Frohe Ostern: „Christus ist auferstanden – Er ist wahrhaftig auferstanden !“

Liebe Leser, ich möchte Ihnen allen, Christen aller Konfessionen und Denominationen, (Noch-?) Nichtchristen und allen Interessierten ein frohes und gesegnetes Osterfest wünschen !

Einige Jahre lang besuchte ich in meiner Heimatstadt eine russisch-sprachige Kirchengemeinde. Die herzliche Wärme, mit der man dort miteinander umging und die Offenheit für Geschwister aller Hautfarben, Muttersprachen und Traditionen, die in dieser Gemeinde vorherrschte, erfüllte mich jede Woche wieder mit Freude und tiefer Zufriedenheit. In dieser Gemeinde war und ist es guter Brauch, sich am Ostersonntag mit den Worten „Christos Wasskress – Waistinu Wasskress“ (Laut-Umschreibung) zu begrüssen, was eben auf  Russisch soviel bedeutet wie: „Christus ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden“. Diese gute Tradition hatten die Geschwister aus der russischen Orthodoxie in „den Westen“ herübergerettet und die Freude, mit der man sich gegenseitig der Auferstehung unseres Herrn versicherte, war und ist hochgradig ansteckend.

Auch in meiner Taufgemeinde, die etwas außerhalb Berlins liegt, war es durchaus üblich, sich diesen Gruss an Ostern in deutscher Sprache zu entbieten. Ja, denn ER ist auferstanden und daran darf man sich auch öfter, als nur einmal im Jahr, erinnern. Christus liess sich aufs Äußerste erniedrigen, um unsere Sünden, unsere Krankheit und Schwäche ans Kreuz zu tragen und für uns alle zu sühnen. Können wir auch nur annähernd ermessen, was dies für Ihn bedeutet hat ? Nein. Aber wir können uns daran erinnern und darauf besinnen, was es für uns selbst bedeutet.

Wo haben wir Fehler gemacht, wem haben wir bisher nicht vergeben können, welche unsere Handlungen und Unterlassungen haben Mitmenschen geschadet ? Der Karfreitag des Osterwochenendes lädt wie kaum ein anderer, christlicher Feiertag dazu ein, sich diese Fragen zu stellen. Warum musste Jesus meinetwegen nach Golgatha ? Was habe ich Ihm aufgeladen, was nicht hätte sein müssen ? Die Antworten auf diese Fragen sind oft schmerzhaft. Man erkennt, wenn man auch nur annähernd ehrlich mit sich selbst ist, die eigene Schwäche und Schuld und kann das weltliche Dogma von der „Sündenlosigkeit“ getrost verwerfen. Ja, wir alle sind Sünder und brauchen Ihn deshalb, den, der als einziger uns wieder mit dem Schöpfer versöhnen kann.

Was hat dies alles mit dem Thema dieses Blogs, der Christenverfolgung, zu tun ? Nun, die Gläubigen, die so gerne Ostern feiern möchten, aber von Regierungen, fanatisierten Gruppen oder Organisationen daran gehindert werden, die Auferstehung Christi, das höchste Fest der Christenheit (ja, liebe Konsum-Opfer, Weihnachten ist höchtens die Nr. 2 oder 3, wenn man Pfingsten noch einrechnet) so zu zelebrieren, wie es ihnen ihre Herzen eingeben, erinnern uns daran, dass „freie Religionsausübung“ auch hierzulande keine Selbstverständlichkeit ist. Wenn Prozessionen von Nachbarn beschimpft und mit Müll beworfen, wenn gegen das Läuten von Kirchenglocken geklagt oder in widerlichen „Kunstperformances“ bewusst die Gefühle von Christen verletzt werden, dann beginnt auch im „freien Westen“ so etwas wie eine Intoleranz gegenüber einer der Wurzeln, auf denen unsere Zivilisation ruht.

Vor allem aber erinnert uns der Mann von Golgatha immer wieder daran, dass seine Nachfolger „ein Leib“ sein sollten, dessen Kopf er sein kann. Dieser Leib aber scheint oftmals blutleer geworden zu sein. Einige Gliedmaßen sterben ab, weil sie nicht mehr vom Heiligen Geist und dem festen Vertrauen auf Gott durchblutet werden. Kein Wunder, wenn in solchen abgestorbenen Gliedern  sich auch kein Zucken regt, wenn die Verfolgung der Geschwister in Nigeria, China, Nordkorea, Pakistan, Ägypten oder anderen Ländern und Regionen schrecklich wütet. Wenn Kirchen brennen, Geschwister vertrieben, inhaftiert, gefoltert und getötet werden und aus unseren selbstzufriedenen oder zumindest selbstzentrierten Gemeinden kein Aufschrei der Empörung und keine Welle der Liebe und Solidarität zu kommen beginnen, dann ist dies auch ein Zeichen für die geistliche Blutleere unserer Kirchen. Nur ein einziges Signal, aber eines, das in Kombination mit anderen Faktoren auch die Leere auf den Kirchenbänken erklärlich macht.

Was können wir nun dagegen tun ? Erzählen wir vom Auferstandenen. Bekennen wir den Auferstandenen in einer kalten, unwissenden und im schlimmsten Sinne „geistlosen“ Welt, die von Ihm gar nichts mehr hören will. Bekennen wir unsere Solidarität mit den verfolgten Christen in Gemeinden, die sich zu viel um sich selbst drehen, deren Pastoren angewidert die Augen verdrehen, wenn wir schon wieder mit einem Gebetsanliegen oder der Idee für eine Solidaritätsaktion mit einer verfolgten Kirche zu ihm kommen. Bohren wir die „dicken Bretter“ der Ignoranz und der Gottverlassenheit an, damit der gute Geist Gottes durch die entstandenen „Löcher“ fliessen kann.

Der Herr ist auferstanden ! – Er ist wahrhaftig auferstanden !

Das ist der Kern unseres Glaubens, das ist was wir WISSEN, was wir glauben und worauf wir hoffen. Ihnen allen ein frohes, gesegnetes und erfülltes Osterfest.

Das wünscht Ihnen Ihr

Martin Clemens Kurz

Advertisements

Ein Gedanke zu “Frohe Ostern: „Christus ist auferstanden – Er ist wahrhaftig auferstanden !“

  1. Vielen Dank für die klare Botschaft und Ihnen auch ein gesegnetes Fest der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s