Kasachstan: Druck auf Kirchen geht weiter

In Kasachstan, wie in vielen anderen, innerasiatischen Staaten, müssen sich Kirchengemeinden staatlich registrieren lassen. Entsprechende Gesetze wurden dort und in einigen Nachbarländern verabschiedet.

Kasachstan

Nun hat der Baptistische Kirchenrat aus prinzipiellen Gründen beschlossen, keine Registrierungen durch seine Gemeinden beantragen zu lassen, weil er die Kontrolle durch weltliche Autoritäten ablehnt. Vor diesem Hintergrund sind die anhaltenden Maßnahmen staatlicher Sicherheitsbehörden gegen Baptisten und baptistische Gemeinden zu verstehen. Aber nicht nur die „illegalen“ Baptisten, sondern auch Kirchen, die sich zu registrieren versuchen, werden durch staatliche Maßnahmen bedrängt und unterdrückt.

Jüngster Fall bezüglich des Drucks auf kasachische Baptisten ist der von Wassilij Stakhnew. In der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 2012 wurde sowohl seine, als auch die Wohnungen zweier anderer Baptisten in Serebrjansk im Osten Kasachstans von Sicherheitskräften gestürmt. Dort wurden, wie in solchen Fällen üblich, christliche Bücher und Traktate beschlagnahmt. Am 27. April 2012 fand dazu eine gerichtliche Anhörung statt, in der Wassilij Stakhnew erfuhr, dass die Polizei einen Fall gegen ihn konstruiert hatte.

Mindestens zwei Nachbarn von Wassilij wurden von einem örtlichen Polizei-Offizier namens  Yernar Kaliyev Papiere vorgelegt und die Familien dann unter Druck gesetzt, diese zu unterzeichnen. Ein Nachbar sagt heute dazu: „Wir wussten praktisch gar nicht, was wir da unterzeichneten.“ In diesen Erklärungen wurde ausgesagt, dass Wassilij Stakhnew christliche Materialien verteilt hätte, was ohne Erlaubnis in Kasachstan ebenfalls illegal ist. Er selbst bestreitet jedoch jegliche, aktive Evangelisation in seinem privaten Umfeld entschieden. Die Anfrage der norwegischen Monitorgruppe für Relgionsfreiheit, Forum 18, bei den örtlichen Behörden in Serebrjansk ergab jedoch wenig Neues. Die Polizei bestreitet, jemanden unter Druck gesetzt zu haben.

Stattdessen behauptet die Polizei, sie hätte im Vorfeld der Erstürmung der drei Wohnungen Hinweise erhalten, dass die Christen Materialien verteilt hätten und ihre Kirche nicht registriert sei. In jedem Falle hat der Richter Anuarkhan Kalenov am 27. April 2012 Wassilij Stakhnew zur maximal möglichen Geldstrafe von knapp 900 Euro verurteilt, was dort unten ungefähr dem Äqivalent von 10 minimalen Monatsgehältern entspricht. Das ist eine Menge Geld für ein „Verbrechen“, das vermutlich gar nicht stattgefunden hat.

Aber nicht nur die Baptisten müssen sich permanenter Repressionen erwehren, sondern auch andere Denominationen werden schon im Vorfeld der Registrierung eingeschüchtert. Unlängst soll die „Jesus Methodisten Gemeinde“ von Taldykorgan in der Almaty-Region von örtlichen Behörden dazu gezwungen worden sein, ihren beantragten Registrierungsprozess abzubrechen und sich aufzulösen. Vermeintliche Verstöße gegen die Landbesitzrechte und fehlende Grundbucheinträge werden hierfür wohl als Vorwände gebraucht. Sobald mehr darüber bekannt wird, werde ich hier einen gesonderten Artikel schreiben.

BITTE BETEN SIE WEITER FÜR DEN FRIEDEN IN KASACHSTAN UND FÜR DIE GEMEINDE CHRISTI DORT. MÖGEN SIE MIT GOTTES HILFE WEGE FINDEN, UNSEREN GLAUBEN DORT AM LEBEN ZU HALTEN UND AUCH WEITER ZU VERBREITEN. AUCH DIE MENSCHEN ZENTRALASIENS LIEGEN JESUS AM HERZEN !

(Quelle: „forum 18 news“ vom 22. Mai 2012)

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