USA/Sudan: Kirchenverbund protestiert gegen Verfolgung

Erst vor wenigen Tagen habe ich hier im Blog auf die Lage der Christen im Nordsudan aufmerksam gemacht, die im Angesicht der de-facto-Kriegssituation zwischen dem Nord- und Südsudan vor einer unklaren Zukunft stehen.

Olav Fykse Tveit

Nun hat das „National Council of Churches“ (NCC) in den USA auf diese Situation reagiert. Das NCC findet eindeutige Worte der Solidarität für die Christen Sudans und fordert die US-Außenministerin Clinton dazu auf, sich ebenfalls eindeutig zu positionieren und aktiv zu werden angesichts der de facto Vertreibung aller Christen des Nordsudans und deren kompletter Entrechtung. Im Vorfeld hatten sich bereits Vertreter des „World Council of Churches“ (WCC) und des „All African Council of Churches“ (AACC) ähnlich geäußert. Der Generalsekretär des WCC, der Norweger Olaf Fykse Tveit, liess folgendes verlautbaren:

Wir äußern unsere tiefe Sorge über die ansteigende Zahl der Vorfälle von Angriffen auf Christen und die Zerstörung von Kircheneigentum im Sudan.

Clare Chapman vom NCC der USA veröffentlichte einen Aufruf:

 Wir fordern Außenministerin Clinton auf, die internationale Gemeinschaft zu unterstützen und darauf zu bestehen, dass die Regierung des Sudan die Religionsfreiheit respektiert und Christen sowie alle religiösen Minderheiten im Sudan beschützt.

Man mag das eine Einmischung in politische Angelegenheiten nennen, aber ich persönlich finde, der Einsatz für Mitchristen in Not ist allemal wichtiger als bspw. der Schutz eines Bahnhofs oder von 12 Bäumchen in Stuttgart. Wenn also schon ein Einwirken von Kirchen auf die Politik erfolgt, dann doch bitteschön zu Gunsten von Menschen, von Christen im Besonderen und nicht von Dingen. In diesem Sinne wünsche ich mir auch eindeutige Worte zur Verfolgung im Sudan und in Westafrika von der EKD oder der Katholischen Kirche in Deutschland. Aber, wie man ja weiss, werden nicht alle Wünsche in Erfüllung gehen…

Die Veröffentlichung des US-NCC nennt ebenfalls speziell die Zerstörung der  Sudan Evangelical Presbyterian Church Bible School in Khartoum vom 21. April 2012. Dabei wurden ebenfalls unzählige Materialien verbrannt, darunter auch Bibeln. Dabei fällt mir ein, dass Pastor Terry Jones aus den USA gerade wieder damit gedroht hat, Korane zu Gunsten von Youcef Nadarkhani zu verbrennen. Eine ebenso absurde, wie provokative Idee, die zu Recht eine gewisse Medienaufmerksamkeit erhält und nicht grundlos weitgehend verurteilt wird. Wo aber ist die Verurteilung der Bibel-Einäscherungen von Khartoum ? Selbst die Note des NCC wirkt eher deskriptiv, denn anklagend:

 Es ist besorgniserregend, festzustellen, dass dieser Vorfall, der in Gerief-West in Khartoum stattfand, ablief, während Polizisten daneben standen und nichts taten.

Das hören wir auch nicht zum ersten Mal.  Der NCC beklagt in seinem Schreiben ebenfalls die Besetzung einer Immobilie in Nyala, Darfur, durch sudanesische Sicherheitskräft. Dieses Grundstück, dass dem Sudan Council of Churches (SCC) gehört und auf ihrem Gelände die Hilfsorganisation „Sudan Aid“ beherbergte, soll umgehend wieder freigegeben und die konfiszierten Vehikel ihren Eigentümern zurückgegeben werden, fordert Clare Chapman vom NCC der USA.

Nun, wo bleibt der Aufschrei der Entrüstung, wo sind die Mahnwachen, Sitzblockaden vor der Botschaft Sudans, die Zelt-Städte vor dem Berliner Reichstag, die Protestmärsche unter tatkräftigem Vorangehen von Herrn Bischof Schneider und Erzbischof Kardinal Woelki ? Ich höre….spitze die Ohren…warte auf „Amnesty International“….die Grünen… die Gesellschaft für bedrohte Völker….die dauerempörte Claudia Roth…

BITTE BETEN WENIGSTENS SIE MIT MIR FÜR DIE VERFOLGTEN, ENTRECHTETEN UND BEDROHTEN CHRISTEN DES NORDSUDAN. DAS INTERESSE AN IHREM SCHICKSAL UND IHREM ÜBERLEBEN ZEIGT, WES GEISTES KIND WIR SIND UND WO DIEJENIGEN STEHEN, DIE DEREN SCHICKSAL IGNORIEREN.

(Quelle: „NCC“ vom 26. April 2012)

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