Was alles in den Kirchen nicht gesagt wird.

Der christliche Glaube ist im Kern ein „Wortglaube“. Das Wort Gottes, das auf Papier gedruckte und vor allem das, welches sich vor 2000 Jahren im Fleisch offenbarte, stehen im Mittelpunkt des Christentums.

Stift zu Kommentaren.

Kommentar

Oder sollten dort zumindest stehen.  Zwar wird meiner Erfahrung nach in Christengemeinden noch immer viel geredet, aber mehr als einmal kam ich selbst vom Gottesdienst nach Hause und mir schwirrte der Kopf vor lauter Geschwätz, aber vom Wort Gottes hatte nur sehr weniges Eingang in mein Kurz- und Langzeitgedächtnis gefunden. Nun, das hätte auch durchaus einer gewissen Reizüberflutung geschuldet sein können, mit der mein begrenzter Verstand nicht klarkommt, aber je mehr ich mich mit echten, bekennenden Christen im Lande unterhielt, desto mehr wurde mir bewusst, dass ich mit diesem „unguten Gefühl“ nicht ganz alleine dastehe.

Erst vor wenigen Tagen führte ich mal wieder ein längeres Telefon-Gespräch mit einer befreundeten Christin, in der wir ganz natürlich, fast beiläufig auf die Frage zu sprechen kamen, was wohl alles in deutschen Kirchengemeinden nicht mehr gesagt wird. Vor allem, was die Pastoren uns nicht mehr sagen und vermitteln wollen. Da fiel ihr sofort eine Predigt, des in letzter Zeit wieder aktiv in Erscheinung getretenen Pfarrers i. R. Theo Lehmann aus Sachsen ein, der schon vor Jahren die Abwesenheit der Gottesfurcht in den Gemeinden angeprangert hatte. Alle Dinge, die dem „Wohlfühl-Effekt“ der Gemeinde im Wege stehen, würden nicht mehr gepredigt und damit große Teile der Bibel einfach ausgeklammert.

Nun, da kann ich wohl kaum widersprechen. Schon seit langem prangere ich die Abwesenheit echter „Gottesfurcht“ in den Gemeinden an und eine Beliebigkeit, mit der die Heilige Schrift dort zum Untermauern des Zeitgeistes missbraucht wird. Man sucht sich den „Öko-Jesus“, den „Pro-Homo“-Jesus und den „Eine-Welt-Jesus“ aus den Schriften des Neuen Testaments so zusammen, wie es einem gerade passt und kann so gar hohe Kirchenämter erlangen, solange man nicht besoffen Auto fährt, gell, Frau Bischöfin Kässmann ? Nicht, dass ich deren Rücktritt bedauert hätte, aber er hätte wegen Abfalls vom Glauben, wegen eines Verlassens der biblischen Grundlagen des Christentums und nicht wegen eines Gläschen Weines erfolgen müssen. Ihr Präsidieren über das Lutherjahr 2017 kündigt eine Farce an, die den guten, alten Reformator bereits jetzt im Grabe auf Hochtouren rotieren lässt. Hat´s noch keiner in der Schlosskirche zu Wittenberg gehört ?

Aber ganz gleich, wie wir die Oberhirten betrachten, ihre Beliebigkeits-Theologie, die darauf basiert, dass man „unbequeme“ Inhalte der Bibel einfach wegfallen lässt, hat eben nicht (wie von den Initiatioren erhofft) dazu beigetragen, die Kirchen wieder zu füllen, sondern sie treibt Sinnsucher in Scharen zu anderen NGOs. Zu denen „ohne Kreuz“ sozusagen. Die vermeintliche „Heilung“ der Gottesferne vieler Menschen, nämlich die Verweltlichung der Kirche, ist in Wahrheit die Krankheit und kann gar nicht zur Gesundung der Kirchen beitragen.

Was also wird alles nicht mehr besprochen, thematisiert, gepredigt oder sonstwie „unter den Tisch fallen gelassen“ ? Meine Gesprächspartnerin stellte dazu eine vorläufige Liste (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) auf:

  •  die Hölle, ihre Dämonen und die „bösen Geister“ werden gerne weggelassen. Wir „aufgeklärten“ Christen können solche „Kindereien“ ja nicht mehr ernstnehmen, oder ? Wer ständig in Angst vor der Hölle lebt, kann ja sein Christsein so gar nicht geniessen….
  • das „du sollst nicht töten“ wird sehr, sehr primitiv ausgelegt. Dinge wie Abtreibung oder die Gewissensqualen von gläubigen Soldaten würden einfach ausgeblendet. „Soldaten sind Mörder“ und „Mein Bauch gehört mir“ muss man nur lautstark wie eine Monstranz vor sich her tragen und schon ist alles klar und man eckt nicht an.
  • Sexualität wird mehr und mehr „freigestellt“ und damit letztlich entwertet. Homo-, Hetero-, Bisexualität, Sex in der Ehe, in einer festen Partnerschaft oder in der Öffentlichkeit: vielen Christen, auch „Hirten“ scheint in dieser Hinsicht alles egal zu sein. Sieht die Bibel, das Wort Gottes das auch so ?
  • Geistliche Herausforderungen wie der Islam oder der aggressive Atheismus werden weitgehend ignoriert oder zu „Chancen zum Dialog“ zurechtgelogen. Man will ja keine „künstlichen Feindbilder“ aufbauen. Leider ist dem Feind, dem Verderber der Menschen diese Haltung ziemlich gleichgültig, in gewisser Weise kommt sie ihm sogar entgegen. Wenn es aber keine Feindbilder mehr gibt, keinen Feind des Wahren, dann steht auch die Existenz des Guten, des Richtigen, die Erkenntnis der Existenz Gottes am Ende auf dem Spiel.
  • Die geistliche Wiedergeburt scheint auch nur noch in einem sehr abstrakten, sozusagen fast schon spiritistischen Sinne gepredigt zu werden. Niemand erklärt einem, was die „neue Kreatur“ denn nun genau bedeutet, zu der man geworden sein soll.

Ich schätze, liebe Leser, jedem von Ihnen fallen sicher selbst noch einige Punkte ein, die zu ergänzen wären. Mittlerweile sind Christen, die es noch ernst meinen mit ihrem Glauben schon soweit, dass sie sich darüber freuen, wenn wenigstens Teile der Sonntagspredigt und der Lehre in ihrer Gemeinde noch annähernd der Bibel entsprechen.

Was hat dies alles mit der Christenverfolgung zu tun ? Nun, die fällt wohl zusammen mit vielen anderen, „unbequemen“ Themen „hinten runter“, damit die „Wohlfühl-Zone Gemeinde“ nicht mit zuviel Wahrheit überlastet wird. Nun, bitte gestehen Sie mir zu, liebe Leser, dass ich einer Gemeinde, die so viele Wahrheiten ignoriert oder gar aktiv verleugnet, nicht angehören mag. Dann wäre ich lieber als Eremit in einer Höhle mit Gott und seinem Wort alleine, als mich mit einer solchen „Pseudokirche“ gemein zu machen. Oder ?

In diesem Sinne, wünsche ich Ihnen wieder ein gesegnetes Wochenende,

Ihr

Martin Clemens Kurz

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4 Gedanken zu “Was alles in den Kirchen nicht gesagt wird.

    • Klar, war das mehr oder minder ironisch gemeint, aber der Wunsch, diese Gottesdienste, die mehr und mehr zur Zeitverschwendung werden, hinter mir zu lassen und die von Christus teuer ausgekaufte Zeit, die mir noch bleibt, nicht in Gemeinden zu verbringen, die vor Selbstbezogenheit und Bibelferne nur so triefen, verstärkt sich jeden Tag mehr. Ist das irgendwie nachvollziehbar ? 🙂

  1. Werter F. M.:
    Der Autor hat völlig Recht. Er beschreibt leider den istzustand vieler Gemeinden. Dämonenaustreibungen Jesu haben nicht stattgefunden. Wunder Jesu werden mit tiefenpsychologischen Vorgängen erklärt. Sünde ist ein Begriff des Mittelalters und über Sexualität wurde schon lange keine Predigt mehr gehalten – wahrscheinlich (Ironie on) in Ermangelung junger Leute in der Kirche, die dieses Thema interessieren könnte. Die Kirche verkommt leider immer mehr zu einem Sozialverein. Ihr Jesusbild ist nicht mehr vollständig, sondern punktuell und was noch schlimmer ist, beliebig, wie es gerade passt und so, dass kein Gläubiger abgestoßen werden könnte und sich in Watte gepackt fühlen kann. Die wirklich scharfen Aussprüche Jesu werden geglättet für die Ohren unserer Wohlstandschristen.

    In der kath. hl. Messe wurde aus der Opferung die Gabenbereitung. Aus dem Leib Christi das heilige Brot und aus der Wandlung lediglich ein Gedächtnis mit Symbolcharakter. In der Fastenzeit muss kein Verzicht mehr geübt werden, sondern man sollte die Zeit nutzen, um bewusster zu glauben, als ob dies für den Rest des Jahres nicht gelten würde.

    Sorry, ich kann verstehen, dass jemand da mit Gott allein sein will. Ob es der richtige Weg ist, muss jeder selbst für sich entscheiden.

    Ich wähle lieber den Weg des Verbleibs in der kath. Kirche, auch wenn mir Vieles gegen den Strich geht. Aber mich muss meine Kirche aushalten als Querulant. Ich sehe nämlich nicht ein, dass ich das Feld „kampflos“ räume, auch wenn ich nur ein theologischer Laie, ein normaler Christ und wahrlich keine große Leuchte bin. Aber verstehen kann ich den Autor sogar sehr gut. Die Kirche muss aufpassen, dass sie ihre Konturen wieder schärft, denn verloren hat sie sie schon lange, auch wenn dadurch die Herde kleiner werden wird. Sie wird dadurch jedoch effektiver und vor allem glaubwürdiger!!! Sie ist leider zu Geldfixiert. Kirchensteuern gehören abgeschafft. Dann würden viele Hirten wieder mehr zum wahren Glauben zurückfinden und keinen Glauben light verkünden. Nur noch wohlfühlen, Spaß haben, das Leben genießen kann ich auch in einem Kaninchenzuchtverein oder anderen nichtkirchlichen Vereinen, da brauche ich die Kirche nicht für. Auch nichtchristliche Vereine sind gegenüber ihren Mitgliedern sozial eingestellt und führen Sammelaktionen durch. Ein Leben für Christus, was ich selbstverständlich auch nur völlig unvollkommen hinbekomme, stellt schon höhere Ansprüche, die nicht immer leicht zu erfüllen sind.

    Die Kirche kommt langsam in die Lage erklären zu müssen, warum Christen überhaupt in der Kirche verbleiben sollten, wo sie doch genauso gut z. B. bei der AWO oder bei den Humanisten mit Sozialflair als Mitglied unterkommen könnten, um sozial tätig zu sein. Auch die AWO führt Freizeiten durch und führt sonstiges soziale Projekt durch wie die Kirchen. Die Kirchen müssen erklären, warum der Besuch des Gottesdienstes mehr bringt, als „Gemeinschaft“, denn dieses überstrapazierte Wort in der Kirche kann in jedem anderen Club genauso gut praktiziert werden, manchmal sogar noch besser, nämlich im kleineren Kreis. Die Kirchen degradieren Jesus immer mehr zu einem Sozialromantiker und erklären immer weniger, dass Jesus der Sohn Gottes, ja dass er selbst Gott ist. Das erkennen wir daran, dass Jesus für dieses Wohlfühlflair sogar im Hinblick auf die Ökumene schamhaft versteckt wird und die Gläubigen aller monotheistischen Religionen doch denselben Gott anbeten. Wenn nicht alte Elemente der Liturgie sowie das Kreuzzeichen aufrechterhalten oder alte Lieder gesungen würden, die noch die hl. Dreifaltigkeit als Gottesbild selbstverständlich ansehen und als echten Glaubensinhalt verkünden würden, wäre ich auch bereits aus dieser Kirche ausgetreten. Da diese Elemente sich jedoch bis hin zum „Leib Christi“ während der hl. KOmmunion erhalten haben, bleibe ich der Kirche treu.

    Deshalb, werter Vorkommentator, versuchen Sie Menschen zu verstehen und nicht ironisch abzuwürgen. Die Gründe, die der Autor des Artikels geliefert hat sind nur ein Ausschnitt dessen, was den Istzustand der Kirchen leider zutreffend beschreibt. Gerade er tut mehr und er setzt sich mehr für verfolgte Christen ein als die Kirche(n) selbst. Das sollte auch von Ihnen anerkannt werden. Denn der fehlende Einsatz für die verfolgten Christen ist einer der Gründe, warum Kirchen hierzulande immer unglaubwürdiger agieren.

    • Danke für diese Ausführungen. Noch habe ich mich nicht im „Erdloch“ verkrochen, nur mit Bibel und Nachttopf bewaffnet, :-), aber es ging mir ja auch nur, wie Sie völlig richtig herausgelesen haben, darum, eine Stimmungslage klarzumachen, welche die Grundlagen der Gemeinden gefährdet. Wenn ich mir schon auf dem Weg zum Gottesdienst sicher sein kann, dass ich dort wieder nur „einen bewusst gewählten Teil“ des Evangeliums gepredigt bekomme, dann stellt sich doch die Frage nach dem „Warum“ und vor allem nachdem „Warum tue ich mir das an ?“ Nein, kampflos bin ich auch nicht an diesen Punkt gelangt, sondern habe lange und gegen große Wiederstände aus Ignoranz, mangelndem Problembewusstsein und fragwürdiger Lehre angekämpft. Dabei ist mir mehr als einmal deutlich gemacht worden, dass die „geistliche Leiterschaft“ es schon besser wisse als ich simpler Laie. Leider ist dies nicht der Fall und je mehr ich das Wort studiere, mich um besseres Zuhören auf die Stimme des Heiligen Geistes bemühe und durch die „Brille“ der Bibel die Welt sehe, desto stärker werden meine Zweifel an unseren Kirchen.
      Nein, ich bestreite nicht, dass noch immer viele, gute Christenmenschen in allen Konfessionen und Denominationen anzutreffen sind, aber wie auch der Fall des „geschassten“ Evangelisten Lutz Scheufler in Sachsen wieder aufzeigt, sitzen sie schon lange nicht mehr in den Leitungsgremien sondern sind fast ausschließlich nur noch an der Basis anzutreffen. Allerhöchstens der ein oder andere Pastor geht noch treu seinen Weg, muss sich dabei aber immer öfter mit Widerständen aus der eigenen Kirchenleitung herumärgern.
      Ebenfalls bestreite ich nicht die Unvollkommenheit des Menschen. Meine eigene ebensowenig wie die von Kirchenoberen etc. Wenn ich aber sehe, dass nicht einmal mehr nach bestimmten, biblischen Werten gelebt und gestrebt wird, dann kommt zur Unvollkommenheit des Geschöpfes noch die willkürliche Dummheit und Abkehr von Gott dazu, die mir die Haare zu Berge stehen lässt. Wie ich schon so oft gesagt habe: wenn kein Bewusstsein für die eigene Sündhaftigkeit mehr vorhanden ist (stattdessen pastorale Selbstgerechtigkeit), dann kann auch keine Vergebung ausgesprochen werden, weil man keine Vergebung erbitten kann, wenn man nicht weiss, dass man sie braucht. Kompliziert, ich weiss.
      Wie auch immer. Ich bin, der Herr weiss es, nicht der einzige Christ, der an den Kirchen zu verzweifeln droht. Nur sind viele von ihnen eben so traditionell gesonnen, dass sie sozusagen „automatisch“ jeden Sonntag in die Kirche pilgern und die Reihen der dortigen „Theater-Christen“, die nur auf eine „gute Show“ warten, verstärken. Um nicht bitter zu werden, erspare ich mir das vielleicht mal für ein Weilchen und suche weiter nach der Gemeinde, die mich erträgt und die ich ertragen kann.

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