USA/Indonesien: Reverend Seth Kaper-Dale spricht.

Gerade erst konnten Sie, liebe Leser, die Sicht von Saul Timisela auf seine Situation als Kirchen-Asylsuchender lesen. Nun erreicht uns ein weiterer Artikel, der den Pastor der ihn beherbergenden Gemeinde zum Thema hat.

Rev. Seth Kaper-Dale

Rev. Seth Kaper-Dale

Pastor Seth Kaper-Dale von der Highland-Park Gemeinde in New Jersey ist noch ein junger Mann. Mit 36 hat er aber bereits eine große Verantwortung zu tragen. Viele seiner Schäfchen sind Indonesier und er hat denjenigen von ihnen, die jetzt akut  von der Abschiebung bedroht sind, sein Gotteshaus geöffnet. Saul Timisela ist einer von ihnen, aber nicht der einzige Flüchtling, der sich in den Kirchenmauern Schutz erhofft. Reverend Kaper-Dale hat eine ebenso einfach, wie überzeugende Philosophie, was den jetzt anstehenden Konflikt mit den staatlichen Behörden der USA angeht:

 Ich habe keine Angst. In meinen Augen stehen wir vor einem Kreuzweg und ein Kreuz ist das was uns bevorsteht. Wir wissen bescheid darüber wie es ist, vor Kreuzen zu stehen und wir kennen die Hoffnung, die jenseits des Kreuzes liegt, also marschieren wir mit Selbstvertrauen auf Kreuze zu.

Abgesehen von seiner Überstrapazierung des Wortes „Kreuz“ finde ich diese Haltung festen Gottvertrauens angesichts eines möglicherweise bevorstehenden juristischen Konfliktes bewundernswert.  Derzeit befinden sich drei Abschiebe-Flüchtlinge in seiner Kirche, aber der brave Gottesmann gibt zu Protokoll, dass er auch mit mehr Bedürftigen rechnet:

Unsere Arme sind weit geöffnet – so weit wie das Kreuz. Unser Asylsystem (das der USA, Anm. d. Übers.)  ist kaputt.

Reverend Kaper-Dale übernahm die Highland-Park – Gemeinde im Jahr 2001 und bemerkte erst nach Antritt seines Dienstes, dass die Schar der ihm nun anvertrauten Gläubigen zu einem großen Teil aus indonesischen Christen bestand, von denen viele keinen legalen Aufenthaltsstatus besaßen. Sie waren z. T. nach den antichristlichen Ausschreitungen in Indonesien des Jahres 1998 in die USA gekommen. Eine seiner ersten Handlungen war es also, diese Schäfchen dazu aufzufordern, ihren Aufenthaltsstatus zu legalisieren und sich mit den Immigrationsbehörden in Verbindung zu setzten. Zu dieser Zeit begannen aber bereits die Abschiebungen und für viele Indonesier lief die Zeit ab. Kaper-Dale dazu:

Das beweist das Argument, dass diejenigen, welche die Regeln befolgen, die sich registrieren lassen und zu erkennen geben, dass sie da sind, eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, abgeschoben zu werden, als diejenigen, die sich verstecken.

Pastor Seth Kaper-Dale begann in dieser Zeit, eine ebenso persönliche wie pastorale Verantwortung für diese Geschwister zu empfinden, die ihn bis heute antreibt, sich für die in ihrer Heimat unwillkommenen und in den USA von der Abschiebung bedrohten Christen einzusetzen.  Aber er differenziert durchaus zwischen mehr oder weniger bedrohten Christen. Einem Gläubigen, der nach Ansicht Kaper-Dales in Indonesien einen sicheren Rückhalt in der Familie finden kann, hat er auch schon einmal das Kirchenasyl verweigert, woraufhin dieser noch auf der Straße von den US-Behörden in Gewahrsam genommen wurde. Der Pastor dazu:

 Das erschüttert mich durchaus. Aber hier steht viel zu viel auf dem Spiel.

Indonesischen Christen, denen tatsächlich Gewalt und Tod drohen, die ihn von ihrem Schicksal überzeugen, steht noch immer die Tür der Highland-Park-Gemeinde offen.  Beobachter spekulieren darüber, ob Reverend Kaper-Dale auf Zeit spielt in der Hoffnung, der US-Kongress würde von Gewalt bedrohten Christen aus Indonesien in absehbarer Zeit ein unbegrenztes Aufenthaltsrecht in den USA zugestehen.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE SITUATION DER VON DER ABSCHIEBUNG BEDROHTEN INDONESICHEN CHRISTEN IN DEN USA. IHRE RÜCKKEHR IN EINE FEINDLICHE UMGEBUNG DARF NICHT DAS ZIEL DER US-POLITIK SEIN ! STÄRKEN WIR IM GEBET AUCH DEM MUTIGEN PASTOR DEN RÜCKEN, DAMIT SEIN RÜCKGRAT GERADE BLEIBT UND NICHT EINKNICKT.

(Quelle: „the Washington Post“ vom 08. April 2012)

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