Syrien: neuerlich klare Worte eines Kirchenmannes

Erst vor wenigen Tagen hatte ich es hier im Blog postuliert: die Situation in Syrien stellt sich vor Ort ganz anders dar, als es uns die deutschen und andere „westlichen“ Massenmedien erzählen. Sie haben sich längst zu Gehilfen der diversen Rebellengruppen gemacht und wollen keinerlei ausgewogene Berichterstattung liefern.

Syrien

Dass sie sich so als Argumentationshilfen invasionshungriger Politiker missbrauchen lassen, ist den gewissenlosen Medien-Machern hierzulande sicher nicht klarzumachen. Der Hinweis auf Libyen, wo auch zuerst eine Medienkampagne, die gänzlich aus der Sicht der Aufständischen argumentierte, schließlich zum Sturz des sehr skurrilen Diktators Gaddafi geführt hat, zählt bei den „Journalisten“ scheinbar nicht. Und genau deshalb ist es immer wieder eine angenehme „Brise“ von korrektiver Gestalt, wenn Kirchenleute aus Syrien oder über Syrien ein wenig die Decke der Desinformation lüften und andere Meinungen und unbekannte Fakten präsentieren.

Der französische Bischof von der griechisch-katholischen Kirche,  Philip Tournyol Clos, hat erst vor Kurzem Syrien besucht. Dort hielt er sich in Damaskus, Aleppo und Homs auf. Was er vor allem aus der schwer umkämpften Stadt Homs berichtet, ist haarsträubend. Er spricht gar von einer christlichen „Märtyrerstadt“:

 Die Opposition hat die beiden Stadtviertel, Diwan Al Bustan und Hamidieh, besetzt, in der sich alle Kirchen und Bischofsresidenzen befinden. Es bietet sich dem Besucher ein Bild der absoluten Verzweiflung: die Kirche Mar Elian ist zur Hälfte zerstört und eine andere Kirche ist von Rebellen besetzt. Die Häuser der Christen sind von den Gefechten schwer beschädigt und stehen leer, nachdem die Bewohner fliehen mussten. Das Stadtviertel Hamidieh ist eine Hochburg bewaffneter Gruppen, die voneinander unabhängig sind, und von Katar und Saudi-Arabien mit schweren Waffen ausgerüstet werden. Alle Christen (138.000) haben Zuflucht in Damaskus und im Libanon gesucht und andere halten sich in den umliegenden Regionen versteckt. Ein Priester wurde ermordet und ein anderer schwer verletzt. Nur noch wenige Christen leben dort und alle fünf Bischöfe mussten sich in Damaskus und im Libanon in Schutz bringen

Auch vor einer gehörigen Medienschelte schrickt der Gottesmann nicht zurück:

 Der Frieden in Syrien wäre möglich, wenn alle die Wahrheit sagen würden. Ein Jahr nach Beginn des Konflikts ist die tatsächliche Lage im Land weit von dem entfernt, was die westlichen Medien darzustellen versuchen.

Wie Sie wissen, liebe Leser, sage ich dies bereits seit Monaten. Zu den Verhältnissen sonst im Lande hört man von Bischof Tournyol dies:

 In der Hauptstadt hat man Angst vor Autobomben und Selbstmordattentaten. Gegenwärtig versucht man das Land durch den Einsatz von Abenteurern zu destabilisieren, die zu Bluttaten bereit sind, bei denen es sich aber nicht um Syrier handelt. Darauf hatte auch der ehemalige französische Botschafter, Eric Chevalier hingewiesen, dessen Informationen jedoch abgelehnt wurden, so wie viele andere Informationen gefälscht werden, um damit den Krieg gegen Syrien zu schüren.

Da haben wir´s ! Informationen werden gefälscht. Wer beging tatsächlich die Houla-Massaker ? Wie hoch sind die Zahlen der zivilen „Kollateralschäden“ der Kämpfe wirklich ? Niemand weiss es, aber jeder scheint seine Meinung unabänderlich festgemacht zu haben, dass es der „böse Wolf“, ähhh Assad, gewesen sein muss. Wie primitiv kann man noch argumentieren und wie tief kann das einstmals schöne Metier des Journalismus noch absinken ?

Und zur allgemeinen Rahmensituation Syriens sagt der Gottesmann auch etwas:

 Sunnitische Salafisten verüben kriminelle Übergriffe auf Zivilisten und zwingen einfache Bürger in ihren Reihen zu kämpfen. Fanatische Extremisten kämpfen einen heiligen Krieg gegen Alawiten. Alawiten haben dabei keine Überlebenschance.

Nebenbei bemerkt: die Christen auch nicht. Auch ihre Überlebenschancen stehen schlecht, eine erste Flüchtlingswelle rollt bereits über den Libanon und Jordanien.
Tja, einerseits in der Fussgängerzone den Koran verteilen und gelegentlich in NRW einen Polizisten „messern“, andererseits in Syrien den Terror anfeuern. Salafisten. Zwei Seiten einer Medaille.

BITTE BETEN SIE AUCH WEITERHIN FÜR DEN FRIEDEN IM LANDE UND DIE UNVERSEHRTHEIT DER CHRISTLICHEN MINDERHEIT. IN DIESEN URGEBIETEN DES CHRISTENTUMS SELBST STEHT SONST EINE VOLLKOMMENE AUSLÖSCHUNG ZU ERWARTEN.

(Quelle: „fidesdienst“ vom 04. Juni 2012)

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