Iran: zehn Christen in Isfahan „auf Kaution“ entlassen

Wie ich bereits mehrfach hier im Blog erwähnt habe, ist das „Justiz“-System der Islamischen Republik Iran immer sehr daran interessiert, sich schariakonforme Einnahmequellen zu verschaffen. Willkommene Opfer von finanzieller Ausplünderung sind so nicht nur alle Ratsuchenden, denen gerne gegen etwas „Extracash“ ihr Prozess beschleunigt wird, sondern auch alle „Ungläubigen“.

Iran

Denn laut islamischem Dogma ist alles Eigentum das Nichtmuslimen, also in ihrer Weltsicht „Ungläubigen“ gehört, sowieso in jedem Falle illegal und muss in die Hände von Mitgliedern der „Umma“, also Muslimen, umgeleitet werden. Erpressungen, Raubüberfälle, Kidnapping u. ä. Praktiken gegen Christen sind ja zur Genüge aus Pakistan, Ägpyten, dem Irak und jetzt auch aus Teilen Syriens bekannt. (Wenn man denn wirklich genau hinschauen will, was unsere von allen guten Geistern verlassenen Massenmedien eher nicht tun.)

Dies vorausgeschickt muss ich also eine an sich erfreuliche Nachricht relativieren: zehn Christen, die alle namentlich bekannt sind, wurde es am 30. April 2012 und am 01. Mai 2012 in der iranischen Stadt Isfahan gestattet, das Gefängnis zu verlassen. Unter ihnen war auch der Pastor der örtlichen „St. Pauls“-Kirche von Isfahan, Pastor Hekmat Salimi. Der Gottesmann war am 22. Februar 2012 in einem Vorort der Stadt verhaftet worden. Ebenso waren bei einer großangelegten Razzia der staatlichen Sicherheitsbehörden noch weitere Gläubige, natürlich vor allem Konvertiten vom Islam, auf Grund willkürlicher Anschuldigungen ihrer Freiheit beraubt worden.

Pastor Salimi beispielsweise wird folgendes vorgeworfen:

  • „das Propagieren des Christentums“,
  • „unrechtmäßiges Veröffentlichen der Bibel“,
  • und das „Durchführen von Taufen“

Schauten wir mal in eine Stellenbeschreibung für Pastoren, wären diese drei Punkte ganz sicher darin enthalten. Natürlich muss die Gute Nachricht, muss das Evangelium den Menschen mitgeteilt werden. Christus hat es uns aufgetragen. Und selbstverständlich muss die Lehre Christi aus dem Wort Gottes heraus erklärt und gepredigt werden, also aus der Bibel. Und das Durchführen der Sakramente Taufe und Abendmahl ist in allen christlichen Konfessionen essentiell. Wer diese Dinge unter Strafe stellt, stellt de facto den christlichen Glauben unter Strafe. Sogar die immer sehr sachliche Nachrichtenagentur „Farsi Christian News Network“ (FCNN) nennt dieses Verhalten der islamischen, iranischen Justiz „merkwürdig“. Ein anderer Vorwurf, der dem nun vorläufig entlassenen Christen Meysam Hojati gemacht wird, ist der „Kontakt zu Bahai´s“, einer synkretistischen, im Iran ebenso brutal wie das Christentum verfolgten Religionsgemeinschaft.

In jedem Falle wurden die zehn Christen gegen eine Gesamtsumme von 80.000 US-Dollar vorläufig auf freien Fuss gesetzt, unter der Maßgabe, dass sie jederzeit wieder vor Gericht gebracht werden können. Mit anderen Worten, ihre Freiheit ist relativ, ist abhängig vom Wohlwollen der Strafverfolgungsbehörden. Wer weiss schon, was passieren wird, wenn die 80.000 Dollar verbraucht sind… Denn sogar FCNN weist darauf hin, dass derartige Kautionen im Iran in den seltensten Fällen zurückerstattet werden. Höchstens in Bruchteilen und auch nur nach zähen und wiederum langwierigen Verhandlungen.  So werden also ganz Familien durch die iranische Willkürjustiz ausgeplündert.

In diesem Sinne bitte ich Sie:

BITTE BETEN SIE FÜR PASTOR HEKMAT SALIMI IN ISFAHAN UND SEINE „ST.PAULS“- GEMEINDE. MÖGE SIE STARK IM GLAUBEN SEIN UND BLEIBEN. MÖGE SIE TROTZ ALLER FEINDSCHAFT EIN LICHT IN DIE WELT AUSSENDEN UND MENSCHEN ZU CHRISTUS FÜHREN.

(Quelle: „FCNN“ vom 03. Mai 2012)

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Ein Gedanke zu “Iran: zehn Christen in Isfahan „auf Kaution“ entlassen

  1. Ja, ich weiss, mit den Formulierungen in diesem Artikel werde ich mir unter den kirchlichen Freunden der „interkulturellen Dialoge“ und den anderen, auch evangelikalen, Leisetretern keine Freunde machen. Aber auch die Wahrheit hat Freunde und manchmal darf sie auch „ungeschminkt“ daherkommen, also ohne relativierende Phrasen und Beschönigungen.
    Man wirft mir dann gerne „mangelnde Nächstenliebe“ o. ä. vor. Ich würde nicht „dem Frieden nachjagen“ usw. Dazu sage ich nur dies: das bewährte, kirchliche und seelsorgerische Prinzip „Hasse die Sünde, nicht den Sünder“ sollte man sich genau auf seine Konsequenz anschauen. Ich versuche das jedenfalls. Außerdem gilt meine Liebe und Hingabe zuallerst den Opfern der Verbrechen, dann erst denjenigen, die diese Taten durchführen. Für eine Umkehr der Sünder zu beten, ist immer richtig, sie aber als wahrscheinlich anzusehen ist gefährlich.

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