Berlin: Mahnwache vor der Iranischen Botschaft

Nun liegt sie also bereits wieder hinter uns, die Mahnwache für die Freilassung Pastor Youcef Nadarkhanis in Berlin. Dieses Mal hatten sich sogar zwei prominente Politiker dazu durchgerungen, uns persönlich ihre Solidarität zu bezeugen. 

Die unermüdliche Menschenrechtsorganisation „Internationale Gesellschaft für Menschenrechte“ (IGfM) hatte dazu aufgerufen und diesmal folgten bereits mehr Menschen dem Aufruf, als noch im Dezember 2011. Die mediale Aufmerksamkeit, die der Fall des von der Todesstrafe bedrohten Hauskirchen-Pastors aus Rasht im Iran in den letzten Monaten bekommen hatte, wirkte sich also offensichtlich positiv auf die Teilnehmerzahl aus. Es war schön zu sehen, dass sich Menschenrechtler und Christen aus ganz verschiedenen Gemeinden hier zusammenfanden, um ein Zeichen für die Religionsfreiheit auch in der „Islamischen Republik“ zu setzen.

Deutsche und Iranische Christen aus Gemeinden in Berlin-Zehlendorf, Berlin-Kreuzberg und sogar aus Leipzig trafen sich hier mit engagierten Menschenrechtsaktivisten, die ebenso wie ich selbst das Schweigen der gesellschaftlichen Mehrheit in Deutschland satt hatten. So ergaben sich viele, gute Gespräche unter Menschen, denen bestimmte Anliegen gemeinsam sind und viele, gute Segenswünsche begleiteten uns selbst noch auf dem Heimweg. Sogar „große Ideen“ wurden im Gespräch geboren, die aber derzeit noch keine Chance auf Umsetzung haben. Ein „Marsch für die verfolgten Kirchen“ durch Berlins Innenstadt ? Noch illusorisch, weil sich vermutlich nicht genügend Organisatoren und Teilnehmer finden würden.

Der CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe hielt eine kurze, aber von guter Sachkenntnis geprägte Ansprache, in der er seine Sorge um den Zustand der Religionsfreiheit im Iran zum Ausdruck brachte. Gleiches galt für die Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach, die es sich ebenfalls nicht nehmen liess, ihre Solidarität mit den Teilnehmern auszudrücken und eindeutig zu Gunsten des großen Dulders Youcef Nadarkhani Stellung zu beziehen.

Erwartungsgemäß war in der Botschaft niemand mehr willens, die in den letzten Monaten gesammelten, in zwei dicken Pappkartons verpackten Unterschriftenlisten entgegenzunehmen. Aber dies kennt man von der im Zehlendorfer Villenviertel gelegenen Botschaft der „Islamischen Republik“ bereits zur Genüge. Der Posteingangskasten am Tor war aber dick genug, um dennoch die gezeichneten Listen an der richtigen Stelle loszuwerden.

Als es langsam dunkel zu werden begann, zündeten wir unsere Kerzen an und entfachten so das berühmte „Licht in der Dunkelheit“, in der Pastor Youcef und seine Familie derzeit leben müssen. In großer Stille und Eintracht ging die Mahnwache nach drei Stunden zu Ende und hinterließ bei jedem Anwesenden, so denke ich, eine tiefe Befriedigung, nicht geschwiegen, sich nicht mitschuldig gemacht zu haben an dem Terror, den das Mullah-Regime gegen alle Nichtmuslime ausübt.

update vom 02. März 2012: Die IGfM setzt ihre Deutschland-Kampagne für Youcef Nadarkhani fort. Es stehen Termine in Frankfurt/Main (Dienstag, den 06. März 2012), München (Freitag, 09. März 2012) und Karlsruhe (ebenfalls Freitag, den 09. März 2012) an, auf denen für die Religionsfreiheit Stellung bezogen werden soll.

BITTE UNTERSTÜTZEN SIE ALLE INITIATIVEN, IN DENEN SICH CHRISTEN UND MENSCHENRECHTLER FÜR DIE VERFOLGTEN KIRCHEN EINSETZEN. IRGENDWANN IST EINE MAHNWACHE, EINE INFOSTAND ODER EIN DEMONSTRATIONSZUG AUCH IN IHRER NÄHE ! FALLS NICHT, ORGANISIEREN SIE DOCH SELBST ETWAS !

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