es tut uns Christen gut. Nicht nur der Dank für unsere eigenen Segnungen, große und kleine, sondern auch für die Dinge, die der Herr unseren Freunden und anderen Menschen Seines Wohlgefallens an Gutem tut.

  5. Ja, mit „gesunder“ Demut vor Gott ist nicht ein devotes Kriechen gemeint, sondern, es ist gemeint, in dem Bewusstsein mit Gott in ein respektvolles und liebevolles Du eintreten zu können, immer in dem Bewusstsein, wie Sie schon richtig bemerkten, wer Schöpfer und wer Geschöpf ist. Da wir uns aber der göttlichen Liebe sicher sein können, dürfen wir ihm mit Demut gegenübertreten, so wie Jesus es uns vorgemacht hat. Jesus ist ohnehin der Schlüssel zur Begegnung mit Gott. Erst durch Jesus habe ich Gott als den liebenden und positiv kreativ-schöpferischen Gott kennen gelernt. Er hat seinen Vater von diesem von Menschen aufoktroyierten und vom Islam in einer religiösen Rolle rückwärts für alle Zeiten festgesiegelten Image des janusköpfigen allmächtigen zornigen Straf- und Rachgott befreit. M. E. hat er nicht nur die Menschen, sondern insbesondere seinen Vater aus der menschlichen Sichtweise eines Negativgottes erlöst. Das zeichnet das Christentum insbesondere vor dem Islam aus. Das Wort „Fürchtet Euch nicht“ an vielen Stellen der Bibel fordert uns sogar aktiv auf, uns nicht devot in den Staub werfen zu müssen. Gott hat uns in seiner unendlichen Liebe das Du angeboten, welches wir im Gebet selbst aufrecht stehend, aber auch knieend, aber immer den Blick nach oben richtend und gerichtet ergreifen dürfen.

    Allein die äußere Gebetshaltung der Muslime lässt mich erahnen, welche Angst sie vor diesem Gott haben müssen. Es lässt mich erahnen, welch ein willkürlicher Computergott dort am Werk sein muss, der seine Geschöpfe nur durch Erpressung aus Angst vor der Hölle bei der Stange halten kann und selbst seine Gläubigen nur durch willkürliche Barmherzigkeit geglücken kann. Die Höllendrohung war ja leider auch ein probates Machterhaltungsmittel des Christentums und der Kirchen. Darum können wir da ja auch so gut mitreden.

    Aber die Gottesbilder dieser beiden Religonen sind bereits im Ansatz so diametral entgegengesetzt, so dass ich einen solchen Gott beim besten Willen nicht anbeten könnte. Derselbe Gott im Gebet!? Nein, ein Verrat an Jesus, dem Heiligen Geist und dem Vater. Wer Allah mit dem Dreifaltigen Gott gleichsetzt, zieht die Heiligkeit des einzig wahren Gottes in den Schmutz, wird Gott degradiert zu einem bloßen Machtwesen voller Bosheit und Tyrannei. Ich verstehe die Intention dieser Männer nicht, einer Form des Synkretismus zu dienen, die die unberührbare Heiligkeit des Dreifaltigen Gottes so herunterzieht.

    Wer solches behauptet, hat eine Sünde gegen den Heiligen Geist begangen, die laut Jesus nicht verziehen wird. Da sind die Kirchenführer auf einem gefährlichen Holzweg.

    Bin leider ein wenig vom Thema abgekommen. Offensichtlich ist es schon zu spät. Aber dieses Thema beschäftigt mich, weil es wohl die Grundlage der Feigheit der christlichen Gemeinschaften ist, dem Islam den Spiegel vor Augen zu halten.

    • Tja. Der einzige Glaube, in dem sich das allmächtige Wesen auf seine Geschöpfe zubewegt hat, ist eben das Christentum. Die Menschwerdung des Göttlichen in Christus, die „Inkarnation“ alles Guten, Rechten und Liebevollen, was der Vater in seinem Kern besitzt (ja was er „ist“, denn „Gott ist Liebe“), in Jesus, ist einerseits ein Wunder, andererseits ist es wundervoll. Das ist nicht unbedingt immer das Selbe. Gott streckt dem Geschöpf, dessen scheinbar unauslöschliche Sündhaftigkeit er erkannt hat und die ihn so tief verletzt und traurig macht (das altmodische „der Mensch dauerte Ihn“ mag ich als Bezeichnung. Unsere Sprache ist in den letzten Jahrzehnten nicht reicher geworden, nur von technischen Beschreibungsbegriffen aus anderen Sprachen ergänzt worden, während wir unsere schönsten und poetischsten Begriffe entwertet und abgeschafft haben), die Hand der Versöhnung hin. Es ist Jesus, der „Weg, die Wahrheit und das Leben“. Welcher Glaube kennt das schon ? In allen „Religionen“ müssen sich Menschen zu ihrem Idol, ihrem Götzen oder wie immer wir das als wahre Gläubige nennen wollen, was sie anbeten (säkulare Atheisten beten den Materialismus und die Selbstsucht an, da gibt es keinen Zweifel. Jeder hat etwas, das er verehrt, so ist der Mensch nun mal gebaut, ob Richard Dawkins das wahrhaben will, oder nicht.) hinbewegen. Sie müssen sich verneigen, müssen bestimmten Ritualen folgen (daher wohl meine Skepsis gegenüber zuvielen Ritualen in unseren Kirchen. Muss wohl eine instinktive Ablehnung von Parallelen zum Heidentum sein.Wohl gemerkt: ich rede hier nicht über die Sakramente, die sind biblisch und gottgegeben, das ist was anderes.) und können dann meist immer noch nicht sicher sein, von ihrem Gott angenommen, im (diesseitigen oder jenseitigen) Paradies willkommen geheissen zu werden.
      Schön, dass wir Christen diese Art zu denken und handeln „knicken“ können. Wer sich auf das Blut des Lammes stellt, wird verschont werden vom „Würge-Engel“, um es mal alttestamentarisch auszudrücken. Um aber auf das Gottesbild zurückzukommen, ich gestehe, dass ein mächtiger, kraftvoller, sich in eindeutigen Ge- und Verboten ausdrückender Gottvater mir gar nicht so unsympathisch ist, so sehr ich auch den Neuen Bund dem Alten Bund vorziehe. Wie schon zuvor einmal angedeutet, ist mir diese „Gott ist mein Kumpel“-Nummer, die in vielen (vor allem Jugend-) Gottesdiensten läuft, etwas suspekt. Hinter dem Vorrang den das Predigen der Liebe Gottes vielerorts genießt, tritt die Klarheit und Heiligkeit des Vaters oftmals etwas in den Hintergrund, weil man die Großartigkeit des Sohnes verdeutlichen und betonen will. Hier kommt für mich nur das „sowohl-als-auch“ in Frage. Sowohl die Güte (aber auch die Stärke, Jesus war eben kein Weichei-Hippie-Typ, wie man ihn heute gerne hätte) Christi in seinem Erlösungswerk, als auch die Einzigartigkeit des Vaters, den wir überhaupt nur in winzigen Ansätzen verstehen (und nur im Antlitz Jesu erkennen !) können müssen gleichberechtigt gepredigt und betont werden. Wer sich nur auf ein Bein stellt, wird umfallen. Übrigens genau wie die vielen Pfingstgemeinden, die den Heiligen Geist, Sein Wirken und Seine Gaben dermaßen überbetonen, dass für ein klares Bild des Vaters und des Sohnes praktisch kaum mehr Raum bleibt. Unser Glaube steht auf drei Beinen, die alle ihren Raum nehmen müssen in der Gemeinde, denn wir beten den dreieinigen Gott an. Vater, Sohn und Heiliger Geist. Ich bin begeistert, Sie merken es schon. Also werde ich meinen Überschwang wieder etwas bremsen und noch etwas zum Gottesbild der Muslime sagen:
      Sie „dauern mich“. Die Ungewissheit, die sie tatsächlich, nach ihrer eigenen, vertrackten Theologie haben müssen, ob ihr „Allah“ sie annimmt, ist ein Schwebezustand zwischen echter, spiritueller Suche und dem permanenten „arbeiten“ für die Erlösung, der einfach nur traurig ist und mich als Beobachter auch traurig macht. Der einzige Muslim, der sicher sein kann, am Tag des Gerichts von seinem „Allah“ akzeptiert zu werden ist der, der für den Islam im Kampf gewaltsam gestorben ist. Warum sonst gibt es soviele Morde im Namen Allahs, soviele Selbstmordattentäter für Allah und warum rufen die Täter (wie jüngst Mohammed Merah und andere) immer „Allahu Akbar“, wenn sie morden ? (Allah ist größer…/als „Dein“ Gott) Es ist der für sie einzig gangbare Weg, um sich einen Platz im Paradies zu sichern, ob unsere linken und von keinem Mikrogramm Sachkenntnis belasteten Kirchenvertreter nun wahrhaben wollen, oder nicht. Ich selbst habe unlängst, ob dieser Fehlbetrachtungen (der Engländer hat das schöne, aber nicht 100%ig übersetzbare Wort „misconception“) erst meine Gemeinde verlassen, weil ich keinesfalls an dem Weg teilhaben wollte, auf den dieser Kirchenbund sich unlängst gemacht hat. (Synkretismus, Chrislam, Verwischung der Unterschiede und Negation der Tatsache, dass Islam ein Werkzeug Satans zur Unterdrückung und zum Quälen der Menschen ist. Wenn ich mir die missmutigen, dauerfrustrierten Gesichter vieler Muslimas in meiner Stadt anschaue, dann fühle ich mich einerseits immer in meiner Ansicht bestätigt, andererseits möchte ich, dass sie aus dem Knast ausbrechen, den der Teufel ihnen hingestellt hat, indem er sagte, er wäre „Allah, der Barmherzige“. Was für ein Lügner.) Hat die Konsequenz, dass ich derzeit ohne feste Gemeinde dastehe, aber der Herr hat´s gegeben, der Herr hat´s genommen, gelobt sei der Name des Herrn ! Obwohl der Herr diese Denomination ja nicht auf die falschen Wege geführt hat, da sind die schon von ganz alleine hingewatschelt, freudig grinsend immer näher an die Klippe und die Augen zum Himmel, wie´s bei uns Protestanten öfter mal passiert. 🙂
      Hab übrigens letztlich unter diesem Link:
      http://www.l-gassmann.de/webdisk/Der-schmale-Weg/DerschmaleWeg3.2012.pdf
      Einen interessanten Artikel über den Vergleich von Islam und Christentum gefunden. Nicht übermässig umfangreich, aber kurz und prägnant in Gegenüberstellungen aus den Schriften. Und kompetent. Empfehle ich als Lektüre, um sich schlau zu machen. Für Sie vielleicht zu wenig und schon bekannt, ich weiss es nicht, aber ich empfehle es dennoch mal.

  6. Werter Stefanus,
    „…Um aber auf das Gottesbild zurückzukommen, ich gestehe, dass ein mächtiger, kraftvoller, sich in eindeutigen Ge- und Verboten ausdrückender Gottvater mir gar nicht so unsympathisch ist, so sehr ich auch den Neuen Bund dem Alten Bund vorziehe. Wie schon zuvor einmal angedeutet, ist mir diese “Gott ist mein Kumpel”-Nummer, die in vielen (vor allem Jugend-) Gottesdiensten läuft, etwas suspekt.“

    Ich habe mir mal überschlägig das AT grob in Gesetzen angeschaut, die Gott erlassen hat. Festgetellt habe ich, dass direkt nach Erschaffung des Menschen im Paradies lediglich ein Gebot bestand, nämlich nicht vom Baum der Erkenntnis (Erkenntnis zwischen Gut und Böse) zu essen. Daran hat sich der Mensch nicht gehalten. Die Erkenntnis war, ab auf die Erde, im Schweiße seines Angesichts sein Brot verdienen. Schon kam der erste Brudermord (Kain wurde sinnigerweise von Gott verschont, also nix mit Todesstrafe), dann kamen die 10 Gebote, die tragfähigste Gesetzesvorlage der Menschheit. Erfolg: Die Menschen rafften es wieder nicht. Es endete mit einer Gesetzesflut im Levitikus, in dem für jedes Vergehen bis hin zur häufigen Anwendung der Todesstrafe alles dabei, auch Gutes.

    Es ist ein fataler Irrtum zu meinen, dass der von mir gedachte Gott der vollkommenen Liebe ein zahnloser Papiertiger, ein Kumpelgott, ist, der alles mit dem Mantel der Liebe zudeckt, jede Verfehlung. Ihre Formulierung des „Der Mensch dauerte ihn“ beschreibt die Situation Gottes so präzise wie möglich. Mich erinnerte diese Beschreibung an die Trauer Jesus, als er die Menschen sah, die er als „verloren“ ansah, weil sie keinen „Hirten“ hatten. Er ist so vollkommen, dass jede Untat, sei sie auch noch so klein, jede Übertretung ihm gegenüber als Sünde erkannt wird, so dass wir im Jenseits selbst erkennen, wo unser Platz ist. Dazu braucht es keinen „allmächtigen“ Gott mit rasend vielen Geboten und Verboten. Diese Verbote und Gebote sehen viele als Einschränkung des Lebens an, dabei sollte der Mensch sie als „Lebenshilfe“ ansehen, als freiwillige aus Erkenntnis geschuldeter „Lebensregel“. Die goldene Lebens- und Religionsregel ist eh die Liebe, die in kreativen Facetten in fast jeder Lebenslage möglich ist, zumindest in gewaltlosen Friedenszeiten. Das Gottesbild der vollkommenen Liebe ist absolut kein Freibrief für sündhaftes Benehmen und wir können uns auch nicht mit ihm kumpelhaft verbrüdern und diesen Gott kann man nicht in die Irre führen und ihm unsere menschlichen Denkweisen als gut verkaufen. Er, der Herzenskenner, wie Petrus ihn gut beschreibt, blickt in das Innerste der Seele. Nichts bleibt verborgen. Unsere ERkenntnis mag niederschmetternd sein, wenn wir uns im Jenseits oder auch bereits hier ihm nähern. Je näher wir ihm kommen, umso mehr reift die Erkenntnis, wie unreif, ja wie sündig wir unser Leben gelebt haben und leben, gerade die, die ihn kennen wollen. Das ist vielleicht eine zu idealistische Sicht, aus der wir den Schluss ziehen können, dass wir seinen Ansprüchen nie gerecht werden können, selbst, wenn wir wollten. Das ist der Grund, warum wir uns demütig in seine Gnade stellen dürfen. Wenn Jesus selbst als der Sohn Gottes „Blut geschwitzt hat“, sich von seinem Vater am Kreuz „verlassen“ fühlte, selbst den Tempelhändlern handfest die Meinung gesagt hat und den Pharisäern kampfeslustig den Spiegel ihrer Seele vorgehalten hat, auf der andren Seite einem Sünder am Kreuz das Paradies verheißen hat, weil er ihn dort verteidigt hat, so dürfen wir wirklich hoffen, dass die Gnade überwiegen wird. Aber ohne „Abbrennen“ des Rostes wird es mit Sicherheit nicht abgehen.

    Dieses Gottesbild der vollkommenen Liebe ist somit durchaus nicht zu vergleichen mit einem Kumpelgott, wie selbst einige Priester ihn verstehen, dass wir alle – von Hitler über Stalin bis Mutter Theresa in den Himmel kommen. Ich glaube, diese Einstellung ist gefährlich und entspricht auch nicht Jesu Wort aus dem Evangelium, der die Menschen explizit vor dem warnt, der Leib und Seele ins Verderben stürzen kann. Das ist aber kein Grund, nicht an den Gott der vollkommenen Liebe zu glauben.

    Diese unterschiedlichen Gottesbilder sind letztlich im Ansatz dafür verantwortlich, inwieweit Religionen als „Opium des Volkes“ angesehen werden können und müssen. Erst das Gottesbild der absoluten und vollkommen Liebe ist dem Urteil der Menschen völlig entzogen, so dass selbst der wortgewaltige Paulus auch nur ansatzweise die Liebe Gottes im Hohenlied beschreiben konnte, wobei er dort womöglich nicht einmal die Liebe Gottes meinte, aber doch eine „göttliche“ Beschreibung der vollkommenen Liebe literarisch und sinnvoll bis ins Mark ablieferte.

    Die Sünde und das Böse, ja auch der Böse lässt Gottes Liebe und somit ihn selbst in dreifaltiger Form umso vollkommener erscheinen. Darum wird die Erkenntnis möglicherweise durchaus schwer verdaulich sein.

    • Ja, lieber Bazillus, ich wollte Ihnen auch nie unterstellen, Sie würden einen Gott vertreten, der als so eine Art „diffuser Nebel“ über uns wabert, in den jeder hineininterpretiert, was ihm gefällt. Sie und ich haben diese Art der Häresie (oder wie immer wir das nennen wollen) sicher nie vertreten oder längst überwunden.
      Dass Gottes Heiligkeit und Glorie, die für uns sündige Menschen unerträglich ist, eigentlich eine Annäherung des Geschöpfes an den Schöpfer unmöglich macht, wissen wir. Aber auch, dass es eines „ganzen Menschen und ganzen Gottes“ bedurfte, um diese Kluft, die wir uns selbst eingebrockt haben, zu überwinden, weil den Vater das Geschöpf „dauerte“. Gottes ausgestreckte Hand, Christus, macht es uns möglich, auch nur ohne permanente Selbstqualen an Gott zu denken oder gar im Gebet vor Ihn zu treten. Glauben Sie mir: dafür bin ich sehr dankbar.
      Diese Heiligkeit Gottes, die im „kumpelhaften“ Bild vieler Kleriker in gewisser Weise negiert wird, gilt es aber auch im Auge zu behalten, um das Erlösungswerk Christi, den „Weg, die Wahrheit und das Leben“ Jesus besser zu würdigen, finde ich. Sie wissen das, ich weiss das und viele, viele andere Christen, sogar Theologen und Kleriker, wissen das. Sie predigen und praktizieren es und ich bin dankbar dafür, denn irgendwoher musste ich es ja auch lernen.

      Dieses Gottesbild der vollkommenen Liebe ist somit durchaus nicht zu vergleichen mit einem Kumpelgott, wie selbst einige Priester ihn verstehen, dass wir alle – von Hitler über Stalin bis Mutter Theresa in den Himmel kommen. Ich glaube, diese Einstellung ist gefährlich und entspricht auch nicht Jesu Wort aus dem Evangelium, der die Menschen explizit vor dem warnt, der Leib und Seele ins Verderben stürzen kann.

      Ja, das mit dem „wir alle kommen in den Himmel“-Gequatsche habe ich zur Genüge von Landeskirchen-Christen gehört. Da haben mir langjährige Kirchgänger doch tatsächlich einmal im lockeren Tischgespräch mitgeteilt, dass „alle, die viel Gutes tun von Gott angenommen werden und ins Paradies kommen“ werden, weil sie sich einen Gott, der anders sei, gar nicht vorstellen könnten. Ich gestehe, ich fiel fast vom Stuhl, als ich das hörte. „Alle guten Menschen kommen in den Himmel, weil Gott so liebevoll ist.“ Da konnte ich mir vorstellen, was denen in den letzten 30 oder 40 Jahren gepredigt (oder was unterlassen) worden war. „Weg, Wahrheit und Leben“ waren da völlig überflüssig, „Errettung durch Glauben“ eine tote, bedeutungslose Phrase geworden. Ich bin noch immer, nach Jahren, unter Schock, wenn ich daran denke, dass diese und noch üblere Dinge in unseren Kirchen ernsthaft verbreitet sind.
      Gottes Liebe zu uns offenbart sich meines Erachtens nach eben genau darin, dass er uns kennt, dass er weiss wie wir sind und uns TROTZDEM den Christus geschickt hat (oder eigentlich genau deshalb, aber das versteht sich von selbst) aus lauter Liebe, weil er sich wünschte, dass wir Ihm wieder nahe sein können. Denn ER braucht uns eigentlich nicht. ER braucht uns nicht, weil ER alles ist ! Aber wir brauchen Ihn ! Dringend. Jeden Tag, bei jedem Atemzug, den ER uns gewährt und in jeder Minute des Lebens. Dieses Abhängigkeitsverhältnis verwirrt, verwässert, durcheinandergebracht oder gar umgekehrt zu haben, werfe ich vielen Kirchen vor. Nicht mehr und nicht weniger.

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