Indonesien: 20 zwangsgeschlossene Kirchen sollen abgerissen werden

In den letzten Wochen kam die Nachricht über die zwangsweise Schließung von 20 Kapellen und Kirchen in der indonesischen Singkil-Region, Provinz Aceh, über mehrere Kanäle ans Licht.

Indonesien

In der Folge der Wahl eines radikal-islamischen Gouverneurs für die Provinz Aceh kam es zu diesen Maßnahmen.  Wie mir erst unlängst von „Indonesien-Missionaren“ glaubhaft versichert wurde, wächst in den letzten Jahren der unheilvolle Einfluss in Arabien „geschulter“, muslimischer Hassprediger und arabischer Zuwanderer auf die indonesichen Muslime. Diese an sich eher liberalen und toleranten, indonesischen Muslime werden in einen Strudel aus Ablehnung, Protest und Gewalt hineingezogen und wehren sich aus Angst davor,  zum „Apostaten“ erklärt zu werden und von ihren radikalen Glaubensbrüder ausgeschlossen zu werden nicht gegen diese Entwicklung.

Noch vor wenigen Wochen war nur die Rede von drei geschlossenen, christlichen Gebetsstätten. Mittlerweile hat sich die Zahl so dramatisch erhöht, dass die Parlamentsabgeordnete Eva K. Sundari nun Alarm schlägt. Sie gehört der Menschenrechtskomission des Gremiums an und beklagt vor allem die vollkommen unklare Rechtslage bezüglich der Errichtung und Erhaltung nichtmuslimischer Gebetsstätten sowie die Verbote an Muslime, der Errichtung einer Kirche in ihrer Nachbarschaft zuzustimmen.

Am Montag, den 11. Juni 2012, äußerte sie sich gegenüber den Medien zu den an sie von der “ United North Sumatra Alliance“ herangetragenen Fällen der Kriminalisierung von Kirchenbauten und deren nachfolgender Schließung. Es habe sich sogar eine seit dem Jahre 1932 offene, protestantische Kirche darunter befunden, die von den Gesetzen des unabhängigen Indonesien noch gar nicht betroffen sein kann, da sie vor der Unabhängigkeit von der einstigen Kolonialmacht Holland errichtet worden ist. Diese Kirche ist die „Pakpak Dairi“-Kirche und auch ihr droht nun der Abriss.

Kern des Konfliktes seien einander widersprechende Regelungen auf der Ebene des Gouverneurs und der Bundesregierung, sagte Frau Sundari. In Anordnungen zum Bau von Gebetsstätten seien widersprüchliche Voraussetzungen für die Genehmigung dieser Bauten enthalten. Zur Erinnerung: alle nichtmuslimischen Versammlungsstätten und Gebetshäuser müssen in dem Inselstaat offiziell genehmigt werden und dafür sind bestimmte „Hürden“ zu nehmen wie z. Bsp. das Einholen von Einverständniserklärungen lokaler Autoritäten und von „betroffenen“ Nachbarn oder eine bestimmte Anzahl von Unterstützungsunterschriften von Kirchenmitgliedern.

 Unter dem Minsterialerlaß kann ein Gebetshaus nur gebaut werden, wenn 90 Gläubige dafür unterschrieben haben, Der Erlass des Gouverneurs sieht dagegen eine Zahl von 150 Unterschriften vor.

Auch die Zahl der Unterschriften von Nachbarn, die für die Aufnahme eines Genehmigungsverfahrens erbracht werden müssen, variiert wohl in den Anordnungen und Gesetzen der unterschiedlichen Ebenen. Dies wurde nun von der Regionalverwaltung als Vorwand genommen, um die christlichen Gebetsstätten zwangsweise zu schließen und ihnen den Abriss anzudrohen. Die Provinz Aceh ist, nebenbei bemerkt, die bislang einzige Provinz Indonesiens, in der ganz offiziell die Scharia als Grundlage der Rechtssprechung Gültigkeit hat.

Die Abgeordnete mahnte nun Richtlinien der Zentralregierung an:

 Ausführungsvorschriften vom Innenministerium sind notwendig, damit lokale Beratungsgremien und die Polizei fair und in Neutralität zu allen Bürgern stehen können, anstatt sich intoleranten Gruppen zu beugen.

BITTE BETEN SIE AUCH WEITERHIN FÜR INDONESIEN. DIE TRADITIONELLE TOLERANZ UND LIBERALITÄT DES LANDES SIND AUF EINEM FÜR CHRISTEN FATALEN RÜCKMARSCH !

(Quelle: „the Jakarta Post“ vom 12. Juni 2012)

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