Nigeria: erneut Angriffe auf von Christen bewohnte Dörfer

Nigeria ist ein schwer von ethnischen und wirtschaftlichen Spannungen gebeuteltes Land. Das bevölkerungsreichste Land des afrikanischen Kontinents hatte nun erneut schwere Attacken zu erdulden, die möglicherweise erneut religiös motiviert waren, da Angreifer und Opfer unterschiedlichen Religionen angehörten.

Karte von Nigeria.

Nigeria

Am Samstag, den 07. Juli 2012, überfielen Nomaden vom Volk der Fulani erneut mehrere Dörfer, die mehrheitlich oder komplett von Christen bewohnt wurden. Nach Angaben von „christian today“ seien dabei mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 300 vertrieben worden. Die fraglichen 13 Ort befinden sich in der Nähe der Stadt Jos im Bundesstaat Plateau. Der Nachrichtenagentur associated press (AP) zufolge, soll ein Augenzeuge folgendes geäußert haben:

 Sie kamen zu Hunderten. Manche trugen Polizeiuniformen und hatten sogar kugelsichere Westen.

Sollte sich dieser Bericht bestätigen, kommen auch die Sicherheitskräfte Nigerias wieder in die Kritik. Ihnen wird von mancher Seite bereits heute vorgeworfen, im besten Falle unfähig, im schlimmsten Falle unwillig zu sein, sich mit den islamischen Terroristen der „Boko Haram“ – Gruppe und ihrer Helfershelfer (Fulani) auseinanderzusetzen. Es wäre im Bereich des Möglichen, dass von Polizei und Armee bereits Waffen und Ausrüstungsgesgenstände an die Terroristen „durchsickern“.

Aber am Samstag scheint die „Joint Task Force“ (vereinte Einsatzgruppe) aus Polizei und Militär ihrer Aufgabe gerecht geworden zu sein, denn sie schlug angeblich die Attacken unter Verlust zweier Polizeibeamter nach stundenlangem Kampf zurück. Wie in solchen Fällen üblich, verschwanden die Angreifer „spurlos“. Sprecher der Fulani-Interessengruppen haben mittlerweile die Vorwürfe, die Angreifer hätten ihrer Volksgruppe angehört, zurückgewiesen. Jedoch haben ähnliche, weniger große und konzertierte Überfälle gezeigt, dass der Konflikt zwischen überwiegend nomadischen Fulani und ackerbauenden, sesshaften Ethnien wie den Berom, zumeist von den Fulani ausgehen. Raten Sie mal, welches der beiden Völker auch noch Muslime sind und welches nicht. Bereits in den Jahren 2008 und 2010 war es zu massiven Kämpfen mit Hunderten von Toten gekommen. Diese jüngsten Attacken wurden von einem Sprecher der Joint Task Force in jedem Falle als „ausgeklügelt“ bezeichnet. Es scheint, als stünde Nigeria am Rande eines möglicherweise religiös motivierten Bürgerkrieges.

Am Sonntag, den 08. Juli 2012, wurden in Jos zwei Politiker auf dem Weg zu einer Massenbeerdigung der Opfer der Attacken vom Vortag auf dem Friedhof von Barkin Ladi ermordet. Wie der katholische „fidesdienst“ berichtet, seien bei einem bewaffneten Überfall dort mindestens 22 Menschen getötet worden.

 Bei dem Attentat vom Sonntag starben 22 Menschen, darunter auch der Senator Gyang Dantong und der Vorsitzende der Mehrheitsfraktion im Parlament des Staates Plateau, Gyang Fulani.

Beide Politiker gehörten laut fidesdienst ebenso wie die Opfer der Angriffe vom Samstag dem Volk der mehrheitlich christlichen, sesshaften Berom an. Zu dem Attentat im Stadtteil Barkin Ladi bekannte sich mittlerweile die „Boko Haram“.

BETEN WIR WEITER FÜR NIGERIA. DAFÜR, DASS EIN MÄCHTIGES EINGREIFEN GOTTES DORT DEN FRIEDEN HERSTELLT, DEN MENSCHEN ZERSTÖREN WOLLEN.

(Quelle: „christian today“ vom 09. Juli 2012 und „fidesdienst“ vom 10. Juli 2012)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s