Ägypten: Justizskandal – Gewalttäter freigesprochen, Opfer verurteilt – falsche Religion

Wer sich ein Bild davon machen möchte, was das „neue“ Ägypten an Rechtskultur in der Zukunft für seine Bewohner bereit haben wird, braucht sich nur den Ausgang des Prozesses anzusehen, der in der Minya – Provinz gerade zu Ende ging.

Ägypten

Ägypten

Worum ging es eigentlich ? Im April 2011 eskalierte ein simpler Nachbarschafts-Streit in einer Welle von Gewalt und Plünderung gegen Kopten. Ein muslimischer Busfahrer hatte sich über eine „Schwelle“ auf der Straße vor dem Haus eines Kopten aufgeregt. Diese Schwellen kennen wir ja alle aus den verkehrsberuhigten Zonen und zum Schutz der Kinder war auch vor dem Haus des koptischen Rechtsanwalts Alaa Rouschdy eine solche angelegt worden, um die vorbeifahrenden Fahrzeuge dazu zu bringen, ihr Tempo zu verlangsamen.

Dies regte nun einen Busfahrer so sehr auf, dass er in seinen Heimatort fuhr, dort ein paar Mitstreiter auftrieb und mit diesen loszog, um dieser „Ungerechtigkeit“ sofort Abhilfe zu schaffen. Anstatt aber nun die besagte Brems-Schwelle auf eigene Faust zu demontieren und damit den „Stein des Anstosses“ zu beseitigen, putschte sich die „Rache-Squad“ gegenseitig dermassen hoch, dass sie zunächst einmal zwei Cafés, die ebenfalls Alaa Rouschdy gehörten, verwüsteten und eines davon in eine Moschee umwandelten. Aus diesen Anschlägen entwickelten sich schließlich Angriffe auf alle von Kopten bewohnten Häuser des Ortes Abu Korkas. Es kam dabei zu Plünderungen, Körperverletzungen und dem Abbrennen von Wohnhäusern.

Als diese damit begannen, in Panik ihr Eigentum zu beschützen und mit Schusswaffen Warnschüsse von ihren Hausdächern abgaben, entwickelten sich Straßenschlachten, denen die ägyptischen Sicherheitsorgane, wie in solchen Attacken üblich,  zunächst einmal gelassen zuschauten, da sie „nur gegen Ungläubige gerichtet“ waren. Es gibt Bilder, die aufzeigen, dass Armee-Angehörige mit Schusswaffen gelassen zuschauten, während der Mob Häuser angriff und abfackelte. Diese Auseinandersetzungen dauerten tagelang. Am Ende wurden 8 Muslime und 12 Kopten verhaftet. Nun raten Sie mal, wer gerade freigesprochen wurde und wer zu lebenslangen Haftstrafen (in Ägpyten wirklich lebenslang) verurteilt wurde, gegen die es nach Angaben aus dem Land keine Möglichkeit der Apellation gibt.

Richtig geraten, die acht Muslime, die wegen ebenderselben Anklagepunkte vor Gericht standen, wie die Kopten, nämlich illegaler Waffenbesitz, Sachbeschädigung und Vandalismus, wurden samt und sonders freigesprochen, was sie mit erfreutem „Allahu Akbar“ zur Kenntnis nahmen. Die zwölf Kopten, die wegen ähnlicher Anklagen plus  „Mordes“ und „Anstacheln öffentlicher Unruhe“ auf der Anklagebank saßen, wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. Es wurde vom Gericht ganz präzise und ohne Ausnahme entlang der religiösen Trennlinie geurteilt. Wer dies als „Zufall“ oder „unterschiedliche Anklagepunkte“ zu rechtfertigen versucht, glaubt wohl auch noch an den Weihnachtsmann und sieht (unwissentlich oder in böser Absicht) den Wald vor lauter Bäumen nicht.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE VERURTEILTEN KOPTEN VON ABU KORKAS. MÖGEN SIE IM KNAST VIEL GELEGENHEIT HABEN, DAS EVANGELIUM ZU VERKÜNDEN.

(Quelle: „kopten ohne Grenzen“ vom 22. Mai 2012 und  „asia news“ vom 22. Mai 2012)

Advertisements

8 Gedanken zu “Ägypten: Justizskandal – Gewalttäter freigesprochen, Opfer verurteilt – falsche Religion

  1. Im Knast viel Gelegenheit haben das Evangelium zu verkünden?
    Ist das ALLES was der koptischen Kirche dazu einfällt? Warum erscheinen diese Artikel in keiner Zeitung? Warum gehen Sie nicht wirksam an die Weltöffentlichkeit mit diesen Berichten? Ich denke, das kann nicht alles sein, was die Koptische Kirche vorhat, um diesen Menschen zu helfen.
    Rufen Sie endlich zum Boykott von Reisen auf! Ich liebe dieses Land unsagbar war ein Vierteljahrhundert hedes jahr mehrfach dort, aber seit 1 1/2 Jahren ist es mir unmöglich entspannt dort Urlaub zu genießen!
    Bitte tun SIE von hier aus endlich mehr! Wie kann man helfen, diesen Kriminellen Richtern das Handwerk zu legen? Gerade im Bezirk Minya habe ich Freunde, die ich vermisse. Ich kann nicht offen sprechen, nicht telefonieren dorthin. Ich würde meine muslimischen Freunde in Gefahr bringen, Familien, die ich über 20 Jahre kenne.

    Aber deren Verwandte sind dort in sehr einflußreichen Positionen und ich fürchte, sie sind beteiligt am Unrecht, das dort stattfindet. Ich bin mir ziemlich sicher dass es so ist, denn es handelt sich um die höchsten Ämter in der Region und so kann es also nicht anders sein. Ich war mehrfach inofiziell mit meinen Freunden dort und kann die Bilder fast sehen was da passiert. Warum kann man von hier aus nicht einfach viel mehr tun??? Es muß eine Möglichkeit geschaffen werden, dort zu helfen, die Menschen nicht alleine zu lassen. Die Kopten werden alle einer ethnischen Säuberung zum Opfer fallen! SIE als KOPTISCHE KIRCHE hier in Deutschland, tun Sie endlich noch mehr. Das Internet , Medien, verflixt noch mal, schaffen Sie endlich eine breite öffentlichkeit!

    • Zunächst vorweg: ich selbst vertrete keine Kirche, keine Konfession oder Denomination sondern ausschließlich die bibelorientierte, christliche Perspektive. Aber nun zum Thema:
      Ich verstehe Ihre Frustration. Mir geht es nicht viel anders, wenn ich von diesen Dingen höre. Dies Gefühl der Hilf- und Tatenlosigkeit wird oftmals überwältigend. Es kann aber auch eine Motivation sein, endlich selbst aktiv zu werden.
      Offen gestanden finde ich es sehr interessant, dass Sie selbst einen Einblick in die Region besitzen. Aus persönlicher Betrachtung und durch persönliche Kontakte, die nun in Gefahr sind. Wenn auch Ihnen nichts einfällt, was wir „aus der Distanz“ für die Kopten tun können, dann wird es schwierig.
      Zumindest können wir europäischen Christen eines tun: ehrlich sein, offen über die Verhältnisse in Ländern wie Ägypten oder Pakistan reden, ohne Angst davor, als „Islamophob“ abgekanzelt zu werden. Wir können Aufklärungsarbeit leisten, in Gespräch und Gebet mit anderen Christen Solidarität wecken und die von Ihnen zu Recht bemängelte Informationsblockade der Medien bei jeder Gelegenheit unterlaufen. Das ist bereits schwierig geworden, da sogar in konservativen, protestantisch-evangelikalen Kreisen das „geflügelte Wort“ umgeht, man solle nicht zu direkt eine der Quellen dieser Diskriminierungen, den Islam inklusive Scharia, benennen, da man sich sonst mit „Rechten“ und „Islamophoben“ gemein mache. Diese Info habe ich inoffiziell erhalten, darf also die Quelle nicht nennen, sie stimmt aber leider.
      Genau diese Hasenfüßigkeit müssen wir ablegen. Verfolgung gibt es auch in Laos, Nordkorea oder Burma. Wer die antichristlichen Aktivitäten anprangert, muss also nicht nur den Islam als Ursache benennen, sondern kann auch andere Hintergründe aufzeigen.
      Aber zurück nach Ägypten: Für echte Christen beginnt alles mit dem Gebet. Wofür wir beten, zeigt unsere Herzenshaltung an und weist den Weg. Es gibt Hilfswerke, die man mit Geld und know-how unterstützen kann und der koptische Bischof in Deutschland, Anba Damian, ist ja auch dafür bekannt, dass er nicht zu den Leisetretern und Verharmlosern der ägyptischen Situation gehört. Man kann auch zu ihm und seiner Kirche Kontakt aufnehmen, wenn man sich darüber informieren will, wie man helfen kann. Oft sind auch ägyptische Opfer von Gewalt (eben sehr oft Kopten) in deutschen Krankenhäusern zur Behandlung untergebracht. Diese freuen sich sicher über Besuch, Gebet und Unterstützung. Auch darüber kann man bei der koptischen Kirche nachfragen, muss dabei aber eben diplomatisch sein. Denn auch hierzulande sind Kräfte unterwegs, die den Opfern noch den Spott und weitere Beschimpfung hinzufügen wollen und dies unter Vorspiegelung falscher Tatsachen versuchen könnten.
      Wie auch immer: es gibt leider für uns Deutsche, für uns Europäer, für uns Christen keine „Patentlösung“ was den Umgang mit unseren koptischen Geschwistern und ihrem Leid angeht. Es gibt keinen „Zauberstab“, den wir schwingen können und schon werden die Verfolgungen aufhören oder zumindest die Nachrichten über die anhaltende Diskriminierung weltweit Empörung hervorrufen. Die Medien sind gottlos und blockieren solche Fakten, die Politik ist genauso und kennt keine Solidarität (die Obama-Administration nennt die Religions-Konflikte Nigerias z. Bsp. „ethnische Streitigkeiten“). Es muss eine Basisbwegung in den Kirchen beginnen, das Thema zu besetzen und darin nicht nachzulassen, sonst wird sich nichts tun. Davon gehe ich aus.
      Wenn man genügend „Mitstreiter“ hat, kann man mit Demonstrationen, Mahnwachen etc. das Thema so weit besetzen, dass auch die Massenmedien daran nicht mehr vorbeikommen. In der Politik gibt es ebenfalls Ansprechpartner, die das Thema voranbringen würden, wenn der „Druck“ von der Straße groß genug würde und die Forderung, deutsche Entwicklungshilfe, oder europäitsche Militärgelder von der Menschenrechtslage und der Situation christlicher Minderheiten abhängig zu machen, würde ebenfalls nicht ohne Wirkung bleiben. Natürlich würden sich Länder wie Ägypten oder Pakistan über die „Einmischung in die Inneren Angelegenheiten“ aufregen, aber da sie eben auch von „westlichen“ Waffenlieferungen und Stützgeldern abhängig sind, müssten sie reagieren. Gut, das alles ist weit hergeholt. Bleiben wir einfach beim überschaubaren Rahmen: fragen wir doch die koptische Kirche in Deutschland, was sie tut und wie wir ihr helfen können. Das wäre ein Anfang.

  2. Das ist ein guter Ansatz! Ich werde den Kontakt hier in Deutschland suchen, alles ist besser als die Qual der Untätigkeit während die Menschen dort leiden! Es darf nicht sein, dass die Toten der Kämpfe um Demokratie und Religionsfreiheit umsonst gestorben sind. Ich denke, die Menschen, die mich kennen wissen, das ich weder zu den Rechten noch zu den Islamophoben gehöre.
    Eines habe ich nie für mich akzeptiert „WEGSEHEN- und HÖREN!

    Wenn ich eine Moschee besucht habe, tat ich dies respektvoll und habe dort bisher die Schönheit einer Gebetsstätte wahrgenommen. Ich habe versucht -24 Jahre lang- den Islam und das Leben der Menschen mit dieser Religion für mich zu ergründen. Anstelle von Klarheit und Verstehen ist in dieser langen Zeit -je mehr ich auf Verstehen hoffte- nur eine größere Kluft entstanden.

    Ich respektiere und akzeptiere aber die Gläubigen aller Religionen, lasse jedem seinen Glauben und erwarte natürlich, dass ich genau so Akzeptanz und Respekt für meine eigene Ausrichtung vorfinde.
    Mein Anspruch ist es nicht, zu missionieren. Es steht mir nicht zu, und ist auch nicht meine Aufgabe. Aber ich ertrage das Unrecht nicht, das diesen einfachen Menschen dort wegen ihres Glaubens widerfährt. Religionsfreiheit ist das Grundrecht eines Menschen.

    In Saudi Arabien ist man durch das Mitführen Christlicher Symbole schon in akuter Gefahr und verstösst gegen das dort geltende Gesetz. Ist man erst einmal in deren Gefängnissen, ist es schwer zu beweisen, dass man sein individuelles Grundrecht wahrnimmt, und deshalb reisen wir nicht mehr in diese Länder. Einige Länder auf dem afrikanischen Kontinent haben immense Summen in den Tourismus gesteckt. Sie sind verwundbar! Öffentlichkeit und ein Bewußtsein für Unrecht bei den Touristen sollten, verbunden mit stetiger Aufklärungsarbeit, das Reiseverhalten in diese Länder ändern können!
    Viele Tierfreunde meiden schon heute Länder, in denen Tiere nichts gelten und gequält werden. Wir müssen die Qual der Menschen, der einfachen, normalen gläubigen Koptischen Christen dort öffentlich machen, damit die Menschen eine Auswahl zwischen Preis und Menschlichkeit treffen können. Diese Menschen sind wie wir, erziehen ihre Kinder nach Christlichen Gesichtspunkten.

    Ein abstruser Gedanke; Hunde und Katzen werden gerettet und „importiert“ Wer hilft den bedrohten Menschen, woanders in Frieden zu leben? Als wertvolle Glieder einer christlich orientierten Gesellschaft? Eigentlich nähme doch eine solche Lebensform in Europa den Anreiz für die Muslime, die mit ungläubigen Schweinen nicht zusammenleben dürfen, da sie sonst nicht ins Paradies kommen können, oder?
    Was für eine unsagbare Bereicherung wären in dieser gottlosen und schwierigen Zeit Menschen, die ihre Ideale leben wollen und im verkehrten land den Tod riskieren.

    Die friedlichen Muslime, wären willkommen in unseren Gemeinden und könnten durch ein friedliches Miteinander beweisen, das der Islam auch Friede miteinander sein kann oder könnte.

    Ich kann nicht glauben, dass Gott den Tod dieser Menschen will. Wie soll ich der Kirche glauben und ihr im Glauben folgen, die ihren Schwestern und Brüdern nicht beisteht?

    Ich glaube an Gott, aber nicht an die Kirche. Weil sie schon beim Tierschutz keine Ausrichtung hat zum Schutze der Geschöpfe. Weil ich mich als Frau mit der Organisation Kirche nicht wohlfühle. Und ich folge ihr nicht blind gläubig, während sie sehenden Auges Unrecht geschehen lässt!

    • Tja, noch einmal vielen Dank für die hier geäußerten Gedanken. Ich kann nur zustimmen.
      Besonders gut gefällt mir der Gedanke, dass „Kein Urlaubsort, wo Christenmord“. Einige Menschenrechtler und Aktivisten gegen die Christenverfolgung fordern dies tatsächlich seit einiger Zeit und werden dabei leider nicht oder nur ungenügend von Kirchen oder kirchennahen Verbänden unterstützt. Ich denke auch, dass wir als „Konsumenten“ und Menschen, die Urlaubsreisen buchen, unseren Euro tatsächlich sehr, sehr bewusst ausgeben sollten und auch ich selbst habe seit Jahren keinen Urlaub mehr in Ländern gemacht, wo die Christenverfolgung himmelschreiend und sozusagen „sozial akzeptierte Normalität“ ist. Diesen Gedanken aber in den Köpfen von preisbewussten und sowohl politisch als auch spirituell unbedarften Mitchristen zu verankern, ist eine wahre Sysiphos-Arbeit. Allerdings nicht ohne Erfolgsaussicht, denn „die Hoffnung stirbt zuletzt“ und „bei Gott sind alle Dinge möglich“. Zumindest den Versuch, das Bewusstsein der Urlauber zu verändern, schulden wir den unterdrückten, gefolterten, vertriebenen und ermordeten Christen dieser Welt.
      Auch Ihre Überzeugung, Gott nachfolgen zu wollen, aber nicht seinem Bodenpersonal den blinden Gehorsam zu schulden, finde ich hochgradig nachvollziehbar. Diese Grundhaltung prägt auch mein Christenleben und deshalb musste ich mehr als einmal die Gemeinde wechseln. Was Gott mir aufs Herz legt ist allemal wichtiger, als die politischen und taktischen Rücksichten, die Kirchenleiter oftmals glauben auf die Welt und ihren Alltag nehmen zu müssen.
      Auch der Hinweis auf Saudi-Arabien und dessen rigider Verfolgung auch nur des kleinsten, nichtmuslimischen Symbols (man versuche mal, dort ein Kleidungsstück mit einem Davidstern als Muster zu tragen ! Dieser Versuch könnte tödlich oder zumindest im Knast enden.) in der Öffentlichkeit. Wer hierzulande von „Toleranz“ und „Religionsfreiheit“ daherredet, der MUSS sich einfach auch dafür einsetzen, dass diese in Ländern wie dem Iran oder Saudi-Arabien ebenfalls Einzug halten. Anderenfalls macht er sich eines Relativismus schuldig, dessen Ursachen zumindest fragwürdig sind. Der permanente Hinweis, die Hinwendung dieser Länder zur Scharia sei eine Langzeit-Folge des „Europäischen Kolonialismus“ greift eindeutig zu kurz (fundamentalistische Strömungen im Islam gab es nämlich in verschiedenen Formen immer schon, nur wurden sie durch eher weltlich orientierte Machtstrukturen lange Zeit im Zaum gehalten) und kann nur durch einen undifferenzierten Schuldkomplex erklärt werden, den wir Deutschen dann sozusagen auf die Spitze treiben, indem wir eben gerade unsere Fürsorge den Tieren zukommen lassen, aber die Kopten, Maroniten, Syrisch-Orthodoxen und andere „Urkirchen“ der Vernichtung preisgeben, indem wir über ihr Schicksal schweigen.
      Warum eigentlich erfahren wir so wenig darüber, ob und wieviele Christen aus Nah- oder Fernost hierzulande um Asyl wegen der Situation in ihrer Heimat nachsuchen ? Nächster Kandidat wäre z. Bsp. Indonesien, wo sich die Schraube der Diskriminierung und antichristlichen Gewalt ganz langsam immer weiter dreht. Warum hören wir auch nichts aus den USA über den „Fall Saul Timisela“, der sich aus Angst vor der Abschiebung nach Indonesien in Kirchenasyl geflüchtet hat ? Wo sind „Amnesty International“ oder die „Grünen“, die ja so gerne Entrüstung heucheln, wenn es nichts kostet, die aber um nichts in der Welt ein Thema wie Saul Timisela anpacken würden, da ihr „Feindbild“ dabei nicht bestätigt wird. Würde die EKD diesem in seiner Heimat verfolgten Christen auch Kirchenasyl gewähren, oder gilt dies nur für Wirtschaftsflüchtlinge aus Afrika ?
      Nun, sei es wie es sei, es ist an der Zeit, eine Diskussion ganz neu zu führen, die herkömmlichen „Eine-Welt“-Phantasien der verweltlichten Kirchen-Leiter durch etwas Realität zu differenzieren und den Konflikt mit dem Mainstream nicht zu scheuen. Wir Christen stehen ohnehin im Widerspruch zum „Zeitgeist“, weil wir den Heiligen Geist haben, der größer ist.

  3. Wenn man der Presse Glauben schenken darf über die veröffentlichten Vorkommnisse im Vatikan einschließlich Mord und Co. (Entschuldigung, dass ich es so formuliere) dann wundert es mich nicht, das nichts aber auch rein gar nichts vom Vatikan in Sachen Christenverfolgung zu hören ist! Der Heilige Vater tut mir leid, umgeben von Feinden?

    Es ist an der Zeit, den Hokuspokus dort ganz ordentlich abzuspecken und weniger Zeremonie, weniger viel zu hohe „Gehaltszahlungen“ nennt man das dort so? dafür aber Christen an der Basis wieder wahrzunehmen und nicht stoisch zu vergraulen und zu gängeln! Im Erzbistum Köln haben wir genug dieser Fälle wo man die modernen Vertreter des Christentums reglementiert bis zur Nötigung.

    Wünschenswert aus meiner Sicht ist ein offener Umgang aller christlicher Kirchen untereinander, d. h. aber auch, Christen in Gefahr beizustehen zuerst einmal mit Hilfestellung die nicht mal etwas kostet. Sich hinter diese Schwestern und Brüder im Glauben zu stellen! Öffentlich, auch von Rom aus, in der ganzen Welt! Petrus ist gestorben für seinen Glauben, unser Heiliger Vater soll sich nicht in Politik, wohl aber in Fragen des Glaubens einmischen.

    Ich hatte in den letzten Wochen einige interessante gespräche mit menschen, die der Kirche sehr nahe stehen. Ich wollte wissen, ob man von der Kanzel herunter oder in eigenen Aktionen der Bistümer aufgeklärt wird, dass es in manchen ländern gefährlich ist Christ zu sein?

    Ich habe mit Erzieherinnen und Pädagogen gesprochen über Zwangsislamisierung junger Koptinnen in Ägypten. Es ist hier noch nicht angekommen wie es aussieht. Da kümmert man sich mit Nachdruck um die Verhinderung der beschneidung junger Mädchen -das ist auch richtig so- aber was drum herum auch noch so alles passiert, es ist unbekannt! Ist es praktizierendes Christentum, wenn man in das Hochamt geht sonntags und gestärkt nach Hause geht im Glauben, die vielen anderen Christen wieder zu Märtyrern werden?

    Ich habe einige fassungslose Menschen zurückgelassen mit dem Hinweis auf diese website und darauf, dass es eben nicht reicht, wenn unser Bundespräsident mit höflichen vorsichtigen Worten im nahen Osten laviert. Das reicht nicht! Herr westerwelle hat gut Reden, er lebt als Homosexueller Ehemann in einem freien Land, in den Ländern, die er besucht würde er dafür hingerichtet!

    Wir sind liberal? Wirklich? Gehört dazu nicht auch, das wir, die die Freiheiten der eigenen Meinung besitzen, nicht auch unsere Stimme für die einsetzen, die sie dringend benötigen? Unsere Politiker sind verlogen, die Kirche ist bequem und ignorant und Zivilcourage kann gefährlich enden.

    Aber was spricht dagegen, dass man in Kirchengemeinden zusammen etwas tut? Eine Patenschaft für ein dorf übernimmt, den Drangsalierten Gehör zu verschaffen? Es sollten Hunderte sein, Hunderte Kirchengemeinden, dann wäre ich mit Freuden wieder dabei……..

    • Liebe Rita Sieberz,
      immer wieder freue ich mich von Herzen, wenn ich lese, dass Sie wieder einmal Ihrem Herzen Luft gemacht und die Leser dieses Blogs und mich an Ihren ganz realen Erfahrungen (sowohl in Ägypten, als auch hierzulande) haben teilhaben lassen. Gott segne Sie dafür !
      Ich persönlich finde Ihre Idee, dass man in Kirchengemeinden aktiv und gezielt Solidarität mit verfolgten Christen übernehmen kann, exzellent und werde diese Idee auch weiterverbreiten (immer unter der Vorgabe, dass sie nicht von mir stammte, „fremde Federn“ stecke ich mir nicht einfach so an). Wenn sich wenigstens EIN Hauskreis oder EINE Gruppe von Interessierten in jeder Gemeinde fände, die sich der Nöte von Christen und Gemeinden in bspw. Ägypten, Eritrea, Laos, Pakistan, Indonesien, Nigeria, etc. annähme und sich zumindest darüber INFORMIERT (open doors, HMK, AVC, BGVK) dann wäre schon viel erreicht. Habe darüber gerade erst mit einigen Christen aus Hessen gesprochen, die in ganz Deutschland über ihre missionarische Arbeit in Indonesien berichten. Auch die sagen ganz klipp und klar: es gibt tatsächlich Regionen in Deutschland, wo Christenverfolgung kein Herzensthema ist, wo man selbst mit tiefgläubigen Christen darüber nicht reden kann, ohne abgewiesen zu werden.
      Langsam denke ich schon über die Idee eines „virtuellen Gebetskreises“ von engagierten Christen aus ganz Deutschland nach, die für viele Anliegen und Initiativen beten könnten, ohne einander wortwörtlich „an den Händen zu fassen“ sozusagen. Ich vermute, in Zeiten des Internets, von DSL etc. ist das „sich im Namen der Herrn Versammeln“ nicht nur ein körperlicher, sondern vor allem ein geistlicher Vorgang. Und wie Sie völlig zu Recht in unsere „Stammbücher“ geschrieben haben: Beten ist das Mindeste, das wir Christen, konfessions- und denominationsübergreifend tun können !!!
      Über die Verhältnisse im Vatikan weiss ich leider nicht so gut Bescheid. Habe da nur mal vor einiger Zeit einen Artikel gelesen, der nahelegt, dass der Heilige Vater wohl tatsächlich in seinem Außenamt Leute sitzen hat, die sich von Saudi-Arabien bezahlen lassen. Er selbst wäre wohl auch klarer in seiner Ansage bezüglich von Christenverfolgung, wenn es nur um ihn selbst ginge. Aber das sind alles Gerüchte, das will ich gleich hier betonen. Ich könnte heute nicht einmal mehr sagen, aus welcher Quelle ich das hatte.

      • Zunächst möchte ich hier einmal aufklären, dass meine Beiträge durch technische Unwegsamkeiten wegen des Einloggens unter 2 verschiedenen Namen zu lesen sind. Andra bin ich unter Pseudonym und einmal unter meinem Namen. Dies vorweg.

        In den letzten Tagen war zu lesen, dass die Verhaftung des leibdieners des Pabstes wegen Spionage derzeit Schlagzeilen macht. Das man sogar die Vermutung untersucht, eine junge frau habe den Tod gefunden (als Folgen von Sexpartys oder entgleistem Exorzismus etc.) Es seien Machtkämpfe der Gruppen im Gange, die schon ihren Kandidaten als den Nachfolger Benedikts des XVI placieren würden.

        So ist es wahrscheinlich schon immer gewesen, dennoch bin ich betroffen, wenn es so zu lesen ist. Für den heiligen Vater muß das eine schlimme menschliche Enttäuschung sein, er kann also niemandem trauen. Einer solchen Instition unwürdig, es gehört schon eher zur Vorgehensweise der Mafia und ähnlicher Institutionen.

        Wenn es sich denn nicht um die Vertreter unserer christlichen Kirche handeln würde in deren Umfeld sich dies alles abspielen würde. MACHT! Aber nicht die Macht des Glaubens, die uns einen und stärken sollte, sondern die profame Gier nach persönlicher Macht!

        Wenn die Themen, die uns als Christen beschäftigen sollten, nicht aus der Kirchenführung in die Gemeinden gebracht werden, dann müssen Christen in Europa nur ein wenig Mut mehr aufbringen und diese bitterbösen Auswüchse wie z. B. in Ägypten, selbst thematisieren. Wieviel Mut wird von den Koptischen u. a. Christlichen Gemeinden gerade jetzt auf dem afrikanischen Kontinent verlangt? Dort wird gelitten! Es sollte uns beschämen, wir, die ohne Angst leben dürfen und uns die Probleme der Menschen in den muslimisch regierten Ländern gar nicht vorstellen können. Ein verkehrtes Wort, eine fehlinterpretierte Handlung und die Gefängnistore schließen sich für immer hinter dem Unglücklichen.

        Wer wegsieht und -hört macht sich schuldig! Über Religion zu diskutieren hat längst nicht die Öffentlichkeit und das Interesse, wie die Zipperlein von vermeintlichen Weltstars oder anderer Promis zu zelebrieren. Wer aber keinen Versuch macht, die Christen woanders durch Wort und Gebet zu unterstützen, der beraubt sich jeglicher Unschuld an einer beginnenden ethnischen Säuberung weltweit!

        Man sollte eine Arbeitsgruppe bilden, die die Kirche frontal überall mit diesem Thema konfrontiert. Unausweichlich, unbestechlich „WIR sind das(KIRCHEN) VOLK!“

        Die Botschaft an die Bedrängten Christen heißt HOFFNUNG „Ihr seid nicht alleine in eurer Not!“

        Ich habe vor einigen Jahren alleine -mit wenigen Menschen, die ich mir gesucht habe, einen Tierschutzverein aus dem Boden gestampft. Ich erwähne dies nur, weil ich mir damals sagte „Man muß etwas tun, und Man ist Man im Zweifelsfalle MAN selbst! “ Es wurde viel erreicht und verbessert durch unsere unermüdliche Arbeit. Aber zuerst muß immer ein Anfang gemacht werden, und der erfordert längst nicht so viel Mut, wie als Koptischer Christ z. B. in Ägypten zu leben!

      • Ein überzeugendes Plädoyer dafür, aktiv zu sein und nicht mit dem in Kirchen leider viel zu oft gehörten Argument „Jesus wird das schon machen“ sich in den virtuellen Schaukelstuhl des Beobachters zurückzulehnen. Solche entschlossenen Worte sollten öfter in unseren Gemeinden gehört werden und es sollten ihnen immer Taten folgen.
        Aber machen wir uns nichts vor: sich für Tiere, Kinder, Pflanzen oder sich gegen Bahnhöfe und Stromleitungen zu engagieren ist in Deutschland auch in den Kirchen deutlich populärer, als zur konfessionsübergreifenden Solidarität für Christen in aller Welt aufzurufen. Meine praktischen Erfahrungen aus meiner Stadt jedenfalls sind atemberaubend. Aber leider nicht im guten Sinne. So viel Ignoranz und Drückebergertum, wie ich in Gemeinden aller Konfessionen und Denominationen auf den winzigkleinen Aufruf, doch mal 20 Minuten im Monat dem Gebet für verfolgte Christen zu opfern, erlebt habe, hätte ich im Vorfeld nicht erwartet. Noch immer bin ich sehr vorsichtig, was die „Kontaktaufnahme“ mit potentiell Gleichgesinnten angeht. Aber dies kann sehr wohl ein besonderes Problem der Kirchen in Berlin sein, die auch nach Aussagen von Männern und Frauen, die länger und tiefer als ich in den Kirchen aktiv sind, extrem isolationistisch und selbstbezogen sind. Da kümmert sich jeder um „seinen Kiez“, vielleicht noch um irgendein karitatives Projekt und lädt höchstens einmal alle zwei Jahre einen Referenten von „open doors“ ein, um das schlechte Gewissen bezüglich der verfolgten Christen wieder für zwei Jahre zu beruhigen.
        Ich will gar nicht zu sehr „schwarzmalen“, nur einen „Ist-Zustand“ meiner Stadt beschreiben, der mit Gottes Hilfe und durch aktive Mitstreiter sicher verändert werden kann. In diesem Sinne ist es höchste Zeit, die Christen mit einem Herzen für die verfolgten Geschwister in den verschiedenen Regionen miteinander zu vernetzen und ersteinmal miteinander bekannt zu machen. Dann ergeben sich durch „brainstorming“ ganz automatisch neue Synergie-Effekte dafür, wo und gegenüber wem man anfangen kann, Druck zu machen, damit sich in den Kirchen etwas am Bewusstsein verändert.
        Wie dem auch sei, ich möchte mich ausdrücklich der Aussage anschließen, dass alle, die wegsehen und weghören sich mitschuldig machen. Wir Deutschen und auch andere Völker wissen genau was passiert, wenn man Themen „unter den Teppich kehrt“. Sie kommen mit neue Energie zurück und überrollen uns. Gerade die Christenheit sollte mit gutem Beispiel voran gehen und mutig die Wahrheit auch über die Christenverfolgung sagen. Ein bischen mehr Bekenner- und Opfermut ist vonnöten, aber ich befürchte, dass die Christen in unserem Lande diese Märtyrer-Mentalität nicht mehr haben, weil sie z. T. nicht mehr wirklich auf die Verheissungen Christi vertrauen. Etwas gesellschaftlicher Gegenwind und ein oder zwei Beschimpfungen auf der Straße reichen oftmals schon aus, damit man ein „heisses Eisen“ wieder fallen lässt.
        Nun, wir werden sehen, ob sich durch Gebet und ein bischen mehr Rückgrat noch etwas tun lässt. Immerhin gibt es ja bereits in Schorndorf die sehr rührige AVC (nicht mit dem christlichen Hilfswerk zu verwechseln). Nun müssen solche Gemeinde-übergreifenden Initiativen überall in Deutschland gestartet und miteinander vernetzt werden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s