Deutschland: Appelle vom „open doors“-Tag in Kassel

Der diesjährige „open doors“-Tag in Kassel brachte wieder viel Information aus der Welt der verfolgten Christen in den Fokus der Christen in Deutschland. In diesem Jahr gingen eindringliche Appelle zur Solidarität von dieser Veranstaltung aus.

Der Leiter der palästinensischen und israelischen Bibelgesellschaft, der arabische Christ Labib Madanat, erinnerte uns nachdrücklich daran, dass der Leib Christi unteilbar und EINS ist.

 Ob in Freiheit oder Verfolgung: Wir gehören alle zu dem einen Leib Jesu. Daher sind auch Christen in Deutschland Teil der verfolgten Gemeinde.

Eine Erinnerung, ein Hineinsprechen ins Gewissen der deutschen Kirchen, das dringend geboten erscheint. Laut Madanat brächten Christen in den Palästinensergebieten und anderen Ländern dringend Ermutigung und Beistand von Menschen, die in Freiheit leben. Wer in einer Demokratie mit Glaubensfreiheit lebe, müsse sich noch mehr für jene einsetzen, die diese Freiheit nicht haben. Auf „Zeltmacher-Nachrichten“ wird weiterhin wie folgt berichtet:

 Nach seinen Angaben leben unter den 4,5 Millionen Einwohnern in den Palästinsergebieten etwa 45.000 Christen, rund 2.000 davon im Gazastreifen. Wenngleich die Hamas-Regierung dort Christen nicht offensiv verfolge, laste ein hoher gesellschaftlicher Druck auf Christen, zum Islam zu konvertieren. Weitere Gastredner in Kassel kamen aus Ägypten und Pakistan.

Die Veranstaltung aus dem Kongress-Palais in Kassel wurde in 70 deutsche Kirchengemeinden per livestream übertragen und stand unter dem Motto „die Kraft der Ermutigung“. Die Stimmen einiger der über 900 Besucher vor Ort sprechen dafür, dass auch in diesem Jahr wieder viel dringend gebotene Aufklärung geleistet werden konnte. Auf „Zeltmacher“ wird so zitiert:

 „Wie es Christen in Verfolgung geht, hat mich sehr betroffen gemacht. Es geht nicht darum, dass ein Hilfswerk sich um diese Christen kümmert: Nein, wir sind alle aufgefordert, mitzuhelfen, denn wir sind eine Familie in Jesus. Mir wurde bewusst, dass mein Gebet wirklich die Kraft hat, zu ermutigen.“ Emilina Löwen aus Ahlheim
Was ich mit nach Haus nehme von diesem Tag ist, dass mein Gebet verfolgte Christen wirklich stärkt. Beten ist wichtig. Ich plane nun selbst in meiner Gemeinde einen Gebetsabend für verfolgte Christen durchzuführen.“ Klaus aus Darmstadt
„Ich bin Perser und vor einem halben Jahr hier in Deutschland zum Glauben an Jesus gekommen. Meine Familie im Iran ist mit meinem Glaubenswechsel nicht einverstanden. Sie setzt mich unter Druck. Zu hören, dass es in Ägypten, Pakistan und den Palästinensergebieten ebenfalls ehemalige Muslime gibt, die unter schwierigen Umständen leben, hat mir gezeigt, dass ich nicht allein bin. Ich bin ermutigt.“ Mehdi Hassan K.

Dem gibt es eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. (Sämtliche Betonungen durch Fettdruck: BGVK.)

BITTE BETEN SIE AUCH WEITERHIN FÜR DIE CHRISTEN IN NOT. AUCH WENN IHNEN ZWANZIG BISCHÖFE, EINHUNDERT PASTOREN UND EINTAUSEND „GESCHWISTER“ EINREDEN WOLLEN, DASS ES SINNLOS SEI UND SIE DIES THEMA NICHT EINMAL „MIT DER KNEIFZANGE“ ANGEFASST SEHEN WOLLEN: CHRISTUS LIEBT DIE, DIE SICH UMEINANDER KÜMMERN !

(Quelle: „zeltmacher-nachrichten.eu“ vom 11. Juni 2012)

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6 Gedanken zu “Deutschland: Appelle vom „open doors“-Tag in Kassel

  1. Genau solche Aktivitäten stelle ich mir vor! Die Situation der „Anderen“ muß über visuelle Maßnahmen in den Kirchengemeinden ankommen! Ich kann mich dem vorher gesagten absolut anschließen. Es ist dieses gefühl des „Nicht Verlassen Seins“ was auch unseren Freunden im Süden Ägyptens hilft. Über Facebook kann man noch vorsichtig agieren -immer darauf bedacht sein, den Kontakt zu halten und die Menschen dort nicht zu gefährden- ich habe einige Rückmeldungen, dass, es für unsere „Ägypter“ dort ein Trost ist, wenn wir an sie denken, für sie bitten und sie mit einschließen in unsere Gebete.

    Es mag für viele Menschen irritierend wirken, wozu braucht man schon einen Glauben, wenn es einem gut geht und Konsum- und Spassgesellschaft ausreichend mit dem gegenseitigen Wettbewerb beschäftigt sind.

    Man setzt sich recht schnell dem Spott anderer Menschen aus. Alleine die persönliche Verantwortung kann uns niemand abnehmen! Ihr auszuweichen heißt bewußt wegschauen. Wer dies tut, macht sich schuldig! Nicht durch seine Hand und vor dem Gesetz, aber es ist eine Schuld von der jeder tief in seinem Inneren weiß.

    Uns allen sind die teils großartigen Inszenierungen historischer Filme über die Christenverfolgung im alten Rom bekannt. Man bestaunt die Darsteller, die Streitwagen der Helden, die tapferen Märtyrer berühren den einen oder anderen von uns. Wiederholungen im TV-Programm und immer wieder nett anzusehen -zur Entspannung- lange, lange vorbei, und so etwas waren die Schandtaten von Menschen, die abdere Götter hatten, und auch in einer dekadenten und vergnügungssüchtigen Spaßgesellschaft lebten……..

    „Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig“, würde man es im Vorspann einer heutigen Dokumentation finden.

    Es sollte einem wie Scheuklappen von den Augen fallen??? Ja, aber dann müßte man zuerst auch einmal Informationen erhalten, aufgerüttelt werden, Sensibilität entwickeln für die Vorkommnisse teils in unseren geliebten Urlaubsländern!
    Da schauen viele Menschen lieber weg, es ist schwerer, sich von dem Urlaubsland zu trennen, als dort mit offenen Augen zu sehen und daraus die einzigen persönlichen Konsequenzen zu ziehen.

    Die ANDEREN tun das ja auch nicht, und mein bischen Urlaub wird daran nichts ändern, wenn ich dort nicht mehr urlaube und Devisen einbringe. Richtig, aber viele Tropfen ergeben einen Strom!
    Wenn dieser Strom die Gemeinden erreichen würde und das Thema in aller Munde wäre und das Thema von der Kanzel eben nicht die „Neu zu beschaffenden Kirchenfenster, noch prächtiger als die alten wären….“ dann empfände ich dies als praktizierten Glauben in Solidarität mit den anderen Christlichen Gläubigen. Ich würde eine bescheidenere Art der Gotteshäuser und der Kirche als Gesammtheit vorziehen. Ich kann mich schon lange nicht mehr mit der Kirche indentifizieren.

    Ich versuche mein Leben so zu leben, daß wenn ich schon morgen gehen müßte, nicht zu viele Altlasten in Form von durch mich verursachtes Unrecht hinterlasse. Ich bin Menschen- und Tierfreund und jeder Tag bietet eine Möglichkeit, im Christlichen Sinne zu leben und anderen Lebewesen zu helfen. Das Gebet ist mir nicht fremd geworden. Auch ich bitte -meist für andere- und auch für meine muslimischen Familienmitglieder (im Herzen gefühlt) weil ich davon überzeugt bin, dass es nur so einen Sinn macht zu leben und meine Existenz auf der erde nicht zu verschwenden.

    Die Kirche brauche ich nicht als Mittler zwischen mir und Gott, ich muß ihm am Ende ganz alleine Rechenschaft abgeben, was ich mit meinem Leben bewirkt und was ich getan habe.

    Aber hier geschieht Unrecht, und wenn sich die Kirche nicht aufgerufen fühlt, WER dann um Himmels Willen? Ist nicht auch jeder Priester, „Gottes Stellvertreter“ nach dem Papst?“
    Wann werden hier endlich die Weichen gestellt und die unterdrückten Christen in den Focus der Kirche gestellt? Oder schauen wir uns weiter mit einem wohligen Schaudern die guten Inszenierungen über die Christenverfolgung im Fernsehen an mit der satten Überzeugung, „Das kann heute alles gar nicht mehr passieren und ist Geschichte?“

    Und warum verehren wir die Reliquien der Heiligen und Märtyrer, die für ihren Glauben gestorben sind? Brauchen wir NEUE Blutopfer, oder verstehen wir die Botschaft?

    • Und wieder möchte ich betonen: dieser Kommentar (genauso wie Ihr letzter) sollte als eigener Artikel hier erscheinen und ich appelliere noch immer an Sie, liebe Schwester, mir dafür die Erlaubnis zu geben. Es ist doch schön zu sehen, dass die Botschaft von der Not der Christen auf fruchtbaren Boden fällt und die Leser dieses Blogs sollten das ruhig wissen und sich inspirieren lassen.

      ich habe einige Rückmeldungen, dass, es für unsere “Ägypter” dort ein Trost ist, wenn wir an sie denken, für sie bitten und sie mit einschließen in unsere Gebete.

      Was für ein bedeutendes Zeugnis ! Immer wieder wird auch mir mitgeteilt, dass „Beten ja nicht hilft“ und man viel mehr tun müsse. Dies wird dann als Argument benutzt, um unter Hinweis darauf, dass man „keine Zeit dafür“ habe, dann gar nichts zu tun. Allen echten Christen ist aber klar, dass mit dem Gebet alle Aktivität anfängt. Wenn wir im Gebet unsere Herzenshaltung klären, dann können wir getrost auch andere Dinge in Angriff nehmen. Aber wenn in den Kirchen nur immer neue Ausreden für die Inaktivität gesucht werden, ist das eigentlich nur peinlich, aber eben sehr weit verbreitet und sozusagen „mehrheitsfähig“.

      Brauchen wir NEUE Blutopfer, oder verstehen wir die Botschaft?

      Die Blutopfer gibt es längst. Denken wir z. Bsp. an Shahbaz Bhatti in Pakistan. Aber viele verstehen die Botschaft noch immer nicht.

      • Sie dürfen meine Beiträge veröffentlichen. Ich bin mir nicht sicher, ob gerade ich als extrem seltener Gottesdienstteilhaber und nicht im Sinne der katholischen Kirche praktizierender Christ überhaupt das Recht habe, mich hier so vehement dazu zu äußern.

        Es gibt in meinem Leben wenige Begegnungen mit Geistlichen, die mich überzeugen durch Wort und Tat, aber es gibt auch diese Erfahrungen immer noch überraschend!

        Meine Erfahrungen mit Gott mache ich anders. Er ist überall dort, wo ich Menschen finde oder Tiere, die Hilfe brauchen, er spiegelt sich in der Natur, er begegnet mir in Menschen, die Güte und Herzlichkeit praktizieren. Ist er es, der mir die Kraft und den Mut gibt, den Antrieb, DOCH oder Gerade etwas zu tun, was anderen aussichtslos oder als sich nicht der Mühe wert erscheint?

        Ich bin mir nicht sicher, aber ich bin nun mit meiner Lebenserfahrung und dem Bewußtsein wer ich bin und wofür ich stehe, wieder auf der Suche nach ihm?

        Ich kann hier nur das wiedergeben, was mein Mann und ich in über 40 Besuchen in 24 Jahren in Ägypten dort erfahren haben und es waren von Interesse geprägte und menschlich sehr nahe Begegnungen außerhalb der üblichen Begegnungsmöglichkeiten. Wir haben dort viele sehr liebe und ewig lange gewachsene Freundschaften und erleben dort 3 Generationen aktiv.
        Menschen, um die wir uns jetzt sorgen -Muslime und Christen- die sich all die ganzen Jahre nicht einmal in unserer Gegenwart mit Spott bedacht haben. Wir haben uns alles angehört, aber niemals gewertet weil es uns weitgehend friedlich erschienen ist.

        Wir trauern jetzt um ein Land, das nicht so frei sein darf, wie es sein wollte. Das in eine ungewisse Zukunft sieht und wo niemand mehr weiß, wer Freund oder Feind ist. Was gestern war, stellt sich heute oder morgen dann ganz anders dar. Die Menschen sind die gleichen. Was ist das für ein Glaube, der solche Greuel im Namen Allahs durch Muslime legitimiert und andere Religionen vernichten will?

      • Ist er es, der mir die Kraft und den Mut gibt, den Antrieb, DOCH oder Gerade etwas zu tun, was anderen aussichtslos oder als sich nicht der Mühe wert erscheint?

        Das „Don-Quijote-Syndrom“. Ich kenne es auch sehr gut und ohne IHN, der Menschen tatsächlich mit seinem Geist erfüllt (oder einfacher: „inspiriert“, was genau dasselbe bedeutet) hätte ich auch längst aufgegeben, noch für die Menschen irgendetwas zu erhoffen. Aber ER ist real und gegenwärtig, SEIN Geist ist mit uns und hält uns aufrecht, wenn wir nur noch verzweifeln wollen. Diese Erfahrung hat sich mir nach-haltig eingebrannt und dies werde ich niemals mehr vergessen.

        Es gibt in meinem Leben wenige Begegnungen mit Geistlichen, die mich überzeugen durch Wort und Tat, aber es gibt auch diese Erfahrungen immer noch überraschend!

        Ja, das kenne ich. Aber eben auch das Gegenteil nämlich die Präsenz „echter“ Hirten, die mit Gott unterwegs sind. Viele Geschwister, die ich in meiner Zeit bei verschiedenen Gemeinden kennengelernt habe, haben einen tiefen Eindruck hinterlassen. Vor allem Geistliche oder einfache Diener Gottes aus Ländern wie Ghana, China oder der Ukraine haben mich davon überzeugt, dass es noch echten Glauben auf der Welt gibt, denn ich hatte begonnen, daran zu zweifeln. Ihre Botschaften an die deutsche Christenheit waren so klar und so direkt, dass es mich mehr als einmal beschämt hat. Irgendwie finde ich, ist es an der Zeit, dass wir uns ein ganze Netzwerk von Missionaren aus Nigeria holen, die uns mal so richtig etwas über die Verfolgung unserer Zeit erzählen und den Funken des Glaubens in unserem Land neu anfachen. Vor allem der verschnarchten Kirchenbürokratie müsste mal in den Allerwertesten getreten werden, damit Kirche wieder für die Menschen da ist und nicht umgekehrt, so wie ich es in mehr als einer Gemeinde erlebt habe.

      • Es wäre vielleicht sogar ein Neuanfang für die Kirche, wenn sie nicht so abgehoben wirken würde und dafür näher an der Basis arbeiten würde! Wenn man im Freundes- oder Kollegenkreis zuhört, dann ist eine deutliche Politik- und eine Kirchenverdrossenheit nicht zu überhören.

        Vor einigen Jahren hatte ich 4 Pilgerinnen aus Ungarn, anlässlich des Papstbesuches in Deutschland, zu Gast. Es wurde eng in unserer Wohnung und auch die Verständigung war mühsam, da die jungen Frauen kaum Englisch sprachen.
        Aber es war ein unbeschreiblich schönes Gefühl, diese jungen Christen zu Gast zu haben und ihre Freude zu erleben. Ich mußte oft daran denken, was aus jeder von ihnen geworden ist. Sind diese jungen Menschen noch immer glücklich mit ihrer Kirche? Oder sind sie mittlerweile ernüchtert, kritisch oder gar enttäuscht? Hatten sie auch andere Erwartungen von ihrer Kirche, so wie ich vor langer Zeit einmal?

        Wenn es der Kirche als Institution nicht in absehbarer Zeit gelingt wieder NÄHE zu geben, dann entfernt sie sich aus so manchem Leben für immer!
        WIR benötigen tatsächlich die Berichte der Missionare, Menschen, die uns als Menschen Vorleben und Beispiel geben, die eine Orientierung bieten, wie man seinen Glauben lebendig gestalten kann.

        Ich stimme voll zu; die Kirche sollte sich an ihren Anhängern orientieren und nicht umgekehrt.

      • Mir wird immer mehr das Missverhältnis zwischen der Nachfolge Christi und den alltäglichen Zwängen des Kirchenlebens deutlich. Das gehört zwar nicht direkt zum Thema des Blogs, aber da gehe ich dennoch gerne drauf ein. Die von Ihnen nicht zu Unrecht eingefordert Nähe fehlt in vielen deutschen Kirchengemeinden (nicht in allen) nämlich tatsächlich. Dies Verständnis dafür, dass Christen, auch wenn man es nicht so recht verstehen oder spüren mag, tatsächlich Geschwister sind, ist bei Weitem nicht in allen Herzen der Gläubigen verankert. Daran liegt es wohl auch, dass „weit entfernte Christen“ auch weit von den Gedanken, Gebeten und Herzen der deutschen Kirchgänger entfernt sind.
        Im Kirchenalltag geht leider aber viel Wärme verloren. Da sind Gewohnheiten, Traditionen und schlechte Erfahrungen, die uns vom wirklichen „Angekommensein“ in der Kirche abhalten. Aber vielleicht machen wir uns ja nur selbst etwas vor, denn eigentlich wollen wir ja Gemeinschaft mit Christus haben und treffen dann „nur“ auf Menschen. Ich weiss es auch nicht.

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