Iran: Kirche in Teheran zwangsweise geschlossen

Die im Stadtteil Janad/Abad im Westen Teherans angesiedelte Kirchengemeinde der „Assemblies of God“ wurde von staatlichen Behörden geschlossen.

Iran

Die iranischen „Revolutiongarden“ haben der Kirche befohlen, ihre Tätigkeit mit sofortiger Wirkung einzustellen und ihre Gebäude zu schließen. Am kommenden Sonntag wird dort kein Gottesdienst stattfinden. Hintergrund ist die mit steigender Aggressivität geführte Kampagne der staatlichen Sicherheitsbehörden, alle christlichen Kirchen, ganz gleich ob sie „legal“ und registriert sind, oder als „Hauskirchen“ sozusagen in einer Grauzone operieren, zu schließen. Besonders auf Gemeinden, in den Gottesdienste in Farsi, der persischen Landessprache, abgehalten werden, haben es die schiitischen Glaubenswächter und Geheimdienste abgesehen.

In den Kreisen der politischen und geistlichen Führung Irans (erinnern wir uns: in islamischen Ländern ist Religion NICHT von Macht und Politik getrennt !) gelten die religiösen und ethnischen Minderheiten des Landes seit der Revolution im Jahre 1979 als potentielle „Spalter“ und Unruhe-Herde. Deshalb soll vor allem die religiöse Gleichschaltung des Staates betrieben werden. Dies erfolgt mal mit mehr und mal mit weniger Nachdruck. Seit etwa zwei Jahren, seit den Unruhen, die der letzten Präsidentenwahl folgten, verstärkt sich der Druck auf die Haus-Kirchen wieder in deutlich spürbarer Art und Weise. Seit Ende 2011 werden auch die bislang genehmigten, „legalen“ Kirchen verstärktem Druck ausgesetzt.

Diese Tendenzen zur „ethnisch-religiös-politischen“ Erzwingung von Uniformität sind in allen Ländern vom Iran bis China, in Vorder-, Zentral- und Ostasien erkennbar. Es gibt ähnliche Tendenzen in Indien, Pakistan, Laos, Nepal, usw. Oftmals jedoch finden diese Bestrebungen (noch) keinen Ausdruck in der offiziellen Politik dieser Länder, sondern sie werden von den Vorfeldorganisationen von Parteien oder Religionsgemeinschaften (Jugendorganisationen, regionale Zusammenschlüsse religiöser oder sonstiger Art) in die Gesellschaft hineingetragen und dort verankert. Im Iran ist diese Art der Gleichschaltung jedoch seit Jahren offizielle Politik, die schlimme Konsequenzen für die christlichen Gemeinden hat. Ganz unabhängig davon, ob es sich um ethnische „Traditionskirchen“ (armenisch) handelt, oder um Graswurzel-Christen, die sich unabhängig selbst organisieren.

Eine Stimme, die von der christlichen Monitorgruppe „Christian Solidarity Worldwide“ (CSW) zitiert wird, soll zur Lage der Christen im Iran und speziell in Teheran folgendes geäußert haben:

 Wenn die aggressive Kampagne zur Eliminierung des evangelischen Christentums nicht gestoppt wird, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis alle Farsi-sprechenden Gemeinden dazu gezwungen werden, zu schließen.

BITTE VERGESSEN SIE AUCH WEITERHIN NICHT, DIE CHRISTEN DES IRAN IN IHRE GEBETE EINZUSCHLIESSEN. WENN WIR SCHON SONST WENIG TUN (KÖNNEN) FÜR DIE VERFOLGTEN GESCHWISTER PERSIENS, DANN SOLLTEN WIR WENIGSTENS UM IHR SCHICKSAL WISSEN, DIES WISSEN WEITERGEBEN UND DEN VATER IM HIMMEL UM EINE AUFHEBUNG IHRER NÖTE ANFLEHEN. AUCH WENN WIR WISSEN, DASS „ALLE DINGE UNS ZUM GUTEN DIENEN“ MÖCHTEN WIR NIEMANDEM SOLCHE ZUSTÄNDE WÜNSCHEN.

(Quelle: „the persecution times“ vom 08. Juni 2012)

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