Aserbeidschan: Kirchengemeinde in der Hauptstadt soll „legal“ liquidiert werden

Aserbeidschan steht im aktuellen Weltverfolgungsindex von „open doors“ immerhin im „guten Mittelfeld“ auf Platz 25. Ob das nicht sogar ein bischen sehr schmeichelhaft ist, diese Frage stellt sich, wenn man die folgende Story nachvollzieht:

Aserbeidschan

In der aserbeidschanischen Hauptstadt Baku steht jetzt eine Kirchengemeinde vor der „staatliche angeordneten“ Auflösung. Wie in vielen asiatischen und zentralasiatischen Ländern ist auch in Aserbeidschan eine staatliche Registrierung für Religionsgemeinschaften notwendig. Die „Greater Grace“-Kirche in Baku, die seit 1993 diesen Status einer staatlich anerkannten Kirchengemeinde besaß, steht nun vor dem Aus. Denn das im Jahre 2009 verschärfte, aserbeidschanische Religionsrecht sah eine „Neu-Registrierung“ der christlichen Kirchen vor. Diese wurde oftmals nicht gewährt, wie im Falle der „Greater Grace“ – Kirche von Baku.

Dieses verschärfte Recht hat laut „open doors“ noch eine weitere Konsequenz: seit 2010 wurde keine einzige neue Kirche staatlich registriert ! Wie es bei Shakespeare heisst: „Ist es Tollheit, so hat es doch Methode.“ Wie es generell um die Stimmung in Aserbeidschan gegenüber Christen bestellt ist, schreibt „open doors“ auf dem Länderprofil des Staates:

In verschiedenen Regionen wächst der Einfluss des traditionellen Islams. Die allgemeine Einstellung gegenüber Christen in Aserbaidschan ist negativ. In dem zentralasiatischen Land gibt es traditionelle protestantische/baptistische, katholische, armenisch-apostolische, russisch-orthodoxe Gemeinschaften sowie Gruppen aus Christen muslimischer Herkunft. Die Unterdrückung von Christen ist nicht nur religiös, sondern auch nationalistisch-ethnisch motiviert. Open Doors-Informationen zufolge werden behördliche Überprüfungen immer strikter. Die Regierung ist bei der Kontrolle von religiösen Gruppen aktiver.

Und zur Registrierung von Kirchen heisst es:

Eine erfolgreiche Registrierung scheint beinahe unmöglich. Nicht registrierte religiöse Aktivitäten sind strafbar; die Geldbußen für eine Gesetzesübertretung hoch. Fast alle protestantischen Denominationen sind heute ohne rechtlichen Status. Privathäuser dürfen nicht für die Abhaltung von Gottesdiensten genutzt werden. Nicht registrierte Gemeinden bekommen Probleme mit der Polizei. Es gibt Hausdurchsuchungen in protestantischen Kirchen. Gemeindliche Leiter werden festgenommen oder mit einer Geldstrafe belegt.

Der Gesetzgebung vom Dezember 2010 zufolge ist es für nicht registrierte Gemeinden gesetzwidrig, sich zu versammeln. Doch einige nehmen das Risiko auf sich. Viele Aseri-Christen finden keine Arbeitsstelle oder haben Schwierigkeiten sie zu behalten. Geheimdienstkräfte beobachten sie genau. Die Rolle der Geheimdienste und der Polizei ist bedeutend.

Die Zahl einheimischer Christen wächst weiter, und manche geben trotz des Risikos ihren Glauben weiter. Das Wachstum der Gemeinde Jesu in Aserbaidschan ist ermutigend. Doch angesichts der gesetzlichen Restriktionen, die weiter zunehmen werden, ist auch eine Zunahme der Unterdrückung zu erwarten.

In diesen Zusammenhängen ist wohl auch die Verweigerung der Neuregistrierung der „Greater Grace“ – Kirche von Baku zu sehen. Am 15. März 2012 soll der offizielle Prozess gegen die „illegalen Aktivitäten“ der Kirchengemeinde beginnen, die dann zum endgültigen Verbot und der Auflösung führen sollen. Kirchenmitglieder, die nicht genannt werden wollen, sprechen von einer „eklatanten Verletzung des verfassungsmäßigen Rechts auf Religionsfreiheit“. Dieser Fall ist der erste Fall, in dem eine Religionsgemeinschaft tatsächlich von staatlicher Seite aufgelöst werden soll. Sollte dies tatsächlich „durchgehen“ und bis zum bitteren Ende durchexerziert werden, würde dies einen Dammbruch von großer Tragweite für alle aserbeidschanischen Christen darstellen.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE ZUKUNFT DES GLAUBENS IN ASERBEIDSCHAN. BITTEN SIE DEN HIMMLISCHEN VATER UM SEIN EINGREIFEN, DAMIT DIE KIRCHEN DES LANDES EINE ZUKUNFT HABEN, DIE NICHT VON RECHTSSTREITIGKEITEN UND VERFOLGUNG GEPRÄGT SEIN WIRD.

(Quelle und mehr Details: „forum 18“ vom 13. März 2012)

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