Mali: die Situation vor Ort

Seit dem Beginn des Aufstandes im Norden Malis hat sich die Situation der Christen und der internationalen Hilfswerke derart drastisch verschlechtert, dass sie die Region verlassen.

Mali

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Die Hilfswerke, die dazu beigetragen haben, die Bevölkerung trotz Dürrekatastrophe am Leben zu erhalten,  haben ihre Standorte in Orten wie Timbuktu, Gao oder Kidal aufgegeben. Die unklare Situation und die anhaltende Gewalt der islamistischen Teile der Aufständler machen dies notwendig. Auch wenn es jetzt Gerüchte darüber gibt, dass sich erste Tuareg-Proteste gegen den Islamismus ereignet haben sollen, so haben die fanatischen Gotteskrieger, die in Allianz mit den Tuareg-Rebellen das sog. „Arzawad“, den malischen Norden, erobert haben, doch noch immer die Kontrolle über die Städte, in denen sie sofort die Scharia ausgerufen haben. Ob die in der ersten Aufregung auch in diesem Blog berichteten Tötung eines christlichen Leiters tatsächlich stattgefunden hat, kann jedoch noch immer nicht eindeutig bestätigt werden. Die Quelle dieser Information hat sich möglicherweise als unzuverlässig erwiesen.

Im Rahmen dieser Machtübernahme von Gruppen wie der „Ansar-Edine“ oder der von Mauretanien aus unterstützten „Al-Kaida-des-Maghreb“ hat es gezielte Hausdurchsuchungen in Timbuktu und anderenorts gegeben, bei denen Christen und alle Nichtmuslime eingeschüchtert, enteignet und vertrieben wurden.  Dies hat zur Massenflucht von Christen geführt, die nun im malischen Süden oder in Ländern wie Burkina Faso die Lage abwarten. Übrigens sind nicht nur Nichtmuslime geflohen, sondern auch viele „einfache“ Zivilisten, Frauen und Kinder inklusive, waren und sind auf der Flucht vor der Gewalt im „Arzawad“. Sie werden in Flüchtlingslagern in den Nachbarländern vom UN-Flüchtlingshilfswerk mit dem Nötigsten versorgt, wie verschiedene Medien berichten.

Nun hat die christliche Wohlfahrtsorganisation „Worldshare“ auf die Lager der verfolgten und fliehenden, malischen Christen aufmerksam gemacht. Die Haus-zu-Haus Durchsuchungen in Timbuktu hat sie ebenso angesprochen, wie die berichteten Folterungen von Menschen, die ihre christlichen Nachbarn, Freunde und Verwandte verraten sollten.  Ebenso sollen christliche Häuser in Gao und Timbuktu geplündert und angezündet worden sein, wie worldshare berichtet. Worldshare war seit 2001 in Timbuktu und seit 2004 in Gao aktiv. In der letzteren Stadt unterstützte sie eine evangelische Kirche. Die Partner vor Ort, die von Worldshare unterstützt wurden, haben beispielsweise karitative Arbeit im Bereich der Betreuung von Straßenkindern oder im Bildungsbereich geleistet. All diese Arbeit ist nun erst einmal aufgrund der Umstände beendet.

Aber auch die Christen, die es mit ihrer Flucht bis in die südlichen Regionen um die Hauptstadt Bamako herum geschafft haben, leben nun in Unsicherheit, da ihre Versorgung mit dem Allernötigsten nicht gesichert ist und sie aufgrund ihrer Ethnie auch dort von den Bewohnern diskriminiert werden. Worldshare will nun zumindest diesen mit Hilfsgütern unter die Arme greifen und bittet die Christen um Spenden dafür. Auch sollen Christen in Großbritannien (warum eigentlich nicht auch hier ?) ihren Parlamentsabgeordneten schreiben und diese fragen, was ihr Land tut, um die Verwandlung Malis in einen islamischen Gottesstaat zu verhindern. Ein Sprecher für Worldshare drückte außerdem seine Besorgnis über die Zukunft des Christentums im Lande aus. Wenn immer mehr Christen aus dem Land fliehen oder gar getötet werden, wäre dies in jedem Falle zum Nachteil des Landes.

BITTE BETEN SIE DOCH AUCH WEITERHIN FÜR DIE IN NOT GERATENEN CHRISTEN MALIS. ALS MINDERHEIT HATTEN SIE ES SCHON IMMER SCHWER GENUG, JETZT ABER SIND SIE EXISTENTIELL BEDROHT.

(Quelle: „christiantoday“ vom 22. Mai 2012)

http://www.worldshare.org.uk/

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Ein Gedanke zu “Mali: die Situation vor Ort

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