Medien: Film über christlichen Widerstand findet schwer einen Verleih (Update!)

Mexiko war schon immer ein Land, in dem die Bevölkerung traditionell zur Rebellion neigte. Unzählige Bürgerkriege und Aufstände haben dort stattgefunden, verschiedene Formen der Diktatur wurden dort durchexerziert usw.

So gab es in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts dort auch eine atheistische, von freimaurerischem Gedankengut durchsetzte, Regierung unter dem Präsidenten Plutarco Elías Calles, die es sich zur Aufgabe machte, gezielt die katholische Kirche anzugreifen. Das Dogma dieser Regierung kann unter dem Satz „die katholische Kirche ist an allen Problemen Mexikos schuld“ zusammengefasst werden. Der „willkommene, ultimative Sündenbock“ ist ein so altes, politisches Motiv, dass man die Parallelen zur Nazi-Ideologie und den antiklerikalen Ausbrüchen des anarchistisch-kommunistischen Spanien in den  30er Jahren schwerlich übersehen kann. Entsprechend begannen in dieser Zeit in Mexiko auch Massnahmen zu greifen, die zur Enteignung von Kircheneigentum und zur Zwangs-Säkularisierung von Schulen und Klöstern führten. Priester durften in der Öffentlichkeit nicht mehr als solche erkannt werden, wer sich dagegen auflehnte, musste mit Massnahmen bis hin zur Erschiessung rechnen. Bekennende Christen wurden aus dem Staatsdienst entfernt etc. Dagegen erhob sich jedoch Widerstand. Widerstand von Christen, die nicht alles mit sich machen lassen wollten.

Nun mag man hierzulande aus der historischen Perspektive mit der Säkularisierung wenig innere Probleme haben, da die Reformation ja ähnliche Auswirkungen bereits mehrere Jahrhunderte früher zeitigte. Aber dennoch kann der historisch interessierte Mitbürger nur mit Erstaunen feststellen, dass diese Ereignisse bis heute zumeist nur in sehr, sehr spezialisierten Fachbüchern erwähnt werden und ansonsten in der Reihe der  vielen Unruhen Mexikos „untergehen“.

Aber nun hat sich unlängst ein Film des Widerstandes der sog. „Cristeros“ gegen die Zwangsmassnahmen der Regierung Calles angenommen. Regisseur Dean Wright verfilmte die „Cristiada“ unter Mitarbeit von Schauspielern wie Andy Garcia (u. a. „Ocean´s eleven“) und Eva Longoria (ein „desperate housewife“). Darin wird die unter dem Motto „Viva Cristo Rey“ (es lebe Christus der König) agierende, Widerstandsbewegung gewürdigt, die dem sogar von den USA unterstützten Präsidenten Calles von 1926 – 1929 die Stirn bot. „Katholisches.info“ hat auf diesen Umstand hingewiesen. Mittlerweile wurde bekannt, dass sich bislang kaum ein Verleih bereit erklärt hat, diesen Film in die Kinos zu bringen.

Durch die sehr gute Recherche-Arbeit unserer Freunde von „Kopten ohne Grenzen“ wurden auch wir auf diesen Umstand aufmerksam. Nun hat die „Weltpremiere“ im Vatikan stattfinden müssen, wo in einer nur für ausgesuchtes Publikum vorgesehenen Vorstellung die „Cristiada“ erzählt wurde. So schreibt KoG:

Vieles an der Veranstaltung hatte etwas von einem Hilferuf an sich.Wir sind hier, um den Film zu bewerben in der Hoffnung, ihn bald überall verteilen zu können, wie das für jeden Film geschieht, egal ob er gut oder schlecht ist“. So schildert Pablo José Barroso, der mexikanische Produzent von Cristiada die ungewöhnliche Situation.

Grenzt es an eine Verschwörungstheorie, wenn man hier antichristliche Ressentiments bei den Verleihern ausmacht ? Ich weiss es nicht genau. Allerdings vermute ich, dass ein Film, der sich mit dem Widerstand gegen „antiquierte, kirchliche Rituale und Unterdrückungsmechanismen“ befassen würde, diese Probleme nicht hätte. Auf KoG finden wir folgende Einschätzung:

  Angesichts zahlreicher mediokrer Filmproduktionen, die Kinoprogramme füllen und teils fast leeren Kinosälen liegt der Verdacht nahe, daß ein offen philokatholischer Film, der zudem die ganze Brutalität der Christenverfolgung auf die große Leinwand bringt, stillschweigend boykottiert wird. Soll das große Publikum bestimmte Dinge nicht sehen? Dinge, die nicht der vorherrschenden Film- und Nachrichtenauswahl entsprechen? Eine Form versteckter Zensur?

In jedem Fall ist hier der Werbetrailer:

und hier der link zur offiziellen Website von „Cristiada“:

 http://www.cristiadafilm.com/

BITTEN WIR DOCH UNSEREN HIMMLISCHEN VATER UM OFFENE TÜREN UND INTERESSIERTE MENSCHEN, DAMIT DIE GESCHICHTE DER MEXIKANISCHEN CRISTEROS DOCH VOR EINEM WELTWEITEN PUBLIKUM ERZÄHLT WERDEN KANN.

(Quelle: „Kopten ohne Grenzen“ vom  26. März 2012, und „katholisches.info“ )

UPDATE
Am 29. Mai 2012 wurde bekannt, dass der Film mittlerweile erfolgreich in Mexiko angelaufen ist und im Juni 2012 auch in den USA gestartet werden wird. Nur wurde der offensichtlich „unverkäufliche“ Titel Cristiada in „For Greater Glory“ geändert.
(Quelle: „pro-medienmagazin“ vom 29. April 2012)

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Ein Gedanke zu “Medien: Film über christlichen Widerstand findet schwer einen Verleih (Update!)

  1. Warum ist ein Film über aktive Christen, die nicht immer und unter allen Umständen „die andere Wange“ hinhalten so ein Politikum ? Warum steckt in der Geschichte der „Cristeros“ so viel Sprengstoff, dass sich niemand traut, diesen Film zu veröffentlichen ?
    Ganz einfach: in einer Welt, die sich immer weiter säkularisiert und sich sogar im ehemals „christlichen Abendland“ zu einer „christenfeindlichen Umgebung“ entwickelt, könnte das Beispiel aus der Vergangenheit in den Gläubigen weltweit Gedanken wecken, die unseren Eliten in Medien und Politik gegen den Strich gehen. Gut, es war Mexiko, gut es ist jetzt mehr als 80 Jahre her, aber das Beispiel der Christen, die gegen Unterdrückung der freien Religionsausübung angingen und einem antiklerikalen Regime offen und aktiv die Stirn boten, könnte ein „Menetekel an der Wand“ sein.
    Denn auch die Atmosphäre in Ländern wie Grossbritannien und Deutschland kippt immer mehr um. Wer sich als Christ in der Öffentlichkeit zu erkennen gibt, kann oftmals schon froh sein, wenn er nur mit spöttischen Kommentaren und einigen Beschimpfungen der Kirche „davonkommt“. Im Bekanntenkreis ausserhalb der Gemeinden finden sich immer weniger Mitchristen und die durch Medienberichte gefälschten Ansichten über Religion und Kirchen des Christentums bestimmen den öffentlichen Diskurs. Angesichts der politischen Entwicklungen kann es in nicht allzu ferner Zeit dazu kommen, dass Regierungen an die Macht kommen, die ähnliche Massnahmen wie einst Präsident Calles in Mexiko u. a. durchführen. Berufsverbote für Christen, die Entfernung christlicher Symbolik aus der Öffentlichkeit u. ä. sind nur zu gut vorstellbar und werden teilweise sogar bereits praktiziert.
    Sanft wie eine Taube und schlau wie eine Schlange zu sein, ist deshalb nicht immer ganz einfach. Auch Christen müssen bereits jetzt in Lage sein, Pläne zu machen für den Fall, dass die freie Religionsausübung immer weiter eingeschränkt wird. Ob wir nun „Viva-Cristo-Rey“-rufend durch die Strassen Berlins oder Hamburgs ziehen müssen, sei dahingestellt. Aber blind und ohne Widerstandspläne laufen wir tatsächlich wie die „Lämmer zum Schlachter“ und ob das immer Gottes Wille oder nur unsere eigene Unentschlossenheit und Feigheit ist, darüber sollten Christen reden ! Jetzt !

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