Iran: Botschaft von Youcef Nadarkhani aufgetaucht

Einer in den USA ansässigen Monitorgruppe für Menschenrechtsvorfälle wurde mit dem Datum vom 07. Mai 2012 ein Brief zugespielt, den vermeintlich der inhaftierte Hauskirchenpastor Youcef Nadarkhani selbst verfasst hat.

Pastor Youcef Nadarkhani

Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass dessen Rechtsanwalt Mohammed Ali Dadkhah zu neun Jahren Haft verurteilt wurde. Er soll mittlerweile bereits inhaftiert worden sein.
Dessen ungeachtet hat Pastor Youcef in dem mehreren Webseiten vorliegenden Schreiben verschiedene, persönliche Aussagen gemacht. Er versichert allen, die sich um ihn sorgen, dass er in Geist und Körper gesund ist. Ausserdem gibt er eine ganz persönliche Sicht auf seine individuelle Situation wider:

 Und ich versuche, mit einer anderen Einstellung als sie viele Andere haben, an diese Zeiten heranzugehen. Ich sehe sie als Tage der Prüfung und des Glaubenstestes an. Und in diesen Tagen, in denen es hart ist, seine Loyalität und Ernsthaftigkeit Gott zu beweisen, tue ich das Beste in meiner Macht, um bei dem zu bleiben, was ich von Gottes Geboten gelernt habe.

Und ein nachdenklicher Satz:

 I möchte meine Geliebten im Herrn daran erinnern, dass, obwohl meine Prüfung schon so lange dauert und ich rein fleischlich betrachtet möchte, dass diese Tage enden mögen, ich dennoch mein Leben Gottes Willen unterworfen habe.

Dann betont er, dass er kein politischer Mensch sei und deutet zwischen den Zeilen an, dass viel von der internationalen Kritik am Iran bezüglich des Umgangs mit seinem Fall und seiner Person, auch schwere Konsequenzen für die Christen im Iran haben könnte. Dennoch erwähnt er die internationalen Initiativen zu seinen Gunsten und bewertet sie als positiv für sein mögliches Schicksal und die von ihm noch immer erhoffte Freilassung.

 Ich glaube, dass diese Aktivitäten sehr hilfreich sein können, um Freiheit zu befördern und dass der Respekt vor den Menschenrechten…positive Resultate hervorbringen wird.

Er betont weiterhin, dass er sich als Staatsbürger des Iran den Autoritäten seines Landes und seiner Zeit unterwirft, wie es biblisch begründet ist. Außerdem bete er dafür, dass sein Land nach dem Willen Gottes erfolgreich regiert werde. Daraus kann man  zwischen den Zeilen sowohl ein Einknicken vor dem Druck der iranischen Behörden, wie eine unterschwellige Kritik herauslesen, je nach Standpunkt. Allerdings erwähnt er auch die anderen aus Gewissengründen gefangenen Iraner und wünscht sich, dass die Macht Gottes auch ihn ihren Leben sichtbar werde. Am Ende gibt er einen positiven Ausblick:

 Ich bitte also alle Geliebten im Herrn darum, für mich zu beten, wie es die Heilige Schrift gesagt hat. Letztlich hoffe ich, dass meine Freiheit so schnell wie möglich in Vorbereitung sein wird, wie es die Autoritäten meines Landes nach freiem Willen und nach IHREN Gesetzen und Geboten tun, denen sie gehorchen.

Eine interessante Aussage. Auch Youcef differenziert hier zwischen menschlichem und göttlichem Gebot und weist den staatlichen Behörden Irans damit ihren Platz zu, ohne es expressis verbis zu sagen.

Wie ist dieses Schreiben zu bewerten ? Ist es überhaupt authentisch ? Darauf gibt es keine einfache Antwort. Erste Berichte gehen von der Authentizität des Schreibens aus, vermuten jedoch auch einen gewissen Einfluss des iranischen Staates auf einige seiner Aussagen. Wir werden sehen, wie alles weitergeht.

BITTE HÖREN SIE NICHT AUF, FÜR PASTOR YOUCEF NADARKHANI, SEINE SÖHNE DANIEL UND YOEL UND SEINE FRAU FATIMAH ZU BETEN ! IHRE STÄRKE GIBT AUCH UNS EIN BEISPIEL !

(Quelle: „the christian post“ vom 09. Mai 2012)

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