USA/Indonesien: von Abschiebung bedrohter Christ sucht Kirchenasyl

Wir haben bereits in der Vergangenheit über die bevorstehende Abschiebung indonesischer Christen aus den USA berichtet. Diese Gruppe angeblich „illegaler“ Migranten, die z. T. seit den 80er Jahren in einigen Ostküsten-Staaten lebten,soll in zwei Phasen erfolgen.

Natürlich winkt den Christen, die zu großen Teilen einen chinesischen, ethnischen Hintergrund haben, in ihrer alten Heimat kein schönes Willkommen. Sie waren nicht umsonst einst vor Diskriminierung und Verfolgung geflohen. Nun hat die US-Immigrationsbehörde zum Anfang März die ersten von ihnen nach Newark, New Jersey, bestellt, um sie von dort abzuschieben.

Dieser Vorladung hat sich Saul Timisela, 44, entzogen, indem er in der Reformierten Kirche von Highland Park Schutz suchte. Er ist der erste von der Abschiebung Bedrohte, der diesen Schritt jetzt gegangen ist. Die nackte Verzweiflung trieb ihn wohl dazu. Der dortige Pastor, Reverend Seth Kaper-Dale, setzt sich gemeinsam mit anderen Geistlichen für den Verbleib der indonesischen Brüder und Schwestern in den relativ sicheren USA ein. Die Frau von Saul Timisela ist ebenfalls untergetaucht, da auch sie ihr Aufenthaltsvisum für die USA „überzogen“ haben soll und ihr gleichfalls die Abschiebung droht.

Hintergrund all dieser Fälle ist die Tatsache, dass den Flüchtlingen in den 80er Jahren oftmals keine Beratung oder juristischer Rat zuteil wurde und sie deshalb ihre Anerkennungsanträge als legale Flüchtlinge erst nach Verstreichen der im US-Gesetz dafür vorgesehen Frist gestellt haben. Diese wurden nicht mehr entgegengenommen oder als bearbeitenswert erkannt und somit war der Aufenthalt vieler christlicher, indonesischer Glaubensflüchtlinge ohnehin nur als vorübergehender „Gnadenakt“ gedacht.

Für Saul Timisela ist das juristische und bürokratische Hickhack jedoch gleichgültig, denn er sagte aus, dass er jetzt, nach dem „Antreten“ seines Kichenasyls, zum ersten Mal seit 12 Jahren einen Tag verbracht habe, an dem er nicht mit seiner Frau gesungen und gebetet habe, wie sie es gemeinsam morgens zu tun pflegen. Reverend Kaper-Dale kämpft seit 2009 für das Bleiberecht der ca. 80 Indonesier und sagte gegenüber einer bekannten US-Zeitung:

 Diese Menschen sind keine Bedrohung. Sie sind keine Terroristen. Sie haben nichts Falsches getan, sie sind nur vor der Verfolgung geflohen in angsterregenden Zeiten.

Timisela selbst war erst vor 14 Jahren in die USA geflohen, nachdem sein Schwager und ein Pastor in ihrer Kirche verbrannt worden waren. Reverend Kaper-Dale sagte zu diesem Fall, dass Saul Timisela keinesfalls die Kriterien eines „ungeheuerlichen Migrations-Verletzers“ erfülle, die die Migrationsbehörden selbst im letzten Juni erst aufgestellt haben. Die Migrationsbehörden behaupten jedoch, Timisela bereits im Jahre 2006 zum Verlassen der USA aufgefordert zu haben.

Wie auch immer die Details aussehen mögen, Fakt ist: der erste indonesische Christ hat jetzt in der Not das letzte Rettungsmittel des „Kirchenasyls“ gewählt, z. T. wohl auch, weil die US-Behörden noch gewisse Berührungsängste gegenüber einer gewaltsamen Abschiebung aus Kirchen haben. Wie der Fall im Obama-Amerika ausgehen wird, wissen wir aber alle: die Christen werden in den sicheren Tod geschickt werden.

In den notorische xenophoben USA mag natürlich die Frage aufkommen, warum man „illegale“ Migranten denn nicht notfalls gewaltsam loswerden solle. Reverend Kaper-Dale sagt dazu:

Ich würde diese Leute fragen, ob sie daran interessiert sind, Leute in ein Land zurückzuschicken, wo sie verfolgt werden. Ist das der „American Way“, die Misshandelten zu ihren Misshandlern zurückzuschicken ?

BITTE BETEN SIE FÜR DIE INDONESISCHEN CHRISTEN, DIE NUR IN FRIEDEN UND RUHE LEBEN WOLLEN. MÖGEN SIE IN FREIHEIT UND SICHERHEIT LEBEN.

(Quelle: „the Washington Post“ vom 06. März 2012)

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2 Gedanken zu “USA/Indonesien: von Abschiebung bedrohter Christ sucht Kirchenasyl

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