Iran: Youcef Nadarkhanis Anwalt eingeschüchtert ?

Liebe Leser, ich setze voraus, dass Ihnen der Fall des im Iran in der Todeszelle sitzenden Pastors Youcef Nadarkhani bekannt ist. Seit 2009 sitzt er im Gefängnis, weil er seine Söhne nicht am Koranunterricht teilnehmen lassen wollte.

Mohammad Ali Dadkhah

Mohammad Ali Dadkhah

Daraufhin wurde man wieder auf seine Person aufmerksam und die Behörden bastelten einen Fall von „Apostasie“, also Abfalls vom Islam, der nun zu seiner möglichen Hinrichtung führen soll. Mehrfach wurde ihm als Ausweg die „Re-Konversion“ zum Islam angeboten, die der Ehemann und zweifache Familienvater aber entschieden ablehnt, weil er „DEN Weg und DIE Wahrheit “ erkannt hat. Soviel zu dem Rahmenbedingungen der Affäre Nadarkhani. An der Seite des großen Dulders stand lange der engagierte Anwalt Mohammed Ali Dadkhah, der nun ebenfalls zu Zielscheibe staatlicher Willkür der „Islamischen Republik Iran“ geworden ist.

Wie durch das „American Center for Law and Justice“ (ACLJ) bekannt wurde, soll Youcef Nadarkhanis Anwalt mittlerweile die Mitteilung erhalten haben, dass er bereits wegen „Akten gegen die nationale Sicherheit“ und „Verbreitung regierungsfeindlicher Propaganda“ verurteilt worden sei (ob er wohl von dem Prozess überhaupt Kenntnis hatte ?) und jederzeit inhaftiert werden könne. Dies erhöht den Druck auf seinen Mandanten natürlich ebenso wie auf den mutigen Juristen selbst, der nicht mehr sicher sein kann, wie lange er noch seine Praxis aufrechterhalten kann. Jordan Sekulow vom ACLJ sagte dazu:

Diese Entwicklung verstärkt den Eindruck, dass der Iran keinerlei Menschenrechte beachtet. Sie weckt auch weitere Besorgnis über Pastor Youcefs  Schicksal. Mit einem Anwalt, der neun Jahre Haft vor sich hat und ohne einen anderen Rechtsvertreter, der diesen Fall anrühren würde, hat Pastor Youcef nun keinen Rechtsberater mehr, was sein Risiko erhöht. (Hingerichtet zu werden, Anm. d. Übers.)

Ganz nebenbei bestätigte ein weiterer ungenannter Sprecher inzwischen, dass Pastor Youcef am Mittwoch, den 02. Mai 2012 noch am Leben gewesen sein soll. Durch die immer mal wieder von den Iranern bewusst gestreuten Fehlmeldungen, dass Youcef Nadarkhani bereits hingerichtet worden sein soll, wird die Menschenrechtsbewegung zu seinen Gunsten seit Jahren immer wieder verunsichert. Deshalb hat diese Bestätigung der Tatsache, dass er noch lebt, inklusive des Datums, zu dem man dies noch mit Sicherheit verifizieren konnte, in den letzten Monaten eine besondere Bedeutung erlangt.

Youcef Nadarkhani ist mittlerweile sei 935 Tagen im Gefängnis. Die „Twitter“-Kampagne für Youcef soll mittlerweile über 2 Millionen Accounts erreicht haben und auf allen Kontinenten angekommen sein.

BITTE BETEN SIE DOCH GEMEINSAM MIT MIR AUCH FÜR MOHAMMED ALI DADKHAH, DER IMMERHIN DEN MUT HATTE, SICH FÜR YOUCEF EINZUSETZEN, ALS ANDERE DEN FALL NICHT EINMAL MIT DER KNEIFZANGE BERÜHREN WOLLTEN. BITTEN SIE UNSEREN VATER GGF. DENNOCH UM EINEN NEUEN ANWALT.

(Quelle: „assist news service“ vom 03. Mai 2012)

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3 Gedanken zu “Iran: Youcef Nadarkhanis Anwalt eingeschüchtert ?

  1. Ja, gut zu wissen.

    Je mehr man sich in diese Thematik hineindenkt, umso mehr wird klarer, dass wir eine Verpflichtung haben, hier im Schlaraffenland für die verfolgten Mit-Glieder des Leibes Jesu zu beten.
    Deshalb bin ich auch für Namen und Bilder dankbar, die sich einprägen und einen begleiten.

    Dass der Anwalt sich des Falles angenommen hat, ist sowieso außergewöhnlich.
    Wir können es alles so einfach sagen, aber stellt man sich vor, was ein Beharren auf Christus bedeutet, was es bedeutet, so eben mal 9 Jahre in einer Art KZ zu bekommen, wo man Tag und Nacht in Panik leben muss – UNVORSTELLBAR !

    • Ja, dass Youcef überhaupt einen Anwalt gefunden hat, der den Mumm hatte, ihn die ganze Zeit zu begleiten, war eine Segnung. Dieser Mohammed Ali Dadkhah tauchte immer wieder in den Berichten auf und muss sich wirklich eingesetzt haben. Kein Wunder, dass sie ihn jetzt neun Jahre aus dem Verkehr ziehen wollen…
      Ja, wir müssen beten, reden, aufklären und Menschen suchen, die auch mitempfinden, wenn Christen in anderen Ländern nur um ihres Glaubens willen solche Sachen wie Pastor Nadarkhani durchmachen müssen.
      Es scheint aber schwierig zu sein, den bequemen, deutschen Gläubigen nahezubringen, was Nachfolge Christi anderenorts kosten kann. Echte Nachfolge gibt es weder hier noch dort „kostenlos“. Aber unser „Päckchen“ können wir uns manchmal doch sehr, sehr leicht machen.

  2. Pingback: Kreuze gibt es nicht nur in islamischen Ländern « kopten ohne grenzen

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