Mali: Situation der Christen unklar.

Die Konflikte im Nordafrikanischen Land Mali können noch kaum in ihrer Bedeutung richtig eingeschätzt werden, da wird bereits bekannt, dass die in der Stadt Gao residierende Caritas-Hilfsorganisation ihr Büro verloren hat.

Mali

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Mali ist ein ethnisch und wirtschaftlich tief gespaltenes Land. Den halbnomadischen Tuareg, die den Norden des Landes dominieren,  stehen die diversen Ethnien des wirtschaftlich besser dastehenden Südens gegenüber, die zumeist in der Regierung die Schlüsselstellen besetzen. Nun hat vor wenigen Wochen eine Gruppe Militärs den Ex-Präsidenten Touré gestürzt und kurzzeitig sogar die Verfassung außer Kraft gesetzt. Immerhin wurde dieses Verdikt zurückgenommen und Wahlen in Aussicht gestellt, wenn auch kein Datum dafür genannt wurde.

Aber dies ist vielleicht gar nicht der wirklich wichtige „Schauplatz“ in Mali. Im Norden sind die muslimischen Tuareg praktisch seit Jahren im Dauer-Aufstand und haben sich durch den Zufluss libyscher Waffen aus dem dortigen Bürgerkrieg nun stark genug erachtet, um ihren Forderungen nach mehr Förderung durch die Zentralregierung jetzt Nachdruck zu verleihen.  Die Rebellengruppen MNLA (Tuareg, Mehrheit, eher säkular und an Politik interessiert und an einer Unabhängigkeit Nord-Malis), „Al-Kaida des Maghreb“ (Söldner und arabische Kämpfer, früher operierend von Mauretanien aus) und Ansar Edine (auch Tuareg, Minderheit, islamistisch mit Ziel Gottesstaat und Verbindungen zu Al-Kaida) haben dafür ein Zweckbündnis vereinbart, das jetzt dabei ist, nicht nur die ländlichen Regionen, sondern auch die Städte Nord Malis zu erobern. In der Stadt Timbuktu soll bereits die Herrschaft der Scharia ausgerufen worden sein.

Soviel vorausgeschickt, gibt es von der Eroberung der Stadt Gao nun unterschiedliche Berichte, die sich aber alle darin einig sind, dass das lokale Büro der katholischen Hilfsorganisation Caritas in Gao attackiert und geschlossen wurde. Eine ebenfalls in Gao beheimatete Kirche soll auch in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Caritas jedenfalls, war bislang in der Not- und Hungerhilfe in Mali engagiert und nach Aussagen von Sprechern der Organisation wolle man sich auch weiterhin dementsprechend positionieren, auch wenn die Lage jetzt unübersichtlicher wird. Der katholische „fidesdienst“ schreibt dazu folgendes:

 Der Leiter der Caritaszentrale in Gao, Pfarrer Jean-Jacques berichtet: „Am Samstag, den 31. März ist uns die Flucht aus Gao gelungen, nachdem wir erfahren mussten, dass die islamischen Rebellen nach Priester und Ordensleuten suchte und diese töten wollte. Am Samstagnachmittag, sammelten sich die Rebellen, die aus der Stadt vertrieben worden waren, um Gao zu erobern, nachdem die Regierungssoldaten sich zurückgezogen hatten. Es wurde uns mitgeteilt, dass die Missionsstation und einer Kirche verwüstet worden waren. Wir haben auch Anrufe von Christen erhalten, die sich noch in Gao aufhielten, die uns sagten, sie hielten sich dort versteckt, weil sie um das eigenen Leben fürchteten. In der Stadt halten sich noch rund 200 Christen auf.“

Die christliche Minderheit im stark vom Islam geprägten Mali ist zwar verschwindend winzig, aber genau deshalb kann sie in der momentan sehr angespannten Lage im Land auch „spurlos“ verschwinden, ohne, dass allzugenau hinterfragt werden würde, wie dies wohl passiert sein könne. Mit anderen Worten: als willkommene Sündenböcke und Gewaltopfer böten sich unsere Geschwister dort wohl genauso an, wie in viel zu vielen anderen Ländern der Welt.

IN DIESEM SINNE BITTE ICH DARUM: BITTE BETEN SIE FÜR DIE WENIGEN CHRISTEN MALIS, DASS SIE UNBESCHADET AUS DEN SEHR KOMPLIZIERTEN KONFLIKTEN DES LANDES HERVORGEHEN UND WEITERHIN UNTER DER ARMEN UND HUNGERNDEN BEVÖLKERUNG GUTES TUN KÖNNEN.

(Quelle: „fidesdienst“ vom 03. April 2012)

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3 Gedanken zu “Mali: Situation der Christen unklar.

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