Pakistan: Christen zahlen „Extrasteuer“ für Wasser

Die Diskriminierung und Entrechtung von Christen muss nicht immer nur in spektakulären Kirchenbränden oder Gewaltakten gegen Gläubige Ausdruck finden. Die Diskriminierung und Ausgrenzung von Nachfolgern Christi erfolgt viel deutlicher im Alltäglichen, wie die folgende Geschichte aus Pakistan zeigt.

Pakistan

Trinkwasser ist ein Schlüsselelement für menschliches Leben. Der Zugang zu sauberem Wasser ist demnach für die Entwicklung menschlicher Besiedlung als Voraussetzung dringend notwendig. Auch in Pakistan ist diese „Binsenweisheit“ bekannt und so erschließt der pakistanische Staat jedes Jahr diverse Kolonien und Siedlungen vorrangig dadurch, dass er dort für einen Anschluss an die Trinkwasserleitungen sorgt. Die dafür von den Bürgern erhobenen Wassersteuern werden überregional einmal im Jahr erhoben.  Sonstige Regelungen wie die Instandhaltung der Zugänge, die Zuweisung der Anschlüsse und die Einziehungsmodi der Wassergebühren unterliegen in ländlichen Regionen zumeist lokalen Kooperativen.

Und hier ist für die 244 christlichen Familien des Dorfes  Pirkadiayana im pakistanischen Pandschab „des Pudels Kern“. In der örtlichen Kooperative, in deren Leitung keiner von ihnen vertreten war, wurde beschlossen, den „Ungläubigen“ eine Extra-Steuer abzuverlangen, wenn sie Trinkwasser erhalten wollten. Von 1997 – 2009 soll dieses „Verfahren“ so gehandhabt worden sein, wie ein Betroffener, Aslam Masih, berichtet:

 …die Muslime bildeten das Leitungskomitee und schlossen alle Christen davon aus. Das Komitee nahm Anmeldungen für Anschlüssen entgegen. 135 Anschlüsse bekamen die Christen. Das Komitee beschloss, jedem Anschlussinhaber 140 Rupien in Rechnung zu stellen. Davon 110 Rupien für Wasser und 30 Rupien für einen muslimischen Geistlichen der örtlichen Moschee.

Selbstverständlich weigerten sich die Christen, diese 30 „Extra-Rupien“ zu bezahlen, da der örtliche, islamische Geistliche ihrer Seelsorge ja in keinem Falle zu Gute kommen konnte. Daraufhin wurde ihnen unmissverständlich klargemacht, dass sie im Falle der Weigerung, diese Gebühr zu entrichten, gar kein Trinkwasser bekämen. Die Christen hatten nun die Alternative, jeden Tag Trinkwasser von einer viele Meilen entfernten Quelle zu holen und damit unendlich viel Zeit zu vergeuden, oder sich den Forderungen der Muslime zu beugen. Die meisten taten dies und ca. 10 Jahre lang „funktionierte“ dieses Erpressungs-System ganz ordentlich.

Damit noch nicht genug: Im Jahre 2007 begann in Pakistan eine Energiekrise Wirkung zu zeigen. Stromausfälle und Sperrungen der Elektrizität betrafen auch die ländlichen Gebiete. Ein weiterer Betroffener Christ, Jamil Masih, berichtet nun folgendes:

 Seit im Jahr 2007 die Energiekrise Pakistan traf und dauerhafte Stromausfälle üblich wurden, begann das Verwaltungskomitee mit der Diskriminierung christlicher Anschlussinhaber. Sobald die Stromversorgung für 2 von 24 Stunden wieder einsetzte, versorgte das Komitee nur muslimische Anschlussbesitzer. Christliche Anschlussbesitzer bekamen oft tagelang kein Wasser. Die Christen protestierten dagegen, aber ohne Erfolg.

Interessanterweise mussten aber auch die Christen weiterhin die Wassergebühr in vollem Umfang bezahlen, inklusive der Extra-Steuer für den Imam. Auf die zu erwartende Proteste der Christen antwortete der Komitee-Vorsitzende so, dass er anregte, christlichen Besitzern eines örtlichen Wasser-Anschlusses gar kein Trinkwasser mehr zu liefern oder ihnen höhere Gebühren abzuverlangen, wenn man es doch noch täte.

Not macht ja bekanntlich erfinderisch und so beschlossen im Jahre 2009 die christlichen Familen von  Pirkadiayana aus der Not heraus, sich eine eigene Wasserversorgung zu schaffen. Sie legten für einen unabhängigen Zugang zur Trinkwasserleitung zusammen und besorgten sich einen Diesel-Generator, der stundenweise dabei hilft, die Stromausfälle im regionalen Netz zu überbrücken. Dies ist zwar keine Dauerlösung, da viele christliche Bewohner des Ortes zu Ärmsten der Armen gehören und die nun selbstverwalteten Gebühren nicht zahlen können, aber immerhin ist eine Initiative gestartet worden, die auf übergeordneter, politischer Ebene für eine Lösung der Probleme sorgen soll. Ob dies jemals geschieht ? Nun, auch in Pakistan mahlen die Mühlen langsam.

Fassen wir zusammen: im ländlichen, pakistanischen Pandschab gibt es nun notgedrungen religiös getrennte Wasserleitungen. Absurd ? Ja, aber sicher. Vergessen wir trotzdem nicht Ursache und Wirkung, Verursacher und Löser der Krisensituation.

BITTE BETEN SIE FÜR VERSORGUNGSGERECHTIGKEIT IN SACHEN TRINKWASSER WELTWEIT. POLITISCHE ANALYSTEN IN VIELEN REGIONEN GEHEN DAVON AUS, DASS BALD KRIEGE UM TRINKWASSER GEFÜHRT WERDEN. BITTEN WIR DEN SCHÖPFERGOTT UM EINEN „REGEN“ SEINER WEISHEIT ÜBER ALLE VERANTWORTLICHEN.

(Quelle: „assist news service“ vom 24. April 2012)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s