Palästinensergebiete: Bald keine Christen mehr in Gaza ?

Christen sind in den Palästinensergebieten eine verschwindend geringe Minderheit. Statistisch liegen sie deutlich unter einem Prozent und existieren in mehr als einer Hinsicht nur am „Rande der Gesellschaft“. 

Aber dies scheint bestimmten Kreisen nicht auszureichen. Laut der israelischen Zeitung „Haaretz“ soll, seitdem die Hamas die Macht im Gaza-Streifen übernommen hat, die ca. 3.500 Personen „starke“ christliche Gemeinde in Gaza-Stadt auf maximal noch 1.500 Personen geschrumpft sein. Durch Exil, Flucht und Konversionen haben sich in den letzten fünf Jahren also mehr als 2.000 Gläubige dem Verfolgungsdruck entzogen. Denn dieser Druck scheint zu bestehen, wenn man die Situation betrachtet. U. a. besteht ein massiver Druck auf alle arabischen Christen, zum Islam zu konvertieren. Ob dabei die Grenze zur „Zwangskonvertierung“ überschritten wird, ist umstritten, aber wahrscheinlich.

Nun gab es am Montag, den 16. Juli 2012, zum ersten Male vernehmliche Proteste gegen zwei vermeintliche Fälle von Zwangskonvertierungen. Eine kleine Gruppe arabischer Christen protestierte auf dem Platz vor der uralten „St. Porphyrius-Kirche“ mit lautem Rufen und Glockenschlägen dagegen, dass zwei ihrer Geschwister angeblich gegen ihren Willen im Hause eines muslimischen Geistlichen festgehalten werden. Die Polizei von Gaza spricht dagegen davon, dass die betroffenen Personen sich zu dem Kleriker „geflüchtet“ hätten, da sie Racheakte der Christen nach ihrer Konversion befürchteten. Offen gesagt: prüfen Sie bitte selbst die Wahrscheinlichkeit dieser Aussage. Christen sind ja allgemein bekannt dafür, von Christus dazu aufgefordert zu werden: „Rächtet euch an allen, die den wahren Glauben verlassen. Tötet die, die mich verraten !“ Ups, verwechsle ich da etwas ? Apostaten-Tötungen sind für uns Christen stark „aus der Mode“ gekommen, anderenorts jedoch eher nicht, fragen wir mal Youcef Nadarkhani.

Aus dem benachbarten Ägypten sind in der Vergangenheit mehrfach ähnliche Fälle bekanntgeworden. Vor allem junge Frauen werden dort „gerne mal“ entführt, zur Konversion zum Islam gezwungen und dann „gaaaaaaaaaaaanz freiwillig“ mit muslimischen Ehemännern verheiratet. Wenn die koptische Kirche dann gegen dieses Vorgehen protestiert, wird festgestellt, dass die verängstigte Frau vor „Racheakten ihrer Familie“ in den Gewahrsam irgendeines Scheichs oder Imams geflohen sei, um ihren schönen, neuen Glauben dort feiern zu können. Wer dazu mehr wissen will, kann sich gerne bei koptischen Gruppen über diese Dinge informieren.

In jedem Falle befürchten die Christen von Gaza, dass ihre Gemeinschaft bald nicht mehr existieren wird. Die Mutter eines der beiden Betroffenen der jüngsten, möglichen Zwangskonversion, Huda Al-Amash, wird jedenfalls so zitiert:

Wenn die Dinge so weitergehen, wie bisher, dann werden bald keine Christen mehr in Gaza übrig sein. Heute ist es Ramez (ihr Sohn). Dann wer ? Und wer kommt danach ?

Die beiden vermeintlichen Konvertiten, Ramez Al-Hamash, 25, und die dreifache Mutter Hiba Abu-Dawud, 31, konnten bislang nicht für eine „Gegendarstellung“ erreicht werden. Christen sagen, dass der Hauptgrund für ihre schwindenden Zahlen jedoch eher die Migration sei, da aus wirtschaftlichen Gründen und durch den aktiven Diskriminierungsdruck eine Existenz im Ausland oftmals vielversprechender sei.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE STANDHAFTIGKEIT UND DAS WOHLERGEHEN DER ARABISCHEN CHRISTEN IM IRAK, SYRIEN, GAZASTREIFEN UND ANDERENORTS.

(Quelle: „haaretz“ vom 17. Juli 2012)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s