Syrien: umkämpfte Stadt weitgehend „christenrein“

Wir alle werden derzeit täglich mit Horrormeldungen aus Syrien bombardiert. Die Massenmedien zeigen uns IHR Weltbild, dass ganz simpel aus „guten, demokratischen und freiheitsliebenden“ Rebellen besteht und aus einem „bösen, abartigen und intoleranten“ Regime, dass seine eigenen Bürger tötet und misshandelt. Star-Wars lässt grüssen in seinem Schwarz-Weiss-Schema.

Syrien

Wie immer können diese Klischees nicht als Wahrheit herhalten, sie sind in jedem Falle hinterfragbar, wahrscheinlich sogar durch Fakten nicht allzugut unterfüttert. Allein die „Opferzahlen“ unter den Auftständischen sind zumeist nicht durch seriöse Quellen im Land abgesichert, wie die syrische Nonne Mutter Agnes-Mariam de la Croix schon vor Wochen berichtet hatte. Aber das am besten gehütete Geheimnis des Konflikts ist der voranschreitende Christozid, die Vertreibung und Ermordung von Christen in allen vom Aufstand betroffenen Gebieten.

Von einer weitgehend unabhängigen Quelle aus Syrien erfährt man z. Bsp. ein brisantes Detail aus der Kampfzone „Homs“. Dort wurden und werden Christen gezielt von zu den Aufständischen gehörenden Milizen aus ihren Häusern vertrieben und anschließend ihre Besitztümer „konfisziert“. Die Webseite Al-Haqiqa berichtet, dass die sog. „Faruq-Brigaden“, eine mit saudischen und katarischen Geldern finanzierte, wahhabistisch-islamistische Räuberbande, alle Christen in Homs in ihren Häusern aufsuchen und dazu auffordern, die Stadt zu verlassen. Dies tun sie natürlich mit dem unmissverständlichen Nachdruck der Waffengewalt.

Die Stadtviertel Hamidiya und Bustan el-Diwan seien bereits „christenrein“ und die Stadt Homs derzeit zu über 90 % von seiner nicht ganz geringen, christlichen Bevölkerung „befreit“. Nun, die umkämpfte Stadt wird ohnehin von Bewohnern aller Religionsgemeinschaften verlassen, damit sie sich in Sicherheit bringen. Vor diesem Hintergrund ist aber die forcierte „Reinigung“ von Christen ein pikantes Detail, das selbstverständlich von deutschen Massenmedien verschwiegen wird. Denn diese wollen sich ja ihre schwarz-weisse-star-wars-Welt (s. o.) nicht durch Fakten und etwas Realität in Frage stellen lassen.

Angesichts der Tatsache, dass alle Aufstände des „Arabischen Frühlungs“ in islamistische, scheinbar demokratisch gewählte (der Stimmenkauf und die Geldflüsse im ägyptischen Wahlkampf wird wohl niemals untersucht werden) Regime mündeten, haben unsere Politiker, Medien und sogar Kirchenvertreter ihre Lektion noch immer nicht gelernt. Tunesien, Ägypten und jetzt Syrien. Eine sunnitisch-fundamentalistische Bewegung greift nach der Region und unsere „westlichen“ Eliten können 1 und 1 nicht mehr zusammenzählen. Alles Matheversager wie ich, aber immerhin habe ich das kleine Einmaleins noch gelernt. Wenn ich noch einmal höre, die Muslimbrüder seien so eine Art „islamischer CDU“, dann wird mir übel. Und ich verweise dann auf die Artikel in diesem Blog zu Ägypten, Syrien, Saudi-Arabien, Pakistan etc. Wer solche Verhältnisse will, der kann ja weiter seinen Kopf in den Sand stecken. Sobald Frau Merkel dazu aufruft, alle Moscheen in Europa abzureissen oder es unterstützt, wenn muslimische Angeklagte vor Gericht keinen Verteidiger bekommen, DANN UND NUR DANN wäre die CDU eine Art christlicher Muslimbrüder-Verband. Und das wird nie geschehen, weil selbst Frau Merkel so ein verrücktes Zeug niemals gutheissen würde. Das müssen wir wissen, wenn man uns diese unsinnigen Vergleiche zumutet.

Aber zurück nach Syrien: Hier kommt ein konkretes Beispiel für die religiösen „Säuberungen“ der Rebellen. Am 13. März 2012 wurden im Homser Stadtviertel Hamidiyah u. a. der Arzt  Dr. Taleb Mashhour Gharibeh, sein Bruder, der Musiker  Marwan Mashhour Gharibeh, im Stadtteil Bustan el-Diwan ihre Schwester Marie Mashhour Gharibeh, und im Stadtteil el-Wa’ar ihr Vater Maha Habou vertrieben. Kirchen-nahe Kreise aus dem Büro des orthodoxen Metropoliten berichten darüber, dass die Faruq-Brigaden die christlichen Bewohner der Häuser dazu aufforderten, sofort ihre Quartiere zu verlassen, da sie anderenfalls jeden töten und die Fotos an Al-Jazeera schicken würden. Natürlich mit dem Untertitel versehen: „Die Regierung hat ein weiteres Massaker an Zivilisten verübt“. Die Betroffenen durften nichts von ihrem Eigentum mitnehmen, als das, was sie am Leibe trugen. (Erinnert uns das nicht an etwas ? Wer hier nicht Parallelen zur Geschichte der europäischen Juden sieht, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Wehret den Anfängen ! Brecht das Schweigen über den Christozid in der islamischen Welt !) Die Häuser und Wohnungen wurden dann natürlich sofort als „Kriegsbeute“ von Muslimen okkupiert.

Über die Faruq-Brigaden ist nicht nur bekannt, dass sie salafistisch-wahabistisch orientiert sind und aus Ölgeldern vom Golf finanziert werden, sondern auch, dass libysche und irakische Söldner sich in ihren Reihen befinden sollen und lose Kontakte zum Al-Kaid-Netzwerk bestehen. Laut Al-Haqiqa sollen diese „Brigaden“ im letzten Monat alleine zwei Kirchen mit Raketenwerfern angegriffen und schwer beschädigt haben. Hatte der Spiegel, die Süddeutsche Zeitung, die ARD oder RTL darüber berichtet ? Hmmmmmmmm, …. ich erinnere mich nicht daran.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE CHRISTEN IN SYRIEN. MÖGEN SIE SICH VON DEN KONFLIKTEN FERNHALTEN KÖNNEN UND EIN WÜRDIGES LEBEN IN IHER HEIMAT (ANDERS ALS DIE CHRISTEN DES IRAK) MÖGLICH SEIN.

(Quelle: “ Notes on Arab Orthodoxy“ vom 14. März 2012)

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5 Gedanken zu “Syrien: umkämpfte Stadt weitgehend „christenrein“

  1. Lieber „Berliner Gebetskreis“,

    Ihre Infos sind oft interessant und lesenswert. Könnte nicht grundsätzlich auf „kämpferische“ und agressive Untertöne und Formulierungen verzichtet werden? Das dient Ihrer Sache m.E. nicht.
    Herzliche Grüße, H. Nitsch

    • „Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach, dass du kalt oder warm wärest!
      Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.“ (Offb 3, 15-16)
      Ich werde mich niemals für die Art und Weise, wie ich die Wahrheit sage, nämlich mit brennendem Herzen, entschuldigen. Wer daraus nicht die große Liebe zu den verfolgten Geschwistern und den ungeheuchtelten Abscheu für die Werke Satans erkennt, der sollte sich tatsächlich selbst prüfen, ob er meine Arbeit tun kann und will und ob er sie selbst besser machen kann.
      Sind Sie dazu berufen ? Dann sollten wir uns in aller Ruhe persönlich unterhalten, denn gute Mitstreiter kann die Sache brauchen. Wovon ich gar nichts halte, ist aber, solche Dinge „öffentlich“ im Forum breitzutreten, hier sollte es doch um etwas anderes gehen. Eine persönliche Mail an „stefanus1@gmx.de“ ist da besser, weshalb ich ab heute nur auf diesem Wege noch konstruktive Anregungen beantworten kann.
      Desweiteren habe ich mehr als nur einmal in diversen Artikeln begründet, warum eine starke, vielleicht auch provokative Rhetorik an dieser Stelle notwendig ist, weshalb ich hiermit zum letzten Male überhaupt auf dies Thema eingehe.
      In diesem Sinne
      Martin Clemens Kurz

  2. Was wohl Dr. Martin Luther oder der Apostel Paulus zum Thema der „kämpferischen und aggressiven Untertöne“ zu sagen hätten…
    Schon zu Paulus Zeiten und erst recht zu Zeiten der Reformation galt: Wer nicht mit der richtigen Herzenshaltung provoziert, erreicht gar nichts. So funktioniert nun mal die Welt und (ich sage: leider !) auch die Welt der Christenheit. Man mag dass bedauern, wenn man aber nicht mehr tut, sollte man besser gleich die Klappe halten. Nix gegen den sehr engagierten Hartmut N. aber manchmal sollte man sich erst besser informieren, bevor man anfängt, zu beurteilen, was man nicht versteht.

  3. Pingback: Christen in Syrien unter Beschuß « kopten ohne grenzen

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