Indien: ein absurdes, wiederholtes Schema der Einschüchterung

Es scheint, als müsste ich den selben Artikel immer wieder schreiben. Nur mit anderen Ortsnamen und anderen, betroffenen Pastoren. Die Verfolgung in bestimmten, indischen Bundesstaaten hat mittlerweile eine Schematik gewonnen, die an Simplizität nicht zu überbieten ist, aber auch immer wiedererkannt wird.

Karte von Indien

Indien

Wie sieht solch eine Aktion gegen Christen in den Bundesstaaten Karnataka, Madhya Pradesh, Orissa oder Kaschmir aus ? Hier das „Kochrezept“ für „Curry-Christenverfolgung“: Nun, zunächst einmal sucht man sich eine kleine, möglichst weit abgelegene Hauskirche irgendwo in der Provinz. Dann nehme man einige besonders fanatische Hindu-Nationalisten und erzähle ihnen, dass Christen echte Hindus grundsätzlich nur durch Lügen, Gewalt oder Bestechung zur Konversion zum Christentum bringen können. Dann erinnere man seine Fanatiker daran, dass „wahre Inder“ ohnehin nur Hindus sein könnten und das Christentum die Einheit und Stabilität der Nation bedrohen.

Nun warte man schön bis zum Sonntag, oder einem gut besuchten Gebetstreffen und stürme dann mit möglichst vielen, zum Randalieren neigenden Mitstreitern den Gottesdienst der fraglichen (Haus-) Kirche. Man beschimpfe die Anwesenden in der denkbar widerlichsten und rüdesten Art und Weise und trample auf ihrem Glauben und ihren dort herumliegenden Schriften herum. Den sog. „Pastor“ verprügle man am besten ordentlich und beschuldige ihn der Zwangskonversion, die in unserem Staat illegal ist. Dann rufe man, nachdem die Gemeinde ordentlich in Angst und Schrecken versetzt wurde und einige dieser „Christen“ ordentlich vermöbelt wurden, die Polizei und erstatte Anzeige gegen den Gemeindeleiter. Dieser wird, wenn die Aktion perfekt sein soll, dann auch noch von uns zur Polizeiwache gebracht.

Bei aller Ironie, mit der ich dieses „Kochrezept“ gewürzt habe, aber genau so primitiv finden derzeit die regelmässigen Überfälle auf kleinere Hausgemeinden in Indien statt. Beinahe jede Woche könnte ich einen derartigen Artikel schreiben und nur, weil ich die Abstumpfung meiner Leser durch den Wiederholungseffekt fürchte und auch meine Zeit rational verwenden möchte, weigere ich mich, alle Übergriffe en detail wiederzugeben.  Hiervon mache ich jetzt mal wieder eine Ausnahme. Der vom jüngsten Überfall nach o. g. Schema betroffene Pastor ist der 35-jährige Mounesh. Die betroffene Gemeinde liegt in Doddakatte im indischen Bundesstaat Karnataka. Das Datum des Überfalls war Freitag, der 06. Juli 2012. Ein Gebets- und Fastentreffen zu Gunsten der kleinen, ca. 50 – köpfigen Hauskirche war das Ziel der Aktivisten von der Gruppe „Sangha Parivar“, eines Dachverbandes indischer Hindu-Nationalisten.

Gegen 16.00 Uhr stürmten die Sangha-Parivaristas in 30-Mann-Stärke in das Haus der Versammlung, begannen mit den rituellen Beschimpfungen in der widerlichsten Gossensprache, begannen, auf die Gläubigen einzuprügeln und riefen dann die Polizei, um Pastor Mounesh verhaften zu lassen. Die Polizisten nahmen in auch tatsächlich mit, um ihn zu befragen.
Pastor Mounesh ist ein gutes Beispiel dafür, dass Christus Leben verändert. Er war, noch bevor er Christus folgte, in einen Mordfall verwickelt, wurde zu 8 Jahren Gefängnis verurteilt und erfuhr dort von der Liebe Gottes durch den Christus. Er bekehrte sich und beschloss unmittelbar nach dem Verbüßen seiner Haft, sein Leben ganz in den Dienst Gottes zu stellen. Nun erzählt er jedem, den er trifft vom Evangelium und baut seine Gemeinde auf. Das „Global Council of Indian Christians“ (GCIC) beobachtet den Fall.

BITTE BETEN SIE AUCH FÜR PASTOR MOUNESH UND SEINE GEMEINDE. SOLCHE KLEINEN HAUSKIRCHEN KÖNNEN DER AUSGANGSPUNKT EINER ECHTEN ERWECKUNG SEIN.

(Quelle: „christian persecution update“ vom 07. Juli 2012)

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