Indonesien: Himmelfahrtstag in Jakarta

Während in Deutschland der Katholikentag einen friedlich-unspektakulären Verlauf nahm und die Christenheit im Lande mit dem üblichen, mäßigen Enthusiusmus die Himmelfahrt des Erlösers Christus feierte, hatten die Geschwister in einem Vorort Jakartas etwas mehr „Action“.

Indonesien

Am Donnerstag, den 17. Mai 2012, feierten die Gläubigen einen Himmelfahrtsgottesdienst in der Filadelfia-Kirche der Protestantischen Gemeinschaft von Batak am Rande Jakartas. Ein wütender Mob von ca. 300 aufgeputschten Muslimen empfand diese Tatsache vermutlich als ausreichenden Anlass, um die Kirche zu attackieren und Steine sowie Plastikbeutel mit Urin gegen die Mauern des Gotteshauses zu werfen. Eine weit verbreitete Praktik der Schändung von Kirchen, die auch hierzulande ihre Anhänger hat:

 https://gebetskreis.wordpress.com/2012/02/09/deutschland-fick-deinen-gott-vandalismus-gegen-kirchen-in-duisburg/

Pastor Palti Panjaitan erzählte einer lokalen Zeitung wie es weiterging:

 Sie griffen die Kirchgänger an. Die Polizei versucht, mit ihnen zu reden, aber sie ließen die Polizisten links liegen und besprengten uns stattdessen mit Urin und Schmutzwasser. Andere bewarfen uns mit Steinen.

Während des Gottesdienstes, der ca. 90 Minuten dauerte, schrien die Fanatiker weiterhin Beschimpfungen und Beleidigungen heraus. Auch nach dem Gottesdienst wurden die Gläubigen nach Angaben von Pastor Palti weiter verfolgt.

 Sogar nach dem Gottesdienst, der ein und eine halbe Stunde lang dauerte, verfolgte uns dieser Mob. Wir danken Gott, dass uns die Polizei an einen sicheren Ort eskortierte.

Ehrlich gesagt, besteht auch genug Grund, sich bei der Polizei zu bedanken. Oftmals, wie in Indien oder Pakistan, ist die Polizei ja eher auf der Seite der Angreifer, als auf der des Rechts. Hintergrund all dieser Gewalt ist nämlich die Baugenehmigung für ein Kirchengebäude, welche die Gemeinde im Jahr 2007 beantragt hatte. Die lokalen Behörden verweigerten und verschleppten diesen Antrag jedoch so lange, bis eine Genehmigung auf dem juristischen Wege „eingeklagt“ werden musste. Zuvor hatte ein regionaler Verwaltungschef am 31. Dezember 2009 der Gemeinde den Zugang zum Gelände verboten.

Das Oberste Bundesgericht Indonesiens bestätigte im Juli 2011 die Berechtigung der Kirche, eine Baugenehmigung zu erhalten und gab eine Order an die Verwaltung von Bekasi, diese Genehmigung nun auszustellen. Dort weigert man sich jedoch, dieser Anweisung nachzukommen und tritt damit geltendes Recht mit Füssen. Seit Januar nun werden Mitglieder der Kirche belästigt, angegriffen und eingeschüchtert.

Der Fall erinnert fatal an den Fall der Yasmin-Gemeinde von Bogor, wo ebenfalls lokale Behörden einen Entscheid des Obersten Gerichtshofes, der Christen den Bau einer Kirche gestattet, mit Zähnen und Klauen (und polizeilicher Gewalt) außer Kraft setzen. Ich vermute, eifrige Leser dieses Blogs kennen die Details bereits. Es scheint also einen Trend zu geben, nach dem Christliche Gemeinschaften zwar Recht haben, aber aufgrund des Einflusses islamischer Extremisten kein Recht bekommen oder gegen örtliche Islamisten durchsetzen können.  Ein unhaltbarer Zustand schleichender Entrechtung und Ungleichbehandlung. Die Schließung von 17 Kirchen in der Provinz Aceh lässt auch nichts Gutes für Indonesien hoffen. Der Weg in den Gottesstaat scheint vorprogrammiert.

BITTE BETEN SIE FÜR EINE REICHE ERNTE IM INDONESISCHEN WEINBERG. DAS LAND BRAUCHT EINEN MASSIVEN, CHRISTLICHEN BEVÖLKERUNGSANTEIL, DAMIT DAS EVANGELIUM DORT ÜBERLEBEN KANN.

(Quelle: „the Jakarta Globe“ vom 17. Mai 2012)

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