Saudi-Arabien: „Ohrenbetäubende Stille“ in der Welt über die Skandal-Fatwa des Grossmuftis !

Erst vor kurzem berichteten wir hier über das islamische Rechtsgutachten (Fatwa) des Grossmuftis von Saudi-Arabien, der ungeniert auf die Anfrage einer Delegation aus Kuweit geantwortet hatte, dass alle Kirchen auf der arabischen Halbinsel abgerissen werden sollten. 

Saudi-Arabien

Jetzt wurden (sehr wenige) Reaktionen auf diesen Aufruf bekannt. In der amerikanischen Washington Times gab es in der vergangenen Woche dazu ein „Editorial“, also einen Herausgeberkommentar. Das christliche Nachrichtenmagazin „PRO“ schreibt dazu:

 Die „Washington Times“ reagierte auf die Nachricht mit einem Editorial. Man stelle sich vor, der Papst würde die Zerstörung von Moscheen in Europa fordern, schrieb der Autor. „Der Aufschrei wäre katastrophal“, heißt es, und weiter: „Experten würden die Kirche angreifen, das Weiße Haus würde eine Nachricht tiefer Besorgnis herausgeben, und Aufständische im Nahen Osten würden sich gegenseitig in ihrer Verzweiflung umbringen. Aber wenn der einflussreichste Führer in der muslimischen Welt eine Fatwa zur Zerstörung christlicher Kirchen ausgibt, ist die Stille ohrenbetäubend.“

Da ist kaum noch etwas hinzuzufügen. Die ohrenbetäubende Stille hat sich vor allem in den Kirchen breit gemacht. Offensichtlich wartet man nur noch darauf, wann der „Hammer“ auch hierzulande fällt um dann stillschweigend „nach Hause zu gehen“. Ich kann ein Lied vom Desinteresse an der Christenverfolgung und ihren Hintergründen im kirchlichen Rahmen singen. Ein trauriges Lied. Und wenn dann mal jemand aus der Kirchen-Nomenklatura das Wort ergreift, kommen solche halbgaren und eher gefährlichen Kommentare dabei heraus, wie der jenes Oberkirchenrates der EKD aus Bayern, die besser ungesagt (und ungedacht) geblieben wären.

Mit anderen Worten, die „ohrenbetäubende Stille“ bezüglich der Bedrohung des Christentums ist mir nicht fremd. Die Gefahren, die es mit sich bringt, ein Gläubiger zu sein, verdrängen Kirchen, Gemeinden und Christen in Deutschland, zumindest hier in Berlin, sehr gerne. Umso mehr freut es mich, wenn es doch noch engagierte Geschwister gibt, die nicht den Kopf in den Sand stecken und auf die „unvermeidliche“ Flut warten, die sie töten wird. Jeder, der zumindest jetzt aufsteht und sich in Wort und Tat dem Hass auf unseren Glauben entgegenstellt, ist ein wahrer Christ und ein(-e) Herzensbruder/-schwester für mich. Wir sind noch immer wenige, aber es geschehen ab und zu noch Zeichen und Wunder:

Der Bundestagsabgeordnete Frank Heinrichs (CDU) hat sich gegenüber dem christlichen Medienmagazin PRO jetzt ebenfalls schockiert von der erwähnten Fatwa gezeigt.

 Vor allem das „stille Hinnehmen“ dieses Vorfalls von der Weltöffentlichkeit bereite ihm Sorgen, sagte Heinrich gegenüber pro. Ein solcher radikaler Absolutheitsanspruch dürfe nicht unkommentiert bleiben.

Heinrich ist ein bekennender Christ und ausserdem Mitglied des Menschenrechtsausschusses des Deutschen Bundestages. Es ist nicht viel, wenn dieser einen kleinen Happen Wahrheit aufnimmt, aber zumindest ein erster Politiker scheint aufgewacht zu sein.

BETEN WIR DOCH DAFÜR, DASS SOLCHE BOTSCHAFTEN IN ZUKUNFT EIN GRÖSSERES ECHO IN DEN MEDIEN FINDEN WERDEN. AUCH DIE KÖPFE UND HERZEN DER JOURNALISTEN BENÖTIGEN EINE UMKEHR, FÜR DIE WIR BETEN KÖNNEN.

(Quelle: „PRO-Medienmagazin“ vom 22. März 2012)

update  vom 26. März 2012: die Stille scheint durchbrochen. Immerhin haben sich der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch und der österreichische Kardinal Christoph Schönborn jetzt verständnislos gegenüber der besagten Fatwa geäußert. In Gesprächen mit dem „Focus“ und der „Katholischen Nachrichtenagentur“ haben sie bereits am Freitag, den 23. März 2012 ihr Unverständnis geäußert. Zollitsch sagte, es sei  „unerträglich“, dass „die ohnehin labile Situation in der arabischen Welt weiter destabilisiert“ werde. Kardinal Schönborn nannte diese Fatwa „völlig inakzeptabel und auch nicht nachvollziehbar“.
Jetzt kann die katholische Kirche immerhin nicht mehr den Kopf in den Sand stecken und so tun, als ob sie von nichts wüsste. Zwei prominente Bischöfe, Vorsteher ihrer Konferenzen, wissen Bescheid.

update vom 31. März 2012: das „All Indian Christian Council“ hat mittlerweile ebenfalls gegen die Äußerungen des Großmuftis protestiert. Wörtlich bezeichneten sie die Worte als „bigott“ und „gefährlich“. Dem kann man nur zustimmen. Ausserdem verweist der AICC darauf, dass diese Äußerungen gegen die Charta der UN und die Deklaration gegen religiöse Intoleranz verstoßen.

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