Weissrussland: Kirchentreffen von Sicherheitskräften gestürmt

Manchmal vergessen wir es zu leicht: aber auch in Europa exisitiert noch immer eine letzte, stalinistische Diktatur, nämlich im Weissrussland des Diktators Lukaschenko. Erwartungsgemäss steht es dort um die Religionsfreiheit auch nicht zum Besten.

So ist es also auch nicht verwunderlich, dass Weissrussland in der Top-50 der Christenverfolgerstaaten von „open doors“ auftaucht. Zwar „nur“ auf Platz Nr. 42 aber für einen europäischen Staat, ist es eine wirkliche Schande, dass er sich zwischen bekannten Christenverfolgerstaaten wie Kuba und Indonesien wiederfinden muss und sogar noch vor einem Land wie Bangladesch, dessen öffentliche Intoleranz für das Christentum immer wieder durch die Nachrichten der Christlichen Medien bekanntwird. In Weissrussland gilt nur die orthodoxe Kirche als staatlich akzeptiert, alle anderen Konfessionen müssen mit Diskriminierungen, Repressionen und Verfolgung rechnen.

So ist es also auch nicht überraschend, was jetzt, mit einiger Zeitverzögerung, aus der Lukaschenko-Diktatur bekannt wird: Ein Treffen verschiedener, protestantischer Gemeinden in Minsk, welches sich mit kulturellen und historischen Themen befasste, wurde am 08. Februar 2012 von Sicherheitskräften gestürmt. Spezialkräfte der Anti-Banden- und Anti-Terror-Einheit OMON sprengten nach ca. einer Stunde das Meeting im Hause des Pastors Antoni Bokun von der „Johannes-der-Täufer“-Pfingstkirche. Sie brachen dazu in bester „Action“-Manier durch die Fenster ein und in der Folge dieses Überfalls wurden 34 Anwesende in Arrest genommen.

Die Beamten erklärten, sie hätten angeblich einen anonymen Anruf erhalten, dass sich hier im Hause ein geheimes Drogenlabor befinde. Eine ziemlich dünne Ausrede für einen von vielen, gezielten Angriffen auf das nicht-orthodoxe Christentum. Die 34 wurden jedenfalls nach zwei Stunden wieder auf freien Fuss gesetzt und kein Verfahren gegen sie eingeleitet.  Dmitrij Fedoruk, eine Augenzeuge der Ereignisse, zweifelt in jedem Falle die Version bezüglich der Drogenküche an. Er sagte aus, dass weder Drogenspürhunde, noch chemisches Analyse-Equipment von den Beamten mitgeführt worden sei. Die Einschüchterungsabsicht der Behörden sei somit offensichtlich.

Auch in der Vergangenheit hat Pastor Bokun bereits mit den Behörden zu tun. Im Jahre 2007 wurde er wegen „religiöser Aktivitäten ohne staatliche Genehmigung“ für drei Tage inhaftiert und mit einer saftigen Geldstrafe versehen. Dies alles klingt nach Zuständen aus einer islamischen, scharia-konformen Theokratur, wie sie derzeit in Ägypten, Libyen und Tunesien aufgebaut wird, aber es findet fast vor unserer Haustür statt ! Und dies fast unkommentiert von unseren Kirchen und unseren Medien. Das stimmt nachdenklich.

BITTE BETEN SIE DOCH AUCH FÜR DIE UNABHÄNGIGEN KIRCHEN WEISSRUSSLANDS, DIE STAATLICHERSEITS ABSOLUTER WILLKÜR AUSGESETZT SIND.

(Quelle: „assist news service“ vom 02. März 2012)

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