Nigeria: Vatikan: „absurdes Modell des Hasses“

Wer meine Artikel über Nigeria liest und denkt, ich wäre ein ahnungsloser Einpeitscher schlechten Gedankengutes und würde „maßlos übertreiben“, der befasse sich doch mal mit dem Kommentar von Vatikansprecher Pater Federico Lombardi.

Karte von Nigeria.

Nigeria

In der Ausgabe der Zeitung „il Messagero“ vom Montag, den 18. Juni 2012, nannte er die Situation in Nigeria ein „absurdes Modell des Hasses“ und weiter:

 Die Systematik der Attentate gegen die christlichen Kirchen am Sonntag ist grauenvoll und inakzeptabel.

Tja, da muss ich eigentlich gar nichts mehr dazu schreiben. Das spricht für sich. Pater Lombardi bezieht sich mit der letzten Aussage auf die jüngsten Anschläge auf Kirchen in Zaria und Kaduna vom vergangenen Wochenende, die nach jüngsten Meldungen ca. 50 Todesopfer gefordert haben.

Pater Patrick Alumuku ist für die Medienarbeit des Erzbistums der nigerianischen Hauptstadt Abuja verantwortlich.Er habe wie die meisten Christen Zweifel daran, dass der Staat noch für die Sicherheit der Gemeinden sorgen könne, berichtet er im Interview mit Radio Vatikan.

Deswegen haben sich die Bischöfe auch mit einem Appell zu Wort gemeldet. Die Menschen sind durch die nicht abreißen wollende Anschlagsserie zermürbt. Sie können das einfach nicht mehr ertragen. Auch wenn die Kirche zur Ruhe aufruft, glauben immer mehr Menschen, dass wenn die Regierung sie nicht mehr schützen kann, sie das selber machen müssen.

Der Pater spricht auch darüber, was Christen, besonders  im vom islamischen Terror geplagten Norden des Landes Nigeria, unternehmen, um nicht hilf- und wehrlose Schlachtopfer auf dem Altar des Hasses zu werden:

In den meisten Kirchen gibt es mittlerweile selbstorganisierte Sicherheitsdienste, die die Gemeinde vor allem während der Gottesdienste schützen. Diese gibt es mittlerweile in vielen Kirchen in Nordnigeria. Die sind dann relativ sicher. Die Kirchen, die das nicht haben oder haben können, blockieren einfach die ganze Straße, so dass die Selbstmordattentäter nicht mehr bis zu den Kirchengrundstücken vordringen können. Also werden jetzt die Bomben genau dort gezündet, an den Barrikaden, und genau das ist am vergangenen Sonntag passiert. Die Autos mit den Bomben explodieren auf der Straße, nicht auf dem Kirchengelände.

Eine tatsächlich „absurde“ Gewaltspirale, deren Logik sich wohl nur den völlig fanatisierten Anhängern eines Wüstenräubers und deren Sympathisanten erschließt. Es wurde außerdem bekannt, dass Junge Christen sich nach dem Anschlag in Kaduna nahe der Kirche versammelt und Straßen blockiert hatten. In anderen Kirchen der Stadt seien nach den Explosionen die morgendlichen Gottesdienste zügig beendet worden.

BITTE BETEN SIE WEITERHIN DAFÜR, DASS DIE STAATSMACHT IN NIGERIA TROTZ ALLEM DIE ÖFFENTLICHE ORDNUNG WIEDER HERSTELLEN KANN UND WILL. ANSONSTEN WERDEN GESCHWISTER WEITER VERTRIEBEN UND IHRER HÄUSER, KIRCHEN UND FAMILIEN BERAUBT.

(Quelle: „Radio Vatikan“ vom 18. Juni 2012)

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