Pakistan: Christin wegen angeblicher „Blasphemie“ angeklagt

Wie es um die Verhältnisse in Pakistan bestellt ist, weiss ja sicher jeder treue Leser dieses Blogs. So bin ich immer wieder in Versuchung, Nachrichten wie die folgende als „Normalzustand“ zu ignorieren und nicht darüber zu berichten. 

Pakistan

Aber der pakistanische „Normalzustand“ ist eben kein Normalzustand im Sinne von Religionsfreiheit oder gar im Sinne der Guten Nachricht von Christus. Deshalb jetzt eine weitere Geschichte, die zeigt, wie „tolerant und fortschrittlich“ die islamischen Länder sind (Armes Ägypten, armes Tunesien…):

Im pakistanischen Dorf Chak, Kolonie 170 in der Provinz Pandschab, wurde unlängst, am 28. Februar 2012, die 26-jährige Schamim Bibi, Mutter eines fünf Monate alten Babys, wegen angeblicher „Verunglimpfung des Propheten Mohammed“ nach Paragraph 295 des pakistanischen Strafrechts angeklagt. Dieser als „Blasphemieparagraph“ weltweit berüchtigte Teil des Gesetzbuches wird im Alltag des Landes mit unschöner Regelmässigkeit dazu genutzt, um allerlei private oder familiäre Konflikte zu Gunsten von Muslimen zu entscheiden. Ein Missbrauch des ohnehin mit internationalen Menschenrechtsstandards kaum zu vereinbarenden Paragraphen.

Was war eigentlich passiert ? Schamim Bibis Schwägerin (die Schwester ihres Mannes) Nasiran konvertierte vor nicht allzu langer Zeit zum Islam und nahm ihre beiden Kinder Nadim und Bella mit. Seitdem versuchte Nasiran immer wieder, auch Schamim zum Religionswechsel zu bewegen, jedoch (Gott sei Dank !) erfolglos. Schamim gab ihrer Schwägerin immer wieder zu verstehen, dass sie als Christin glücklich und zufrieden wäre und keine Notwendigkeit sähe, sich einem anderen Glaubenssystem zuzuwenden.

„Zufälligerweise“ wurde kurz nach einem weiteren Konversionsversuch bekannt, dass angeblich zwei Nachbarn von Schamim Bibi gehört haben wollen, dass sie in ihrem Hof despektierlich über den „Propheten“ Mohammed gesprochen habe. Dies wurde natürlich sofort unter den örtlichen Muslimen publik gemacht, woraufhin diese das Haus der „Ungläubigen“ zu belagern begannen und „schwere Strafen“ für Schamim forderten, da diese ihre religiösen Gefühle beleidigt habe. Wie in ähnlich gelagerten Fällen üblich, wurde von der Polizei auch eine Anzeige gegen die christliche Frau entgegengenommen, wobei aber auffällig ist, dass weder dort noch im öffentlichen Diskurs jemals genau benannt wurde, was Schamim Bibi denn nun so genau „blasphemisches“ geäußert haben soll.

Interessant, wie schnell die pakistanische Polizei dabei ist, Christen vorzuverurteilen, während von Muslimen vergewaltigte Christinnen oftmals noch auf der Polizeiwache verspottet werden und nur in Ausnahmefällen ihre Anzeigen entegegengenommen, geschweige denn gegen den meist bekannten Täter auch noch ermittelt wird. Genügend ähnlich Fälle habe ich in diesem Blog aufgelistet, schauen Sie einfach unter der Rubrik „Pakistan“ selbst nach.

Mittlerweile soll selbst ein in der Anzeige genannter Zeuge namens Abdul Quayyum geleugnet haben, die fraglichen Äußerungen aus erster Hand gehört zu haben, sondern nur von einem weiteren „Zeugen“ informiert worden zu sein.  Auch dieser Zeuge, ein Mann namens Hamad Achmad Haschmi, sei zu der fraglichen Zeit, gegen 15.00 Uhr, gar nicht in der Nähe des Hauses der Christin gewesen. Diese beiden Nachbarn werden aber von einem lokalen Imam namens Ansar Ali Shah als „Kronzeugen“ für die fragliche Anschuldigung genannt. So sieht also das pakistanische Rechtssystem aus: Menschen, die gar nicht zugegen waren machen Aussagen über Dinge, die sie nicht gehört haben können, da es der lokalen Muslim-Gemeinschaft so gefällt.

Auf Anfrage von „compass direct“ hat sogar der regionale Polizeichef von Bahawalnagar, Irfan Ullah, bereits zugeben müssen, dass die Aussage von Quayyum nicht gelten kann, aber dennoch legte er sich fest, dass Schamim Bibi „nichts vorgebracht habe, um die Anschuldigungen zu widerlegen“. Soweit ist es dort  also schon. In Pakistan muss ein Christ nachweisen, was er NICHT gesagt oder getan hat, damit die Muslime ihn nicht ungerechtfertigterweise mit Prozessen und Gewaltmassnahmen überziehen !  Da dürfen sich wohl die ägyptischen Kopten und die libanesischen Maroniten etc. auf einiges gefasst machen.

BITTE BETEN SIE FÜR SCHAMIM BIBI. DIE ERMITTLUNGSBEHÖRDEN BESTEHEN DARAUF, DASS DIESE LÄCHERLICHE ANZEIGE WEITERVERFOLGT WIRD. BITTEN SIE UNSEREN HIMMLISCHEN VATER UM EINSICHT BEI DEN FÜR EIN VERFAHREN VERANTWORTLICHEN, SOLLTE SCHAMIN TATSÄCHLICH VOR GERICHT ERSCHEINEN MÜSSEN. ES HAT IN DER VERGANGENHEIT SCHON ÖFTER VERFAHREN GEGEBEN, DIE WEGEN OFFENSICHTLICHER NICHTIGKEIT EINGESTELLT WURDEN.

(Quelle: „compass direct news“ vom 12. März 2012)

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