Kommentar: gefährliche Ratschläge aus berufenem Munde

„Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist…“ (Phil 3, 13)
Glauben Sie mir, liebe Leser, wenn ich Ihnen an dieser Stelle gestehe, dass ich so einige Predigten in meinem Leben gehört habe. Ich bin schon ein klein wenig herumgekommen in der Christenheit und gerade die oben genannte Stelle aus dem Philipper-Brief wurde mir dabei auffallend oft in einer meines Erachtens nach schwierigen Art und Weise ausgelegt.

Stift zu Kommentaren.

Kommentar

Es ist schon manchmal recht auffällig, wieviele Christen in deutschen Kirchen ein schlechtes oder gar kein Gedächtnis zu haben scheinen. Da werden Erfahrungen, die die Kirche vor Jahrzehnten oder Jahrhunderten bereits gemacht hatte, leichtfertig vergessen und müssen sozusagen von Generation zu Generation wieder unter unnötigen Mühen neu gemacht, neu errungen werden. Wie z. Bsp. im Umgang mit Macht, Medien und Diktatur. Da kann es vorkommen, dass der entschlossene, oft unter größten Opfern gebrachte Widerstand von Kirchenvertretern gegen die NS- oder SED-Diktatur heute zwar in offiziellen Feiertagsreden gewürdigt, im kirchlichen Alltag jedoch oft mit Füssen getreten oder zumindest relativiert oder gar vergessen wird. Bedrohungen des Glaubens gibt es so immer nur in der Vergangenheit und die Gegenwart ist ein einziges „Freudenfest der Harmonie“.

Mindestens genauso schlimm ist es, wenn die Lehren und Ideen, die unser guter, alter Dr. Luther unter strengsten Gewissensqualen und im Ringen mit weltlichen Mächten der Bibel abgerungen hat, heute in Vergessenheit geraten. Manchmal kann man sich als Protestant (aber auch als Katholik) schon einmal die Frage stellen, warum manche Kirchen den Namen Luthers überhaupt noch tragen, wenn sie seine Erkenntnisse doch heute fast vollkommen als „nicht mehr zeitgemäss“ ablehnen. Oder sie zumindest nur in kleinen, sozusagen „homöopathischen“ Bröckchen noch an die Christenheit weiterreichen, um damit ein an sich wenig geistliches, „zeitgeistiges“ Weltbild scheinbar zu rechtfertigen.

Von Zeit zu Zeit denke ich, dass viele dieser Tendenzen ihre Wurzel in einer unverantwortlichen Auslegung des eingangs erwähnten Bibelwortes haben. Quer durch alle Denominationen und Konfessionen zieht sich eine theologische Schule, die uns Gläubigen weis machen möchte, dass wir tatsächlich „alles was hinter uns liegt“ wortwörtlich vergessen sollen, um uns der Zukunft stellen zu können. Da stellen sich mir die Nackenhaare auf, liebe Leser. Dürfen Christen nicht mehr aus ihren eigenen Erfahrungen oder denen der Kirche als solcher lernen ? Wäre es an dem, dann wären wir meiner Meinung nach dazu verurteilt, dieselben Fehler immer wieder zu machen. Ohne den Orthodoxen Brüdern und Schwestern zu nahe treten zu wollen denke ich, dies ist der Weg der russisch-orthodoxen Kirche, die seit dem Mittelalter immer eine Kirche der Mächtigen war, eine Kirche, die im Sinne der Konstantinischen Wende als staatstragend gesehen werden will und sich deshalb gar zu eng mit der Macht verbündet. Tradition in allen Ehren, aber hier schlägt sich das Prinzip der Lernunfähigkeit in meinen Augen am deutlichsten nieder. Wer nur Erfüllungsgehilfe der Mächtigen ist, ist de facto auch immer deren Spielball, was die Zeit der Sowjet-Diktatur gar zu deutlich bewiesen hat. Eine Lektion die man in Russland bis heute nicht gelernt hat.

Aber genug des Beispiels. Das Prinzip darf in keinem Falle sein: Wir vergessen alles, um uns der Zukunft entgegenzustrecken.  Fraglich ist, ob der Apostel dies auch tatsächlich genauso beabsichtigt hatte, als er den Philippern einen Brief schrieb. Sich nicht von der Vergangenheit belasten zu lassen, um sich leichter und eleganter mit den gegenwärtigen und zukünftigen Problemen befassen zu können, scheint mir eher dem Profil des Paulus zu entsprechen. „Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden…“ (Phil 3, 10) Das war es, dem sich der Apostel entgegenstreckt, der Erkenntnis Christi, dem Ausmass der Leiden, die dieser für uns auf sich genommen hat.

Um diesem Ideal nahezukommen, wies er die Philipper und uns an, zu vergessen, was hinter ihnen lag und ein ganz anderes Leben zu führen. Eine Abkehr vom allzu weltlichen Dasein und eine Hinwendung zu Christus ist also seine Empfehlung für uns, so wie ich das sehe. Das beinhaltet für mich keineswegs ein Vergessen der Lehren aus der Vergangenheit, ein bewusstes Ignorieren und Negieren der Erfahrungen unserer Vorgänger oder unserer Brüder und Schwestern in Ländern der Verfolgung, um auf mein Lieblingsthema zu kommen. Nein, so ein Christentum, in dem ich persönlich als Individuum vor Gott mich als lernunfähig erweise und somit das Geschenk Gottes, das der menschliche Verstand ist,  mit Füßen trete, kann ich nicht leben. Tut mir leid liebe Theologen, Prediger und Oberflächen-Surfer. Das greift zu kurz. Und das nicht nur auf der individuellen sondern auch der gesamt-kirchlichen Ebene.

Nein, ich denke, wir sollten unseren Glauben in Verantwortung vor unseren Erfahrungen leben, uns jedoch davon nicht verbittern lassen, wenn diese negativ waren. Eine unbiblische Bitterkeit darf uns nicht am Handeln in der Gegenwart in Verantwortung für die Zukunft hindern. Das ist meine Erkenntnis aus Philipper 3, 13 und nichts anderes.

Gottes Segen und einen schönen Sonntag

Martin Clemens Kurz

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7 Gedanken zu “Kommentar: gefährliche Ratschläge aus berufenem Munde

  1. Verehrter Blogbetreiber,

    wer seine Wurzeln vergisst und nur dem Neuen nachstreben will, ist wurzllos, ist wie ein Ballon, den der Wind vor sich hertreibt. Wenn wir vergessen, woher wir kommen und nur meinen, dass christliche Ideale dem Zeitgeist verpflichtet bzw. angeglichen werden können und sollten, haben wir weder dieses Phlipperwort noch Jesus selbst verstanden. Es gibt nur die jesuanische Lehre der Evangelien für alle Zeiten. Einiges mag auslegbar sein. Aber seine Forderung in ihm zu wurzeln solte für alle Christen und alle Kirchen allgegenwärtig sein. Durch alle Zeiten trägt diese Lehre der Liebe, aber auch der Standhaftigkeit. Fehlt letztere, werden alle christlichen Gemeinden durch den Sturm der Zeiten in verschiedene Richtungen geweht. Aus Rückbesinnung mutig nach vorn schauen sollt die Devise lauten.

    Habe an jedes Seelsorgemitglied meines Seelsorgeteams folgende mail gesandt. Ich kann nur raten, dass viele Leser hier in diesem Forum ähnliches tun. Sie können sich gern meiner Mail bedienen und sie auf die Erfordernisse ihrer Gemeinschaft zuschneiden. Der Vorsitzende des Teams hat mir eine mail geschrieben, dass er dieses Anliegen den Messgestaltungsteams weiterleitet. Erfolg war zumindest letzten Sonntag, diese Fürbitte für verfolgte Christen in aller Welt. Ein kleiner Anfang, über den ich mich sehr gefreut habe. Es ist nicht alles umsonst. Manchmal wirkt es auch. Lassen wir in unserem Bemühen in aller christlicher Demut nicht nach, auch in den eigenen Gemeinden neues Bewusstsein für die Problematik der verfolgten Christen und auch Nichtchristen zu fördern.

    Sehr geehrtes Seelsorgeteam,

    mir als katholischem Christen in der Gemeinde St. Ludgeri in liegt das Bewusstmachen und die Bekämpfung der Diskriminierung und Verfolgung von Christen und anderen Menschen in jedem Teil der Erde sehr am Herzen. Die Verfolgung hat natürlich mehrere Gesichter, die begründet sein können in einem unseligen Zusammenwirken von Religion, Ideologie, sozialer Not und Bildungslosigkeit sowie anderen Faktoren. Gerade jetzt in dieser Zeit, in der wir das extreme Glück haben, uns noch der Anwesenheit der hier sehr beliebten Priester (Namennennung) erfreuen zu dürfen, sollte gerade dieses Thema am Beispiel des Heimatlandes dieser Herren, Nigeria, nicht aus den Augen verloren werden, nein, im Gegenteil, es sollte als Aufbruch innerhalb der Großgemeinde dienen und verstanden werden, ein Menschenrechtsprojekt auf die Beine zu stellen.

    Negative Schlagzeilen über die Tötung und vielleicht auch Diskriminierung von Christen im Norden des Landes Nigeria über die Terrortruppe Boko Haram, die sich zum Ziel gesetzt hat, alles westliche Wissen zu verteufeln und Christen und anderen Ungläubigen den Garaus zu machen, den verschiedenen geschichtlichen Entwicklungen im Süden und Norden des Landes,den politischen Gegensätzen und Gegebenheiten, die vielleicht Grundlage für die Entstehung dieser Terrororganisation bilden, sollte durchaus einmal in Predigten erläutert und verständlich gemacht werden. Es sollte aber auch einmal die Verfolgungssituation von Christen und auch Muslimen deutlich hervorgehoben werden. Wie wirkt sich diese auf die nigerianischen Gemeinden aus, wie auf die Familie? Wie gehen Familienmitglieder von Getöteten und Verfolgten, die sich in Gefängnissen befinden, mit diesen Gräueltaten um? Wir wird ihnen geholfen? Kann nicht mal eine Kollekte für Hilfswerke in Nigeria gehalten werden, die sich um solche Familien kümmert. Was hat die Scharia in Nigeria für Auswirkungen auch für Christen? Wie gehen Christen mit Muslimen um, baut sich da Hass auf?

    Mir persönlich genauso wichtig ist jedoch das beständige sonntägliche Fürbittgebet für Christen und Menschen jenseits der üblichen grausamen Kriminalität, die in Nordkorea, in islamischen Ländern und in Ländern, in denen die Drogenmafia wie Mexiko oder Kolumbien herrscht, in denen Verfolgung und Diskriminierung an der Tagesordnung sind, nur weil Menschen den „falschen“ Glauben, die „falsche“ politische Überzeugung oder das „falsche“ Geschlecht oder die „falsche“ Ethnie aufweisen, intensiv auf den Gebetsplan hier in der Großgemeinde ins Leben zu rufen. Wenn es Christen im Sonntagsgottesdienst nicht schaffen, für andere Christen – egal welcher Konfession und für Menschen, die nicht Christen sind, z. B. Muslime der jeweils „anderen Konfession“ in Verfolgungs-, Diskriminierungs- und Armutssituationen nicht einmal beten, dient eine Kirche, wie Herr Pastor Feldmann so gut und richtig zu sagen pflegte, die nicht dient, zu nichts. Ich denke, das Auslassen der unbequemen und sich nicht gut anhörenden Verfolgungs- und Diskriminierungssituation, welches das beschaulich-betuliche Christenleben hier in Deutschland und Europa, aber auch in so sehr stören kann, ist ein Armutszeugnis für alle christlichen Gemeinden. Die jesuanische Verfolgungsprophetie für alle Christen in seiner Nachfolge sollte nicht dazu führen, die Augen vor dem Elend und der Not dieser Menschen in dieser Situation zu verschließen. Wir gedenken in jedem Gottesdienst dem Tod Jesu, der Verfolgung Jesu. Nur der Verfolgung derer, die Jesus nachfolgen wollen, gedenken wir nicht oder nur sporadisch ohne näheres Hintergrundwissen erlangt zu haben. Diese Verfolgten und die Verfolgten in anderen Glaubensrichtungen oder Ideologien sind es wert, von Christen gebetsmäßig in den Blick genommen zu werden.

    Friede, Freude, Eierkuchen, Pfarrgemeindefeste, Religionübergreifende Dialoge,sofern nicht der Dreifaltigkeitsglaube aufs Spiel gesetzt wird, Kollekten für Hilfswerke, usw. sind wünschenswerte und christlich sehr wichtige Lebensstile, Ausrichtungen, Elemente und Lebensentwürfe. Wenn diese jedoch die in Nordkorea, Kolumbien, Irak, Iran, Ägypten, Nigeria, Afghanistan, Pakistan und Co. verfolgten und diskriminierten Menschen, ob Christen, Juden oder andere Glaubens- oder Politikrichtungen einfach nur schmählich ignorieren, um das heile christliche Weltbild nicht durcheinander geraten zu lassen, so ist das Salz des Christentums hier in den satten Ländern schal und infolgedessen geschmacklos geworden.

    Eine Fürbitte für verfolgte Menschen an jedem Sonntag, vielleicht sogar für einen bestimmten Menschen, welcher in Menschenrechtsorganisationen der verschiedenen Art leicht ausfindig gemacht werden könnte, um für diesen in besonderer Meinung zu beten, würde jedem Sonntagsgottesdienst gut tun. Es würde Jesus zur Ehre gereichen, es würde den Menschen in diesen Ländern gut tun und hier vielleicht zu einer Bewusstseinsänderung beitragen, die die Christen hier ermutigt, sich mehr für diese Menschen einzusetzen, ihnen Briefe der Ermutigung in die Gefängnisse zu schreiben, Botschaften der Länder zu animieren, um Freilassung oder Erleichterungen für religiöse und politische Gefangene zu schaffen. Junge kritische Christen würden durch solch eine Aktion mit Sicherheit nicht abgestoßen werden, im Gegenteil.

    Die wirklichen Probleme des Glaubens, der Kirche, des Christentums sind neben der Armut, der Bildungsferne, der Unterdrückungssituation, insbesondere auch verfolgte und diskriminierte Menschen in aller Welt. Dies wird im Gebet für diese im ausgegrenzten Elend lebenden Menschen bewusst. Diese Menschen geben uns überdies sogar unfreiwillig und erzwungen ein Glaubensbekenntnis ab, welches wir uns hier im satten Westen erst noch erarbeiten müssen. Für diese Menschen ist es keine Frage, ob Jesus lebt, sondern Gewissheit. Sich mit diesen Menschen intensiv auseinander zu setzen und sich mit ihnen zu solidarisieren, kann uns nur in unserem schwachen Glauben weiterbringen und uns lehren, den Glauben bewusster zu leben und ihnen in Jesus nachzufolgen.

    Auch das gehört zur christlichen Globalisierung. Diese Weltsicht der Dinge kann eine Großgemeinde wie die hier in zusammenschweißen in einem solchen Projekt des Gebetes und des Einsatzes für verfolgte Menschen.

    Betrachten Sie diese e-mail als einen ernstgemeinten Denkanstoß. Kirche sollte führend sein in diesen Dingen, nicht den Gegebenheiten und Problemen hinterher hinken. Diesen Eindruck habe ich manchmal von der Kirche hier in Deutschland.

    Mit freundlichen Grüßen

    Danke an den Blogbetreiber, mich hier so „ausbreiten“ zu dürfen.

    • Ja, ich denke auch, dass die fatale Tendenz, sich selbst seiner Wurzeln zu berauben (ohne hier einem falschen Traditionschristentum das Wort reden zu wollen !) eben auch in vielen Kirchen Einzug gehalten hat. Kein Wunder, dass man seinen Fokus dort oftmals so „verkleinert“ hat, dass die Weltkirche, oder das Christentum als solches dort nicht mehr im Blick behalten wird. Man ist sich der Probleme der eigenen Gemeinde, vielleicht noch der Besonderheiten der eigenen Konfession/Denomination bewusst, hat aber für Kirche unter Beschuss (geistlich und leider auch physisch) wie in Afrika oder Asien keinerlei Bewusstsein.
      Andererseits sind oft genau dieselben Gemeinden und Organisationen so sehr um eine „Ökumene“ oder eine Inklusion von so ziemlich jedem, zeitgeistigen Gedankengut bemüht, dass die Botschaft der Evangeliums in ihrer Einzigartigkeit verwässert wird. Den Widerspruch in dieser Verhaltensweise erkennen Geistliche und kirchliche Verantwortungsträger schon gar nicht mehr, weil sie nach ihrem Theologie-Studium oftmals so „gebrainwashed“ sind, dass sie zum Erfassen der allereinfachsten Wahrheiten gar kein Handwerkszeug mehr mitbringen.
      Ich schätze Augustinus, Luther u. a. rotieren nicht grundlos in ihren Gräbern. Aber das „Fingerzeigen“ auf Glaubensgeschwister hilft nun auch nicht mehr weiter und ist auch nicht recht biblisch. Man kann nur ein glaubwürdiges, bibelorientiertes Leben praktizieren und hoffen, dass dies auf andere Menschen abfärbt.
      Auch ich befürworte seit Längerem ein Hinwenden des Blickes auf die Verfolgung der Gläubigen in der Welt, auf deren Ausformungen und weltweite Existenz. Die Ausrede, dass wir „es ja prophezeit bekommen haben“ und „von Anfang an (Stephanus) damit leben mussten“ reicht mir nicht, um Kopf und Herz vor den Fakten zu verschließen. Das o. g. Land Nigeria kann hier sozusagen exemplarisch für die Komplexität des Themas genommen werden, da hier eben ethnische, wirtschaftliche und religiöse Konflikte so miteinander vermengt werden, dass die allerschrecklichsten Dinge mittlerweile sozusagen „an der Tagesordnung“ sind. Wenn wir es nicht einmal schaffen, in den deutschen Gemeinden für den Frieden Nigerias regelmäßig zu beten, spricht das Bände über uns und sagt nichts über Nigeria.
      Auch die spirituelle Dimension der Verfolgung, die eigentlich recht einfach mit biblischen Texten in Verbindung gebracht werden kann und damit erhellt und beleuchtet würde, wagt kaum jemand hierzuland offen anzusprechen. Einem nigerianischen Pastor, der vor einigen Jahren in meiner Gemeinde zu Gast war, fiel dies recht deutlich auf und sein Erstaunen über die diesbezügliche „Leisetreterei“ der deutschen Amtskollegen war ihm nicht nur am Gesicht abzulesen. Im Privatgespräch scheute dieser mutige, täglich vom Tod durch Terroristen bedrohte Kirchenmann denn auch nicht, den Feind alles Guten und Wahrhaftigen, der in den Menschen wütet, die Christen aktiv verfolgen, beim Namen zu nennen. Ist es zu viel verlangt, wenn ich dies von meinem Pastor auch erwarte ?

      Die wirklichen Probleme des Glaubens, der Kirche, des Christentums sind neben der Armut, der Bildungsferne, der Unterdrückungssituation, insbesondere auch verfolgte und diskriminierte Menschen in aller Welt. Dies wird im Gebet für diese im ausgegrenzten Elend lebenden Menschen bewusst. Diese Menschen geben uns überdies sogar unfreiwillig und erzwungen ein Glaubensbekenntnis ab, welches wir uns hier im satten Westen erst noch erarbeiten müssen. Für diese Menschen ist es keine Frage, ob Jesus lebt, sondern Gewissheit. Sich mit diesen Menschen intensiv auseinander zu setzen und sich mit ihnen zu solidarisieren, kann uns nur in unserem schwachen Glauben weiterbringen und uns lehren, den Glauben bewusster zu leben und ihnen in Jesus nachzufolgen.

      Volle Zustimmung. Die Gewissheit des Glaubens, die Stärke im Bekenntnis, die beispielsweise ein Youcef Nadarkhani nachweist, ist atemberaubend. Der feste Grund auf dem die „Müll-Leute“ von Ägypten und Pakistan stehen (sie sind zumeist Christen, da ihnen dort keine andere Arbeit zugestanden wird) sollte auch unseren Boden des Glaubens wieder stabilisieren !

      Es würde mich freuen, zu erfahren, welche Resonanz diese Mail findet und bereits gefunden hat.

      • Werter Stefanus,
        habe ich schon geschrieben „…Erfolg war zumindest letzten Sonntag, diese Fürbitte für verfolgte Christen in aller Welt. Ein kleiner Anfang, über den ich mich sehr gefreut habe.“
        Ist ein zartes Pflänzchen, welches wohl intensiv gepflegt werden muss. Danke für Ihr Interesse.

      • Wenn noch anderer Rücklauf kommt, ich bin immer für gute Nachrichten empfänglich. Und vor allem für das virtuelle und „real life“ Vernetzen von Menschen, denen die Verfolgten nicht gleichgültig sind. Wer weiss, was passiert, wenn man miteinander im Gespräch und Gebet bleibt.

  2. Wollen wir darum beten, dass dieses Thema nicht wieder in der Mottenkiste der Vergessenheit gerät. Jedoch die Situationen allein in Nordafrika lassen Schlimmstes befürchten. Ägypten neu: wieder Mädchenbeschneidung,
    http://www.kybeline.com/2012/05/14/die-genitalverstummelung-bluht-im-zuge-des-arabischen-fuhrlings-richtig-auf/#more-34504
    Christen und Juden wird es dort auch nicht besser ergehen.

    Selbstverständlich werde ich über jede weiter Rückmeldung berichten. Aber diese wird wohl nicht kommen.

    • Herzlichen Dank für Ihre Kommentare. Ja, es wird Zeit, dass sich Christen organisieren, damit eben das Thema nicht mehr modischen Trends unterworfen ist, sondern als „Stachel im Fleisch der Ignoranz“ immer wieder konstruktive Reaktionen von ehrlichen Gläubigen hervorruft.
      Die „Christian Alliance of Nigeria“, ein überkonfessioneller Zusammenschluss von Kirchen, hat mal vor einiger Zeit den jeweiligen Monatsersten als „Gebets- und Fastentag für den Frieden im Land“ ausgerufen. Ich persönlich sympathisiere sehr mit solch einer freiwilligen Selbstverpflichtung und möchte diese hier noch einmal bei allen Interessierten anregen. Wir können auch ein „virtueller Gebetszirkel“ im deutschsprachigen Raum sein, der sich an bestimmten Tagen in der Fürbitte für die Bedürftigen vereint.
      https://gebetskreis.wordpress.com/2011/01/01/christen-in-nigeria-rufen-zum-fasten-fur-frieden-auf/

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