Syrien: christliche Stimmen zum Bürgerkrieg

Liebe Leser dieses Blogs, Sie kennen meinen Standpunkt zu dem laufenden, inneren Konflikt in Syrien und zu dessen merkwürdiger und fast zwielichtiger Art der Rezeption im „freien Westen“. Meine Kommentare und Artikel über Syrien sprechen in dieser Hinsicht eine deutliche Sprache. 

Syrien

Nun freut es mich, dass auch die christliche Nachrichtenagentur idea gerade erst einen Artikel veröffentlicht hat, in dem christliche Stimmen aus Syrien zu Wort kommen und dem geneigten Leser ein etwas anderes, den Lügen-Tsunami unserer Massenmedien sehr konterkarierendes, Bild aufzeigen. Der Titel „Christen als Schutzschilde missbraucht“ ist zwar etwas ungelenk, aber was soll´s.
Schon die Einleitung des Artikels zeigt auf, wohin die Reise wirklich geht und dass vielleicht doch nicht alles so simplen, holzschnittartigen Schwarz-Weiss-Mustern folgt, wie die deutschen Massenmedien uns nahelegen wollen.

Aus Syrien kommen fast täglich erschütternde Nachrichten über Massaker und Angriffe auf die Zivilbevölkerung. In der westlichen Welt wird die Hauptschuld der Regierung und nicht den muslimischen Aufständischen gegeben. Doch Evangelikale, Katholiken und Orthodoxe warnen vor einer einseitigen Sicht des Konflikts.

Gut zu wissen. Dieser Blog warnt bereits seit Monaten davor und Sie, liebe Leser, wissen das. Mal gucken, was da bei idea.de noch so aufgedeckt wird:

Doch aus Sicht der einheimischen christlichen Minderheit ist die Lage weitaus komplizierter und verzweifelter. Katholiken, Orthodoxen und Evangelikalen zufolge vertreiben islamische Extremisten Christen gezielt aus ihren Wohnvierteln. Ganze Familien würden als „menschliche Schutzschilde“ missbraucht.

Doch auch die wahren Hintergründe der Taten werden beim Namen genannt. Ein Lob für die Quellen und ein Lob für idea, die sich noch trauen diese „unbequeme Wahrheit“ (nein, Herr Al Gore, es gibt noch andere unbequeme Wahrheiten, als die über die Umweltfragen) beim Namen zu nennen.

 In Syrien kämpfen vornehmlich sunnitische Rebellen gegen das Assad-Regime. Er gehört zur alawitischen Religionsgemeinschaft, die sich von den Schiiten abgespaltet hat. Alawiten und Christen fürchten Verfolgung, wenn Assad gestürzt werden sollte.

Und zur Lage der Christen heisst es beispielhaft aus der Stadt Homs, die aus den Medien zwar bekannt ist, wo aber solche Fakten uns „erstaunlicherweise“ bislang gerne vorenthalten wurden:

 Von schweren Übergriffen der Aufständischen in ihrer Hochburg Homs berichtet ein leitender Mitarbeiter einer evangelikalen Hilfsorganisation, der seinen Namen aus Sicherheitsgründen nicht genannt wissen will. In der Stadt würden derzeit rund 40 christliche Familien gefangen gehalten; sie sollten bei einem Angriff der syrischen Armee als Schutzschilde dienen. Verhandlungen des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes mit den Rebellen hätten nicht zur Freilassung der Familien geführt.

Auch den Charakter des Bürgerkrieges als einer Art „Volksaufstand“ bezweifeln einige Beobachter.

„Gewiss haben Syrer unter Ungerechtigkeit, Korruption und einem Polizeistaat gelitten, aber viele von ihnen würden Sicherheit und Stabilität dem Chaos und der Anarchie vorziehen, die von bewaffneten Gruppen hervorgebracht werden, die angeblich für Freiheit und Demokratie kämpfen, aber um politischer Ziele willen Krankenhäuser, Schulen, Bäckereien, Postämter und anderes zerstören.“ Die meisten Syrer sähen vielmehr einen Hoffnungsschimmer in den lange verschleppten Reformen der Regierung wie einer neuen Verfassung, einem Mehr-Parteien-System und einer unabhängigen Justiz. Die westlichen Staaten erkennten offenbar nicht die Komplexität der Lage und sähen die Lösung allein in einer Absetzung Assads.

Warum hören wir darüber so wenig in unseren Massenmedien ? Warum verlassen sich deutsche Presse-Agenturen etc. auf die sog. „Menschenrechtsgruppen“ und die von diesen publizierten Opferzahlen, die durch keinerlei auch nur annähernd unabhängige Quelle im Land bestätigt werden können ? Soll hier wieder mal eine militärisches Eingreifen medial vorberteitet werden ? Ein Propagandafeldzug läuft hier scheinbar, aber zu wessen Gunsten ? Der unvermeidlichen Muslimbrüder, deren Alliierte in Saudi-Arabien und Katar die Waffenkäufe der Rebellen finanzieren ?

Nein, schon wieder muss ich dementieren, ein Anhänger Assads zu sein. Seine allzugroße Sympathie für den Nachbarn Iran und dessen Irrsinns-Regime lassen mich arg an diesem Autokraten zweifeln. Aber wie wird die Alternative zu ihm aussehen ? Schon die Beispiele Iran, Afghanistan und Libyen haben gezeigt, wie wenig es dem Westen bringt, sich (notfalls auch militärisch) zu engagieren, ohne ein Konzept für das „danach“ zu haben. Aber ich schweife ins Politische ab. Zurück zum Artikel. Noch eine Stimme aus dem Lande selbst:

Der melkitische Patriarch Gregorios II. Laham (Damaskus) warnte vor jeder ausländischen Einmischung. Die Syrer seien selbst fähig, miteinander zu leben, sagte er der katholischen Zeitung „Die Tagespost“ (Würzburg). Die Christen würden durch das Chaos getötet. Sei seien nicht von einheimischen, sondern von ausländischen Muslimen umgebracht worden. Laham kritisierte, dass die EU kein Wort der Anerkennung für die neue syrische Verfassung finde. Sie sei „ein Schritt vorwärts“: „Warum nur ein blindes Ja für die Opposition?“

Eine ebenso berechtigte, wie schwer zu beantwortende Frage, weil die Motive derjenigen, die uns einen simplen, Freund-Feind-Einheitsbrei nach „Star-Wars“-Manier präsentieren wollen, nicht offenliegen. Sie können nur aus ihrem Handeln erschlossen werden, da weder Medien noch Politik offen ihre Ziele für Syrien diskutieren. Interessant, dass die traditionell sehr staatstreue russisch-orthodoxe Kirche hier wieder eine Lanze für die eigenen Interessen bricht:

 Auch die Russisch-Orthodoxe Kirche warnt vor Versuchen, Präsident Assad aus dem Amt zu entfernen. Nach Ansicht des Leiters ihres Außenamts, Metropolit Hilarion (Moskau), gingen die Machtwechsel im arabischen Raum auf Kosten der christlichen Minderheiten, berichtet die Zeitung „Frankfurter Rundschau“. Westliche Staaten berücksichtigten das zu wenig, so Hilarion. Man sehe das bereits in jenen Teilen Syriens, wo muslimische Fundamentalisten die Oberhand bekommen hätten. Außenminister Sergej Lawrow haben gegenüber seinem deutschen Kollegen Guido Westerwelle (FDP) zum Ausdruck gebracht, dass das Los der Christen Russland nicht gleichgültig sei.

Immerhin sei es Russland nicht gleichgültig, aus welchen (sehr wohl hinterfragbare !) Gründen auch immer. Man kann nämlich den Verdacht hegen, dass das „Los der Christen“ allen anderen Mitspielern im „Syrien-Poker“ nämlich durchaus völlig gleichgültig ist, da diese religiöse Minderheit weniger als 10 % der Bevölkerung ausmacht und auch nicht auf Rohstoffen „sitzt“.

Bitte sehen Sie dazu auch das Video auf folgendem Artikel, in dem Schwester Hatune über die Lage in Syrien spricht.

 https://gebetskreis.wordpress.com/2012/06/16/schwester-hatune-spricht-videos/

BITTE BETEN SIE WEITERHIN FÜR DIE ZUKUNFT UND DAS WOHLERGEHEN DER SYRISCHEN CHRISTEN. IHRE URALTEN TRADITIONEN UND DIE REICHE GLAUBENSKULTUR DROHT NÄMLICH, ÄHNLICH WIE IM IRAK, FÜR IMMER ZERSTÖRT ZU WERDEN.

(Quelle: „idea.de“ vom 16. Juli 2012)

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Ein Gedanke zu “Syrien: christliche Stimmen zum Bürgerkrieg

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