Nordsudan: katholische Kirche in Khartoum abgefackelt

Bereits vor wenigen Tagen habe ich hier die Lage im Sudan aufgegriffen. Dort stehen sich der Nordsudan und die erst im letzten Jahr von diesem abgetrennte Nation des Südsudan unversöhnlich gegenüber.

Die christliche Minderheit des Nordens hat per Verwaltungsakt die Staatsbürgerschaft des Nordsudans aberkannt bekommen und wurde mit Ultimatum zum 08. April 2012 dazu aufgefordert, das Land zu verlassen. Die Regierung Nordsudans versucht damit ganz offiziell ein „religious cleansing“ also eine „religiöse Reinigung“ ihres Gebietes. Das „Problem“ dabei ist, dass viele christliche Nordsudanesen ganz generell keine andere Überlebensperspektive im Süden oder anderswo haben und eben viel zu arm sind, um sich eine schnelle Ausreise leisten zu können. Deshalb sind noch viele jetzt „staatenlose“ Christen auf dem Gebiet des Nordsudan und wissen nicht recht wohin sie gehen sollen.

Am 19. April 2012 hat der Präsident des Nordsudan, Omar al-Bashir (ein mit internationalem Haftbefehl gesuchter Menschenrechtsverletzer) mit Unterstützung seines Parlamentes nun dem christlich-animistischen Staat Südsudan den Krieg erklärt. Als Aufhänger dazu dienen die ausufernden Territorialkonflikte an der nicht zu beiderseitiger Zufriedenheit festgesetzten Grenze. Dort werden massive Rohstoff-Vorkommen verortet, was das beiderseitige Interesse begründet.

Vor diesem Hintergrund kommt jetzt die folgende Meldung aus dem Land: am Sonntag, den 22. April 2012 wurde eine katholische Kirche in der Hauptstadt Khartoum niedergebrannt. Bereits am Vorabend habe ein aufgeputschter Mob das Gotteshaus, das vor allem von Südsudanesen und äthiopischen Flüchtlingen für die Anbetung Gottes genutzt wurde, besetzt und damit begonnen, es zu demolieren. Unter dem Brüllen anti-südlicher Parolen wurde die Kirche im Stadtteil Al-Jiraif dann am Sonntag angezündet. Die Feuerwehr kam zu spät, um noch etwas auszurichten. Nach Zeitungsberichten sollen sich auf dem Gelände der abgebrannten Kirche auch eine Schule und dazugehörige Schlafräume befunden haben.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE VERBLIEBENEN CHRISTEN DES NORDSUDAN, DIE IN RECHTLOSIGKEIT UND „VOGELFREIHEIT“ JETZT JEDER ART VON MUSLIM-WILLKÜR AUSGESETZT ZU SEIN SCHEINEN.

(Quelle: „Radio Vatikan“ vom 22. April 2012 und „Associated Press“ vom 22. April 2012)

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