Kommentar: Beten für die Täter ?

 Ich sage aber: Liebt eure Feinde und betet für alle, die euch verfolgen! So erweist ihr euch als Kinder eures Vaters im Himmel. (Matthäus 5, 43)

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Die Nachrichten, die hier im Blog erscheinen und die von der unausgesetzten Diskriminierung und Verfolgung von Christen in aller Welt berichten, fokussieren automatisch die Opfer, denen wir als Mitchristen natürlich unsere Liebe, unsere Solidarität, unsere Gebete und vielleicht sogar etwas mehr Taten „schulden“. Die Täter geraten dabei ganz natürlich aus dem Blickfeld. Ihre Motive, ihre Ansichten, ihr Weltbild spielen ja letztlich auch eine geringere Rolle, da es hier primär um die „Opferperspektive“ und die Auswirkungen der Taten bestimmter Länder, Kulturen, Religionen oder sonstigen Gruppen auf ihre christlichen „Nachbarn“ und Mitmenschen gehen muss.

Aber dennoch kann man sich als Nachfolger Christi des Gedankens nicht erwehren, dass wir auch für diejenigen beten sollten, die „nicht wissen, was sie tun“, wenn sie Christen „ans Kreuz nageln“. Ihre Seelen sind gefangen in Denkschemata und religiöser Hasspropaganda, die sie zu schlimmen, ja geradezu unfassbaren Taten verleiten. Sie können das Licht des Glaubens nicht sehen, die Gnade des Vaters im Himmel nicht empfangen, weil sie Christus noch nicht persönlich kennengelernt haben. Klingt dies zu naiv ? Dann schauen wir uns doch einmal den Apostel Paulus an:

Dieser war als Saulus von Tarsus ein übler Terrorist. Ein Aufwiegler, ein Einpeitscher und Hassprediger, der sogar zu feige war, bei der Steinigung des Stefanus, unseres verehrten ersten Märtyrers, aktiv einzugreifen und stattdessen der „Garderobier“ der Steiniger wurde. Die Apostelgeschichte erzählt davon. Könnte man ihn einen „Schreibtischtäter“ nennen ? Das träfe nicht ganz, denn dafür war er viel zu aktiv. Sogar in Damaskus wollte er die „Ketzer“, die diesen Christus als Messias ansahen, festnehmen und was ihnen geblüht hätte, zeigte ja das Beispiel des Stefanus. Aber so kam es nicht mehr. Der „Saulus war zum Paulus“ geworden, durch das Eingreifen Christi. Durch einen ganz direkten Kontakt, so eine Art „Kennenlernen“ auf die harte Tour, wonach der Hetzer und Terrorist erst einmal erblindete und Hilfe brauchte.

Hier liegt nun der Hund begraben. Zahlreiche Beispiele wie das von Walid Shoebat, Kamal Salim, Nassim Ben Iman oder ähnlicher Schicksale belegen es eindrücklich: Wer von Christus berührt wird und mit dem guten Geist Gottes in Kontakt kommt, kann von einer Sekunde zur nächsten von seinen Scheuklappen befreit und zu einem völlig neuen Leben gebracht werden. Wen der Sohn frei macht, der ist wirklich frei und bei Gott ist eben gar nichts unmöglich. Das sollten wir alle bedenken, wenn wir von neuen Attentaten in Nigeria, der strukturellen Christendiskriminierung in Ägypten oder Pakistan sowie von dem unendlichen Leid der Christen im Iran, Irak und Syrien hören. Natürlich brauchen diese Terror-„Aussteiger“, die an ihrem Tun zu zweifeln beginnen, Hilfe, wie sie der Apostel Paulus in Damaskus durch Hananias erhielt.

Das ist der Schlüssel: helfen wir den Christenverfolgern, mit ihrem Tun aufzuhören. Durch die Verbesserung ihrer sozialen Bedingungen und Entwicklungshilfe ? Nein, denn Verfolgung gibt es in armen, reichen, politisch stabilen und instabilen Staaten. Fangen wir mit dem Gebet für die Erleuchtung und die Umkehr der Verfolger an. Viele, gute Dinge fingen an mit einem einfachen Gebet, dass Christen aus ganzem Herzen zum Vater emporgeschickt haben. Saulus von Tarsus hat es vorgemacht, viele andere haben es bestätigt: wer Christus begegnet, der kann mit seinen bösen Taten nicht fortfahren. Das heisst nicht, dass ich die Taten, die Täter und deren Hintergründe in Zukunft weniger deutlich benennen werde, aber die Erkenntnis, dass selbst der schlimmste Sünder noch immer ein Geschöpf  „nach dem Abbild“ des Vaters ist, darf man nicht aus dem Hinterkopf verdrängen.

BETEN WIR FÜR DIE UMKEHR DER VERBLENDETEN. SIE SIND AUCH OPFER SATANS UND HANDELN WIE SIE ES TUN, WEIL SIE „NICHT WISSEN, WAS SIE TUN“.

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