Pakistan: mutmasslicher Mörder einer Katholikin wieder auf freiem Fuss !

Über die Irrwege im pakistanischen Rechts- und Justizsystem habe ich ja schon des öfteren berichten müssen. Gerade erst wurde eine lächerliche Anklage gegen eine christliche Frau wegen der berüchtigten „Blasphemie“ bekannt, da wird ein weiterer Skandal publik:

Pakistan

Der mutmaßliche Mörder der 18-jährigen Katholikin Amariah Mansha aus Sadar Samundari  in der Nähe von Faisalabad , der 28-jährige Muslim Muhammad Gujjar Arif,  wurde unlängst aus der Untersuchungshaft freigelassen. Einige Freunde hatten zu seinen Gunsten ausgesagt und vermutlich dreist gelogen. Was wird ihm eigentlich vorgeworfen ?

Am 27. November 2011 wurde Amariah Mansha auf einem Grundstück, dass dem Verdächtigen gehört, ermordet aufgefunden. Neben der Leiche wurde eine Schusswaffe geborgen. Die Aussagen zur Vorgeschichte von Muhammad Gujjar Arif und Amariah Mansha sind widersprüchlich. Angeblich sollen sie eine Beziehung unterhalten haben, die nun durch eine Hochzeit legalisiert werden sollte. Andere Aussagen sprechen von Drohungen und Gewalt gegen die junge Frau von Seiten der Freunde und Familie des Verdächtigen.

Wie auch immer die Vorgeschichte gewesen sein mag, nach der Ermordung geschah jedenfalls das in Pakistan scheinbar „Übliche“: die Familie des Opfers wurde unter Drohungen und Bestechungsversuchen (es ist von ca. 5.000 US-Dollar die Rede) durch die Polizei dazu gedrängt, die Anzeige fallenzulassen und einer „außergerichtlichen Einigung“ zuzustimmen. Amariahs Vater, Mansha Masih, hat sich davon nicht beeindrucken lassen. „Ich fordere Gerechtigkeit.“ so wird er zitiert. Desweiteren gilt es als sicher, dass die Polizei nicht einmal die Mühe machte, Fingerabdrücke von der vermeintlichen Tatwaffe, die am Tatort gefunden wurde, zu nehmen. So wird aus den Ermittlungen eine Farce.

Mansha Masih wird weiterhin so zitiert:

 Die Ermittlungen, die bisher geführt wurden, waren alle zugunsten des Schuldigen, der nun freigelassen wurde. Dies wurde auch von einflussreichen Muslimen aus dem Dorf unterstützt, darunter Rao Kashif, der alles dafür tat, damit es zu der Freilassung kam. Die Polizei hat keine Fingerabdrücke von der Waffe genommen und erklärt, dass die Obduktionsbefunde noch nicht vorliegen.

Deshalb hat Mansha Masih einen Protest gegen dieses Vorgehen beim regionalen Polizeipräsidium eingereicht. Der Generalvikar der Diözese Faisalabad, Pfarrer Khalid Rashid Asi, betonte gegenüber dem katholischen Fidesdienst: „Wir befürchten, dass hochrangige Politiker den Fall versanden lassen wollen.“

BITTE BETEN SIE FÜR DIE FAMILIE VON AMARIAH MANSHA. BITTEN SIE DEN VATER IM HIMMEL DARUM, DASS SELBST UNTER DEN OFFENSICHTLICH MANIPULIERTEN UMSTÄNDEN DIE WAHRHEIT ANS LICHT KOMMT, DAMIT MANSHA MASIH FRIEDEN FINDEN KANN.

(Quelle: „fidesdienst“ vom 12. März 2012)

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Ein Gedanke zu “Pakistan: mutmasslicher Mörder einer Katholikin wieder auf freiem Fuss !

  1. Dieser Fall zeigt auf, wie es um die Rechte von Nichtmuslimen in scharia-kompatiblen Systemen bestellt ist: es gibt sie nicht ! Ganz gleich was in Gesetzbüchern oder der Verfassung eines derartigen Landes geschrieben steht, in der Praxis zeigt sich, wes Geistes Kind die Menschen dort sind. Polizisten, die einen trauernden Vater bestechen wollen,damit er seine Anzeige zurückzieht. Die gleichen Polizisten kümmern sich einen Dreck um die Fakten und Indizien. Keine Fingerabdrücke von der vermeintlichen Tatwaffe genommen, einen Verdächtigen freigelassen, weil ein paar seiner Freunde ihm ein falsches Alibi gaben. Wer dachte, unser Rechtssystem sei nicht perfekt und absolut kritikwürdig, sollte sich diese religiös motivierte Diskriminierungs-Posse mal ansehen.

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