Sind wir bereit für die Katakomben ?

Haben Sie jemals darüber nachgedacht, wie die Situation der Christen in Deutschland, in Europa in einer oder zwei Generationen aussehen wird ? In welchem geistlichen und weltlichen Umfeld werden Ihre Kinder und Enkel den Glauben praktizieren oder zumindest kennenlernen ?

Stift zu Kommentaren.

Kommentar

Prognosen sind schwierig, die Gabe der Prophezeiung (oder Auslegung) habe ich auch nicht, also bin ich auf bestimmte Indizien angewiesen, wenn es darum geht, Entwicklungen, die für das Evangelium Relevanz besitzen, nachzuzeichnen und in die Zukunft zu projizieren. Schon vor Jahren wies mich ein Bruder, der sich bereits seit längerer Zeit mit den Parametern der Existenz des Christentums in Europa befasst hatte, darauf hin, wie wichtig es für uns Gläubige werden könne, so viel von der Bibel auswendig zu wissen, wie möglich. Auf meine erstaunte Nachfrage, warum im Zeitalter von Internet-Bibeln, diversen Übersetzungen und diversen Speichermedien für das Wort Gottes unser Gedächtnis noch so einen hohen Rang einnähme, antwortete er mir ganz deutlich. Er tat dies mit einer Warnung, dass Glaubens-, Gewissens- und Religionsfreiheit, so wie wir sie heute in weiten Teilen Europas und in Deutschland kennen, eben auch nur eine Gnade Gottes sind, derer wir uns würdig erweisen müssten. Aber dieses unverdiente Geschenk könne auch wieder zurückgezogen oder doch zumindest vom Feind so sehr angegriffen werden, so dass wir es verteidigen und darum kämpfen müssten.
Sie werden verstehen, liebe Leser, dass ich damals als frischbekehrter Christ, der noch ganz in der Freude über die Befreiung durch Christus schwelgte, nicht recht verstand, welche gut gemeinte Warnung mir der Bruder damit zukommen liess. Erst vor wenigen Tagen aber erzählte mir eine gute Freundin davon, dass ihr eine mittlerweile zum Herrn heimgegangene Glaubensschwester schon vor vielen Jahren immer wieder dieselbe Frage gestellt hatte, die ganz offensichtlich ihre Wirkung nicht verfehlte: „Bereiten euch die Pastoren auch auf die Katakomben vor ?“ Zugegeben, wir Christen als notorisch positiv und hoffnungsfroh eingestellte Menschen hören solche Mahnungen nicht gerne. In unserem festen Gottvertrauen und im Bewusstsein, dass Christus der Sieger war, ist und sein wird, blenden wir ein gutes Stück Realität manchmal nur zu gerne aus und ziehen uns in den geistlichen „Schutzraum“ zurück, der eben nur zu oft zum weltabgewandten Elfenbeinturm wird. Es gibt jedoch Hinweise, dass auch die Wohlfühlzone der Christen in diesem Land nicht ungefährdet ist.
Welche derartigen Hinweise gibt es, die Besorgnis erregen könnten ? Was könnte unsere Verkündigung so reduzieren, dass die „Katakomben“ wieder auf uns warten ? Auch dies ist schwer vorherzusehen. Aber ich möchte Ihnen, liebe Mitbeter, Mitchristen und Leser, einmal ein paar Sachverhalte der letzten Monate vorstellen:

  1. ein von offensichtlicher Abneigung gegen die katholische Kirche getriebener Internet-Blogger bezeichnete vor nicht gar so langer Zeit diese als (bitte verzeihen Sie mir diesen Ausdruck, ich werde ihn nicht wiederholen) „Kinderficker – Sekte“. Auf Unterlassung dieser Beleidigung verklagt, urteilte eine Berliner Amtsrichterin, dass diese Äußerung durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt sei und nicht gelöscht werden müsse.
    Die Ungleichbehandlung der Religionen in diesem Land wird Ihnen sicher dann klar, wenn Sie sich die Reaktionen vorstellen, wenn dieser Mann das Gleiche über den Islam geschrieben hätte. Es gibt dazu sogar ein „passendes“ Beispiel aus Österreich, das uns zeigt, wie weit es in Europa bereits gekommen ist. Die Menschenrechtsaktivisten Elisabeth Sabaditsch-Wolff hatte dabei auf islamische Quellen gestützt den „Propheten“ Mohammed als Kinderschänder bezeichnet und wurde daraufhin von einem österreichischen Gericht wegen „Hassrede“ verurteilt. Die Berechtigung ihrer Aussage wurde dabei ebensowenig geprüft wie im Berliner Amtsgericht.
    Fazit: Alle sind gleich vor dem Gesetz, aber einige sind gleicher.
  2. Vor wenigen Monaten gab der Direktor der BBC Studenten ein Interview, in dem er offen zugab, dass selbst die wiederlichsten Verhöhnungen Christi und des Evangeliums in seinem Sender willkommen seien, während er keinerlei Toleranz in dieser Hinsicht üben würde, wenn die entsprechenden Beiträge den Islam thematisierten. Der ehemalige Nachrichten-Anchorman der BBC, Peter Sissons, hatte bereits im Vorjahr darauf hingewiesen, dass Christen in der Berichterstattung des staatlichen Senders zu „Freiwild“ geworden seien, während man den Islam betreffende Themen gar nicht oder nur äußerst zuvorkommend anspreche.
    Fazit: Die Medien schiessen sich (zunächst einmal in England, aber glaubt ihrgendeiner von Ihnen, liebe Leser, tatsächlich, hierzulande wäre es anders ?) auf diejenigen ein, die immer schön „die andere Wange hinhalten“, statt Redaktionen mit Bomben zu bedrohen.
  3. Mittlerweile darf hierzulande auch offen zum Abfackeln von Kirchen aufgerufen werden, wenn sie Verursacher dieser Hasspropaganda nicht oder nicht im Inland ausfindig gemacht werden können. Aussagen wie „schade, dass kath.net nicht brennt“ und ähnliche Sprüche, die Brandanschläge auf Kirchengebäude nahelegen, bleiben straffrei, wenn die Polizei sehr viel Aufwand auf die Verursacher dieser Hasspropaganda verwenden müsste.
    Fazit: Wer Christen aus der Deckung heraus angreift, muss keine weltlichen Gerichte fürchten. Das sind schon fast pakistanische Zustände.
  4. Unlängst wurde zum ersten Male in der Geschichte des Christentums in Deutschland ein ehemals von Methodisten genutztes Kirchengebäude an (alevitische) Muslime verkauft. Der ungeschriebene Konsens war vorher, dass ehemalige Kirchengebäude, die von den Gemeinden nicht „gehalten“ werden konnten, zwar verkauft, aber nicht in Gebetshäuser anderer Religionen umgewandelt werden sollten. Ehemalige Kirchen, die Kunsthallen, Konzerträume, Museen oder Galerien geworden sind, gibt es ja zur Genüge. Zumindest in meiner Region. In Einzelfällen wurde sogar eine Kirche in ein Bürogebäude umgewandelt und eine andere in ein Wohnhaus. Aber welcher Christ möchte schon, dass auf einstmals geweihtem Boden „wer-weiss-wass“ verehrt wird ? Ist ein Tabu mal gebrochen, dann könnten irgendwann auch Satanisten ein Gotteshaus erwerben, wenn sie nur über genügend Mittel verfügten.
    Fazit: Der „demographischen Entwicklung“ folgend und angelehnt an die massive Entchristlichung unserer Nation können Gebäude, die von Gemeinden nicht mehr unterhalten werden können, also nicht nur an den Staat sondern an „jedermann“ abgegeben werden. Höchstens der Denkmalschutz kann diese oftmals historischen Bauten dann noch davor retten, in „wer-weiss-was“ verwandelt zu werden.
  5. In deutschen TV-Gottesdiensten kann es mittlerweile, wie am 17. Juni 2012 passiert, vorkommen, dass Imame dort auftauchen und wohlig-warme Worte über die gute Verständigung der Glaubens-Gemeinschaften bestimmter Städte oder Stadt-Teile ausgetauscht werden. Nun, wir Christen sind ja immer dafür, den Frieden zu suchen, ihm „nachzujagen“. Aber wo endet diese „Inklusionstheologie“ ? Wo sind die Grenzen dessen, was man gerne in den „Frieden“ integrieren möchte ? Ist dies auch noch der Frieden Gottes ? Müssen wir morgen damit rechnen, dass Sufi-Derwische in den Kirchen medienwirksam ihre Tänze aufführen oder Schamanen die „Geister“ beschwören ?
    Fazit: Auch hier wurde wieder ein Tabu gebrochen. Wenn ich einen Gottesdienst besuche, dann sollte Gott dabei im Mittelpunkt stehen, sollte Sein Wort verkündet werden und die Freude über die Erlösung durch Christus die Menschen erfüllen. Kommunales Engagement feiern, können wir auf weltlichen Veranstaltungen zur Genüge.
  6. Der Kirchenrat Michael Martin von der EKD in Bayern hat vor gar nicht so langer Zeit einmal seine voller Verachtung für das Thema Christenverfolgug und damit indirekt auch für deren Opfer ans Tageslicht befördert, als er auf einer Konferenz Bemerkungen machte, die man freundlich als „flapsig“, kritisch als widerlich bezeichnen muss. Wer seine Ignoranz mit Vergleichen aus der Wirtschaftspolitik begründet, muss sich nicht wundern, wenn Menschen, deren Herzen für das Evangelium brennen, der EKD in Scharen den Rücken kehren.
    Fazit: Wenn schon die Kirchenleitungen und -Bürokraten schon so „dickfellig“ geworden sind, brauchen wir uns nicht darüber zu wundern, dass die weltweite Christenverfolgung hierzulande in den Gemeinden weitgehend ignoriert wird und nur engagierte Christen von der Basis, Einzeipersonen wie Schwester Hatune und Vereine wie AVC, HMK und Open Doors dieses Thema am Leben halten.
  7. In deutschen Kirchen gibt es mittlerweile nicht nur homosexuelle Pfarrer, sondern mittlerweile sollen auch ihre „Lebenspartner“ in „seelsorgerisch begründeten Einzelfällen“ in das Pfarrhaus Einzug halten dürfen. Die sächsische Landeskirche befindet sich wegen dieser, nicht durch das Wort oder seine Prinzipien gedeckten Entscheidung in einer tiefen Krise. Das „Evangelisationsteam“ der dortigen EKD, in dem u. a. der im Ruhestand befindliche, aber dennoch unermüdliche Pastor Theo Lehmann mitarbeitet, hat nun den Aufstand geprobt. Lehmann, sowie der Evangelist und Leiter der Evangelisation Lutz Scheufler haben eindeutig im Sinne des Wortes Gottes Stellung bezogen und werden nun von ihrem Landesbischof Bohl in der hochmütigsten Art und Weise als „Spalter“ gemaßregelt.

Ich denke, wir brauchen nicht noch mehr Infos, um zu sehen, dass das Evangelium von „innen und außen“ Angriffen ausgesetzt ist. Maßgebliche Inhalte unseres Glaubens werden von um die „zeitgemäße Relevanz“ der Kirchen besorgten Hirten aufgegeben, während Medien die Stimmung gegen Christus vergiften und Linksradikale versuchen, uns den Boden unter den Füssen wegzuziehen und sie auch Gewalttaten gegen Kirchen vorbereiten. Dass unterdessen der Islam im Lande Luthers, der nicht umsonst immer wieder vor „den Türcken und Mahometisten“ gewarnt hat, an Boden gewinnt, erscheint da schon beinahe folgerichtig. Wo Christen ein derart schlechtes Bild abgeben, da blühen Atheismus-Materialismus, Islam, Okkultismus und ähnliche Dinge auf und gebärden sich völlig unkontrolliert als Herren im Lande.

Nicht, dass ich den Kirchen das Recht absprechen möchte, sich durch Erneuerung und Reformen wieder attraktiv zu machen und den Entchristlichungsprozess Deutschlands durch das Gewinnen neuer Mitglieder aufhalten zu wollen. Aber die Aufgabe wesentlicher Inhalte und konsensualer Regelungen zwischen den Konfessionen wird das Christentum eben nicht attraktiver, sondern ganz im Gegenteil beliebiger machen. Auch die schwindende Begeisterung für beide staatlich alimentierten Großkirchen in Deutschland macht dies deutlich. Leere Kirchenbänke inklusive.
Mal ehrlich, was unterscheidet denn beispielsweise die EKD heute noch von irgendeiner beliebigen NGO ? Eigentlich nur die Tatsache, dass Pfarrer noch immer Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen vornehmen dürfen, während der Vorsitzende meines Lieblings-Sozialprojektes das wohl noch nicht darf. Hinter alldem steht wohl auch das falsche Verständnis von Glauben, das sich mittlerweile durch alle Kirchen zieht. Man soll zuallererst Gemeinde-, soll Kirchenmitglied sein und dann darf man auch noch Nachfolger und Anhänger Christi werden. Eine lebendige Beziehung zum Erretter der Menschen, zum guten Geist Gottes und zum Vater, der beide gesandt hatte,  erscheint nur noch ein Sekundärprodukt einer „Vereinsmitgliedschaft“ zu sein und nicht mehr eine Voraussetzung der Bekehrung und des Anschlusses an eine Gemeinde zu sein.

In diesem Zusammenhang beklage ich auch das Fehlen des frühchristlichen „Märtyrergeistes“ der Urgemeinden in unseren Kirchen. Durch das fehlende Bewusstsein dafür, wie hoch auch heute noch der Preis der Nachfolge Christi  wirklich sein kann, ist uns viel an Rückgrat verloren gegangen und die Christen hierzulande verstehen sich so oft nur noch als Angehörige eines seelischen „Kuschelclubs“, der von Zeit zu Zeit auch mal vom gesellschaftlichen Konsens getragenes Engagement zeigen darf. Etwa „gegen Atomkraft“, „gegen Rechts“, „gegen Stuttgart 21, Bahnhöfe, Stromtrassen, Flughäfen, Islamophobie, Globalisierung, oder für interreligiösen Dialog…“. Suchen Sie sich etwas aus, liebe Leser, es ist ein Grabbeltisch gesellschaftlich akzeptierter und medial unterstützter Anliegen.

Dass in solch einer „NGO unter dem Kreuz“ natürlich kein Platz für die Beschäftigung mit „unangenehmen“ Themen wie der Christenverfolgung ist, versteht sich von selbst. Wer sich nämlich damit befasst, muss auch die Ursachen analysieren und wird, wenn er ehrlich ist, zu beängstigenden Schlüssen kommen müssen, die einem den Schlaf rauben könnten. Sie könnten auch zum Umdenken und zur Aktivität führen und wer will schon gerne seine eingefahrenen Bahnen verlassen, selbst wenn die Gleise nirgendwohin führen ?

Zurück zur Zukunft: Wohin driftet ein Christentum, das von innen her immer schwächer und konfliktscheuer wird ? (Ich liebe das von einem Bruder geprägte Wort von der „Konfliktvermeidungstheologie in unseren Kirchen“.) Ein Glaube, der von außen immer stärker verachtet, marginalisiert und gehasst wird ? Das hängt wohl von uns Gläubigen an der Basis ab. Ich gestehe, dass ich meine „Ehrfurcht“ vor Gemeinde- und Kirchenleitern schon lange abgelegt habe und meine Ehrfurcht vor dem, der kam, um uns alle zu retten, derweil immer größer wird. In Zeiten, wo Bischöfe dem Zeitgeist nach-hecheln und den Ausverkauf von bibischen Werten und kirchlichen Immobilien betreiben, müssen die echten, bibelorientierten Christen die „klare Kante“ und die Zukunftsfähigkeit des Christentums selbst herstellen. Seien wir nicht länger Befehlsempfänger gottverlassener Vorbeter, sondern machen wir uns unsere eigenen Gedanken und handeln dementsprechend. Das Gewissen jedes Christen ist individuell und unteilbar. Wenn wir uns diesem verpflichten und das Wort Gottes (Johannes 1,14) im Mittelpunkt unseres Lebens steht, hat das Evangelium, hat das Christentum in diesem Land eine Chance.

Ansonsten sollten wir uns auf die Katakomben vorbereiten und einen „Untergrund“ vorbereiten, in dem die letzten Gläubigen ganz ähnlich wie die allerersten dahindämmern werden. Nur mit dem kleinen, aber entscheidenden Unterschied, dass die ersten Geschwister eine Zukunft vorbereiteten, die letzten aber nur „das Licht ausmachen“, bevor der Pantokrator wiederkehrt.

Gott segne Sie alle !

ihr

Martin Clemens Kurz

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13 Gedanken zu “Sind wir bereit für die Katakomben ?

  1. Ja lieber Martin, das sehe ich ähnlich.

    Zumal wenn man sich etwas mit den Dingen beschäftigt, die technisch bereits möglich sind und praktiziert werden, sei es der Chip im Körper oder die umfassende Überwachung sieht. Dann wird einem klar, dass wenn es in dieser Schnelligkeit weitergeht, wir als intolerante Minderheit nicht mehr lange Redefreiheit haben.

    Das Auswendiglernen von Bibelversen habe ich deshalb schon länger begonnen, was mein faules Ego aber immer wieder boykottiert. 🙂

    Ich finde es ungeheuer ermutigend, wenn ich bedenke, dass John Bunyan in seiner langen Gefangenschaft das schönste Buch nach der Bibel (die ja kein Buch in dem Sinne ist) schrieb.

    Reduziert auf das Wesentliche wird wohl schnell klar, was dich trägt.

    Die Zeit momentan finde ich relativ unerträglich. In allem muss man sich abschotten, was Werbung oder anderes betrifft, die Menschen sind nicht mehr wie vor 20 Jahren, sondern – was den Glauben betrifft – hart wie Stein. Neulich sprach ich mit einem Patienten über meinen Glauben an Christus. Er lehnte eine weitere Unterhaltung schroff ab.
    Jetzt ist er tot – epilepischer Anfall, dann hat es nur noch einige Tage gedauert…

    Wie oft erlebe ich das. Man redet über den Herrn, über die Ewigkeit, man gibt Zeugnis über die eigene Hoffnung – und die Leute machen zu.
    Die, die ich habe, enden meist letal, das liegt am Beruf. Aber was hätten sie für eine allerletzte Chance…

    Deshalb finde ich es überaus wichtig, solche Artikel wie über die Katakomben.
    Denn wir müssen h e u t e anfangen, zu wählen, wem wir dienen wollen und aufhören, auf beiden Seiten zu hinken.
    Sonst werden wir in den Katakombem weich werden.

    Man denke an unsere aktuellen Glaubenshelden wie Youcef, Farshid oder die beiden Männer in den USA, von denen Du berichtet hast. (Danke an der Stelle für Deine wertvolle Arbeit !!!)
    Hut ab von jenen Brüdern!

    Gruß
    Ute

    • Dank für das freundliche Lob. Ja, diese Erfahrung kenne ich. Sobald ich mich in einem „indifferenten“ oder „weltlichen“ Umfeld als Christen „oute“, machen die Leute ganz schnell dicht. Außer denen vielleicht, die mich bereits etwas länger kennen, die schütteln dann den Kopf und tun meinen Glauben als „Spinnerei“ ab, so wie man ungewöhnliche Hobbies von netten Nachbarn ja auch toleriert.
      Anders gesagt: Als Evangelist wäre ich ein absoluter Totalversager, eine vollkommene Nullnummer. Das macht nix, jeder muss seine Gaben kennen und eben auch die, die er nicht hat.
      Ich kann nur ahnen, was du empfindest, wenn Patienten, denen du sozusagen im „allerletzten Moment“ den Rettungsring zuwirfst, ihr Seelenheil achtlos fortwerfen und dann wenige Tage später verloren gehen. Wie hältst du das aus ? Wieviel Gebet und Gottvertrauen braucht man für diese Arbeit ? Aber, wenn ich mal ein wenig „calvinistisch“ argumentieren darf: Der Herr weiss und hat entschieden, wer errettet ist und wer verloren geht. Wir sind nur seine Hände und Münder, um den Willen kundzutun. Das macht demütig.

      • Ja, so viel Calvinismus akzeptiere ich auch – der Herr weiß, wer Ihn annehmen wird.
        Der Verantwortung entläßt das den Menschen nicht, aber das ist ja klar.
        In dem Beruf bekommt man schnell heraus, wer wo steht und ich habe es vielleicht 2 – 3 x in all den Jahren erlebt, dass ein Herz Christus gegenüber weich wurde.

        Einmal, es war ein Patient im letzten Stadium Kehrkopf CA – der hat sich bekehrt, gründlich.
        Das war wunderschön so etwas erleben zu dürfen.
        Aber die Schwere der Erkrankung wurde (meines Eindrucks nach) nicht gelindert. Es war ein schreckliches Sterben. Jedoch ist es wohl nichts gegen eine Ewigkeit ohne Gott.

      • Haha, ich als „Prediger der Prädestinationslehre“. 🙂 Gerade gestern erst habe ich einen bekannten, sehr calvinistisch orientierten Pastor im Gespräch mit Freunden verbal attackiert, bis die Schwarte krachte…. Mir geht´s eben darum, dass man nicht vergisst, zu evangelisieren, vor lauter „Gott weiss schon, wer errettet wird und wer nicht.“
        Ich finde es schön, zu hören, dass es eben auch Rettungen gegeben hat. Nur für diese Momente lohnt es sich, weiter Zeugnis zu geben. Jeder bekommt den vollen Lohn, egal wie lange sie oder er im Weinberg gearbeitet haben. Irgendwie stelle ich mir die Ewigkeit ohne Gott, die Hölle so vor, dass die Dinge, die ich hier auf Erden am widerlichsten fand, mir bis in alle Ewigkeit zustoßen und nie aufhören werden. Ein dauerhaftes Gespräch mit Frau Bischöfin Kässmann oder der Besuch eines „interreligiösen Dialog-Treffens“, das nie endet…

  2. Jeder Satz spricht mir aus der Seele.
    Aber der Untergrund wird nicht nur Schutz bieten müssen zum Praktizieren christlichen Glaubens, sondern grundsätzlich zu tradierten europäischen Lebensweisen.

    • Wer weiß. Es sieht in jedem Falle momentan sehr stark danach aus. Alles Tradierte wird nicht nur hinterfragt (was richtig ist, denn Reformen sind schon in Ordnung, aber eben nur, wenn sie sinnvoll sind. Was nicht kaputt ist, muss man nicht reparieren.), sondern gehasst und systematisch zerstört. Das wird uns auf den Kopf fallen und ist eigentlich schon dabei. Wahrscheinlich werden wir in den Katakomben nicht nur die Bibel, sondern auch Theodor Körner oder Thomas Mann lesen. Oder wenn nicht mehr wir, dann unsere Kinder.

    • Ja, ich habe auch einmal ein Gespräch mit einem Verfechter der Prädestenationslehre geführt.
      Es ging über Stunden und es drehte sich komplett im Kreis.

      Alles was ich sagte, wurde auf Gottes Entscheidung, quasi fast fatalistisch beantwortet.

      Warum der Mann noch evangelisiert, ist mir schleierhaft.

      Wir stehen ja alle paar Wochen auf der Straße zum Missionieren, dazu braucht man aber die Gewissheit der Verantwortung des Menschen.
      Hätten die Calvinisten recht, wäre jeder Appell an die Entscheidungsmöglichkeit für Christus sinnfrei.

      Trotzalledem – ein Spurgeon hat ja die schönsten Texte verfasst und so gute Beispiele gebraucht. Aber viele unserer Glaubensväter waren ja von der Erwählung überzeugt und sind uns trotzdem Vorbilder in Wort und Werk.

      Ich denke, wir irren alle sehr und wenn wir es nicht in der Lehre tun, dann im fehlenden Umsetzen der Heiligen Schrift.
      Heute in der Predigt gehört: Was du sagst, zeugt nicht von deiner Glaubensüberzeugung. Allein was du tust, zeugt von deinem Glauben.

      Das stimmt – man kann reden, aber das Leben redet lauter.

      • Sehr schön gesagt.

        Aber viele unserer Glaubensväter waren ja von der Erwählung überzeugt und sind uns trotzdem Vorbilder in Wort und Werk.

        Genau. Man sollte das mit der Prädestination auch nicht auf die Spitze treiben. Unser Anteil an der Errettung von Nichtchristen und unser menschlicher Anteil am Werk und Reich Gottes dürfen eben nicht unterschätzt oder gar „unterlassen“ werden. Man mag ja über Joyce Meyer denken, was man will, aber sie hat manchmal ganz wunderbar praktische „Faustregeln“ für das geistliche Leben parat. Einer meiner Lieblingssätze ist der: „Wir Menschen müssen tun, was wir können, damit Gott tun kann, was nur Er tun kann.“ So herum gefällt mir das auch schon viel besser. Wir tun das Unsere und Gott gibt Seinen Segen ganz nach Seinem großen Plan, den nur Er kennt, hinzu. Da können nun Prädestinations-Calvinisten und „Wachstums-“ orientierte Charismaten draus machen, was sie für biblisch und gottgewollt halten. Ich versuch mich von den Denominations-Reibereien fernzuhalten und einfach nur auf das Wort und den, der es uns gegeben hat, zu hören.

        Was du sagst, zeugt nicht von deiner Glaubensüberzeugung. Allein was du tust, zeugt von deinem Glauben.

        Der Brite sagt „action speaks louder than words“ – Taten sprechen lauter als Worte. Ich sag, ganz im Sinne des Blogthemas, dann immer: Wofür wir beten, offenbart unsere Herzenshaltung.

  3. Die Eingangsfrage kann hier uneingeschränkt verneint werden. Wir sind nicht (mehr) bereit für die echte Nachfolge Jesu. Das können wohl nur Christen schaffen, die in Verfolgungs-, Diskriminierungs- und Mobbingsituation aufgewachsen sind. Für Europa gilt religiös: Wenn es dem Esel zu wohl ergeht, geht er aufs Glatteis. Eine wahre Erkenntnis. Wir haben hier offensichtlich viele Jahrzehnte des Friedens verbringen dürfen, die uns jede Vorsicht hat vergessen lassen, jede Glaubensstärkung hat vermissen lassen und für jede Form des Relativismus offen waren und sind. Alles ist relativ. Dabei wurde dann die Suche nach der christlichen Wahrheit förmlich eingestellt, denn alle Religionen sind ja gleich gut, alle Ideologien sind ja gleichwertig, weil alle Menschen gleich sind.

    Ja, die Menschen sind alle gleich geliebt von Gott. Der Sozialismus hat aber die Eigenart, vornehmlich atheistisch humanistisch daher zu kommen, quasi als eine Religion ohne Gott. Wenn Gott jedoch fehlt, ist der Mensch auch nicht gleich, da er ja materialistisch eher von seiner Funktion her, von seinem Nutzen her zu sehen ist. Man hat vergessen, dass der Mensch als Ebenbild Gottes mit der Fähigkeit ausgestattet, Liebe zu geben, in seinem Wesen in seiner Seele grundsätzlich gleichwertig ist, in seiner Funktion jedoch unterschiedlich, weil mit unterschiedlichen Fähigkeiten ausgestattet. DEr atheistische Sozialismus hat eine große Schwierigkeit der Definition des Menschen, der ja in seinen Augen rein zufällig evolutionär entstanden ist. Er muss, um sich ein „menschliches Antlitz“ geben zu können, das in der Natur durch die Evolution eingesetzte Gesetz des Stärkeren nach außen hin negieren, übernimmt somit zu diesem Zweck die christliche abgespeckte (man denke an die Abtreibungs- und Euthanasiefrage) Soziallehre, kann es aber jederzeit, wenn es ihm beliebt und es ihm nützlich erscheint wieder aus dem Versteck herausholen. Denn letztlich wird er ohne dieses sich selbst entwickelte, sich selbst tragende Naturgesetz des Rechts des Stärkeren nicht auskommen können.

    Der Geist des romantisierenden Sozialismus, des Gutmenschentums, hat von den Menschen Europas Besitz ergriffen und so kann bis in die Kirchenführungen hinein religiöse These lauten. Wir beten alle denselben Gott an.

    Dem ist nicht so!

    Das Christentum hat das Gottesbild, gründend auf dem Judentum durch eine „Gottesbildevolution“, die insbesondere von Jesus neu definiert und angestoßen wurde, hin zum wahren Gott der Liebe mit all seinen Auswirkungen der Gottes- und Nächstenliebe in einer idealisierten und auch in wenigen Fällen pragmatischen Form bestimmter heiligmäßiger Menschen in allen Konfessionen praktisch „kreiert“, die uns ein wenig hat sorglos werden lassen. Dass Gott der wahre Gott der Liebe ist ist heute unumstößlich christliches Gesetz. Und das ist gut so. Gott war schon immer so. Nur der Mensch hat dies nicht gesehen. Wir haben allerdings vergessen bei der Entwicklung der Sichtweise des christlichen Menschen auf Gott, dass es viele Menschen gibt, die eben einen chrakterlich gegenteiligen anderen Gott wie Allah anbeten oder keinen Gott anbeten oder sich vom Gott der Liebe abgewendet haben und in anderen Religionen, Ideologien Halt und Heil suchen oder es gibt viele Menschen insbesondere in Europa, die nur noch der Spaß- und Fun-Ideologie des Nihilismus nachhängen, Hauptsache Spaß. Jesus war kein Romantiker, sondern er war knallharter Realist. Er hat seinen Anhängern mehrfach Leid, Verfolgung und Tod, teilweise völlig missverstanden im Namen Gottes (Gott einen Dienst zu erweisen) vorausgesagt. Diese Voraussagen des wahren Ecksteines Jesus werden gern in Predigten abgehandelt, aber niemand warnt davor, dass sie jetzt hier zu aller Zeit, so auch in Zunkunft brutale Realität sein könnten. Die Verfolgungsszenarien sind ja schließlich seit ‚Ende des 2. WK so schön weit weg gewesen. Mit dem Einzug des Islam nach Europa hat sich das jedoch dramatisch verändert. In einigen Generationen wird Europa islamisch sein. Wie der Islam – in Mehrheit befindlich – mit Christen umgeht, dürfte hier – u. a. auf diesem Blog hinlänglich beschrieben – bekannt sein. Diese Realtiät, die Jesus für jeden Christen vorausgesagt hat, die sehenden Auges auf uns zukommt, wird mittels eines mir völlig unverständlichen Gutmenschenverdrängungseffekts einfach ignoriert.

    Wir sehen die demographischen, die sozialistischen Entwicklungen, die islamischen Entwicklungen (der islam wendet sich in aller Welt zunehmend dem Fundamentalismus zu, leider ist das Fundament des Islam Mohammed und nicht Christus), selbst die finanz- und wirtschaflichen Negativentwicklungen auf uns zukommen, ja gerade in Deutschland als Zahlmeister Europas und glauben noch immer ein Leben in Saus, Spaß und Braus führen zu können, als ob wir hier ein märchenhaftes unverrückbares Schlaraffenland auf Dauer eingerichtet hätten. Dass dieses ein Geschenk Gottes verbunden mit harter Arbeit der Menschen dieses Landes war und ist, ist uns offensichtlich nicht (mehr) bewusst.

    Herr Klemenz Kurz hat diese Negativ-Entwicklung innerhalb des Christentums in seinem Artikel hervorragend beschrieben. Herzlichen Dank für diese Erkenntnisse.

    Wohlfühlkirchen und ein Wohlfühlchristentum können auf Dauer keine glaubensfähigen Zeugen Jesu sein. Sie werden wieder dazulernen müssen und sich auf ihren Herrn Jesus in all seiner facettenreichen Existenz beschäftigen müssen. Jesus war halt nicht nur der Kumpel von nebenan, sondern seine Worte waren ernst und sein Wirken war echt. Diese wahrheitsmäßige Echtheit fehlt zunehmend den Christen hier in Europa. Gratmesser ist der Umgang von Christen, denen es gut geht mit Christen, denen des schlecht geht. Und da liegt Vieles im Argen. Wer verfolgte Christen und auch politisch verfolgte Menschen nur bestimmten Organisationen überlässt und nicht im Herzen der Christenheit platzieren kann, damit das Wohlfühlchristentum keinen Kratzer bekommt, folgt Jesus nicht nach, ja er verleugnet Jesus wie Petrus ihn verleugnet hat und handelt wie Judas, der ihn verraten hat.

    • Vielen Dank für diesen Kommentar, für das freundliche Lob und die Gedanken, die Sie mit uns teilen. Eigentlich ist dieser Kommentar in seinem Umfang und seiner Thematik ja schon wieder selber ein Artikel. Denken Sie doch mal drüber nach, ob der nicht den Lesern in Gänze als eigener Beitrag zur Verfügung stehen sollte.
      Ansonsten: Volle Zustimmung. Da hab ich gar nix mehr zu ergänzen. Die Spaßgesellschaft regiert, während sozialistische Gesellschafts-Dekonstrukteure und Muslime ihre eigenen Pläne zielstrebig (und erfolgreich) verfolgen. Wie hat es ein Plakat bei einer Kundgebung letztlich mal gesagt:
      „Vom Fussball abgelenkt,
      von der Politik abgelinkt.“
      Nix gegen Fussball, ich schau auch gerne zu, aber deshalb schalte ich die aufmerksamen Sinne und den gottgegebenen Verstand noch lange nicht ab.
      ups, jetzt ist der Kommentar doch viel länger geworden, als beabsichtigt.

      • Danke für die Blumen. Leider ist das Thema nur zu ernst. Selbstverständlich können Sie über diesen KOmmentar ganz nach Belieben verfügen, ihn verändern und als Artikel einstellen.

  4. Pingback: Sind wir bereit für die Katakomben? « kopten ohne grenzen

  5. Lieber Bruder Martin Clemen, super, das ist mal ein Artikel, der zum Aufwachen der teilweise schon schlafenden Christenheit führen sollte!! Mich hat das sehr angesprochen und zum Nachdenken gebracht. Danke für die Offenheit und das unermüdliche Posten über Christenverfolgung auf dieser Site,

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