Nigeria: Kirchen erhöhen Security

Der Norden Nigerias ist seit Jahren ein Schlachthaus für Gläubige. Die “Gruppe zur Propagierung der Lehren des Propheten und des Dschihad” (Ex-”Boko Haram”) hat die nördlichen zwölf Provinzen des Landes (und mittlerweile auch das Zentrum) mit Terror überzogen und dabei auch die „Reinigung von den Christen“ auf ihre Fahnen geschrieben.

Karte von Nigeria.

Nigeria

Ihr Kampf gegen die Regierung, die Sicherheitsorgane, Bildungseinrichtungen und ähnliches wird auch auf dem Rücken der Gläubigen ausgetragen. Kirchen, Gottesdienstbesucher und Pastoren gehören zu den „beliebtesten“ Zielen gewaltsamer Attacken, während die Sicherheitsorgane oft bereits durch Sympathisanten der „Ex-Boko-Haram“ kontaminiert sind.  Aber die Christen in Nigerias Norden wollen sich nicht ohne weiteres einschüchtern oder gar vertreiben lassen. So wird seit Monaten nicht nur über die Erhöhung der Sicherheitsmassnahmen geredet, sondern auch gehandelt.

In der „Assemblies of God“-Gemeinde von Kaduna beispielsweise gehört mittlerweile das Geräusch des Metalldetektors zum Alltag am Sonntag. Nicht nur das „Handgepäck“ der Besucher wird durchsucht, sondern auch alle Fahrzeuge, die auf das Grundstück fahren, gründlich nach Sprengstoffen, Schuss- und Stichwaffen durchsucht.  Es ist ein Trauerspiel, dass diese Massnahmen notwendig geworden sind, aber der Realitätssinn und Pragmatismus der Geschwister ist bewundernswert. Manch eine Gemeinde hierzulande kann sich ein paar Scheibchen davon abschneiden.

Der Gemeindeleiter,  Reverend Emmanuel Daudu, geht nach der Devise vor: Gottvertrauen bedeutet nicht, dass man sich nicht schützt. Er sagt weiterhin:

 Wir haben keine Angst, aber wir achten auf Sicherheit weil wir uns nicht zurücklehnen und dafür sorgen wollen, dass unsere Feinde uns auf dem falschen Fuss erwischen. Wir müssen immer wachsam sein, denn wir kennen ihre Pläne gegen uns oder unsere Kirche nicht.

Zwölf private, freiwillige Wachen und drei Polizisten bewachen den Zugang zum Gotteshaus und patroullieren auf dem Gelände. Sie versuchen, die Ängste der Gläubigen ein wenig zu beruhigen. Gottesdienstbesucherin Amako Laraba, zweifache Mutter, sagt denn auch, dass nichts sie vom Besuch der Kirche abhalten könne:

 Wenn man seine Kinder in die Schule schickt, hat man schon ein bischen Angst davor, was ihnen in der Stadt passieren könnte, aber in der Kirche sind wir sicher. Die Bibel lehrt mich, dass wir auf Gott vertrauen sollten. Dies ist unsere Stadt. Dies ist unsere Heimat. Hier sollten wir Gott anbeten und deshalb fühlen wir uns frei.

Offen gestanden, ein großartiges Zeugnis, dem ich nichts mehr hinzuzufügen habe.

BITTE BETEN SIE WEITERHIN FÜR FRIEDEN UND SCHUTZ DER GLÄUBIGEN NIGERIAS.

(Quelle: „voice of America“ vom 06. Mai 2012)

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Ein Gedanke zu “Nigeria: Kirchen erhöhen Security

  1. Beeindruckend. Die Christen, denen die Bomben um die Ohren fliegen, halten nicht „einfach so“ die andere Wange hin, sondern reagieren ganz sachlich und der Situation angemessen. Nicht aggressiv, aber sachlich zum „Schutz der Schäfchen“ im besten Verständnis des Hirtentums. Respekt. Wünschte mir manchmal so pragmatisch, aber dennoch liebevoll, würde es in vielen, „westlichen“ Kirchen zugehen.
    Denn die „andere Wange“ und das „Schaf unter die Wölfe“ wird hierzulande wohl doch allzuoft als Ausrede benutzt, um sich nicht einmal mit den eigenen Leuten solidarisieren und dementsprechend handeln zu müssen.

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