Jordanien: Christin gefeuert, weil sie kein Kopftuch tragen wollte

Die schleichende Re-Islamisierung der gesamten Nahost-Region hat mit Vivian Salameh ein weiteres Opfer gefunden. Sie verlor ihren Job bei einer Bank, weil sie als Christin keine Notwendigkeit sah, ein Kopftuch zu tragen.

Wir erinnern uns an den Fall der libanesischstämmigen Britin Nohad Halawi, die im Jahre 2011 in Großbritannien entlassen worden war, weil sie sich gegen Mobbing ihrer Kollegen zur Wehr setzen wollte. In eine ähnliche Richtung verläuft der Fall von Vivian Salameh aus Jordanien, einer Bankangestellten aus Amman, die sich dem Scharia-inspirierten Dresscode ihres Arbeitgebers widersetzen wollte.

Was ist der Hintergrund ? In Jordanien war Religionsfreiheit in stärkerem Maße gewährleistet, als in den meisten Nachbarstaaten, wo Nichtmuslime Menschen zweiter Klasse sind. Aber die Situation verändert sich, wie Beobachter anmerken. Das Geldinstitut für das Vivian Salameh 25 Jahre lange gearbeitet hatte, die Industrial Development Bank, wurde im Jahre 2010 von der „Jordan Dubai Islamic Bank“ aufgekauft und im darauffolgenden Jahr wurde allen Angestellten ein Dresscode auferlegt, der für Frauen das für Muslimas vorgeschriebene Kopftuch beinhaltet.

Da sie als Christin sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt sah und außerdem ihr ursprünglicher Arbeitsvertrag, den sie als gültig ansieht, keinerlei Uniform oder Dienstkleidung vorsieht, weigerte sie sich, diese Vorschrift anzuerkennen. Nachdem ihr zwei Abmahnungsschreiben zugingen und sie im Verlauf dieses Prozesses mehrfach das Gespräch mit ihren Vorgesetzten suchte, fand sie sich schließlich dazu bereit, ein Kopftuch um die Schultern zu tragen, als Kompromisslösung. Als sie dieses „Dienstkopftuch“ in der Personalabteilung abholen wollte, wurden ihr völlig überraschend die Entlassungspapiere überreicht.

Beobachter, vor allem Christen, sehen in der jordanischen Gesellschaft bestimmte Entwicklungen, für die dieser Fall ein exemplarisches Indiz zu sein scheint. Pater Rifat Bader vom Lateinischen Patriarchat sagte gegenüber „Asia News“ dazu:

Ein Prozess der stillen Islamisierung läuft derzeit in der jordanischen Gesellschaft ab. Golfstaaten benutzen das „islamische Bankwesen“ dazu, um Prinzipien der Scharia in der Bevölkerung zu verankern. Bisher ist niemals jemand dafür diskriminiert worden, dass er Christ ist. Die Regierung sollte solche Praktiken in unserem Land nicht erlauben. Unsere Verfassung schützt die Glaubensfreiheit.

Vater Bader verkennt hier die Prämissen islamischer Rechtsprechung. Die Verfassung, also ein, ganz im Sinne der Aufklärung, von Menschen ausgehandelter Gesellschaftsvertrag, hat für strenggläubige Muslime keine oder eine weit geringere Bedeutung als die „von Allah“ gegebene Rechtsordnung der Scharia. Das allgemeine Erstaunen über die aus dieser Prämisse folgenden Konsequenzen ist also doch nur mit mangelnder Kenntnis der Hintergründe zu erklären.

BITTE BETEN SIE DOCH AUCH WEITERHIN FÜR DIE CHRISTEN IN NAHOST. OFFENSICHTLICH ZIEHT EINE DUNKLE WOLKE AUS DISKRIMINIERUNG UND VERTREIBUNG VON MAROKKO BIS ZUM IRAN UND ZUR ARABISCHEN HALBINSEL. DIE ZEITEN WERDEN HÄRTER, DIE ZUKUNFT DER CHRISTENHEIT IN DER GESAMTEN REGION STEHT AUF DEM SPIEL.

(Quelle: „asia news“ vom 29. Mai 2012)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s