Welche Erfahrungen haben Sie gemacht ?

Nun schreibe ich seit Monaten über die Christenverfolgung, über Aktionen und Initiativen in unserem Land zu Gunsten der Opfer  (und in anderen, europäischen Ländern) und über mögliche Optimierungen der Informationslage vor allem in den deutschen Kirchen.

Dieses Logo benutze ich seit diesem Jahr.Im Dialog mit Christen anderer, deutscher Regionen und Bundesländer muss ich allerdings immer mehr feststellen, dass auch die Christenverfolgung ein Thema ist, dass auf sehr unterschiedlichen Boden fällt. Hier bei „mir“ im Osten ist sowohl der christliche Glaube, als auch dieses spezielle Thema in einer Art Diaspora, umgeben von einer See des Unglaubens und oftmals des offenen Christenhasses. Was ich mir von aggressiven, hasserfüllten Dawkins-Anhängern so alles anhören musste, spottet oftmals jeder Beschreibung. Die vor kurzem In der „Welt“ erwähnte Studie der Universität Chicago kann so falsch nicht sein, denke ich mir. ( http://www.welt.de/politik/deutschland/article106201680/Ostdeutsche-sind-groesste-Gott-Zweifler-der-Welt.html)

Aber, wie es nun einmal so ist, so ist Deutschland nicht überall gleich sondern sehr divers. Oft genug höre ich von sehr, sehr schönen Initiativen zu Gunsten verfolgter Christen. Im Rhein-Main-Raum, in Baden-Württemberg oder auch in Hamburg und Hannover scheint es noch echte Geschwister zu geben, die als Teil des Leibes Christi aufschreien, wenn ein anderer Teil des Leibes irgendwo „weit weg“ gequält und misshandelt wird. Die „geistliche Taubheit“ der Nervenstränge, die innerchristliche Solidarität transportieren, scheint also nicht alle deutschsprachigen Christen zu betreffen.

In diesem Sinne möchte ich gerne alle Leser darum bitten, mir doch einmal Ihre eigenen Erfahrungen mitzuteilen, damit ich ermutigende und aufbauende Signale an andere Initiativen und an Christen senden kann, die ebenfalls darüber nachdenken, sich zu engagieren. Bitte erzählen Sie mir doch von Ihrem Einsatz für die Christen in Verfolgerstaaten und -regionen, von Ihren Gesprächen, die Sie mit Menschen über das Thema geführt haben und wie die Beschäftigung mit dem Leid der Geschwister vielleicht Ihre Sichtweisen verändert hat. Ich denke, nicht nur ich bin neugierig darauf, derartige Dinge zu erfahren.

Bitte vergessen Sie dabei dann auch nicht unsere Rubrik „Wehret den Anfängen“, wo wir auf die wachsende Christenfeindlichkeit und -diskriminierung auch in Europa, speziell im deutschsprachigen Raum, eingehen wollen. Vereinzeltes feedback dazu hat mich ja schon erreicht, aber ich denke, dass da noch viel mehr Geschichten auf eine Publikation „lauern“. Die Nachrichten, die in letzter Zeit aus Großbritannien zu diesem Thema kommen, können nur noch erschrecken. Selbst ein ehemaliger Erzbischof hat dies mittlerweile erkannt und warnt davor. In diesem Sinne können wir vielleicht hier ein Forum bieten, wo wir uns über Möglichkeiten der Überwindung unserer scheinbar wachsenden, gesellschaftlichen „Außenseiter-Rolle“  und auch über negative Alltagserfahrungen austauschen können.

Nutzen Sie einfach folgende e-mail-Adresse für Ihre Erfahrungsberichte:

stefanus1@gmx.de

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Zeit.

Ihr

Martin Clemens Kurz

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4 Gedanken zu “Welche Erfahrungen haben Sie gemacht ?

  1. Einige aus unserer Gemeinde machen Straßenmission.
    Wir haben eine Genehmigung in umliegenden Städten Büchertische aufzubauen und machen das regelmäßig.
    In unsere Gegend (Hannover und Umland) kommt 1 – 2 X im Jahr die Südost-Europa Mission mit einem Literaturbus. Dann sind wir auch dabei.
    Morgen steht er zb am Kröpke in Hannover.

    Erfahrungen macht man auf der Straße so einige. Wir beten vorher gemeinsam um Gespräche und Gott schickt die richtigen Leute an den Stand oder während des Schriftenverteilens.

    Als die Koran Aktion war, gab es Reaktionen. Einige Leute waren so schroff in ihrer Ablehnung, wie vorher nicht.
    Bei uns am Stand kamem drei Junge Moslems und beschimpften uns.

    Im Großen und Ganzen eine gute Aktion, die Menschen mit Jesus Christus bekannt zu machen.

    • Finde ich immer gut, Menschen zu einer Begegnung mit Christus einzuladen. Habe ich als „Straßenevangelist“ auch für meine damalige Gemeinde öfter mal gemacht. Leider mit ähnlichen Erfahrungen, wie den von Ihnen geschilderten („Einige Leute waren so schroff in ihrer Ablehnung, wie vorher nicht.“). Bei uns in Berlin gilt jeder, der die Leute zur Begegnung mit Gott aufruft, als so eine Art Sektierer und wird (meist ohne böse Absicht) von Passanten dann mit den Zeugen Jehovas oder scientology in einen Topf geworfen. So wenig wissen die Leute über Gott. Ist auch leichter, wie es scheint, einfach alle spirituellen Sinnsucher in Bausch und Bogen abzulehnen.
      Aber mal zum Thema dieses Blogs: haben Sie auch Erfahrungen im Bereich Christenverfolgung gemacht ? Vielleicht mal einen Pastor aus Nigeria in der Gemeinde gehabt, der ein bischen aus dem Nähkästchen plauderte ? 🙂
      In diesem Zusammenhang zitiere ich Sie noch einmal im Bezug auf das Wort „Wehret den Anfängen“:
      „Bei uns am Stand kamem drei Junge Moslems und beschimpften uns.“
      Da steht uns noch was bevor. Oder unseren Kindern und Enkeln, denke ich.

  2. Mit den verfolgten Christen setze ich mich schon länger auseinander. Nicht so konsequent wie andere, aber zeitweilig etwas mehr.
    Vor längerer Zeit schrieb ich ja hier einmal, dass wir einen Glaubensbruder haben, der ein Missionswerk hat und neuerdings regelmäßig nach Pakistan reist.
    Der berichtet natürlich dann davon und er hat viel erlebt.
    Für Yuocef Nardakhani bete ich seitdem ich das weiß. Den andern Iraner werde ich auf die Gebetsliste nehmen.

    Deshalb finde ich diese Seite so wertvoll, wenn ich einmal nach leidenden Geschwistern suche, für die man beten kann.
    Manchmal drucke ich die verschiedenen Texte und Anliegen aus und übernehme die Gebetsanliegen für unseren Gemeindebrief. Zwar ist die Gemeinde klein, aber wir wollen da auch treu sein.

    • Erstmal vielen Dank für Ihre freundlichen Anmerkungen bezüglich dieses Blogs. Ich hoffe immer, anderen damit dienen zu können und etwas für die Verbreitung von sehr spezialisierten Informationen tun zu können, die nur in bestimmten, meist englischsprachigen, Webauftritten zu finden sind. Das in seinen Medien und sonstigen „Eliten“ weitgehend entchristliche Deutschland ignoriert leider die aktuell ablaufenden Christenverfolgungen weitgehend oder relativiert sie in einer meines Erachtens nach unzulässigen Art.
      Egal, jedenfalls würde es mich natürlich auch interessieren, welche Erfahrungen Ihr Glaubensbruder in Pakistan macht. Ich bekomme sehr widersprüchliche Nachrichten von dort, muss aber dem Thema gemäß vor allem die negativen Aspekte des dortigen Christseins hier im Blog aufgreifen.
      Vielen Dank für die Gebete zu Gunsten Youcef Nadarkhanis. Ich persönlich denke, dass sie dazu beitragen, dass dieser ebenso einsame wie unbeugsame Christ noch nicht aufgegeben hat und zum Islam konvertiert ist, wie es seine Ankläger zur Vorbedingung für seine Freilassung gemacht haben. Sein Bekenntnis zum Kreuz unter unvorstellbaren Bedingungen ist Ermutigung auch für uns, die noch nicht in einem Land leben, wo die Gedanken- oder Religionspolizei uns aus lächerlichen Vorwänden inhaftieren kann. Nur der Herr selbst weiss, was aus Bruder Youcef werden wird, aber ich persönlich schließe ihn auch in meine täglichen Gebete mit ein. Nur die Öffentlichkeit hat ihn bislang gerettet und dazu tragen Sie und tragen die vielen engagierten Christen in aller Welt bei, die immer wieder an sein Schicksal erinnern. Vielen Dank, dass Sie auch Farshid Fathi (und vielleicht auch Behnam Irani, dessen Gesundheitszustand besorgniserregend sein soll) in Ihre Fürbitten und ihre Aufmerksamkeit miteinbeziehen.

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