Indien: Christen aus Wählerverzeichnissen „verschwunden“

Eine besonders perfide Art, Christen ihre Rechte vorzuenthalten ist es, sie einfach „verschwinden“ zu lassen. In Pakistan, Ägypten oder dem Irak werden sie tatsächlich entführt. In Kasachstan, Aserbeidschan oder Laos durch zweifelhafte Gesetze und eine tendenziöse Auslegung derselben benachteiligt und entrechtet.

Karte von Indien

Indien

In Indien gibt es zu diesem Zweck ja die „Anti-Zwangskonversions“-Gesetzgebung, die speziell von Hindus immer mal gerne wieder zur Diffamierung von Christen genutzt wird und zur Drangsalierung derselben. Auch antichristliche Gewalttaten in diversen, indischen Bundesstaaten werden oftmals durch Vorwürfe der Zwangskonversion angestachelt. Aber damit hat es offensichtlich noch nicht genug Ärger.

Denn jetzt wurde bekannt, dass in verschiedenen Kreisen „ganz zufällig“ Christen aus den Wählerverzeichnissen „verschwinden“. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Das ökumenische, christliche Forum „Isai Mahasangh“ berichtet darüber, dass in Gegenden, wo viele Christen leben, Wählerverzeichnisse offensichtlich manipuliert wurden, um den dort regierenden, hinduistisch-nationalistischen Parteien Vorteile bei den kommenden Abstimmungen zu verschaffen. Im Bundesstaat Madhya Pradesh, vor allem in den Ballungszentren Jabalpur, Gwalior, Bhopal und Indore, sollen bis zu 10.000 christliche Wähler für die kommenden Wahlen „verschollen“ sein.

Aufgedeckt wurde dieser Skandal anfänglich in Bhopal, wo das lokale Chapter der Isai Mahasangh (IM) auf Ungereimtheiten in den Listen stiess. Richard James von IM sagt dazu:

 Meine eigenen Eltern wohnen in Bhopal seit 1985 und sind im Besitz einer Wähler-Identifikationskarte. Sie haben an vergangenen Wahlen teilgenommen, aber wurden nicht zu den Wahlen 2008 zugelassen, weil ihre Namen aus dem Verzeichnis gelöscht waren.

Der engagierte Vorsitzende des „Global Council of Indian Christians“, Sajan K. George, äußerte sich dazu folgendermaßen:

 Es scheint nicht mehr genug zu sein, dass wir Opfer von Angriffen ultra-nationalistischer Gruppen sind, jetzt sind auch noch Beamte in neue Formen der Diskriminierung verwickelt.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE CHRISTEN INDIENS. IHRE LAGE ZWISCHEN RADIKALEN MUSLIMEN IN KASCHMIR ODER DEM PANDSCHAB UND FANATISCHEN HINDUS IN ORISSA ODER MADHYA PRADESH WIRD IMMER SCHWIERIGER.

(Quelle: „asia news“ vom 04. Mai 2012)

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