Pakistan: Landarbeiter von seinem Arbeitgeber ermordet

Jetzt raten wir mal, wer welcher Religion angehört. Täter und Opfer. Nun, Sie, liebe Leser, werden es sicher bereits gewusst haben. Aber mal ganz langsam zum Einstieg in das Thema:

Pakistan

Die Verhältnisse in der Landwirtschaft waren auch in Europa bis vor einiger Zeit von brutaler Ausbeutung und Leibeigenschaft geprägt. Die Abhängigkeit der Landarbeiter von ihren Arbeitgebern, den (Groß-)Grundbesitzern war seit jeher ein Fass voller sozialen Sprengstoffes. Und die Lebensqualität dieser abhängig Beschäftigten hing noch lange bis ins zwanzigste Jahrhundert sehr von den menschlichen Qualitäten der Landherren ab. Dies vorweggeschickt möchte ich aber dennoch den folgenden Fall aus Pakistan als exemplarisch für die Herrschaftsverhältnisse und die religiösen Implikationen derselben im Lande „unserer Verbündeten gegen den Terror“ (Hüstel) darstellen.

Wir alle wissen es: Pakistan ist kein Land der freien Rede, der gelebten Menschenrechte (z. Bsp. für Frauen) oder der religiösen Toleranz. Die Minderheiten der Hindus und Christen erleben dort jeden Tag soziale Ausgrenzung, wirtschaftliche Ausbeutung und physische Gewalt. Dankenswerterweise gibt es noch Quellen wie die „Pakistan Christian Post“ oder den Regionalabgeordneten und Rechtsanwalt Salim Khokhar, die dafür sorgen möchten, dass einige der schlimmsten Menschenrechtsverletzungen auch international bekannt werden, um Druck auf die Regierung zu ermöglichen.

Was hören wir nun also aus der Sindh-Provinz ? Im dortigen Distrikt Mirpurkas hat der örtliche Mango-Plantagenbesitzer Kachhelo Faisal einen  Plantagenarbeiter namens Sherah Masih kaltblütig ermordet, nachdem er ihn zuvor an sein Auto gebunden und über den Boden geschleift hatte. Die Polizei half dem einflussreichen Landbesitzer dabei, die Tat zu verschleiern und hat selbstverständlich nicht die geringste Absicht, gegen ihn zu ermitteln. Kachhelo Masih sei, so Quellen, dafür bekannt, dass er seine Arbeiter regelmässig misshandele, diesen Opfern aber jeglicher Schutz durch das pakistanische Arbeitsrecht verwehrt bleibt, weil der einflussreiche Landjunker alle Vorwürfe gegen sich durch Vetternwirtschaft und Bestechung abschmettert. Der Fall Sherah Masih ist jedoch durch verschiedene Medienberichte gesichert, so dass ich ihn guten Gewissens an Sie weitergeben kann.

Hier sehen wir, wie religiöse Unterschiede (Sherah war Christ, Faisal ist Muslim) , sozialer Hochmut (Besitzender gegen Besitzlosen) und wirtschaftliche Arroganz (reicher Arbeitgeber gegen armen Arbeitnehmer) sich zusammentun, um ein Klima der permanenten Gewalt zu schaffen, in dem sich pakistanische Hindus und Muslime als praktisch rechtlose Ware wiederfinden, die beliebig behandelt und zerstört werden kann. Solche Verhältnisse von de-facto Sklaverei sind nicht umsonst in zivilisierten Ländern aktiv bekämpft und letztlich beendet worden. Die USA haben einen Bürgerkrieg u. a. darüber geführt, Staaten wie GB und Preussen haben im frühen 19. Jahrhundert immerhin die institutionalisierte Abhängigkeit der Landbevölkerung beendet.  Aber in Teilen der Welt wie Afrika, Asien und Südamerika kann man davon wohl nur träumen.

Wenn dann noch religiöser Wahn dazukommt, können wir wohl nur ahnen, was Christen in Pakistan bereits hinter sich haben, was sie täglich erdulden müssen und was ihnen noch bevorsteht, wenn der Staat nicht zu einem neuen Verständnis von Rechtsstaatlichkeit und dem Wert eines (nichtmuslimischen) Menschenlebens zurückfindet. In jedem Falle fordert der Provinzial-Abgeordnete Salim Khokhar, dem ich diese Informationen verdanke, eine sofortige Aufklärung des Falles und ein Ende der Gefängnisse auf solchen Plantagen und der Landarbeit ohne Bezahlung, die ebenfalls in der Sindh-Provinz noch üblich seien.

BITTE BETEN SIE FÜR ALLE LANDARBEITER PAKISTANS, FÜR DEREN ARBEITSBEDINGUNGEN UND EINEN WANDEL DES SOZIALEN KLIMAS DORT, DAMIT WILLKÜRAKTE WIE DER AN SHERAH MASIH EIN ENDE FINDEN UND NICHT OHNE RECHTSSTAATLICHE AHNDUNG BLEIBEN.

(Quelle: „Salim Khurshid Khokhar“ – Pressemitteilung vom 14. Juli 2012)

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