Ägypten: Zugattentäter verurteilt

Vor einigen Monaten berichteten wir über den Attentäter, der in einem ägyptischen Zug gezielt Christen getötet hatte. Nun ist dieser Mann, der zum Tatzeitpunkt noch dazu gar Polizeibeamter war, auch verurteilt worden.

Ägypten

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Am Montag, den 14. Mai 2012, gab das Gericht in Minya die Strafe für die Tötung eines Kopten und die schwere Körperverletzung an fünf anderen bekannt: Todesstrafe. Was war geschehen ? Erinnern wir uns:
Am 10. Januar 2012, gegen 17.00 Uhr bestieg der Polizist Amer Aschur Abdel-Saher den Zug von Assiut nach Kairo in Samalut und begann in der Folge damit, in den Abteilen gezielt nach Kopten Ausschau zu halten. Diese haben zumeist eine Kreuz-Tättowierung an den Hangelenken. Dieses Tatto suchte Abdel-Saher bei den Mitreisenden.

Nach Augenzeugenberichten stieß er dabei auf eine sechsköpfige Gruppe koptischer Christen, die zusammensaß und angeblich sogar Hymnen sang. Sofort soll er das Feuer auf diese Gruppe eröffnet haben. Selbstverständlich nicht, ohne das unvermeidliche „Allahu Akbar“ dabei gerufen zu haben. (Das eben nicht „Allah ist groß“ bedeutet, sondern „Allah ist größer“, in diesem Falle „größer, als der, dem ihr da Hymnen singt“.)  Der 71 – jährige Fathy Gattas, der während der Fahrt eingeschlafen war und sich nicht wehren konnte, starb noch am Ort des Geschehens. Alle anderen, darunter die Frau des Getöteten, wurden schwer verwundet und mussten später in Krankenhäuser eingewiesen werden.

Das durch diesen Vorfall peinlich berührte Innenministerium (nochmal: Der Täter war Polizist.) versuchte in der Folge der Ereignisse, die offensichtlich religiös motivierte Tat zu relativieren. Abdel-Saher sei „mental instabil“ gewesen und habe „wahllos“ auf die Passagiere des Zuges geschossen. Außerdem sei er ohnehin zum Zeitpunkt der Tat in ärztlicher Behandlung gewesen. Offensichtlich folge das Gericht in Minya dieser Argumentationslinie aber nicht so recht.

Koptische Aktivisten sind deshalb auch überrascht. Der koptische Aktivist Mark Ebeid sagte dazu:

 Üblicherweise kommen Christenmörder im wahrsten Sinne des Wortes mit Mord davon. Sie werden sonst in Nervenkliniken eingewiesen und als „mental instabil“ bezeichnet. Und nachdem sie Angelegenheit etwas abgekühlt ist, werden sie dann wieder in aller Stille als geheilt entlassen und das war´s dann für die Familien der Opfer.

Dieses Schema wurde im Falle Fathy Gattas, bzw. Amer Aschur Abdel-Saher, aber durchbrochen. Mina Yacoub von der koptischen Masbiro Jugend – Föderation ist jedoch skeptisch, was die Hintergründe dieser Entscheidung angeht. Es bestehe sehr wohl die Möglichkeit, dass dieses Urteil angesichts der anstehenden Präsidentschaftswahlen für „gute Stimmung“ der koptischen Wähler sorgen solle, um deren schwere Bedenken gegen die radikalislamischen Kandidaten abzuschwächen oder gar um ihre Wahlstimmen zu gewinnen.

BETEN WIR FÜR GERECHTIGKEIT AUCH IM LAND AM NIL. ALS CHRIST LEHNE ICH ZWAR DIE TODESSTRAFE AB, BIN ABER IMMER FÜR DAS WIRKLICH STRAFRECHTLICH RELEVANTE AUFARBEITEN VON CHRISTENMORDEN.

(Quelle: „aina.org“ vom 15. Mai 2012)

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Ein Gedanke zu “Ägypten: Zugattentäter verurteilt

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