Iran: Farshid Fathi zu sechs Jahren Haft verurteilt

Wir hatten lange nichts Neues vom inhaftierten Christen Farshid Fathi Malayer aus dem Iran gehört. Nun ist bekannt geworden, dass er noch im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt worden ist.

Farshid Fathi

Der im Dezember 2010 inhaftierte Konvertit Farshid Fathi Malayer wurde unter äußerster Geheimhaltung der iranischen Behörden bereits im Januar 2012 zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt. Erst jetzt konnten Quellen befragt werden, die dem Verfahren nahestanden, so dass diese Nachricht erst  Monate später „nach außen“ dringen konnte. Ebenso ist bekanntgeworden, dass Fathis Anwalt Berufung gegen dieses Urteil eingelegt hat und versucht, den Fall an das entsprechende Berufungsgericht weiterzuleiten und dort neu zu verhandeln.

Farshid Fathi war fünfzehn Monate lang im berüchtigten „Evin“-Staatgefängnis von Teheran inhaftiert, zuletzt in der Abteilung 350 für politische „Schwerverbrecher“. Farshid Fathi verbrachte mehrere Monate in Einzelhaft.  Die Vorwürfe, die ihm die Anklagebehörden machten, variierten je nach Bedarf und Nachfragendem. Letztlich verurteilt wurde er wegen „Aktionen gegen die Staatssicherheit, Kontaktaufnahme zu ausländischen Organisationen und religiöser Propaganda“.

Diese Anklagepunkte sind typische Gummi-Vorwürfe, die es dem Mullah-Regime möglich machen, so ziemlich jedermann ins Gefängnis zu bekommen. Dieses Vorgehen kennen historisch bewanderte Mitbürger natürlich aus allen Diktaturen. In der DDR gab es ebenso die „Gefährdung der Staatssicherheit“ wie die „illegale Kontaktaufnahme mit regierungsfeindlichen Gruppen“ etc. Jede bekannte Diktatur nutzt den Justizapparat als Knüppel, um die Bevölkerung zur Gleichschaltung zu zwingen. Ob Laos, der Iran, die VR-China, Kuba, Myanmar, Venezuela oder Vietnam ist dabei ganz gleichgültig; die Vorgehensweise ähnelt sich wie ein Ei dem anderen.

Farshid Fathi wurde 1979 geboren, ist verheiratet und zweifacher Vater. Seine Festnahme und auch seine „geheime“ Verurteilung muss im Rahmen der sich seit Jahren verschärfenden Situation der Hauskirchen im Iran betrachtet werden. Führende Offizielle der „Islamischen Republik Iran“ wie der Teheraner Gouverneur Morteza Tamadon und ebenso Staatschef Khamenei haben sich seit 2010 mehrfach abfällig über die Hauskirchen geäußert. Sie seien „Extremisten“, die den „Körper des Islam“ missbrauchten und „abartig“.

BITTE BETEN SIE FÜR FARSHID FATHI. MÖGE DER HERR IHM UND SEINEN RECHTSVERTRETERN TÜREN ÖFFNEN, DIE SIE BISHER NOCH NICHT HATTEN, UM DAS UNGERECHTE URTEIL UMZUSTOSSEN UND DEN VATER SEINEN KINDERN ZURÜCKZUGEBEN.

(Quelle: „Mohabat news“ vom 22. April 2012)

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