Mali: entführte schweizer Missionarin frei

Wir haben bereits davon berichtet: im Norden Malis war eine schweizer Missionarin, von der bislang nur der Vorname „Beatrice“ bekannt war, von Mitgliedern radikalislamischer Milizen entführt worden.

Mali

Mali

Nun kommt gute Nachricht aus dem vom Aufruhr und Bürgerkrieg erschütterten Land: Beatrice Stockly, die schweizer Missionarin, die am 15. April 2012 in Timbuktu gewaltsam entführt worden war, ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Am Dienstag, den 24. April 2012, übergaben Mitglieder der aufständischen, radikalislamischen Miliz „Ansar Edine“ (zu den Gruppen, die den Norden Malis jetzt kontrollieren, siehe den Artikel hier) die gekidnappte Dienerin des Herrn an diplomatische Vertreter der Schweiz. Sie soll in, den Umständen entsprechend, gutem körperlichen Zustand sein und ist mittlerweile nach Burkina Faso ausgereist.

Das ist erfreulich und ein guter Grund, Gott für ihre Freilassung zu danken. Aber dennoch darf man nicht die „Mechanik“ hinter diesem Vorfall übersehen. Kaum hatten in den nordmalischen Großstädten die Rebellen das Kommando übernommen und die radikalislamischen Gruppen die Kontrolle über diese Städte beansprucht, wurde die Scharia dort ausgerufen und die Christenpogrome begannen. Die Terroristen sind gut organisiert. So wird im Land ganz offen über Listen gesprochen, mit denen alle Nichtmuslime und Mitarbeiter internationaler Hilfswerke schon im Vorfeld erfasst wurden. Die wenigen Kirchengebäude in der Stadt Gao sollen bereits sämtlich zerstört worden sein, ein christlicher Leiter wurde demonstrativ getötet und Christen aus allen Regionen und Städten des Nordens befinden sich auf der Flucht.

Beatrice Stockly

Beatrice Stockly

Erfassung von Nichtmuslimen, Zerstörung von Gotteshäusern, Töten von christlichen Leitern und Vertreibung der Christen sind also aus der christlichen Perspektive das Fazit des jüngsten Tuareg-Aufstandes im Norden Malis. Leider sind indirekt auch die dortigen Lebensmittel- und Saatgut-Hilfen der internationalen Gemeinschaft davon betroffen, was die Hungernden, ganz gleich von ihrer Konfession oder Religion, zu spüren bekommen werden.

Aber zurück zu Beatrice Stockly: die Schweiz gilt in der Dritten Welt, vorsichtig ausgedrückt, als „wohlhabendes Land“. Ich befürchte, nur dieser Tatsache hat Frau Stockly ihr Überleben zu verdanken, denn für Terror-Milizen in Nord- und Nordwestafrika hat Entführung u. a. auch den Charakter einer „normalen“ Einkommensquelle, wie diverse Entführungen der letzten Jahre und Jahrzehnte gezeigt haben. Es ist also nicht ganz falsch, anzunehmen, dass auch Frau Stockly gegen harte Franken ausgetauscht wurde, obwohl dies offiziell bestritten wird. Wofür die „Ansar Edine“ diese „Fränkli“ dann ausgeben, können wir uns natürlich denken…

BITTE DANKEN DOCH AUCH SIE FÜR DIE UNVERSEHRTE FREILASSUNG DIESER MUTIGEN FRAU, DIE SICH BEHARRLICH WEIGERTE, IHR TIMBUKTU ZU VERLASSEN, ALS DIE REBELLEN ANRÜCKTEN.

(Quelle: „assist news service“ vom 27. April 2012)

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