BGVK: einige Gedanken zum Thema Christenverfolgung

Nun, dass Christenverfolgung kein Thema allein des dritten, nach-christlichen Jahrhunderts mehr ist, sondern mehr und mehr Aktualität gewinnt, ist allen Christen, die ihre Augen und Ohren nicht mit Gewalt verschließen, sehr wohl bewusst. Allen Lesern dieses Blogs ohnehin.

Dieses Logo benutze ich seit diesem Jahr.Bischöfe wie EKD-Präses Schneider und Landesbischof Dröge von Berlin-Brandenburg-schlesische-Oberlausitz kommen mittlerweile am Thema nicht mehr vorbei und sei es nur am „Reminiscere-Sonntag“, einmal im Jahr. Ähnlich geht es vielen Gemeinden, die einmal pro Jahr einen Sprecher von „open doors“ oder der „Hilfsaktion Märtyrerkirche“ einladen, um das Thema „abzudecken“. Das ist noch nicht viel, aber es ist schon etwas. Wenn sich 20 oder 50 Christen versammeln, um gegen das Todesurteil Youcef Nadarkhanis im Iran zu protestieren, wenn weltweit Tausende eine „Twitter“ – Kampagne mitmachen, um Bruder Youcef nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, dann ist eine Sensibilität für die weltweite Bedeutung des Leibes Christi erreicht, die wir schon lange in dieser Form nicht mehr wahrnehmen konnten.

Nein, ich will nichts schönreden. Schon gar nicht die Situation der Verfolgten selbst. Erst unlängst hat der Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, Erzbischof Silvano Tomasi, auf die Situation der Religonsfreiheit, oder vielmehr ihr Fehlen für 70 % der Weltbevölkerung hingewiesen. Geschätzte 2,2 Milliarden Menschen leben in Ländern, in denen nicht jeder sein spirituelles Leben so gestalten kann, wie er es für angebracht hält. (Artikel hier) Und durch Hilfswerke wie „open doors“ wissen wir ja schon länger, dass das Christentum der am stärksten verfolgte Glaube auf diesem Planeten ist.

Diese Verfolgung bis hin zum Tod ist aber immerhin unser Begleiter von den ersten Tagen der Gemeinde an. Noch bevor es so etwas wie echte Strukturen in der Gemeinde gab, in den Tagen als die „Urgemeinde“ sich gerade erst zu formieren begann, wurde bereits der erste Märtyrer zu Tode gesteinigt. Stefanus. Das Wort Gottes erzählt uns davon (Apostelgeschichte 7,59). Ich persönlich sehe es mittlerweile so, dass Martyrium, also „Blutzeugentum“ zu unserem Glauben dazugehört, wie das „Vaterunser“, das Kreuz von Golgatha und die Paulusbriefe. Sollten wir deshalb diese „Selbstverständlichkeit“ ignorieren und uns stattdessen mit den Problemen ausschliesslich UNSERER Gemeinde befassen ?

NIEMALS ! Wenn ein Glied des Leibes Christi geschlagen oder abgehauen wird, müssen es alle Glieder fühlen, müssen alle Stimmen aufschreien und alle Hände tätig werden. Was wir zuerst tun können, ist ja immer das Gebet. Und das ist auch das Mindeste, dass wir unseren Mitbrüdern und -schwestern zukommen lassen solten: ein aus tiefstem Herzen kommendes Flehen zu unserem Schöpfer, dass ihr Opfer und ihre Leiden nicht vergeblich sein mögen, dass sie Sinn und Bedeutung in Seinem großen Plan haben oder erhalten mögen.

Denn eines dürfen wir nicht vergessen: Die Täter, die Diener Satans, die das Evangelium verdunkeln, diffamieren, diskreditieren und auslöschen wollen, haben ihre Strafe bereits in Aussicht. Unsere Brüder und Schwestern, die ermordet wurden, mögen ihr diesseitiges Leben verlieren, aber dafür sind sie bei Christus und haben das ewige Leben sicher. Die Täter aber, die den Einflüsterungen des Verderbers erlegen sind, werden ewig verloren sein. Sie kennen „den Weg, die Wahrheit und das Leben“ nicht und werden ihre ewige Strafe absitzen müssen. Habe ich deshalb Mitleid mit ihnen ? Nur sehr wenig. Sie sind Opfer Satans, die sich zu Tätern der Christenverfolgung aufschwingen wollen und sind somit nur Getriebene ohne festen Boden unter den Füssen. Sie haben sich aber auch selbst dafür entschieden, so zu leben und zu handeln. Dafür werden sie oftmals nicht mehr nach irdischer, aber ganz sicher nach göttlicher Gerechtigkeit abgeurteilt werden. Es ist gut, das zu wissen und sich daran zu erinnern, wenn man wieder einmal von Massakern in Nigeria oder Somalia hört.

Andererseits hört man auch immer wieder Geschichten von Ex-Terroristen, die sich von ihrem Tun abgewandt haben. In Träumen oder Visionen erschien ihnen Christus, der ihr Gewissen erweckte, sie wieder zu human-gesinnten, menschlichen Wesen machte und ihrer Sünden überführte. Es sind nur wenige, aber immerhin genug Geschichten, um eine gewisse Glaubwürdigkeit zu erlangen. Christus wirkt also sogar unter den schlimmsten Terroristen, Mördern und Christenverfolgern. Denn keine menschliche Seele will er verloren geben. Selbst die von Christenmördern nicht.

Es fällt mir persönlich ab und zu nicht leicht, mich daran zu erinnern, denn die Fakten, mit denen man sich auseinandersetzen muss, wenn man die Christenvefolgung beobachtet, sind oftmals gar zu widerlich. Aber sie werden von Menschen an Menschen begangen. Von verführten, hasserfüllten, aufgeputschten und dem Teufel dienenden Menschen an Dienern Christi, die ebenfalls Sünder sind. Allerdings Sünder, denen vergeben wurde. Was können wir nun aus all dem lernen ?

  1. Offenheit. Wir dürfen offen über unser Herzensanliegen, das Thema „Christenverfolgung“ sprechen. Wann und mit wem immer wir es für richtig halten. Wir als Christen haben die Ewigkeit sozusagen „gebucht“, wir können aufrecht gehen und müssen uns von niemandem (schon gar nicht von rückgratlosen Kirchenvertretern oder zeitgeist-verseuchten Mitchristen) sagen lassen, welche Themen wir in welcher Form aufgreifen „dürfen“. Worüber wir im Namen unseres Herrn sprechen und speziell das WOFÜR WIR BETEN ist eine Sache zwischen uns und unserem Schöpfer. Was ER uns aufs Herz legt, danach können, danach MÜSSEN wir handeln.
  2. Unser Gottvertrauen stärken. Wenn wir offen das Thema ansprechen, dann werden wir vielleicht den schlimmsten Widerstand von denjenigen erhalten, die wir uns von ganzem Herzen auf unserer Seite wünschen. Aber wir verlassen uns nicht auf Menschen, sondern auf den, der uns geschaffen hat.
    „So spricht der HERR: Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verlässt und hält Fleisch für seinen Arm und weicht mit seinem Herzen vom HERRN. Der wird sein wie ein Dornstrauch in der Wüste und wird nicht sehen das Gute, das kommt, sondern er wird bleiben in der Dürre der Wüste, im unfruchtbaren Lande, wo niemand wohnt. Gesegnet aber ist der Mann, der sich auf den HERRN verlässt und dessen Zuversicht der HERR ist. Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte.“ (Jeremiah 5-8, Luther 1984)
  3. Gebet. Beten wir unablässig für die Opfer und ihre Familien. Sprechen wir ihnen Mut und Zuversicht zu. Öffnen wir uns für die Tatsachen, die schrecklichen und hässlichen Tatschen in der Welt der verfolgten Kirchen, die wir bisher so gerne verdrängt und unserem „Wohlfühlchristentum“ geopfert haben.
    Beten wir auch für die Täter, damit sie errettet werden und von den Wegen des Bösen ablassen. Es ist schon vorgekommen und es kann wieder geschehen, dass Hassverbrecher ein Gewissen entwickeln und den Herrn Christus zu erkennen lernen. Ein Saulus von Tarsus hat es auch geschafft, diesen Weg zu gehen…

In diesem Sinne wünsche ich wieder allen Lesern, allen Mitbetern und allen Freunden der verfolgten Kirchen eine gesegnete Zeit.

Ihr

Martin Clemens Kurz

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